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Veröffentlicht am 30.09.2025

Henssler eben!

Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
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Das Buch würde man völlig ohne Namensnennung und Fotos als eins von Steffen Henssler erkennen. Schon die Aufmachung und die Seiten vor den Rezepten zu den jeweiligen Kapiteln sind unverkennbar. Aber auch ...

Das Buch würde man völlig ohne Namensnennung und Fotos als eins von Steffen Henssler erkennen. Schon die Aufmachung und die Seiten vor den Rezepten zu den jeweiligen Kapiteln sind unverkennbar. Aber auch gleich das erste Rezept verrät ihn. Ganz im Ernst jetzt, braucht man tatsächlich ein Rezept für Brot mit Spiegelei? Und ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ich mag keinen flüssigen Dotter. Für mich ist das perfekte Spiegelei eben Sunny Side Down! Ätsch!

Das eine oder andere Rezept ist dann auch mal etwas arg abgehoben. Die Schlemmerschnitte mit Kaviar muss jetzt echt nicht sein, weder zum Frühstück, noch sonst wann. Okay, liegt an meinem persönlichen Geschmack, ich mag kein rohes Fleisch, auch nicht, wenn es Tartar aus Rumpsteak ist. Ja, ich mag vieles nicht, auch keine Avocado, keine Oliven, kein Schweinefleisch. Und auch diese Lebensmittel tauchen im Buch auf. Das ist soweit nicht dramatisch, ich muss ja nicht jedes Rezept nachmachen. Und ja, auch wenn das gerade nicht so klingt, auch für mich sind hier Highlights zu finden und neue Anregungen. Außerdem kann man Zutaten ja auch prima austauschen oder weglassen. Das Rezept für den Spitzkohl gefällt mir sehr gut, ist echt einfach, aber ich hätte da dann schon gern noch etwas dazu. Nur der Kohl ist mir zu wenig.

Ich liebe es, wenn Rezepte mit Fotos versehen sind. Hier bekomme ich riesige Fotos und daneben eine Seite mit zumeist sehr wenig Text. Die Zutatenliste befindet sich links, daneben findet man direkt die Zubereitungsschritte, die knapp, aber verständlich gehalten sind. Gelegentlich findet sich in einer Sprechblase, über der „Steffen sagt“ steht, ein Tipp zum Rezept. Alle Rezepte sind mit Symbolen versehen, die anzeigen, für welche Tageszeit das Rezept gedacht ist, wie viel Zeit benötigt wird, für wie viele Personen/Portionen es ist und ob es vegetarisch ist. Diese Kennzeichnung hätte ich mir auch im Rezeptregister und Inhaltsverzeichnis gewünscht. Nährwertangaben findet man hier keine. Das wird bei einigen Kochfans für Unmut sorgen.

Die Zutaten sind vielleicht nicht immer das, was man so vorrätig hat, aber auch nicht exotisch. Man bekommt alles im Supermarkt, ohne extra im Internet bestellen zu müssen. Regional sind sie nicht immer, das sei Henssler verziehen. Auch, dass manch schnelle Nummer dann doch fast eine Stunde Arbeit bedeutet, und die ganz fixen Rezepte auch nur so schnell fertig werden, wenn man sich echt beeilt oder alles schon vorgeschnibbelt ist. Bei Brot und Brötchen ist ihm verziehen, da ist schnell immer schwierig.

Insgesamt aber ein witzig gestaltetes Kochbuch mit einem bunten Reigen an Rezepten, die eigentlich wirklich jeder nachkochen können sollte. Küchenprofis sowieso. Aber schön ist eben auch, dass dieses Buch nicht nur für Eilige, sondern auch für Kochanfänger geeignet ist. Zumindest zum größten Teil. Ein wenig arg gepimpt, viel Papier für wenig Text, aber rundum typisch Henssler. Macht mal eben vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Studentenjob der besonderen Art

Mord im Wattenmeer
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Chefermittler Pannkok macht es sich gern so einfach wie möglich und deshalb ist für ihm der Todesfall im Ferienhaus Wattenmeer kein Mord, sondern ein Unfall. Femke aber, die Reinigungskraft für die Ferienhäuser ...

Chefermittler Pannkok macht es sich gern so einfach wie möglich und deshalb ist für ihm der Todesfall im Ferienhaus Wattenmeer kein Mord, sondern ein Unfall. Femke aber, die Reinigungskraft für die Ferienhäuser in Dangast, kann das nicht glauben. Also beginnt sie, mit Hilfe ihrer Nachbarin, der neuen Gerichtsmedizinerin und ihrem Exfreund auf eigene Faust zu ermitteln. Das wäre doch zu seltsam, wenn die Besitzer des Ferienhauses Wattenmeer und der große Juwelenraub von vor ein paar Jahren nicht mit diesem Todesfall zusammenhingen!

Dieser Cozy Crime ist nicht zuletzt der gelungenen Lesung durch Corinna Dorenkamp ein Ohrenschmaus und gute Unterhaltung. Die Figuren wurden von der Autorin Daniela Gesing gekonnt angelegt und dargestellt. Grete Flottbeek und Ebba auf der sympathischen Seite, Fiete Pannkok auf der Seite der Nervensägen und Narzissten, die dem Buch eine gewisse Würze geben. Die Umgebung sowie die Charaktere kann man sich ohne Schwierigkeiten bildlich vorstellen. Die Handlungen sind stimmig und oft mit einem Augenzwinkern beschrieben. Besonders Femke ist sympathisch und interessant. Das ist prima, denn da dies ein Reihenauftakt ist, wäre das Gegenteil doch sehr kontraproduktiv. Ich kann mir viele weitere Episoden mit ihr und der Entwicklung ihres Privatlebens sehr gut vorstellen.

Natürlich ist dies nicht höchste Krimikunst mit Hochspannung und Blutvergießen, bis es aus dem Buch tropft. Es ist eben Cozy Crime, mit viel Privatleben einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben noch sucht, gerade nicht unbedingt das richtige Studienfach belegt hat, eine Beziehung abgebrochen hat, es allen recht machen möchte und dabei fast sich selbst aus den Augen verliert. Das ist ebenfalls auf seine Weise spannend und liest sich sehr schön. Leichte Kost, aber durchaus genießbar!

Ich wurde schön, humorvoll, gefühlvoll und mit einer Prise Spannung unterhalten. Bei einer weiteren Episode mit den Einwohnern von Dangast bin ich bestimmt wieder dabei. Vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Junges Backen

Cozy baking time
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Das Buch ist von einer jungen Studentin und die Zielgruppe dürfte ebenfalls die Generation zwischen 16 und 26 Jahre sein. Aber auch für mich Oldie sind hier interessante Rezepte zu finden. Der Jugend-Sprech ...

Das Buch ist von einer jungen Studentin und die Zielgruppe dürfte ebenfalls die Generation zwischen 16 und 26 Jahre sein. Aber auch für mich Oldie sind hier interessante Rezepte zu finden. Der Jugend-Sprech ist vielleicht ein wenig aus der Bahn geraten, aber ich verstehe, was Theresa Haubs sagen möchte, mir und ihrer Generation. An manchen Stellen ist es zu viel geworden, aber meistens finde ich es einfach nur witzig und ein wenig charmant. Besonders süß ist doch aber auch, dass ihre Mama quasi trotz Abwesenheit auch zu Worte kommt, indem die Gebäcke nicht nur in Theresa-Sprech, sondern auch mit dem richtigen Titel, wie ihn ihre Mama nutzt, erwähnt werden.

Zunächst gibt es eine Art Vorwort, dann ein paar Back-Hacks. Für alte Hasen dürften die schon zum Allgemeinwissen gehören, aber ich denke, die Neulinge in der Backstube werden dafür dankbar sein. Ich widerspreche aber in Punkto Mehl sieben und mit Backpulver mischen. Für alle, die so wenig Lust aufs Sieben haben, wie Theresa und ich ein kleiner Tipp. Alternativ klappt das super mit dem Schneebesen! Backpulver ins Mehl geben, mit dem Schneebesen gut verrühren, fertig. Schüssel ausreiben reicht, muss nicht gespült werden. Der nächste Kuchen kommt bestimmt! Ich habe eine eigene Schüssel dafür, die für nichts anderes verwendet wird. Die Playlist ist wohl ein Trend. Muss ich nicht haben, schadet aber auch nicht.

Der Aufbau der Rezepte ist wie eh und je. Als Liste findet man die Zutaten mitsamt passender Form und der Zubereitungs- und Backzeit, daneben die Arbeitsschritte. Diese sind nicht zu ausführlich, aber eben im Theresa-Sprech. Dazu gibt es jeweils noch ein ansprechendes Foto. Hier fällt mir dann aber auf, dass Details nicht ganz mit der Beschreibung übereinstimmen, z.B. ist das Frosting bei den Pumpkin Spice Muffins eindeutig mit einem Spritzbeutel mit Zackentülle aufgespritzt, im Text sagt Theresa jedoch, sie nimmt einen Gefrierbeutel, weil sie keinen Spritzbeutel hat. Oder bei den Absolute Banger Cookies werden Vollmilch-Schokotropfen verwendet, auf dem Foto sehe ich aber eindeutig gehackte Schokolade. Hier und da wurde auch eine Zutat verwechselt, ist aber auch für Anfänger erkennbar. Rechtschreibfehlerchen haben sich ebenfalls eingeschlichen. Alles nicht dramatisch, fällt mir eben aber auf.

Die Auswahl der Rezepte ist schön. Keine Neuerfindungen, aber ein prima Querschnitt aus Klassikern und aktuell beliebten Kuchen und Backwerken. Für die Zielgruppe definitiv super. Am Ende finden sich noch die Danksagung und das alphabetische Rezeptregister, wie bei allen guten Backbüchern. Es ist fast zu erwarten, dass ein zweites Buch mit Rezepten für die warme Jahreszeit folgen wird. Das schau ich mir bestimmt auch genauer an. Trotz mittlerer Kritik von mir von daher vier Sterne.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Auch diesmal einfach richtig gut!

Miss Merkel: Mord unterm Weihnachtsbaum
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Achim und Angela sind froh, endlich wieder zu Hause zu sein. Der Urlaub mit den Obamas war nicht das, was sie erwartet hatten. Wie konnten sie überhaupt denken, dass Weihnachten auf Hawaii schön sein kann? ...

Achim und Angela sind froh, endlich wieder zu Hause zu sein. Der Urlaub mit den Obamas war nicht das, was sie erwartet hatten. Wie konnten sie überhaupt denken, dass Weihnachten auf Hawaii schön sein kann? Da fehlen doch der Glühwein und der Schnee! Gerade wollen sie es sich gemütlich machen, da steckt in ihrem Kamin ein toter Weihnachtsmann. Angela freut sich natürlich klammheimlich, dass sie wieder ermitteln kann. Dass Puffel und Puffeline nun doppelt vorhanden sind und im kleinen Ort in der Uckermark noch vier weitere Weihnachtsmänner und Frauen herumschwirren, führt zu einigen Komplikationen.

Vielleicht ist der Krimi an sich etwas weniger spannend geraten, aber die Wortwitze, die Situationskomik, die Gesellschaftskritik und die Zusammenhänge sind urkomisch und so pointiert, dass man beim Hören nicht mehr aus dem Grinsen rauskommt. Allein schon die vielen Kosenamen machen echt Laune! Aber auch die Nebenschauplätze, wie die Actionfigur, die Mike unbedingt noch für Adrian auftreiben möchte, sind so irre, dass sie wieder total cool sind. Nach den irrsten Kaffeesorten geht es hier jetzt um Biere. Und damit trifft Safier wieder genau meinen Humor.

Die wiederkehrenden Figuren entwickeln sich kontinuierlich. Sie verändern sich nicht krass, sondern stimmig. Neue Figuren passen ins Bild sehr gut und schlagen quasi nicht aus der Reihe. Es menschelt ganz gewaltig und das mag ich sehr. Bezaubernd ist auch der eine Weihnachtsmann, der sich für den echten hält. Was ist da dran? Dieser Faden hat mich trotz tollem Septemberwetter tatsächlich in Weihnachtslaune versetzt! Auch Achim als Josef und noch dazu rappend macht was her! Ein kleiner Wehrmutstropfen ist jedoch vorhanden, der einen Stern kostet. Das Hörbuch ist super kurz, eigentlich halb so kurz, wie die Bücher sonst. Auch das Print mit unter 200 Seiten erstaunt in seiner Kürze. Trotzdem war das mal wieder Unterhaltung vom Feinsten. Daher vier Sterne!

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Ein Feuerwerk an Ideen

Bringst Du was Leckeres mit?
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Nudelsalat macht jeder gern. Nudelsalat isst auch jeder gern. Aber stimmt, eigentlich ist das langweilig. In diesem Buch finden sich für mein Verständnis aber zu viele zu abgehobene Mitbringessen. Mir ...

Nudelsalat macht jeder gern. Nudelsalat isst auch jeder gern. Aber stimmt, eigentlich ist das langweilig. In diesem Buch finden sich für mein Verständnis aber zu viele zu abgehobene Mitbringessen. Mir sind zu viele Zutaten verarbeitet, die nicht ganz in meinen klassischen Vorrat gehören. Klar, das finden andere toll, ich bin mehr für das Regionale und Saisonale, das man im Übrigen auch super raffiniert zubereiten kann.

Trotzdem gefällt mir das Buch. Es bringt mich auf Ideen, die Rezepte mit regionalen und saisonalen Zutaten abzuwandeln und auszuprobieren. Es regt mich an, bei der Dekoration etwas mehr Phantasie walten zu lassen. Es inspiriert mich, Gläschen-Portionen hübsch anzurichten und mitzubringen. Einen Nudelsalat findet man hier übrigens auch! Restlos überzeugt hat mich aber die Bratwurst-Kartoffel-Quiche, auch wenn dafür fertiger Blätterteig verwendet wird.

Die Rezepte kommen, mit wenigen Ausnahmen, mit ansprechenden Bildern. Die Ausnahmen bilden die Vier-sind-ne-Party-Rezepte, bei denen die Fotos für mich dennoch schön gewesen wären. Die Angaben umfassen die Personen bzw. Portionen, die Zubereitungszeiten, die Kalorien, die Zutaten und die Zubereitungsschritte. Alles ist übersichtlich angeordnet und verständlich formuliert. Die Zusammenstellungen sind hin und wieder überraschend. Die Rezepte sind nach Jahreszeiten sortiert. Ein gesondertes Kapitel ist für Rezepte, die das ganze Jahr passen, eingefügt.

Aus allen Bereichen der Küche, sei es Salat, Suppe, Dips, Brot, Kuchen oder Quiche finden sich hier Rezepte. Am Ende gibt es noch Tipps für Transport und Verpackung. Liebevoll und phantasievoll, abwechslungsreich und ein wenig abgehoben, aber ideal für das Besondere und damit auch als Geschenk. Von mir daher vier Sterne.

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