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Veröffentlicht am 20.09.2025

"Ich komme mir hier vollkommen falsch vor, wie ein Plastik-Göffel mitten in poliertem Tafelsilber."

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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"Girls Trip" ist mir vor allem wegen der tollen Optik aufgefallen, die Farbgestaltung und der Farbschnitt überzeugen definitiv. Der Klappentext klang auch gut, also mitgenommen.
Im Inneren gab es einen ...

"Girls Trip" ist mir vor allem wegen der tollen Optik aufgefallen, die Farbgestaltung und der Farbschnitt überzeugen definitiv. Der Klappentext klang auch gut, also mitgenommen.
Im Inneren gab es einen spannenden, aber leider sehr vorhersehbaren Jugendthriller. Die Auflösung war nach ca. einem Viertel des Buches sehr deutlich. Die falschen Fährten waren vielleicht etwas zu dezent. Trotzdem blieb die Story spannend, was auch an den Charakteren lag. Jedes der Mädchen hatte stereotyp ihre Rolle und erfüllte diese super, was eine interessante Dynamik in der Gruppe ergab.
Schwierig war für mich der Aufbau der Handlung, da diese in drei Stränge aufgeteilt war, welche zeitlich unterschiedlich abliefen:
1. Die Haupthandlung rund um den Vermisstenfall. Dieser Strang beginnt mit dem letzten Tag der Reise und rollt das Geschehen von hinten auf. Das macht es manchmal echt anstrengend, zusammen zu bringen, was am nächsten Tag passiert, aber man bereits schon gelesen hat.
2. Das Tagebuch von Giselle. Dies spielt in der Vergangenheit und gibt Background Informationen.
3. Die Befragungen der Polizei. Diese spielen in der Gegenwart allerdings immer wieder eingestreut und mit wechselnden befragten Personen.
Diese Erzählweise hat für mich das Buch unnötig kompliziert und verwirrend gemacht, wobei es wenig zur Spannung beigetragen hat.
Ein solider Jugendthriller für Leser, die sich nicht Zeitsprüngen und einer recht vorhersehbaren Handlung stören.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

"Damals. Als es noch Bücher gab, die denken konnten."

Tomorrow Land
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"Tomorrow Land" von Antonia Michaelis und Peer Martin zeichnet eine erschreckend realistische und dystopische Zukunftsvision Europas. Es werden die aktuellen Entwicklungen aufgegriffen und das Worst Case ...

"Tomorrow Land" von Antonia Michaelis und Peer Martin zeichnet eine erschreckend realistische und dystopische Zukunftsvision Europas. Es werden die aktuellen Entwicklungen aufgegriffen und das Worst Case Szenario weiterentwickelt. Die Handlung spielt im Jahr 2084 (schön, genau 100 Jahre nach Orwells 1984 😁), Deutschland ist nicht nur wieder geteilt, auch die Diktatur hat sich wieder durchgesetzt. Es wird vor allem durch die Figur Aaron Martin (bestimmt ein zufälliger Name) immer wieder berichtet, was zwischen 2025 und 2084 passiert ist und wie es so weit kommen konnte. Dabei werden sehr viele Themen aufgegriffen: Migration, Angst vor Überfremdung, Vorurteile und Ausgrenzung, Leugnung des Klimawandels mit einer daraus folgenden Klimakatastrophe, autoritäre Strukturen, Überwachung, Sexismus resultierend aus konservativen Weltanschauungen, Gefahr von Atomwaffen und KI. Und genau da liegt für mich eins der Hauptprobleme des Buches. Es wird sehr viel angerissen und gefühlt durchgeritten. Das Buch hat ein ungemeines Tempo, 320 Seiten und so viele schwierige Themen, da kann leider nicht viel Tiefe entstehen. Auch die Figuren bleiben durch die Geschwindigkeit eher flach und teilweise sehr stereotyp. Eine wirkliche Verbindung zu den Charakteren konnte ich leider nicht aufbauen. Der Story hätten weniger Themen und mehr Seiten gutgetan.
Trotzdem ist "Tomorrow Land" brandaktuell und eine direkte Mahnung, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Für jüngere Leser ein spannendes und lehrreiches Buch. Für eingefleischte Dystopie-Fans aufgrund der fehlenden Tiefe nur bedingt geeignet.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Dorfleben kenne ich anders

Hier draußen
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Da habe ich mich wohl leider vergriffen. Anhand des Klappentextes hatte ich eine zumindest etwas spannende Story auf dem Land erwartet und wurde dahingehend schwer enttäuscht. Mehrmals habe ich überlegt, ...

Da habe ich mich wohl leider vergriffen. Anhand des Klappentextes hatte ich eine zumindest etwas spannende Story auf dem Land erwartet und wurde dahingehend schwer enttäuscht. Mehrmals habe ich überlegt, das Buch abzubrechen, mich aber bis zum Ende durchgebissen. Zum Schluss wurde es auch etwas interessanter, alles in allem aber nicht meins. Die Story zieht sich. Die Elemente, die mein Interesse geweckt hatten, spielten dann eher eine untergeordnete Rolle. Der Wildunfall und die damit verbundene dunkle Prophezeiung bilden zwar den Einstieg, werden im Verlauf aber nur noch in Nebensätzen erwähnt. "Ein Dorf, das kopfsteht" kam ebenfalls nur wenig durch, tatsächliche Auswirkungen auf die Charaktere durch den Unfall waren für mich nicht erkennbar. Mir fehlte der rote Faden. Dies konnte für mich auch durch die Figuren nicht ausgeglichen werden. Es kommen sehr viele Haupt- und Nebencharaktere vor, sodass ich zeitweise den Überblick verloren hatte, wer wer ist. Es fehlt ihnen dadurch an Tiefe, zusätzlich verstärkt dadurch, dass sich an etlichen Stereotypen bedient wurde. Das angesprochene Frauenbild ist so antiquiert, dass ich vor Wut hätte in die Tischplatte beißen können.
Die Story wird ruhig und nüchtern erzählt, der Schreibstil passt perfekt zum Inhalt. Durch den Klappentext wurden bei mir falsche Erwartungen erzeugt, weshalb mich das Buch leider gar nicht überzeugen konnte. Aber es wird seine Liebhaber finden.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Da fällt auch mir nichts mehr zu ein.

Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen
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Ich wollte das Buch wirklich mögen. Die Story klang vielversprechend, die Optik ist hübsch, also los ging es. Leider gestaltete sich bereits der Einstieg ins Buch sehr fade, was auch im weiteren Verlauf ...

Ich wollte das Buch wirklich mögen. Die Story klang vielversprechend, die Optik ist hübsch, also los ging es. Leider gestaltete sich bereits der Einstieg ins Buch sehr fade, was auch im weiteren Verlauf nicht besser wurde. Die Spannung bleibt über das das gesamte Buch sehr konstant... niedrig. Es passiert nicht viel und selbst das sehr langsam. Dazu die sich inhaltlich immer wieder wiederholenden, gerade zu plump wirkenden Dialoge, verwandeln die Story in einen echt zähen Kaugummi. Das Ganze wird auch durch ein Labyrinth nicht besser, in dem man immer nur in ein und dieselbe Richtung gehen muss. Da hätte ein Gang durch IKEA mehr Herausforderungen bei der Wegfindung geboten.
Wenigstens geht es im Labyrinth nach unten, womit es mehr Tiefe als die Charaktere aufweist. Sowohl die Protagonistin als auch der Protagonist sind sehr oberflächlich und klischeehaft gehalten. Der Hauptteil der Interaktionen beschränkt sich auf BDSM und die Vorliebe der Protagonistin für Schmerz und Selbsterniedrigung. (Bitte Triggerwarnungen beachten!). Der Love Interest ist mit seinen Hörnern und den Hufen aber zumindest mal was anderes. Ob ich das jetzt gebraucht hätte, weiß ich nicht. Mein Lichtblick war der Disney like Sidekick! Am Ende wartet ein verwirrender und zu konstruiert wirkender Plottwist, der leider durch die sich immer wiederholenden Erklärungen schnell an Dynamik verliert.

Fazit: Ich habe das für mich persönlich schlechteste Buch seit langem gelesen. Daher bin ich mir sicher, auf Band 2 zu verzichten. Die Story ist auch so gut abgeschlossen und ich muss nicht herausfinden, ob bei der nächsten Bondage Session noch ein Zentauer teilnimmt.
Für Fans von kinky Stuff mit Fantasy Setting vielleicht geeignet.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

"Sie kommen immer zurück."

Sing mir vom Tod
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Bisher hatte ich bei meinen Rezensionsexemplaren meist Glück und dadurch wahre Schätze und neue Autoren für mich entdecken können. Das war bei diesem Buch leider nicht der Fall.

Die Handlung, welche vermutlich ...

Bisher hatte ich bei meinen Rezensionsexemplaren meist Glück und dadurch wahre Schätze und neue Autoren für mich entdecken können. Das war bei diesem Buch leider nicht der Fall.

Die Handlung, welche vermutlich in 50 Seiten erzählt werden könnte, erstreckt sich über 300 und wirkt dadurch langgezogen und baut keine Spannung auf. Im Gegenteil. Ich musste mich zunehmend durchquälen und wäre das Buch nicht so kurz, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen. Leider empfand ich auch den Schreibstil als eher anstrengend, was das Lesen nicht erleichterte.
Bei den Figuren fehlte es mir deutlich an Tiefe. Ich habe kein Problem mit unsympathischen Figuren, auch das kann seinen Reiz haben, aber hier waren sie farblos und trotz des vielen inneren Erlebens wenig nachvollziehbar. Es fühlte sich an wie eine Gruppentherapie mit antisozialen Persönlichkeitsstörungen, in der aber lediglich übers Wetter gesprochen wird.

Der Showdown entsprach bildlich einem klassischen Western, was fast schon eine satirische Note hatte.

Die Intension des Buches, dass auch Frauen zu Gewalt neigen können und damit "Böses" in sich tragen nicht schlecht, die Umsetzung hat mich persönlich nicht überzeugt. Ich denke, dass das Buch seine Liebhaber finden kann, ich gehöre leider nicht dazu.

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