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Veröffentlicht am 08.11.2025

Lehrerin in Nachkriegs-Wien

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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"Zeit der Hoffnung" ist der erste von zwei Teilen. Angelehnt ist die Geschichte an die Lebensgeschichte von Stella Klein-Löw.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt die junge Stella Herzig aus London ...

"Zeit der Hoffnung" ist der erste von zwei Teilen. Angelehnt ist die Geschichte an die Lebensgeschichte von Stella Klein-Löw.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt die junge Stella Herzig aus London in ihre Heimat Wien zurück, aus der 1938 geflohen ist. Als Einzige ihrer Familie hat sie den Holocaust überlebt. Die ehemalige Wohnung ihrer Familie wurde arisiert. Obwohl sie einen Antrag auf Restitution gestellt hat, um wieder in ihre elterliche Wohnung einziehen zu können, wurde dies abgelehnt. Ihre beste Freundin Feli nimmt sie bei sich auf. Im Lindengymnasium findet Stella eine Anstellung als Englischlehrerin. Nicht nur ihre jüdischen Wurzeln bereiten ihr Probleme, sondern auch ihre fortschrittlichen Lernmethoden finden beim Großteil des Lehrerkollegiums keinen Anklang. Stellas Reformpädagogik, die strikt gegen Gewalt und Prügel als Erziehungsmaßnahme ist, ist für die Kollegen und manche Kolleginnen unverständlich. In ihren Köpfen schwirren einfach noch zu viele Nazi-Ideologien herum. Aber auch bei den Eltern der Kinder trifft Stella auf Unverständnis. Einzig ihr Vorgesetzter ist von ihrer Arbeitsweise angetan und unterstützt sie. Doch seine Pensionierung steht schon fest und Stellas ärgster Feind an der Schule, ist der mögliche Nachfolger. Wird Stella ihre Arbeit behalten können? Zusätzlich verschwindet in der Schulküche immer wieder rationiertes Essen für die Kinder, welches die Alliierten zur Verfügung stellen.
Auch Feli kämpft gegen ihr Pflichtgefühl und ein Versprechen, welches sie vor dem Krieg gegeben hat. Beide Frauen versuchen auf ihre Weise gegen alte verzopfte Vorstellungen anzukämpfen.

"Zeit der Hoffnung" ist der erste Teil der Trümmerschule Dilogie. Wie immer hat Beate Maly die historischen Hintergründe großartig recherchiert und den Zeitgeist perfekt eingefangen.
Ein sehr wichtiges Thema ist für die Autorin immer wieder die Pädagogik nach Maria Montessori, über deren Lebensgeschichte sie unter Laura Baldini geschrieben hat. Selbst ausgebildete Pädagogin für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung, weiß sie wovon sie schreibt.
In diesem Roman steht neben der Pädagogik vor allem der Antisemitismus und die Nachkriegszeit im Vordergrund. Stella hat große Hoffnung, dass nach dem Krieg alles anders ist. Sie muss jedoch enttäuscht feststellen, dass noch viel zu viel Gedankengut des Nationalsozialismus in den Menschen steckt.

Der Schreibstil von Beate Maly ist leicht und lässt sich schnell und kurzweilig lesen. Den damaligen Zeitgeist hat die Autorin wieder wunderbar eingefangen. Trotzdem fehlte es mir hier ein bisschen an Tiefe.
Nun warte ich gespannt auf die Fortsetzung, die im Januar 2026 erscheinen wird.

Fazit:
Der erste Teil der Dilogie hat mir gut gefallen, konnte mich aber nicht so überzeugen, wie manche anderen Romane der Autorin über Frauen, die sich der Pädagogik widmen. Trotzdem freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Lässt sich schnelll wegsnacken, aber bleibt an der Oberfläche

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Ines und Marco Winkler freuen sich mit ihrer kleinen Tochter Emilia und den Familienhund auf ihr neues Zuhause. In einer neuen Eigenheimsiedlung im Spessart wollen sie der Großstadt entfliehen, als sie ...

Ines und Marco Winkler freuen sich mit ihrer kleinen Tochter Emilia und den Familienhund auf ihr neues Zuhause. In einer neuen Eigenheimsiedlung im Spessart wollen sie der Großstadt entfliehen, als sie an einem nebeligen Novembertag "Am Mons" einziehen. Die Nachbarschaft ist super freundlich und vor allem die Familie Mannschein freunden sich schnell mit Ines und Emilia an. Hier möchten sie ihr restliches Leben verbringen, denn sie fühlen sich willkommen.
Doch bereits in den ersten Nächsten haben sie das Gefühl nicht alleine im Haus zu sein. Immer wieder fällt nachts die Hauptsicherung aus und auch der Hund verhält sich komisch - liegt träge herum und reagiert oft nicht. Einbruchsspuren werden jedoch keine gefunden. Als im leerstehenden Nachbarhaus eine grausam zugerichtete Tote gefunden wird, bricht Panik in der Siedlung aus. Die Männer wollen nachts Patrouille gehen und ihre Familien beschützen. Doch bald schon passiert ein weiterer Mord....

Der Beginn ist stark und der Spannungsaufbau gelungen. Leider lässt dieser im Laufe der Geschichte nach und die Figuren bleiben insgesamt zu blass, obwohl es diesmal kaum Ermittlungsarbeit gibt, sondern sich alles um die Nachbarschaft und deren Befindlichkeiten dreht.

Dem Täter bin ich nicht auf die Spur gekommen, obwohl ich viele Thriller lese. Strobel hat wieder viele falsche Fährten gelegt und die Stimmung ist während den gesamten 352 Seiten düster und sehr atmosphärisch. Leider bleiben einige Handlungsstränge offen oder werden einfach nicht weiter verfolgt. Das Ende wirkt auch teilweise etwas konstruiert.

Ich habe bereits viele Bücher von Arno Strobel gelesen, hinke aber mit meinen Rezensionen seiner Thriller extrem hinterher. Sie lassen sich schnell lesen und die Spannung ist meistens auf einem höheren Level, aber den Inhalt vergesse ich viel zu schnell wieder....wie leider oftmals bei Thriller. Ausnahmen sind meistens nur die wenigen 5 Sterne Thriller.

Fazit:
"Welcome Home" lässt sich wie die meisten Thriller von Arno Strobel gut und flüssig lesen und ist diesmal außerdem sehr atmosphärisch. Trotzdem bleiben die Figuren etwas blass und das Ende wirkt etwas zu gewollt. Ein "Popcorn-Thriller" zum wegsnacken - wie manche sagen würden.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Verstörend

Wer Verderben sät
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Puh, ich muss zugeben, dass ich mich mit dieser Rezension und der Bewertung dieses Thriller-Debüts der niederösterreichischen Autorin Veronika Bauer etwas schwer tu. "Wer Verderben sät" ist ein Psychothriller, ...

Puh, ich muss zugeben, dass ich mich mit dieser Rezension und der Bewertung dieses Thriller-Debüts der niederösterreichischen Autorin Veronika Bauer etwas schwer tu. "Wer Verderben sät" ist ein Psychothriller, der mir richtige Gänsehaut bereitet hat, mich aber auch oftmals den Kopf schütteln hat lassen.

Von Beginn an hat mich die Geschichte gefangen genommen. Mit der ungarischen Erntehelferin Elza lernen wir eine Frau kennen, die in einem kleinen Ort in Österreich lebt. Nach dem Tod des Vaters und der gefühlskalten Mutter, einer ebenso lieblosen Ehe und einem Kind, für das sie nicht sorgen kann, sucht sie als Erntehelferin in Österreich ihr Glück. Vor allem aber möchte sie ihrem Sohn ein besseres Leben bieten. Ihr Wunsch geht in Erfüllung, denn der eher wortkarge und stille Weinbauer Johan, bei dessen Bruder sie in den Weinbergen arbeitet, nimmt sie zur Frau. Es ist keine Liebesheirat, aber die Ehe ist für beide von nutzen. Elza wird jedoch von der Familie und der Dorfgemeinschaft nicht anerkannt und angefeindet. "Nestbeschmutzerin" und "Heiratsschwindlerin" sind die nettesten Bezeichnungen, die sie erhält. Als sie eines Tages neben ihren toten Ehemann aufwacht, weiß sie, dass sie als Erste des Mordes verdächtigt werden wird. Sie gerät in Panik und zögert den Anruf beim Arzt immer länger hinaus und vergräbt ihren Mann in der kommenden Nacht im Garten. Und das ist erst der Beginn des kommenden Alptraumes, denn irgend jemand schickt ihr Zettel mit der Nachricht "Ich weiß, was du getan hast" oder "Ich weiß, du wirst töten". Elza fühlt sich verfolgt und gerät immer mehr in Panik. Als es einen weiteren Toten gibt, zieht sich die Schlinge um Elza immer fester....

Der Thriller wird aus der Sicht von Elza erzählt und bereitet beim Lesen Herzklopfen. Die Atmosphäre ist beklemmend und düster. Die Autorin lässt uns tief in die menschlichen Abgründe blicken. Doch immer wieder fragt man sich, warum Elza so handelt, wie sie handelt. Sie wirkt irrational und ist ein sehr komplexer Charakter. Sie scheint das Unglück angezogen zu haben und stolpert von einem Katastrophe in die nächste. Die Toten verfolgen sie und so sucht sie Zuflucht beim querschnittgelähmten Nachbar Rupert, der ihr als Einziger zu glauben scheint. Mit Tabletten hält sich Elza in diesem Alptraum aufrecht und weiß bald selbst nicht mehr, was die Wahrheit ist und was nicht.
Veronika Bauer gelingt es Zweifel zu säen und Wahrheiten zu hinterfragen. Und als Leserin fragt man sich genauso: Ist Elza ist eine unzuverlässige Erzählerin? Zieht sie wirklich das Unglück an? Oder tötet sie selbst? Wer stalkt sie und möchte sie vernichten? Oder hat Elza eine gespaltene Persönlichkeit?

Veronika Bauer zeichnet mit Elza eine Figur, deren Zerrissenheit, die Schuldgefühle gegenüber ihren Sohn und ihren Ängsten auf jeder Seite spürbar ist. Auch als Leser hat man ein permanentes Gefühl der Bedrohung. Grandios umgesetzt von der Autorin! Genauso wie die beklemmende Atmosphäre hat die Autorin auch die Nebenfiguren sehr lebendig beschrieben.

Was mir weniger gefallen und wo mich Veronika Bauer ab der Hälfte etwas verloren hat, waren die Aktionen von Elza, die man einfach nicht nachvollziehen kann. Diese wirken oft etwas konstruiert und unglaubwürdig. Auch die Polizeiarbeit auf Seiten der österreichischen und der ungarischen Polizei wirkt nicht wirklich nachvollziehbar.
Am Ende nimmt der Psychothriller noch mehr Fahrt auf und endet in einem rasanten Showdown, der gut gelöst wird. Rückblickend und umso öfters ich darüber nachdenke, finde ich die Auflösung jedoch nicht wirklich nachvollziehbar...

Fazit:
Ein sehr verstörender Psychothriller, der mich von Beginn an begeistert hat. Tolle und beklemmende Atmosphäre und grandiose Figurenbildung. Ab der Hälfte hat mich der Psychothriller aber mehr und mehr verloren...

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Der Grusel im Keller

Das Septemberhaus
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So richtig gruselig empfand ich "Das Septemberhaus" eigentlich nicht. Margaret und Hal sind sich sicher ihr Traumhaus gefunden zu haben. Die viktorianische Villa, die zum Kauf angeboten wird, ist günstig. ...

So richtig gruselig empfand ich "Das Septemberhaus" eigentlich nicht. Margaret und Hal sind sich sicher ihr Traumhaus gefunden zu haben. Die viktorianische Villa, die zum Kauf angeboten wird, ist günstig. Einzig die Vormieter blieben alle nicht lange im Haus wohnen. Auch die Mieterin macht sie auf einige Todesfälle aufmerksam, was die Beiden jedoch nicht hindert einzuziehen. Margaret fühlt sich wohl und schließt Freundschaft mit Nachbarin Edie. Doch im September offenbart sich Schreckliches. Von den Wänden tropft Blut, furchtbare Schreie hallen während der Nacht durch das Haus, Geisterkinder spuken durch die Zimmer, Vögel fliegen in selbstmörderischer Absicht gegen die Fenster und im Keller scheint etwas Furchtbares zu wohnen. Mit jedem Tag im September wird es schlimmer und hört erst im Oktober wieder auf.
Margaret beginnt sich damit zu arrangieren und stellt ihre eigenen Regeln auf, um den Monat zu überstehen. Es ist ihr Haus und sie möchte bleiben - komme, was wolle. Sie schließt sogar Freundschaft mit der Haushälterin, die vor Jahrhunderten in der Villa gearbeitet und anscheinend bestialisch ermordet wurde und seitdem durch das Haus spukt. Nur Hal hat nach drei Septembern genug und verschwindet von einem Tag auf den anderen, kurz bevor der nächste September bevorsteht....

Margret habe ich zuerst bewundert, wie sie sich stoisch dagegen wehrt, aus dem Haus vertrieben zu werden. In Rückblenden in ihre Vergangenheit wurde mir klar, wie sie ihr Leben durch Regeln, die sie sich aufstellt, in den Griff bekommen hat. Die Ehe mit Hal ist nicht das, was man nach außen hin sieht und Tochter Katherine hat sie seit Jahren nicht mehr besucht und lebt ihr eigenes Leben. Als sie sich genau im September ankündigt, weil sie ihren Vater nicht erreichen kann und ihn suchen will, wird Margaret nervös. Sie kann doch ihre Tochter nicht in einem Spukhaus wohnen lassen, wo die Wände anfangen zu bluten, die Geister durchs Haus spuken und Katherine der Gefahr im Keller aussetzen. Kurzerhand holt sie den Exorzisten-Pfarrer der Gemeinde zu sich ins Haus, der ihr schon einige Male geholfen und dem Spuk mit Weihrauch und Gebeten entgegenwirkt. Doch das Böse kehrt schneller zurück, als Margaret lieb ist....

Bevor es zum gruseligen Finale kommt, ist die Geschichte mehr Familiendrama. Man erfährt so einiges über Hal und Margaret, wie auch über Katherine. Die Vergangenheit wirft ein etwas anderes Licht auf die Familie. Mich verwirrte zu Beginn, wie Margaret so gleichgültig mit diesen fürchterlichen Umständen leben konnte und mit ziemlich emotionsloser Akzeptanz das Verschwinden von Hal hinnahm. Spätestens als Katherine auftaucht und man Margarets Beziehung zum Haus und ihre Eigenschaft, sich den Dingen zu stellen erkennt, fragt man sich, ob vielleicht doch nicht alles so ist, wie es uns Margaret erzählt.

Die Figuren sind sehr bildhaft und lebendig gezeichnet, auch wenn viele keine Sympathieträger sind. Über Hal erfahren wir einiges in Rückblenden, aber auch Katherine ist kein wirklich liebenswerter Charakter. Sie ist aufbrausend und übergriffig.
Die Atmosphäre ist düster und trotzdem nicht so gruselig, dass man sich fürchten müsste.

Die Autorin hat uns einige Male gekonnt auf den falschen Weg gelotst. Vor allem im letzten Drittel war man total unsicher, was nun Sache ist. Bildet sich Margret alles nur ein oder geistert es im Spukhaus tatsächlich?
Carissa Orlando verpackt die Gruselgeschichte mit schwarzem Humor, so dass man sich nicht wirklich gruselt - bis es zum Finale kommt. Trotzdem könnte das eine oder andere Thema jemand unvorhergesehen triggern, denn zuvor geht es vor allem um Opferverhalten: verheimlichen, anpassen, ertragen und die Schuld auf sich nehmen.

Das Ende kam fast etwas zu abrupt und ich hätte mir hier noch einen Epilog gewünscht.

Fazit:
"Das Septemberhaus" ist eine etwas andere Geschichte, als man erwarten würde. Der Grusel steht eher im Hintergrund, der Inhalt ist vielschichtig und hat emotionalen Tiefgang. Mit der Bewertung tat ich mir allerdings sehr schwer und schwankte zwischen 3 und 4 Sternen. Nach dem Schreiben der Rezension habe ich nun den Mittelweg genommen und 3 1/2 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Der Reihenauftakt hat noch Luft nach oben

Der Trailer
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Vor 15 Jahren verschwindet Lisa Martin, eine junge Frau, spurlos auf einem abgelegenen Campingplatz in den belgischen Ardennen. Es wird weder eine Leiche, noch werden irgendwelche Hinweise gefunden. Als ...

Vor 15 Jahren verschwindet Lisa Martin, eine junge Frau, spurlos auf einem abgelegenen Campingplatz in den belgischen Ardennen. Es wird weder eine Leiche, noch werden irgendwelche Hinweise gefunden. Als die Hamburger Hauptkommissarin Frieda Stahnke bei einem True Crime Podcast zum Cold Case Stellung nimmt, werden einige Menschen nervös, die damals ebenfalls in Camp Donkerbloem campiert haben. Kurz nach der Ausstrahlung meldet sich ein anonymer Anrufer bei ihr, der zugibt sich damals nicht als Zeuge gemeldet zu haben. Er macht eine interessante Aussage. Frieda trifft bald auf den schmierigen Barbesitzer Wout Meertens, der hinter den Anruf steckt. Die suspendierte Kommissarin, die aus der selben Heimatstadt, wie Lisa Martin kommt, lässt der Cold Case nicht los und beginnt zu weiter recherchieren.

Der Thriller beginnt spannend. Man befindet sich mit Lisa Martin auf dem Campingplatz, wo an bestimmten Wochenenden brutale Partys veranstaltet werden. Lisa weiß nichts davon und ist entsetzt über die Brutalität gegenüber Frauen. Sie beobachtet aus ihrem Trailer, wie diese misshandelt werden, bis die Gefahr auch vor ihrem Trailer lauert....

Die Geschichte wird aus einigen Perspektiven erzählt, die oft wechseln. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig und man findet schwer Zugang zu den einzelnen Figuren. Das wird mit der Zeit aber besser. Zusätzlich springen wir auch öfters zurück in die Vergangenheit.

Die Hauptfiguren sind sehr eigenwillige Charaktere. Wirkliche Sympathieträger sind sie nicht. Frieda ist eine eher unkonventionelle Kommissarin, die sich einsetzt und hartnäckig bleibt.

Wout ist ein halbseidener Barkeeper, der polizeilich bekannt ist und nichts anbrennen lässt. Der Türke Tayfun ist Boxer, sein Bodyguard und ein guter Freund. Er ist loyal, mutig und hilfsbereit. Ebenfalls zum Kreis rund um Wout gehört Kathinka, die bei ihm zur Untermiete wohnt. Sie ist intelligent und die drei ergänzen sich perfekt. Der Thriller lebt vor allem durch seine ungewöhnlichen Protagonisten.


Die Beschreibung der Schauplätze ist gelungen und die Atmosphäre düster. Der Spannungsbogen bleibt jedoch nicht kontinuierlich oben und es gibt einige Wiederholungen und Längen. Die vielen raschen Perspektivwechsel machen es ebenfalls nicht einfacher in die Geschichte besser einzutauchen. Da es sich um eine Trilogie handelt, gibt es am Ende einen kleinen Cliffhanger, der den nächsten Band schmackhaft machen soll. Den eingebauten Twist zum Ende hin fand ich aber gut.

Es gibt noch eine weitere Nebenhandlung, die sich auf Friedas Suspendierung bezieht. Hier dreht sich alles um einen Immobilienhai und seine kriminellen Machenschaften in der auch eine Gruppe einflussreicher Personen verwickelt sind. Linus Geschke verschafft uns darauf aber nur kurze Einblicke und ich denke, dass sich dieser Handlungsstrang über alle drei Bände ziehen wird.

Die Story um Camp Donkerblom wird eine Trilogie werden. Ich kann mir zwar noch nicht vorstellen, was auf diesem Campingplatz noch alles passieren soll, aber ich lasse mich gerne überraschen!

Die Idee für die Buchcover der Trilogie finde ich genial. Man kann dem Piper Verlag dazu nur gratulieren.

Fazit:
Der Auftakt um Camp Donkerbloem ist solide. Noch hat diese Reihe Potential nach oben. So ganz überzeugt bin ich nicht, aber in den nächsten Teil werde ich wahrscheinlich noch reinlesen und dann entscheiden.

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