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Veröffentlicht am 21.09.2025

Uff, ne. Wirklich nicht.

Spookily Yours
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„Und wieso und von wem wurde Damien überhaupt erst [in eine Katze] verwandelt?“ Das ist die Frage, auf die der Klappentext endet. Joa. Voller Bitterkeit kann ich sagen: Die Frage stelle ich mir ebenfalls. ...

„Und wieso und von wem wurde Damien überhaupt erst [in eine Katze] verwandelt?“ Das ist die Frage, auf die der Klappentext endet. Joa. Voller Bitterkeit kann ich sagen: Die Frage stelle ich mir ebenfalls. Auch noch nach Beenden des Buchs. Weils nie erklärt wurde. Wie so vieles andere. Hier ein paar Notizen:

Die Sache mit den Charakteren
1. Willow, die Hexe: Naive, eindimensionale Protagonistin. Hauptmerkmal: Sie steht auf ihn und liebt alles mit Kürbis, weil irgendwie muss es ja noch Herbstbuch sein.
2. Damien, der Dämon: Übergriffig, impulsiv, ohne jede Tiefe, reaktiv statt reflektiert. Kurzum: Manchild.
3. Nebenfiguren: Flach & blass - nur dafür da, um schnell wieder fallengelassen zu werden & als Basis für den Folgeband zu dienen.
Folge: Ich war emotional null invested. Kein Mitgefühl, kein Interesse, kein Verständnis, kein Kribbeln. Nur Genervtheit.

Die Sache mit dem Plot und Worldbuilding
1. Fehlende Erklärungen: Dämonen & Hexen = Feinde. Hölle ≠ Dämonenreich. Warum auch immer. Braucht wohl keine Erklärung, wenn’s nur oft genug wiederholt wird.
2. Logiklücken: Inkonsistente Beschreibungen & Handlungen zur bucheigenen Lore, ständiges Brechen mit allen Regeln.
3. Kein Kontext: Eine tote Frau im Blutbad. Ein Fluch der aufgelöst werden muss. Wo beides herkommt? Egal!
Folge: Spannung, Tiefe und Tragweite fehlten mir. Statt glaubhaftem Worldbuilding fühlte es sich für mich wie eine fadenscheinige, lieblose und lückenhafte Kulisse an.

Die Sache mit der "Romance"
1. Romance-Mechanik = Instant-Love: Kennenlernen → Fluch lösen → Tonnen an Spice (was ja scheinbar gleichbedeutend mit Gefühlen, genauer gesagt Liebe, ist).
2. Fehlende Auseinandersetzung: Keine Konfliktgespräche, keine Basis für Anziehung - außer Oberflächlichkeiten.
3. Stereotype & Red Flags: Doll stereotypisierte Rollenverteilung - Er ist stark, sie ist “putzig”. Eifersucht und fehlende Selbstkontrolle als Liebesbeweis.
Folge: Gefühlt ein stumpfes Abhaken oberflächlicher Klischees, die mich nur die Augen haben verdrehen lassen.

Die Sache mit dem Spice
1. Quantität > Qualität: 256 Seiten Buch - und darin ein unheimlich großer Spice-Anteil. Kein Wunder, dass für World- und Characterbuilding keine Zeit blieb.
2. Darstellung: Repetitiv & plump, gar langweilig. Liest sich eher wie 2010er Wattpad-Fanfiction.
3. Grenzpunkt: Manche Szenen waren für mich regelrecht unangenehm zu lesen, da ich sie durchaus problematisch wahrgenommen habe.
Folge: Riesige Enttäuschung, da das “Cosy Herbstbuch” eher ein Softporno war - und nicht mal ein guter, lol

Die Sache mit dem Schreibstil
1. Wiederholungen: Satzbau & Worte sind unfassbar repetitiv, was mich in meinem Lesefluss gestört hat.
2. Grundlegendes: Alles bleibt sehr simpel und blass. Details wechseln ohne Erklärung (z. B. Augenfarben). Es kommt keine Atmosphäre auf.
3. Gesamtwirkung: Der Stil wirkt auf mich nicht leicht, sondern regelrecht kindisch/unausgereift. Sehr schade.
Folge: Auf 250 Seiten fehlte mir jedes Anzeichen von Substanz. Sowohl stilistisch als auch erzählerisch.




SPOOKILY YOURS hat nur 256 Seiten - daher hab ich von vornherein jetzt keine hochkomplexe oder allzu tiefgreifende Story erwartet. Aber auch auf 256 Seiten kann man eine Geschichte schaffen, die immerhin in sich funktioniert, geschlossen und logisch ist. Oder zumindest eine, die einen Fokuspunkt abseits von Klischees hat - und abseits von Sperma, welche hier irgendwie sehr viele Thema war, lol. Sperma, das irgendwo herunterläuft. Sperma, das irgendwohin zurückgeschoben wird. Sperma, das dies und das und jenes. Hauptsache… Sperma.

Ihr merkt, ich werde salty. Und das möchte ich gar nicht sein, denn nur weil das Buch nichts für mich war, heißt das nicht, dass es nicht für jemand anderen genau richtig sein kann. Geschmäcker sind verschieden und möchte niemandem ein blödes Gefühl geben. Ich war auch einfach zusätzlich, dass mir das Buch an sich nicht gefallen hat, auch einfach herbe enttäuscht. Ich hatte ein bisschen Cosyness erwartet, ein bisschen Knistern, viel Herbst-Atmosphäre & Magie. Aber stattdessen gabs vor allem eins: Spice und Logiklücken. 🥲

Schade Schokolade, aber für mich hat’s nicht sollen sein. Ich hoffe trotzdem sehr, dass das Buch vielleicht manchen von euch besser gefällt 💗

Veröffentlicht am 09.12.2024

Falsche Erwartungen...

Long Live Evil
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Joa. Das war ... etwas. Nur leider nicht das, was ich mir erhofft hatte.

Was ich mir erhofft hatte

Das, was beworben wurde: Eine Villain-Story, und zwar eine verdammt Gute. Eine Story mit böser Protagonistin ...

Joa. Das war ... etwas. Nur leider nicht das, was ich mir erhofft hatte.

Was ich mir erhofft hatte

Das, was beworben wurde: Eine Villain-Story, und zwar eine verdammt Gute. Eine Story mit böser Protagonistin mit großen Plänen und wenig Reue. Allerhand badass Charaktere, die mir Gänsehaut bereiten. Ein Fantasy-Buch, das mich wie versprochen in meine villain era versetzt.

Was ich bekommen habe

Eine Story voller Sarkasmus, cringy Pop-Referenzen und mit einer Protagonistin, von der andauernd gesagt wird, wie böse sie sei, aber eigentlich nichts Böses tut. Ich dachte, das hier wird episch - aber für mich hat es sich leider eher albern angefühlt.
Die Handlung ist gleichzeitig nichtssagend und verwirrend, obwohl ich mich wirklich bemüht habe, habe ich immer wieder den Faden verloren. Dazu trug aber glaube ich auch die für mich etwas anstrengende Erzählart bei. Die Mischung aus dem Wissen Raes über das Buch, das sie gelesen hat, und der Geschichte, in die sie reingeraten ist, war für mich nicht so aufgearbeitet, dass ich mich wirklich mitgenommen fühlte. Es wurden viele coole Konzepte und Ideen aufgegriffen, auch einige moralische Dilemma angeschnitten, deren Bearbeitung so verflucht interessant hätten sein können. Aber leider wurden sie entweder nur halbherzig behandelt oder mit einem bemüht frechen und "coolen" Spruch abgetan. Keine Tiefe, kein interessanter Plot, nur eine weirde Erzählung voller für mich nicht funktionierender Witze, die dem Buch alles an möglicher Wucht und epischem Ausmaß genommen haben. Ich konnte das Buch einfach nicht ernst nehmen. Eigentlich konnte ich nicht einmal Rae als Protagonistin ernst nehmen.

Dieses Buch soll wohl eine Art Satire sein, doch für mich war es leider größtenteils Quälerei (ich bin selbst unfassbar sad, das so sagen zu müssen). Der Humor war einfach nicht meins und entsprach auch nicht dem, was ich gemäß Klappentext und Vermarktung erwartet habe. Klassischer Fall von: Abbrechen wäre besser gewesen.

Veröffentlicht am 09.12.2024

Was erhofft man sich davon als Schullektüre?

Der Junge im gestreiften Pyjama
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Katastrophe. Ich habe vorab gedacht, dass das Buch hart wird, dass ich bestimmt weinen muss. Nichts davon ist passiert. Mir wurde lediglich ziemlich übel - allerdings auch nicht aus den Gründen, die ich ...

Katastrophe. Ich habe vorab gedacht, dass das Buch hart wird, dass ich bestimmt weinen muss. Nichts davon ist passiert. Mir wurde lediglich ziemlich übel - allerdings auch nicht aus den Gründen, die ich vor dem Lesen vermutet hätte.

Ich fand das Buch unfassbar geschmacklos. Kann nicht verstehen, wie das in Schulen genutzt wird, um den Kindern/Jugendlichen die Nazi-Zeit näherzubringen, wenn es so historisch inakkurat ist. Und, was noch viel schlimmer ist, wenn es sich mehr auf eine deutsche Familie und die Trauer eines oder das Mitleid für einen deutschen Jungen fokussiert, als auf das, was damals wirklich schreckliches passiert ist.
Für mich eine riesige Enttäuschung, über die ich vermutlich ein ganzes Pamphlet verfassen könnte, aber am Ende hoffe ich einfach nur, dass das Buch nach und nach immer weniger in Schulen genutzt wird.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Für mich leider zu toxisch

Warrior & Peace
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spoiler alert!! Weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll. Vor allem weiß ich nicht, wie ich objektiv bleiben soll.
Objektiv würde ich vielleicht sagen, dass der Plot und der Humor und der Schreibstil ...

spoiler alert!! Weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll. Vor allem weiß ich nicht, wie ich objektiv bleiben soll.
Objektiv würde ich vielleicht sagen, dass der Plot und der Humor und der Schreibstil stellenweise ganz gut waren. Insgesamt okay. 3 Sterne.

Aber dann denke ich an die zweite Hälfte des Buchs - und ab jetzt beginnt die Spoilergefahr, denn hierzu muss ich mich direkt äußern. Die Beziehung zwischen Warrior und Peace ist für mich auch jetzt noch unfassbar, aber leider nicht im positiven Sinne. Die Art und Weise, wie hier toxische Beziehungsmuster und sogar sexuelle Übergriffe verharmlost und normalisiert werden, wie Männer und Frauen ein Bild auferlegt wird, das sich wie ein Schlag in den Magen des Feminismus' anfühlt, hat mich unheimlich wütend gemacht. Emanzipation als etwas zu beschreiben, das Schönheit und Weiblichkeit als persönliche Beleidgung ansieht, zeigt mir nur noch einmal auf, was das Problem in der Gesellschaft ist. Denn genau DAS ist Emanzipation nicht. Emanzipation bedeutet nicht, dass Frauen nicht schön sein dürfen - ganz im Gegenteil. Emanzipation bedeutet, Rechte zu haben, nicht bevormundet zu werden, für sich selbst einstehen zu können und zu dürfen. Emanzipation behandelt Selbstständigkeit und Gleichstellung. Und auch abseits von Emanzipation finde ich es erschreckend, welche Haltungen hier vertreten werden. Die Frau als Besitz zu beschreiben, während man betont, dass man eigentlich lieber eine andere gehabt hätte. Sex als etwas zu verstehen zu geben, bei dem der Körper der Frau zum Besitz des Mannes wird. Der Frau ihre Selbstzweifel austreiben zu wollen, in dem man sie in Unterwäsche in einen Raum kettet und ihr erst wieder etwas zum Anziehen gibt, wenn sie nicht mehr errötet, sobald er sie so ansieht. Deutlich zu machen, dass es nicht okay wäre, wenn sie einen Mann vor ihm gehabt hätte, dass er ihn hätte umbringen müssen, während er sogar gleichzeitig noch mit einer anderen Frau anbändelt... Ach, Leute, ich weiß nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Ich weiß nur, dass ich dieses Buch niemandem empfehlen könnte, niemals. Und das fällt mir schwer zu sagen, denn normalerweise glaube ich, dass es für jedes Buch Leser*innen gibt. Aber bei diesem Buch MÖCHTE ich einfach nicht, dass es Menschen lesen und im schlimmsten Fall glauben, dass das eine gesunde Beziehung ist. Dass das Liebe ist. Dass es so sein muss. Ich weiß nicht, wie jung die Leser:innen dieses Buchs vielleicht sind... Es fällt mir einfach schwer, das rauszunehmen. Und daher bekommt dieses Buch für mich tatsächlich auch nur einen Stern.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Ein Buch, das den Fokus verliert.

Im Kernschatten des Mondes - Die unbekannten Heldinnen der NASA
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Gibt es Geschichten, zu denen euch der Film besser gefallen hat, als das Buch? Für mich ist das untypisch – doch dann habe ich „Im Kernschatten des Mondes gelesen“ und „Hidden Figures“ gesehen.
Wenn ...

Gibt es Geschichten, zu denen euch der Film besser gefallen hat, als das Buch? Für mich ist das untypisch – doch dann habe ich „Im Kernschatten des Mondes gelesen“ und „Hidden Figures“ gesehen.
Wenn ein Buch den Fokus verliert…
„Im Kernschatten des Mondes“ hat meinen Unwillen, Bücher abzubrechen, auf die Probe gestellt. Ab der Hälfte habe ich einen Großteil nur noch quergelesen. Wirklich schade, denn eigentlich interessierte mich die autobiographische Erzählung sehr.
In den 1930er und 1940er Jahren wurden aus simpler Personalnot heraus afroamerikanische Frauen in der Raumfahrtbehörde der USA eingestellt. Rassentrennung und patriarchalische Strukturen erschwerten den talentierten Frauen ihre Arbeit. Obwohl sie maßgeblich zum Erfolg der Apollo-Mission beitrugen, wissen heute die wenigsten Menschen etwas über ihre Mitarbeit. Sie verschwanden, wurden verschluckt und absichtlich vertuscht, doch Shetterly holt sie mit ihrem Werk zurück ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
Zumindest war es das, was ich von dem Buch erwartet hatte.
Ich glaubte, eine informative und dennoch spannende Erzählung vor mir zu haben – über die damaligen Ungerechtigkeiten und den Kampf afroamerikanischer Frauen um die Chancen und die Anerkennung, die sie verdienten. Stattdessen aber wurden diese Aspekte von dem physikalischen Teil der Geschichte verschluckt, gerieten völlig aus dem Fokus. Ich schaffte es kaum, einem Satz des Buchs wirklich zu folgen. In Kombination mit dem äußerst trockenen und verschachtelten Schreibstil ging mir die Motivation, weiterzulesen, mit jedem Kapitel mehr verloren. Ständige Personen- und Zeitsprünge auch innerhalb einzelner Kapitel irritierten mich zusätzlich.
Das Buch ist sicherlich wertvoll – aber eben nichts für Leser, die auf dem Gebiet der Raumfahrt Laien sind und bleiben wollen, sich eigentlich für die Geschichten der Frauen interessieren. Deshalb hat „Im Kernschatten des Mondes“, meiner Meinung nach, sein Thema verfehlt. Oder zumindest das, was ich als solches verstanden hatte. Es war weniger eine autobiografische Erzählung über Diskriminierung und Ungerechtigkeit als ein Sachbuch zu den Hintergründen der Raumfahrttechnik.