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Veröffentlicht am 29.11.2025

The Stranger Times rettet Weihnachten

Ring the Bells
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In Manchester beginnt die Weihnachtszeit. Die wöchentliche Ausgabe von The Stranger Times wird pünktlich fertig, während gleichzeitig das kleine Magieprojekt eines harmlosen Buchclubs sehr blutig eskaliert. ...

In Manchester beginnt die Weihnachtszeit. Die wöchentliche Ausgabe von The Stranger Times wird pünktlich fertig, während gleichzeitig das kleine Magieprojekt eines harmlosen Buchclubs sehr blutig eskaliert. Einmal mehr befindet sich die Menschheit in tödlicher Gefahr!

C. K. McDonnell hat mit „Ring the Bells“ bereits den 5. Band seiner skurrilen The Stranger Times – Reihe geschrieben. Wer "Urban Fantasy trifft schwarzen Humor" genauso schätzt wie ich, wird hier hervorragend unterhalten.

Das Team meiner Lieblingswochenzeitung The Stranger Times zieht alle Register, um die aktuelle Ausgabe pünktlich in Druck zu bringen. Ein Geschenk des Teams an Büroleiterin Grace, die an diesem Abend eine Weihnachtsfeier plant. Leider verhindert ein fieser Computervirus das Unterfangen. Der Verursacher erweist sich nicht als finsterer Magier oder boshafter Kobold, sondern als pickliger Teenager, was die Situation nicht besser macht. Gleichzeitig gelingt es einem alten grausamen Gott sich in Manchester zu materialisieren. Ein Buchclub wurde manipuliert und durch Zalas Blutgier nahezu ausgerottet. Die mörderische Gottheit plant die Machtübernahme und danach die Zerstörung unserer Welt. Das Team der Stranger Times ist einmal mehr gefordert.

C. K. McDonnell entführt uns ein weiteres Mal in seine Version von Manchester. Hier geschehen seltsame Dinge, die nur die Stranger Times benennt, was die zwischen den Kapiteln eingestreuten schrägen Zeitungsmeldungen beweisen. In seiner gewohnt flüssigen, bildhaften Sprache, garniert mit originellen Wortspielen, zündet der Autor ein skurriles Weihnachtsfeuerwerk. Ausgerechnet in Gestalt von Santa Claus will Zalas die Weltherrschaft übernehmen. Um dies zu verhindern, müssen die Journalisten der Stranger Times, Polizisten einer Spezialabteilung und Vertreter des Altvolks, das die magisch begabten Erdbewohner umfasst, zusammenarbeiten. Wir treffen alte Bekannte, aber auch neue Figuren.

Wie in den früheren Bänden überstürzen sich die Ereignisse und der Autor legt ein rasantes Erzähltempo vor. Dieses Mal müssen sich die Stammleser von einer lieb gewonnenen Figur verabschieden. Um uns deren Biografie näherzubringen, nutzt C. K. McDonnell einen raffinierten Kniff. So erfahren wir von den schrecklichen Kriegserlebnissen, die den Charakter nachhaltig prägten. Diese werden ernst, respektvoll und anrührend geschildert, was im Gegensatz zur sonst üblichen schwarz humorigen Erzählweise steht, aber genauso überzeugt.

Das Geschehen endet mit einem furiosen Showdown im Weihnachtswunderland. Hier sammelt Zalas Macht und erfüllt die bizarrsten Wünsche. Die mit seltsamen Phänomenen vertrauten Journalisten können die Welt einmal mehr retten und alles nimmt wieder seinen gewohnten, das bedeutet in Manchester eher skurrilen, Gang.

Als großer Fan der Reihe kam ich hier erneut voll auf meine Kosten. Dieses Mal hat mich C. K. McDonnell nicht nur zum Lachen gebracht, sondern mit der Beschreibung von Krieg und seinen Folgen berührt. Mit Bedauern habe ich das Buch beendet. Lieber hätte ich weitergelesen. So heißt es warten auf den nächsten Band oder ein anderes Buch des Autors.
5 von 5 Sternen und Leseempfehlung an alle Fans skurriler Geschichten mit schwarzem Humor.

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  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 07.11.2025

Wer ermordete den Weihnachtsmann?

Hunter B. Holmes - Mord unter dem Weihnachtsbaum
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Mit „Hunter B. Holmes – Mord unterm Weihnachtsbaum“ ist Autor Wolf September ein sehr unterhaltsamer Cosy Crime mit viel weihnachtlicher Atmosphäre gelungen. Die Tätersuche war spannend und lud zum Mitraten ...

Mit „Hunter B. Holmes – Mord unterm Weihnachtsbaum“ ist Autor Wolf September ein sehr unterhaltsamer Cosy Crime mit viel weihnachtlicher Atmosphäre gelungen. Die Tätersuche war spannend und lud zum Mitraten ein. Und die anheimelnde Stimmung macht bereits Anfang November Lust auf Weihnachtsdeko.

Inspektor Hunter Holmes und sein Partner Steven lieben beide Weihnachten und bewundern gemeinsam die stimmungsvolle Dekoration im Londoner Kaufhaus Bradleys. Das Christmas Wonderland ist genau der richtige Ort, um sich den schönsten Weihnachtsbaumschmuck zu besorgen. Hunter entdeckt dort auch den Kaufhausweihnachtsmann, dem die Kinder ihre Wünsche ins Ohr flüstern. Nichts weist darauf hin, dass der Inspektor diesen Santa wenige Stunden später als grotesk arrangiertes Mordopfer wiedersehen wird …

Wer ermordet den Weihnachtsmann? Diese Frage stellen sich Hunter und sein Kollege David als sie im Bradleys vor der Leiche von Tom Carter stehen. Wie sich bald herausstellt, hatte dieser Santa nicht nur Fans. Ein Eklat bei der Weihnachtsfeier des Kaufhauspersonals am Vorabend könnte die Gewalttat provoziert haben. Doch die Mörderjagd erweist sich als schwierig. Und privat sucht Hunter immer noch das passende Weihnachtsgeschenk für Steven.

Wolf September schreibt flüssig, direkt und humorvoll. Die Geplänkel zwischen Rechtsmediziner „Dr. Doolittle“ Lee und Hunter haben mich schmunzeln lassen. Ebenso Godrics weise Sprüche. Holmes und die anderen Charaktere überzeugen und ergänzen sich sowohl bei der Arbeit wie im Privatleben.

„Hunter B. Holmes – Mord unterm Weihnachtsbaum“ ist der 5. Teil der Reihe und lässt sich unabhängig von seinen Vorgängern lesen. Für mich war es der erste Band und ich habe mich problemlos zurechtgefunden.

Der Mord wird am Ende logisch aufgeklärt und alle offenen Fragen beantwortet. Trotz eifrigen Kombinierens habe ich den Täter und sein Motiv dieses Mal nicht erraten. Doch auch ohne meine Hilfe schnappen Hunter und David den Weihnachtsmannkiller. Wenigstens lag ich richtig mit meiner Ahnung bezüglich des Geschenks für Steven. Der Krimi endet am heimeligen Weihnachtsabend mit geladenen und überraschenden Gästen. Ich konnte förmlich den Duft der Weihnachtsplätzchen riechen und die leckere Schokolade mit Vanille schmecken.

„Hunter B. Holmes – Mord unterm Weihnachtsbaum“ ist ein gelungener unterhaltsamer Cosy Crime mit stimmungsvollem Weihnachtsflair und britischem Humor.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Ein sprechender Kater und spannende Abenteuer ...

Legende der Schattenwächter – Kampf um die magischen Schlüssel
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Hamburg, 1897. Der 15-jährige Armin Sturm führt ein schweres Leben. Seit dem Verlust seiner Frau ist der Vater Nodger, ein gebrochener Mann und sein Sohn versucht, mit Gelegenheitsjobs ihren Lebensunterhalt ...

Hamburg, 1897. Der 15-jährige Armin Sturm führt ein schweres Leben. Seit dem Verlust seiner Frau ist der Vater Nodger, ein gebrochener Mann und sein Sohn versucht, mit Gelegenheitsjobs ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nach der Arbeit am Hafen wird Armin unerwartet von einem Dämon angegriffen. In dieser Nacht verändert sich sein Leben grundsätzlich. Er verliert den Großvater und kommt zum ersten Mal mit Magie in Kontakt.

„Kampf um die magischen Schlüssel“ ist der spannende Auftaktband der neuen Fantasy-Reihe „Legende der Schattenwächter“ von Lars Meyer. Ich hatte großen Spaß beim Lesen.

Bei dem erfolgreichen Versuch, seinen Enkel vor dem Dämon zu beschützen, hat Hagen Sturm einen tödlichen Herzinfarkt erlitten. Sein Enkel ist überrascht, als er das ansehnliche Erbe in Besitz nimmt. Warum hat der Großvater ihn nie kontaktiert und unterstützt? Im Anwesen der Hagens in Greifheim trifft Armin Nari wieder, die ihm in jener schicksalsschweren Nacht geholfen hat. Ihr fällt es schwer, ihn zu akzeptieren, da sie ihm die Schuld an Hagens Tod gibt. Bei einem Streifzug in den naheliegenden Wald helfen Nari und Armin der mysteriösen Viktoria, die von Kobolden attackiert wird. Bald sehen sich die Drei zur Zusammenarbeit gezwungen, den Damasus, der Dämon, kehrt zurück und nimmt Armins Vater, Naris Tante und Viktorias Angestellte als Geiseln. Als Gegenleistung für deren Leben fordert er die Herausgabe von drei Schlüsseln von den Jugendlichen. Diese öffnen das Dunkeltor, das seit Jahrhunderten die Menschheit vor einer tödlichen Bestie beschützt. Seit vielen Generationen hüten die Familie Sturm und andere Schattenwächter dieses Verlies …

Die Geschichte gewinnt schnell an Tempo und hat mich bald in ihren Bann gezogen. Lars Meyer schreibt flüssig und bildhaft. Seine Charaktere wirken authentisch und er beschreibt anschaulich, was sie bewegt und wie schwer es ihnen fällt, einander zu vertrauen. Doch der gemeinsame Feind zwingt sie zum Handeln und bald ist klar, dass sie nur als Team erfolgreich sein werden. Die facettenreiche Jagd nach den magischen Schlüsseln fesselt und verläuft rasant. Dabei kommen die fantastischen Elemente nicht zu kurz, allein das Transportmittel der Drei ist faszinierend.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt, was mir sehr gut gefallen hat und die Spannung erhöht. Ein Kapitel ist aus Sicht des Gegenspielers geschrieben und lässt erkennen, was ihn auf die Seite des Bösen getrieben hat. Die Atmosphäre ist eher düster, die Rätsel und Abenteuer fordernd. Immer, wenn ein Hindernis überwunden scheint, kommt die nächste Herausforderung.

Nach einer handlungsreichen Odyssee, die Abenteuer, Lebensgefahr und schmählichen Verrat mit sich brachte, finden die Drei zu wahrer Freundschaft. Doch der schwerste Kampf steht ihnen noch bevor und ihr einziger Verbündeter, meine Lieblingsfigur, ist ein magischer sprechender Kater …

Ich lese gern Fantasyromane, oft mit meiner bald 14-jährigen Nichte zusammen, und „Kampf um die magischen Schlüssel“ hat uns beiden gefallen. Es blieben einige wichtige Fragen offen, die uns einer Fortsetzung entgegenfiebern lassen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Kann Virginia Woolfs Füllfederhalter töten?

Das vergessene Museum
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Ein Leben kann sich innerhalb weniger Minuten grundlegend ändern. Genau das passiert Fahrradkurier Liam. Gerade noch wollte er in einem geheimnisvollen Museum sein letztes Päckchen zustellen, da wird er ...

Ein Leben kann sich innerhalb weniger Minuten grundlegend ändern. Genau das passiert Fahrradkurier Liam. Gerade noch wollte er in einem geheimnisvollen Museum sein letztes Päckchen zustellen, da wird er Zeuge eines scheußlichen Mordes. Der sterbende Kurator bestimmt ihn überraschend zu seinem Nachfolger und stellt damit Liams Leben auf den Kopf.
Andreas Suchanek hat mich mit „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ dem Auftaktband seiner neuen Urban Fantasy-Reihe von Beginn an gefesselt.

Der 27-jährige Liam Relish wohnt mit seinem besten Freund, dem Computernerd Harry, in Whitechapel. Als am Tag nach dem Mord der Nachlassverwalter des getöteten Kurators Rupert Bradford die kleine Wohnung betritt, verändert sich Liams Leben für immer. Der Anwalt teilt ihm mit, dass Mr. Bradford das Museum und alles was dazugehört an seinen langjährigen Schüler vererbt, nämlich ihn! Der pragmatische Harry drängt Liam, das Erbe anzunehmen, nicht zuletzt, damit er sich einen guten Anwalt leisten kann. Denn die Polizei sieht im Erbe ein mögliches Mordmotiv. Liam lässt sich überzeugen und ist erleichtert, dass Harry mit umzieht. Abends wird er von dem düsteren Schattenmörder, der Mr. Bradford tötete, mit einem magischen, bluttrinkenden Dolch angegriffen. Dank Harrys klugen und beherzten Eingreifens scheitert der Anschlag. Liam, der bisher nur an Magie in Büchern glaubte, muss seine Meinung ändern. Erst recht als er im Museum, das zahlreiche magische Artefakte birgt, seinen künftigen Lehrer trifft. Es ist Mr. Bradford, der als Geist weiterlebt. Und das ist nicht das Bizarrste, was Liam widerfährt.

Andreas Suchanek schreibt flüssig, bilderreich und sehr fantasievoll. Mühelos erzeugt er von der ersten Seite an Spannung. Seine Charakter sind stimmig und größtenteils sympathisch. Liam, Harry, Mr. Bradford und der snobistische, aber niedliche Hund Shakespeare erleben spannende Abenteuer, die die beiden jungen Männer bis nach Berlin führen. Das Buch gipfelt in einem rasanten Showdown mit Zeitbrücken und einigem magischen Schnickschnack, der konzentriertes Lesen erfordert. Ich habe diese Passage einfach zweimal gelesen. Die Spannung hält bis zum Schluss an. Dann endet die Geschichte, natürlich, mit einem fiesen Cliffhanger. Vorher wird noch der finstere Schattenmörder gestellt, dessen Identität mich wirklich überrascht hat und trotzdem stimmig ist. Begeistert haben mich die zahlreichen kreativen Ideen des Autors, die für beste Unterhaltung sorgen. Besonders vielversprechend für den nächsten Band erscheint mir Liams unbekannte Herkunft, er wuchs im Waisenhaus auf, und seine Affinität zur Magie. Ich bin sehr gespannt, was es da noch zu entdecken gibt.

Ich liebe Urban Fantasy und Andreas Suchanek ist sehr gut darin. Die Werbung des Verlags „Perfekt für Fans von Ben Aaronovitch …“ (bin ich), kann ich bestätigen, obwohl Andreas Suchanek ganz andere und doch ähnliche Geschichten schreibt. Da ich am liebsten einfach weitergelesen hätte und schon dem zweiten Band entgegenfiebre, gibt es von mir die volle Punktzahl und eine Empfehlung an alle Fans von Urban Fantasy.

Zur Titelfrage. Das Schreibgerät soll eine gefährliche Waffe sein, aber bisher hat der Füller diese Behauptung (noch) nicht bestätigt.


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Veröffentlicht am 04.09.2025

Aspro ist der Beste!

Man sieht nur mit der Schnauze gut
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Warum sehen Dynamitstangen nur aus wie Stöckchen? Jetzt ist der Chef tot und sein Hund hat kein Zuhause mehr. Doch der sympathische Vierbeiner hat Glück im Unglück. Die nette Polizistin am Tatort adoptiert ...

Warum sehen Dynamitstangen nur aus wie Stöckchen? Jetzt ist der Chef tot und sein Hund hat kein Zuhause mehr. Doch der sympathische Vierbeiner hat Glück im Unglück. Die nette Polizistin am Tatort adoptiert ihn. Die Geschichte der beiden und Aspros Gedanken und Kommentare haben mir großen Spaß gemacht und mich sehr gut unterhalten. Ein absolutes Gute-Laune-Buch für Hundefreunde.

Die neue Chefin gibt ihrem vierbeinigen Begleiter den Namen Aspro, weil ein Spaziergang mit dem dreijährigen Hund ihre Migräne lindert. Immerhin besser als Thomapyrin, denkt Aspro zufrieden. Sein Ehrgeiz ist geweckt. Da die Chefin als Polizistin arbeitet, will Aspro unbedingt ein Polizeihund werden. Für einen ehemaligen „Jagdhundstreber“ kann das doch nicht so schwierig sein? Tatsächlich zeigt er sich der selbst gestellten Aufgabe durchaus gewachsen und löst seinen ersten Fall, Diebstähle absurder Dinge, mit Bravour.

Mit dem liebenswerten Aspro hat Autor Bernhard Aichner die düstere Welt der Thriller vorübergehend verlassen. Er lässt den cleveren Vierbeiner seine Sicht der Dinge schildern und von den Abenteuern mit der neuen Chefin aus seiner Perspektive erzählen. Der offensichtliche Hundefreund Aichner kann sich überraschend gut in Aspro einfühlen.

Mich hat der zukünftige Polizeihund schnell mit seinem Charme bezaubert. Es macht großen Spaß, die Welt aus Hundeaugen zu betrachten. Einige menschliche Gepflogenheiten liefern Situationskomik, wenn sich Aspro darüber Gedanken macht. Warum handeln die Zweibeiner so, wie sie es tun? Wieso nennt ihn jeder Wiener „Rex“, wo er doch gar kein Schäferhund ist? Warum heiraten die Menschen?

Ohne falsche Bescheidenheit listet Aspro seine Erfolge auf. Am wichtigsten war natürlich die Rettung der Chefin, denn seither liebt ihn auch deren Ehemann, der neue Chef. Aber damit nicht genug. Er klärt Verbrechen auf, rettet Menschenleben und entdeckt sogar eine Bombe. Großzügig wie er ist, unterschlägt er auch seine Sünden nicht, die da wären Mundraub, Erbrechen auf den Autositz, Diebstahl und Hühnermord – aber das war keine Absicht, also eher Hühnertotschlag.
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Der Autor schreibt flüssig und sehr anschaulich. Einen Dobermann der Marke Putin kann ich mir ebenso gut vorstellen, wie einen kleinen Bichon Frisé mit Helfersyndrom, der jeden „Sechzig Kilo-Bernhardiner zurück auf seinen Platz kläfft“. Besonders gut gefallen hat mir das gelegentliche Einfließen österreichischer Begriffe wie „Schliafhansl“. Der Grundton der Geschichte ist positiv, da für den optimistischen Aspro das Glas stets halbvoll ist. Mir geht es wie der neuen Chefin. Zwar muss der bezaubernde Vierbeiner bei mir glücklicherweise keine Migräne vertreiben, aber er verhilft mir zu guter Laune.

Bernhard Aichner ist auf den sympathischen Hund gekommen.
Die daraus resultierenden Geschichten haben mich so gut unterhalten und sind so amüsant und humorvoll, dass ich auf eine baldige Fortsetzung hoffe. Inzwischen gibt es Streicheleinheiten und „Frankfurter“. Partyzeit für Aspro!

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