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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

"Verbrenn das Negativ(e)."

Verbrenn das Negativ
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„Verbrenn das Negativ“ ist mein erstes Buch von Josh Winning, das ich im Rahmen einer Vorableseaktion erhalten durfte. Die Story klang sehr interessant und erinnert während des Lesens immer wieder an reale ...

„Verbrenn das Negativ“ ist mein erstes Buch von Josh Winning, das ich im Rahmen einer Vorableseaktion erhalten durfte. Die Story klang sehr interessant und erinnert während des Lesens immer wieder an reale Begebenheiten rund um die Filme „Poltergeist“ und „Der Exorzist“, die vermutlich auch als Inspiration dienten. Entsprechend liest sich das Buch stellenweise wie ein Horrorfilm und ließe sich grundsätzlich gut verfilmen.
Allerdings müsste dabei noch am Gruselfaktor gearbeitet werden, denn die Geschichte wirkt phasenweise erstaunlich harmlos und ruhig. Zudem gibt es immer wieder Längen, in denen sich das Buch zieht und die Spannung deutlich abfällt. Dafür verläuft das Finale extrem rasant und ist sehr dicht gepackt. Die Auflösung und das Ende waren für mich in Ordnung und passen gut zu bekannten Horrorfilmkonventionen.
Der Schreibstil ist angenehm, sodass man auch durch ruhigere Passagen gut durch das Buch kommt. Die Protagonistin Laura war mir jedoch maximal unsympathisch – ich empfand sie als anstrengend und wenig nachvollziehbar. Die Nebencharaktere sind dagegen deutlich besser ausgearbeitet.
Den größten Minuspunkt erhält das Buch für die Umschlaggestaltung, bei der KI zum Einsatz kam, was ich persönlich nicht befürworte oder unterstützen möchte. Gerade bei der Größe des Verlages hätte ich hier mehr erwartet.
Insgesamt leider ein eher nüchterner Start ins Lesejahr 2026.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

"Meine Kreise sind immer enger geworden, alles zieht sich zusammen."

Düsteres Tal
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Ich habe das Buch "Düsteres Tal" von Ruth Lillegraven als Rezensionsexemplar via Vorablesen erhalten und muss dazu sagen, dass ich die vorherigen Teile nicht gelesen habe. Und da lag bereits ein Problem. ...

Ich habe das Buch "Düsteres Tal" von Ruth Lillegraven als Rezensionsexemplar via Vorablesen erhalten und muss dazu sagen, dass ich die vorherigen Teile nicht gelesen habe. Und da lag bereits ein Problem. Als ich das Buch erhielt, erfolgte kein Hinweis auf vorherige Bände. Ja, das Buch lässt sich auch separat lesen, aber mehr Vorgeschichte hätte die Story deutlich aufgewertet. So wurde ich als Leser in das Geschehen geworfen und wurde das Gefühl nicht los, dass mir wichtige Infos fehlen. Die Figuren blieben für mich farblos und flach, lediglich unsympathisch waren sie alle miteinander. Die Handlung ist völlig vorhersehbar und es gibt auch leider keine großen Überraschungen oder Plottwists. Durch den super angenehmen Schreibstil und die kurzen Kapitel kam ich trotzdem sehr gut durch die Geschichte. Das Tempo ist passend und es gibt keine Längen. Das Ende hat mich nicht ganz zufriedengestellt, aber das ist vermutlich Geschmackssache. Ich mag Stories komplett in sich abgeschlossen.
An sich kein schlechter Thriller, aber eher für Leser geeignet, die bereits die vorherigen Bände gelesen haben und hiermit ihr Finale bekommen.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

"Ich komme mir hier vollkommen falsch vor, wie ein Plastik-Göffel mitten in poliertem Tafelsilber."

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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"Girls Trip" ist mir vor allem wegen der tollen Optik aufgefallen, die Farbgestaltung und der Farbschnitt überzeugen definitiv. Der Klappentext klang auch gut, also mitgenommen.
Im Inneren gab es einen ...

"Girls Trip" ist mir vor allem wegen der tollen Optik aufgefallen, die Farbgestaltung und der Farbschnitt überzeugen definitiv. Der Klappentext klang auch gut, also mitgenommen.
Im Inneren gab es einen spannenden, aber leider sehr vorhersehbaren Jugendthriller. Die Auflösung war nach ca. einem Viertel des Buches sehr deutlich. Die falschen Fährten waren vielleicht etwas zu dezent. Trotzdem blieb die Story spannend, was auch an den Charakteren lag. Jedes der Mädchen hatte stereotyp ihre Rolle und erfüllte diese super, was eine interessante Dynamik in der Gruppe ergab.
Schwierig war für mich der Aufbau der Handlung, da diese in drei Stränge aufgeteilt war, welche zeitlich unterschiedlich abliefen:
1. Die Haupthandlung rund um den Vermisstenfall. Dieser Strang beginnt mit dem letzten Tag der Reise und rollt das Geschehen von hinten auf. Das macht es manchmal echt anstrengend, zusammen zu bringen, was am nächsten Tag passiert, aber man bereits schon gelesen hat.
2. Das Tagebuch von Giselle. Dies spielt in der Vergangenheit und gibt Background Informationen.
3. Die Befragungen der Polizei. Diese spielen in der Gegenwart allerdings immer wieder eingestreut und mit wechselnden befragten Personen.
Diese Erzählweise hat für mich das Buch unnötig kompliziert und verwirrend gemacht, wobei es wenig zur Spannung beigetragen hat.
Ein solider Jugendthriller für Leser, die sich nicht Zeitsprüngen und einer recht vorhersehbaren Handlung stören.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

"Damals. Als es noch Bücher gab, die denken konnten."

Tomorrow Land
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"Tomorrow Land" von Antonia Michaelis und Peer Martin zeichnet eine erschreckend realistische und dystopische Zukunftsvision Europas. Es werden die aktuellen Entwicklungen aufgegriffen und das Worst Case ...

"Tomorrow Land" von Antonia Michaelis und Peer Martin zeichnet eine erschreckend realistische und dystopische Zukunftsvision Europas. Es werden die aktuellen Entwicklungen aufgegriffen und das Worst Case Szenario weiterentwickelt. Die Handlung spielt im Jahr 2084 (schön, genau 100 Jahre nach Orwells 1984 😁), Deutschland ist nicht nur wieder geteilt, auch die Diktatur hat sich wieder durchgesetzt. Es wird vor allem durch die Figur Aaron Martin (bestimmt ein zufälliger Name) immer wieder berichtet, was zwischen 2025 und 2084 passiert ist und wie es so weit kommen konnte. Dabei werden sehr viele Themen aufgegriffen: Migration, Angst vor Überfremdung, Vorurteile und Ausgrenzung, Leugnung des Klimawandels mit einer daraus folgenden Klimakatastrophe, autoritäre Strukturen, Überwachung, Sexismus resultierend aus konservativen Weltanschauungen, Gefahr von Atomwaffen und KI. Und genau da liegt für mich eins der Hauptprobleme des Buches. Es wird sehr viel angerissen und gefühlt durchgeritten. Das Buch hat ein ungemeines Tempo, 320 Seiten und so viele schwierige Themen, da kann leider nicht viel Tiefe entstehen. Auch die Figuren bleiben durch die Geschwindigkeit eher flach und teilweise sehr stereotyp. Eine wirkliche Verbindung zu den Charakteren konnte ich leider nicht aufbauen. Der Story hätten weniger Themen und mehr Seiten gutgetan.
Trotzdem ist "Tomorrow Land" brandaktuell und eine direkte Mahnung, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Für jüngere Leser ein spannendes und lehrreiches Buch. Für eingefleischte Dystopie-Fans aufgrund der fehlenden Tiefe nur bedingt geeignet.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Dorfleben kenne ich anders

Hier draußen
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Da habe ich mich wohl leider vergriffen. Anhand des Klappentextes hatte ich eine zumindest etwas spannende Story auf dem Land erwartet und wurde dahingehend schwer enttäuscht. Mehrmals habe ich überlegt, ...

Da habe ich mich wohl leider vergriffen. Anhand des Klappentextes hatte ich eine zumindest etwas spannende Story auf dem Land erwartet und wurde dahingehend schwer enttäuscht. Mehrmals habe ich überlegt, das Buch abzubrechen, mich aber bis zum Ende durchgebissen. Zum Schluss wurde es auch etwas interessanter, alles in allem aber nicht meins. Die Story zieht sich. Die Elemente, die mein Interesse geweckt hatten, spielten dann eher eine untergeordnete Rolle. Der Wildunfall und die damit verbundene dunkle Prophezeiung bilden zwar den Einstieg, werden im Verlauf aber nur noch in Nebensätzen erwähnt. "Ein Dorf, das kopfsteht" kam ebenfalls nur wenig durch, tatsächliche Auswirkungen auf die Charaktere durch den Unfall waren für mich nicht erkennbar. Mir fehlte der rote Faden. Dies konnte für mich auch durch die Figuren nicht ausgeglichen werden. Es kommen sehr viele Haupt- und Nebencharaktere vor, sodass ich zeitweise den Überblick verloren hatte, wer wer ist. Es fehlt ihnen dadurch an Tiefe, zusätzlich verstärkt dadurch, dass sich an etlichen Stereotypen bedient wurde. Das angesprochene Frauenbild ist so antiquiert, dass ich vor Wut hätte in die Tischplatte beißen können.
Die Story wird ruhig und nüchtern erzählt, der Schreibstil passt perfekt zum Inhalt. Durch den Klappentext wurden bei mir falsche Erwartungen erzeugt, weshalb mich das Buch leider gar nicht überzeugen konnte. Aber es wird seine Liebhaber finden.

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