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Veröffentlicht am 28.09.2025

Das kleine Buch des großen Protests

Bildproteste
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65 / 100
Ein Problem, das ich mit den Essays der Reihe „Digitale Bildkulturen“ habe (und sich wohl auch fortsetzen wird): Die Abhandlungen greifen allesamt zu kurz. Das gilt auch für diesen Teil, obgleich ...

65 / 100
Ein Problem, das ich mit den Essays der Reihe „Digitale Bildkulturen“ habe (und sich wohl auch fortsetzen wird): Die Abhandlungen greifen allesamt zu kurz. Das gilt auch für diesen Teil, obgleich das Thema etwas spezifischer ist als etwa bei „Selfies“.

Die Erläuterung des (modernen) Protests durch Bilder bzw. Videos gelingt der Autorin ziemlich gut. Interessant fand ich die anschauliche Veränderung, wie schnell Bilder heute im Vergleich zu früher ihren Weg an die Öffentlichkeit finden. Untermauert werden ihre Untersuchungen durch ausgewählte Beispiele, die historischen Eindruck hinterlassen haben, auch wenn ich mir eben gewünscht hätte, sich ein Stück länger mit einzelnen Ereignissen auseinanderzusetzen.

Ein Nachsatz, den ich wohl häufiger in dieser Reihe einfügen werde: Für den Einstieg nutzbar, aber für ausführlichere Untersuchungen muss man sich woanders umschauen.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Mach dein Leben schöner

StehaufMensch!
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66 / 100
Das dritte Buch von Samuel Koch, das er mutmaßlich für Menschen geschrieben hat, die in einer gewissen (wenngleich auch manchmal nur eingebildeten) Lebensunzufriedenheit feststecken. Das Wort ...

66 / 100
Das dritte Buch von Samuel Koch, das er mutmaßlich für Menschen geschrieben hat, die in einer gewissen (wenngleich auch manchmal nur eingebildeten) Lebensunzufriedenheit feststecken. Das Wort „Resilienz“, mittlerweile in aller Munde, findet seinen Eingang auch hier – wobei ich den Eindruck habe, hier fällt der Begriff auf fruchtbaren Boden, der noch nicht verseucht ist mit wiedergekäuten Lebensweisheiten und Begriffen wie „Mindset“ und dergleichen.

Der Autor nimmt die Menschen an die Hand, erklärt etwa, was ihm in manchen Situationen weitergeholfen hat (aber bei anderen nicht zwingend funktionieren muss), listet auf, wie man mehr Menschlichkeit an den Tag legen und das eigene genauso wie weitere Leben verschönern kann, und schildert, dass der omnipräsente Drang zur Selbstverbesserung nicht sonderlich statthaft ist, wenn er nicht aus eigenem Antrieb stattfindet.

Sein persönliches Schicksal findet in diesem Buch wesentlich geringfügiger statt, weswegen die Lektüre eher im Allgemeinen zu empfehlen ist – ein zwingendes Alleinstellungsmerkmal habe ich allerdings nicht so wirklich gefunden.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Was die Menschen schon oft hörten

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten
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60 / 100
Es ist nicht infrage zu stellen, dass Bücher wie dieses trotz all der vergangenen Zeit weiterhin einen kaum greifbar wichtigen Beitrag leisten, unsere Gesellschaft für alle Menschen lebenswert ...

60 / 100
Es ist nicht infrage zu stellen, dass Bücher wie dieses trotz all der vergangenen Zeit weiterhin einen kaum greifbar wichtigen Beitrag leisten, unsere Gesellschaft für alle Menschen lebenswert zu gestalten. Alice Hasters vereint in diesem Buch allerdings sehr viele Aspekte rund um den riesigen Themenkomplex Rassismus, ich möchte sagen: zu viele.

Versteht mich nicht falsch, die Inhalte und deren Aufzeigen sind nach wie vor notwendig. Doch ich finde, insbesondere bei diesen hochsensiblen Themen bedarf es einer gewissen Struktur, Konzeption und Tiefe, um wirklich in den Geist der Lesenden vorzudringen – beides ist in diesem Buch nicht ausreichend gegeben. Schon die ungleiche Mischung aus sachlichen und subjektiven Eindrücken macht es schwer, etwas für sich selbst mitzunehmen. Es hilft irgendwann nur noch bedingt, jedes Mal dieselben unübersehbaren Elefanten im Kontext von Missständen anzusprechen, da ist dieses Werk leider nicht anders. Klar versteht man plakative Äußerungen besser, aber dieser niederschwellige Anspruch kann auf Dauer nicht die Lösung sein (das gilt ebenfalls für den Pathos am Ende des Buchs).

So bleibt für mich als jemand, der schon einige Zeit versucht, sich selbst für Rassismus zu sensibilisieren, kaum etwas hängen. Das ist sehr bedauerlich und ich hoffe, es wird in Zukunft im großen Stil tiefergehende Literatur auf dieser stilistisch greifbaren Ebene geben.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Kalki, ich vermisse Deine Eloquenz

Sieg der Blödigkeit
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65 / 100
Oliver Kalkofe, seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Kritikerinstanzen im deutschen (Internet-)Fernsehen, haut einen raus – nicht gegen eine:n, sondern gegen alle.

Aber das macht er leider mehrfach ...

65 / 100
Oliver Kalkofe, seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Kritikerinstanzen im deutschen (Internet-)Fernsehen, haut einen raus – nicht gegen eine:n, sondern gegen alle.

Aber das macht er leider mehrfach ähnlich und so ist seine wichtigste Waffe – die Wörter – schon bald abgenutzt. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft das Wort „Rektum“ in den einzelnen Texten auftaucht. Derbe Sprache ist ein gewohntes Stilmittel von Kalki, doch diese plumpe Wiederholung der gleichen fünf Kraftausdrücke hatte ich nicht erwartet.

Ohne Frage prangert er viele Themen (und aus meiner Sicht die meisten davon auch zu Recht) an, doch entweder hat er sich zwischen den einzelnen Kapiteln zu viel oder zu wenig Zeit gelassen, um einen sprachlichen Feinschliff vorzunehmen. Aber genau diese feine Spitzzüngigkeit habe ich mir von ihm gewünscht – da hilft der Inhalt leider kaum.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Stereotypisierung reverse

White Lives Matter
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66 / 100
Ich hätte den Roman (der teils deutliche Verbindungen in die echte Welt hat) wirklich gern ähnlich gut gefunden wie Jasmina Kuhnkes Vorgängerwerk „Schwarzes Herz“.

Sicher ist es gerade für die ...

66 / 100
Ich hätte den Roman (der teils deutliche Verbindungen in die echte Welt hat) wirklich gern ähnlich gut gefunden wie Jasmina Kuhnkes Vorgängerwerk „Schwarzes Herz“.

Sicher ist es gerade für die wohl überwiegend weißen Lesenden ein spannendes Gedankenexperiment, sind all die Hautfarben betreffenden Aspekte einfach umgekehrt. Über diese Prämisse kommt die Handlung im Buch aus meiner Sicht allerdings nicht hinaus (womit ich mich einigen Rezensionen hier anschließe).

Die Figur der Anna bleibt durchgehend wechsel- und somit rätselhaft. Ich konnte mich an einigen Stellen nicht in ihr Wesen und dessen Züge hineinversetzen (was ungünstig ist, wenn das das Anliegen der Autorin ist). Auch die bewusste Eskalation, die offensichtlich den wahren Ereignissen vom Mai 2020 nachempfunden ist, wirkt künstlich eingeflochten. Insbesondere zum Schluss geschieht sehr viel sehr schnell mit großen Zeitsprüngen.

So bleibt die Story leider oberflächlich und ich schätze auch, dass Menschen, die bereits eine gewisse Sensibilität gegenüber Rassismus (auch bei sich selbst) entwickelt haben, dieses Buch nicht dazu benötigen (diejenigen, die es bräuchten, werden das Buch wohl leider nicht lesen).

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