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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Hat mich nicht überzeugt

Das Geheimnis der weißen Weihnacht
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Der Verlag Klett-Cotta bringt seit einigen Jahren weihnachtliche Krimis heraus, die durch gediegene Aufmachung aus der Masse der Kriminalromane hervorstechen. Die Autoren sind durchwegs wenig bekannt. ...

Der Verlag Klett-Cotta bringt seit einigen Jahren weihnachtliche Krimis heraus, die durch gediegene Aufmachung aus der Masse der Kriminalromane hervorstechen. Die Autoren sind durchwegs wenig bekannt. Der diesjährige Krimi stammt, wie schon jener aus dem Jahr 2022 („Geheimnis am Weihnachtsabend-7“) aus der Feder von Gladys Maude Winifred Mitchell (1901-1983). Die Autorin hat insgesamt 66 Krimis geschrieben, von denen nur eine Handvoll in deutscher Sprache erschienen sind. Der vorliegende ist der 23. aus der Reihe.

Worum geht’s?

Die Psychoanalytikerin und Nervenärztin Adela Bradley mit Praxis in Oxford hat sich in London einen Namen als erfolgreiche Amateurdetektivin gemacht.

Nun, zu Weihnachten folgt sie abermals der Einladung ihres Neffen Carey Lestrange, der nun frisch verheiratet ist, nach Cotswolds, um gemeinsam mit anderen Gästen entspannte Feiertage verbringen will. Doch es kommt wieder einmal anders. Denn in die ländliche Idylle wird bald durch anonyme Briefe, die pikante Details enthüllen, merkwürdige Fußspuren im frisch gefallenen Schnne sowie einer geheimnisvollen Nachbarin und einem Mord, der nicht der einzige bleiben wird, unterbrochen.

Gut, dass Tante Adela vor Ort ist, denn trotz ihres nicht besonders einnehmenden Äußerem (oder gerade deswegen), verfügt sie über einen messerscharfen Verstand, mit dem sie auch diesen Kriminalfall souverän aufklärt.

Meine Meinung:

Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne eine 2. Chance, weshalb ich diesen Krimi, der wie schon der erwähnte andere Weihnachtskrimi als „Lesegenuss“ bzw. als Pendant zu Agatha Christie hoch gelobt wird, gelesen habe.

Nun ja, wie schon zuvor, kann ich mich dieser Bewertung nur bedingt anschließen. Ja, zahlreiche skurrile Charaktere bevölkern diesen Krimi. Allen voran Adela Bradley, die als scharfsinnig und intelligente Frau beschrieben wird (eh klar, sonst könnte sie keine Nervenärztin und Psychoanalytikerin sein). Als Patientin würde ich mich allerdings vor ihrem Äußeren fürchten, denn ihre Mimik wird mit dem einer Schlange bzw. Alligators beschrieben, die mit ihrem „teuflischen Grinsen“ und „meckerndem Lachen“ die Leute verschreckt. Auch ihre mageren, klauenartigen Hände mit den gelben Fingern werden häufig erwähnt, was sie mir nicht sympathischer macht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie selbst ihre eigene Patientin wäre. Vor allem dann, wenn sie jedes Gegenüber mit „mein Kind“ anspricht, egal ob es sich Freund oder Feind, ein wirkliches Kind oder gar den Polizeipräsidenten handelt.

Warum die Autorin eine solche Hauptfigur entworfen hat, erschließt sich mir nicht.
Der Schreibstil ist mir persönlich ein wenig zu langatmig, obwohl ich ruhige Krimis ohne viel Action sehr schätze.

Und nein, einen dritten Versuch einen Krimi von Gladys Mitchell zu lesen, starte ich trotz der gediegenen Aufmachung nicht.

Fazit:

Mir war dieser Krimi ein bisschen zu langatmig und die Ermittlerin höchst unsympathisch, daher nur knappe 3 Sterne.

Veröffentlicht am 30.11.2025

Hat mich nicht überzeugt

Die letzte Karte des Johann Philipp Andreae
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Ina, eine angehende Journalistin, betreibt mit ihrer Großmutter Angie, einer pensionierten Geschichtslehrerin, den beliebten „True-Crime-Podcast“, der sich mit historischen und zeitgenössischen Kriminalfällen ...

Ina, eine angehende Journalistin, betreibt mit ihrer Großmutter Angie, einer pensionierten Geschichtslehrerin, den beliebten „True-Crime-Podcast“, der sich mit historischen und zeitgenössischen Kriminalfällen beschäftigt.

Als sie in der aktuellen Folge das Leben des zwielichtigen Globenbauer Johann Philipp Andrae (1699-1760), der 1760 im Schwabacher Kerker gestorben ist, beleuchten, ahnen sie noch nicht, welchen Social Media Hype sie damit auslösen. Es geht das Gerücht um, es gäbe einen Schatz zu finden. Aus nach und fern reisen Schatzsucher an, die sich - von einem unbekannten Account leiten lassen.

Wenig später kommt es zu merkwürdigen Unfällen, die als „Fluch des Globenbauers“ subsummiert werden. Als es dann noch einen Toten gibt, ist trotz der hohen Like- und Klick-Zahl, Schluss mit lustig für Ina und Angie. Sie können sich diese Vorgänge nicht erklären.

Meine Meinung:

Als Vermesserin habe ich zunächst einmal unter „Karte“ eine Landkarte des Globenbauers verstanden und nicht eine Spielkarte, die hier eine gewichtige Rolle spielt. Da sieht man wieder was das Unterbewusstsein und Priming ausmacht (lach).

Ich habe gehörigen Argwohn den Social-Media-Communities gegenüber. Das Autoren-Duo zeigt deutlich, wie einfach Massen manipuliert werden können. Hier wird der natürliche Spieltrieb und die Neugier der Menschen ausgenützt, ohne an eventuelle Folgen zu denken. Wir erleben es ja ununterbrochen, dass durch Fake News falsche Wahrheiten verbreitet werden.

Der Krimi und seine Protagonisten haben mich nicht ganz überzeugt, daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Festlich morden
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24 weihnachtliche Kurzkrimis sind wie Vanillekipferl oder Anisbögen in einer Keksdose. Einzeln köstlich, wenn man zu viele davon nascht, ist man leicht übersättigt.

So ähnlich ist es mir hier ergangen. ...

24 weihnachtliche Kurzkrimis sind wie Vanillekipferl oder Anisbögen in einer Keksdose. Einzeln köstlich, wenn man zu viele davon nascht, ist man leicht übersättigt.

So ähnlich ist es mir hier ergangen. Einzelne Krimis habe ich gut bzw. witzig gefunden, andere hätten ohne die weihnachtliche Verbrämung zu jeder Jahreszeit an jedem Ort stattfinden können, wie z.B. jener mit den Lovescammern, die sich an einsame ältere Frauen heranmachen. Manche bedienen Klischee und andere wiederum bilden die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich manchmal zu Abgründen verwandeln, ab.

Anerkennen muss wieder, dass es gar nicht so leicht ist, auf nur wenigen Seiten, eine spannende Geschichte zu schreiben. So haben Krimi-Koryphäen wie Volker Kutscher, Tatjana Kruse oder Jennifer B. Wind einen Beitrag geleistet.

Leider hat mir diese Sammlung von Festtagskrimis nicht so ganz gefallen, so dass es nur für 3 Sterne reicht.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Hat mich nicht überzeugt

VIER
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Dieser Krimi ist die Fortsetzung zu Zehn, einem Krimi, in dem ein Serienmörder die Polizei Jahre lang an der Nase herumführt, bis ihm bei einem Showdown das Handwerk gelegt werden konnte, auch wenn sein ...

Dieser Krimi ist die Fortsetzung zu Zehn, einem Krimi, in dem ein Serienmörder die Polizei Jahre lang an der Nase herumführt, bis ihm bei einem Showdown das Handwerk gelegt werden konnte, auch wenn sein letztes Verbrechen, bei dem mehr als dreißig Personen und Dutzende schwer verletzt worden sind, nicht mehr verhindert werden konnte. Man muss den Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben. Denn einige wichtige Aspekte von Zehn in der Fortsetzung rekapituliert bzw. erwähnt werden. Daher ist gewährleistet, den Anschluss zu finden.

Der Krimi beginnt mit einem Prolog und der Einvernahme eines Tatverdächtigen am 1. September 2020. Anschließend springt der Krimi in unregelmäßigen Abständen zwischen der Vergangenheit von 2001, 2008, 2012 und 2016 wieder nach 2020. Zwar ist bei jeden Kapitel der genau Tag angegeben, man kann das aber in der Gier, wissen zu wollen, was nun weiter passiert, leicht überlesen werden, sodass dann ein wenig verwirrt zurück geblättert werden muss.

Anders als in Zehn wird diesmal von Beginn an ordentlich ermittelt. Denn spätestens nach dem zweiten geköpften Opfer ist klar, dass ein direkter Zusammenhang mit der damaligen Mordserie besteht. Die Ermittler stehen unter Hochspannung. Übt hier jemand Rache? Oder will man ehemalige Mitwisser beseitigen? Nur wer?

Der alte Täter kann es nicht sein, denn der liegt, nachdem ihn seine Ehefrau, weil sie ihn zu stoppen versucht hat, durch mehrere Schüsse schwer verletzt hat, im Koma. Die fieberhafte Suche beginnt und ein Verdächtiger wird gefasst. Aber ist wirklich der Mörder mit dem Schwert, der auch den damaligen Ermittlungsleiter Kanther ermordet?

Meine Meinung:

Das Buch wird als Thriller beworben, was ich so nicht unterschreiben mag. Nur Zeitsprünge machen noch keinen Thriller. Der Schreibstil ist eher einfach gehalten. Allerdings gibt es einige Passagen, bei denen ich meinen Kopf schütteln musste. Ein Beispiel gefällig?

„Aury brannte. Lichterloh. Verdammt, sie hätte Steaks auf ihrer nackten Haut grillen können. Jedenfalls gefühlt.“

Ähem, das klingt schon sehr nach Groschenroman.

Mit den Charakteren bin ich auch nicht wirklich warm geworden. Vor allem, weil das Verhältnis zwischen Teamleiter Martin Paulus und seiner jungen Kollegin Aurelie die Ermittlungen überhaupt nicht weiterbringt, sondern die beiden eher ablenkt. Ließe man das weg, hätte der Krimi wohl nur die Hälfte der Seiten. Auch zu Charlotte, die als toughe Frau beschrieben wird, finde ich keinen Zugang.

Das Buch schließt dann mit gleich drei (!) Epilogen, von denen der letzte im Jahr 2021 am Krankenbett des Koma-Patienten spielt. Ich habe eine, nein eigentlich zwei, vage Ideen, die vermutlich erst im dritten Band dieser Reihe schlüssig beantwortet werden können. Denn an den festgenommenen Verdächtigen als Täter glaube ich nicht so recht.

Fazit:

So ganz kann mich dieser Krimi, der durchaus spannende Stellen hat, diesmal nicht überzeugen, weshalb er nur 3 Sterne erhält.

Veröffentlicht am 01.09.2025

Hat mich leider nicht überzeugt

Liebesrausch
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Als die mit Hugh „Hugo“ Parker Guiler verheiratete Anaïs Nin (1903-1977) 1931 in Paris auf den amerikanischen Schriftsteller Henry Miller (1891-1980) trifft, entspinnt sich eine amour fou, die alle Konventionen ...

Als die mit Hugh „Hugo“ Parker Guiler verheiratete Anaïs Nin (1903-1977) 1931 in Paris auf den amerikanischen Schriftsteller Henry Miller (1891-1980) trifft, entspinnt sich eine amour fou, die alle Konventionen sprengt.

„Etwas sagt mir, dass ich dich an ihn verlieren werde. Aber das werde ich nicht zulassen. Anaïs, du gehörst zu mir! Auch wenn ich weiß, dass du seinen Verstand anziehend findest.“ (S. 41)

Denn nicht nur, weil Anaïs Nin ihrem Eheman Hugo, der sie finanziell großzügig unterstützt, in einer konventionellen Ehe verbunden bleibt, sondern weil Henrys Ehefrau June zu dieser menage à trois als vierte dazukommt, auch wenn diese Konstellation nicht allzu lange bestehen bleibt.

Ob es an Anaïs‘ toxischer Beziehung zu ihrem Vater liegt, dass sie sich auf Henry Miller, der nimmt, was kommt (und ihm nützlich ist) einlässt?

Eine Antwort bietet dieser Roman nicht, zumal er im Jahr 1936 endet. Die Beziehung zu Henry Miller wird noch einige Jahre andauern.

Meine Meinung:

Autorin Charlotte von Feyerabend erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Sowohl aus der Sicht von Anaïs als auch jener Henrys. So richtig kann ich mich mit den handelnden Personen nicht anfreunden. Vor allem Hugo bleibt für mich persönlich sehr blass. Warum lässt er sich das alles gefallen? IHenry und Anaïs leben in einer Blase von Sex, Drugs und Lügen, die der gute Hugo finanziert.

Der Tanz auf dem Vulkan, den vor allem Henry und Anaïs jahrelang zelebrieren, mag der Herkunft beider geschuldet sein.

Außerdem fehlt mit ein bisschen das historische Umfeld mit der politischen Entwicklung in Deutschland in der Erzählung. Okay, Hugo erwähnt, dass er ein Jobangebot in London hat und er dunkle Wolken heraufziehen zieht. Aber sonst?

Vor vielen Jahren habe ich Anaïs Nins Buch Das Delta der Venus gelesen. Vielleicht sollte ich dieses bzw. eines ihrer anderen Bücher lesen.

Fazit:

Leider hat mich dieser Roman der Person Anaïs Nin nicht wirklich näher gebracht, daher gibt es nur 3 Sterne.