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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2025

Die Vergangenheit holt jeden ein

Aufsteiger
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Heute ist es endlich soweit. Felix ist sich ganz sicher, dass er Chefredakteur wird. Warum sonst hätte sein Chef sich über viele Stunden mit ihm Gedanken über die künftige Ausrichtung des Magazins gemacht? ...

Heute ist es endlich soweit. Felix ist sich ganz sicher, dass er Chefredakteur wird. Warum sonst hätte sein Chef sich über viele Stunden mit ihm Gedanken über die künftige Ausrichtung des Magazins gemacht? So oft, dass er weder an Frau und Tochter dachte, die auf ihn verzichten mussten? Dabei machte er doch alles nur für sie. Das tolle Haus, die Reitstunden der Tochter, die Shoppingtouren seiner Frau. Alles musste doch finanziert werden. Für Felix Licht unvorstellbar, aber der Inhaber des Magazins dachte gar nicht daran, ihn zu befördern. Den Zuschlag bekam eine Frau. Zoe Rauch, die heimliche Liebe von Felix seit 12 Jahren.

Und wieder einmal hat es ein Hörbuch des Argon Hörbuch Verlags geschafft, mich ausnahmslos zu begeistern. Die Story um Felix Licht zeigt eindringlich, wie sehr die Vergangenheit Einfluss auf Gegenwart und Zukunft von Menschen hat. Zunächst scheint es ein ganz „normaler“ 08/15 Roman zu sein. Bis Felix nicht den Job bekommt, den er anstrebt und Zoe erneut in sein Leben tritt. "Aufsteiger" war nie langweilig und die Wendungen sorgten für permanente Spannung.

Dieses Hörbuch wird von Markus J. Bachmann gelesen und das ausgezeichnet. Für mich ein wesentlicher Aspekt, wenn mir ein Hörbuch gefällt. Meine Empfehlung gilt also ausnahmslos.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Welch eine bemerkenswerte Frau

Peggy Guggenheim
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Peggy Guggenheim kaufte nicht ausschließlich Werke junger und unbekannter Künstler. Viele von ihnen konnten ihre Miete nicht bezahlen und wurden nur selten satt. Als die Nationalsozialisten in vielen Staaten ...

Peggy Guggenheim kaufte nicht ausschließlich Werke junger und unbekannter Künstler. Viele von ihnen konnten ihre Miete nicht bezahlen und wurden nur selten satt. Als die Nationalsozialisten in vielen Staaten Europas die Herrschaft übernahmen, gab es den Begriff „entartete Kunst“. Dabei handelte es sich um Werke, die von jüdischen Künstlern kreiert wurden. Frau Guggenheim war selbst Jüdin und widersetzte sich den Verboten. Sie kaufte auch diese Gemälde und ihre Sammlung nahm schnell Dimensionen ein, die keinen Wandschmuck für ein Einfamilienhaus darstellten. Ihr haben wir zu verdanken, dass Werke von Munch, Kandinski, Legér, Klee und weiteren guten Künstlern bis heute erhalten blieben.

Was für ein Buch. Obwohl als Sachbuch veröffentlicht, war es zu keinem Zeitpunkt abgehoben oder gar langweilig. Wer Salvador Dali als „wandelnde Schnapsbar“ betitelt, hat eine große Portion Humor, die er in seinem Buch verarbeitet. Frau Guggenheim eröffnete auch Frauen den Zutritt zu ihren Ausstellungen. Surrealisten waren so borniert, dass sie nicht wahrhaben wollten, dass Frauen auch gut malen können.

Frau Guggenheim ließ 7 Abtreibungen zu. Einmal wurde sie und zudem auch die Ehefrau ihres Geliebten gleichzeitig schwanger. Sie war ein Abbild dieser Zeit. Eine Geliebte, oder Mätresse, zu haben, gehörte zur Normalität, zum „guten Ton“. Es war nicht verwerflich.

Peggy Guggenheim hatte ein großes Herz und einen ebenso großen Geldbeutel. Sie verhalf nicht nur Marc Chagall und Max Ernst zur Flucht vor den Nationalsozialisten. Dieses Buch ist eine würdige Biografie für diese außergewöhnliche Frau. Was mir besonders gefiel, das sind die vielen Fotos. Je mehr ich über diese Dame lese, desto beeindruckter bin ich von ihr.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Spannender Krimi humorvoll dargestellt

Die Klöntür zum Hof
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Joost ist nach Sylt gereist. Dort soll er das Haus seines Sohnes hüten. Eigentlich ist es ja Seins, aber er hat es seinem Sohn überschrieben. Als er Greta anruft, klingt er völlig verstört. In der Küche ...

Joost ist nach Sylt gereist. Dort soll er das Haus seines Sohnes hüten. Eigentlich ist es ja Seins, aber er hat es seinem Sohn überschrieben. Als er Greta anruft, klingt er völlig verstört. In der Küche liegt ein Toter und den kennt er auch noch sehr gut. Greta überlegt nicht lange und macht sich auf den Weg zur Insel. Hier lernt sie nicht nur die Freunde Joosts kennen. Sie stürzt sich sofort in die Ermittlungen. Zumal ihr bester Freund Opfer eines Mordanschlags wird.
"Die Klöntür zum Hof" ist das zweite Buch, in dem Joost und Greta ermitteln. Den ersten Teil las ich nicht und konnte dem Geschehen trotzdem gut folgen. Joost kennt viele Menschen auf Sylt und hat einen soliden Freundeskreis. Das ist hier normal, denn die Einheimischen halten zusammen. Doch, wer tötete den Freund von Joost und wer will ihn ermorden? Die Ermittler tappen im Dunkeln. Auch Greta weiß zunächst nicht, was sie davon halten soll.

Viele Verdächtige gibt es und auch die Wendungen sind zahlreich. Wie sich dann am Schluss die Lösung gestaltet, das hat mich überrascht. Die Sprecherin Astrid Schulz gefiel mir sehr gut. Ihre Fähigkeit, die Stimmen den Akteuren anzupassen war perfekt. Das Hören war mir ein Genuss.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Der Austausch über den Inhalt von Büchern verbindet

Das Glück der Bücher
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Endlich ist es soweit. Lilos Traum geht in Erfüllung. Sie kann ihr Hobby zum Beruf machen und übernimmt eine Buchhandlung. Glücklich und zufrieden geht sie ihrer Berufung nach. Bis zu dem Tag als die Miete ...

Endlich ist es soweit. Lilos Traum geht in Erfüllung. Sie kann ihr Hobby zum Beruf machen und übernimmt eine Buchhandlung. Glücklich und zufrieden geht sie ihrer Berufung nach. Bis zu dem Tag als die Miete für ihren Laden drastisch erhöht wird. Obwohl sie immer wieder hin und herrechnet, sie kann sich ihre Selbstständigkeit nicht mehr leisten. Muss die Buchhandlung abwickeln und steht plötzlich ohne Einnahmen da. Sie wird gezwungen, die Hilfe des Staates in Anspruch zu nehmen. Welch eine Katastrophe.

Lilo liebt Bücher und vermisst ihr Geschäft sehr. Auch wenn sie sich ehrenamtlich um einen offenen Bücherschrank kümmert, sie muss Geld verdienen. Die Sachbearbeiterin des Arbeitsamtes setzt sie unter Druck und Lilo fühlt sich gegängelt. Keine Frage, sie weiß, dass sie Geld verdienen muss. Aber ihre Bewerbungen führen nicht zum erhofften Ergebnis. Sie hat dennoch Glück im Unglück. Ihre Sorge um den Bücherschrank lässt sie Menschen kennenlernen und es entwickeln sich Freundschaften. "Das Glück der Bücher" zeigt, was gemeinsame Interessen bewirken können.

Karin Joachim, die Autorin, musste die Flut im Ahrtal miterleben. Sie zog ins Münsterland und hier spielt auch dieser Roman. Es ist Buch, das sich gut zwischendurch lesen lässt. Literatur verbindet und führt Menschen zusammen, die eigentlich völlig verschieden sind. Aber gerade das macht den Austausch über Bücher so spannend und lebendig.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Auch dieser 5. Band der Reihe konnte mich überzeugen

Verschworen
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Zurück aus der Elternzeit freut Elma sich, dass sie wieder ermitteln darf. Ihr Mann Saevar versorgt die kleine Adda und wird dabei von Elmas Mutter unterstützt. Auch wenn er sich zuweilen bevormundet fühlt, ...

Zurück aus der Elternzeit freut Elma sich, dass sie wieder ermitteln darf. Ihr Mann Saevar versorgt die kleine Adda und wird dabei von Elmas Mutter unterstützt. Auch wenn er sich zuweilen bevormundet fühlt, kleine Auszeiten genießt er. Nicht alle Umzugskartons sind ausgepackt, aber die kleine Familie verfällt nicht in Hektik. Sie nehmen sich Zeit. Zumal Elma es sofort mit einem Mord zu tun hat, der ihre volle Aufmerksamkeit beansprucht. "Verschworen" lässt bereits nach wenigen Seiten erkennen, dass der junge Mann aus Rache getötet wurde.

Ich las alle Bücher, bei denen Elma die Hauptfigur ist. So toll, wie sich die Hauptpersonen entwickeln. Besonders Elma fällt durch ihre Charakterstärke und ihre Fähigkeit, sich bei schwierigen Ermittlungen nicht ablenken zu lassen, auf. Jedes Buch kann aber auch ohne Vorkenntnis gelesen werden. Bei den neuesten Ermittlungen stoßen Elma und ihre Kollegen auf einen Fall, der 25 Jahre zurückliegt. Die Frage ist, ob tatsächlich Rache das Motiv für den Mord ist. Nach so vielen Jahren? Und was hat Elmas Mann damit zu tun?

Spannend und mit etlichen Wendungen, so kennen wir die Bücher der isländischen Autorin. Auch dieser 5. Band konnte mich fesseln. Ohne brutale Szenen und durchaus realistisch, das sind Fakten, die für mich einen Krimi lesenswert machen. Hundertprozentige Leseempfehlung von mir.

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