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AmalieF

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Das Frostmädchen

Das Frostmädchen
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Neve flieht im Zorn aus einem Streit mit Gideon in die eisige Nacht Kanadas und verirrt sich. Dort wird sie von Lauri gerettet, einem Künstler mit stiller Wärme. Während Neve sich zu erholen versucht, ...


Neve flieht im Zorn aus einem Streit mit Gideon in die eisige Nacht Kanadas und verirrt sich. Dort wird sie von Lauri gerettet, einem Künstler mit stiller Wärme. Während Neve sich zu erholen versucht, spürt sie, dass in ihr Kräfte schlummern, eine uralte Wintermagie, die Dunkles anzieht. Neve ist verletzlich, aber mit einer verborgenen Stärke, und Lauri überzeugt durch Geduld und Fürsorge. Der Stil liest sich flüssig und zieht einen hinein in Schneestürme, Unsicherheiten und emotionale Kälte. Gelegentlich hakte es bei Erklärungen der Magie, und manche Dialoge fühlten sich zu schnell vertraut an. Dennoch hat mich das Setting, die Stimmung und die Chemie zwischen Neve und Lauri überzeugt.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Schwarzer Humor trifft Herzklopfen

Hunting Souls (Bd. 1)
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Katrina ist tot. Genauer gesagt: untot. Und sie liebt es – endlich keine peinlichen Teenagerdramen, keine Herzschmerzen, kein Stress. Dachte sie zumindest. Denn dann zieht Tate nebenan ein, ein Jäger, ...

Katrina ist tot. Genauer gesagt: untot. Und sie liebt es – endlich keine peinlichen Teenagerdramen, keine Herzschmerzen, kein Stress. Dachte sie zumindest. Denn dann zieht Tate nebenan ein, ein Jäger, der ihr Leben gehörig durcheinanderwirbelt. Ein Fluch bindet sie untrennbar an ihn – und plötzlich schlägt ihr Herz wieder, obwohl es das gar nicht sollte.

Ich mochte, wie Tina Köpke mit Klischees spielt. Katrina ist sarkastisch, bissig und erinnert mich manchmal eher an Wednesday Addams als an eine romantische Heldin. Tate wirkt wie der typische Bad Boy, zeigt aber überraschend viele Risse. Was mich besonders überzeugt hat, sind die Dialoge: witzig, scharf und genau richtig dosiert, damit die Story trotz düsterer Elemente leicht bleibt.

Ganz perfekt war es nicht – ein bisschen mehr Tiefe im Worldbuilding hätte die Geschichte noch stärker gemacht. Aber der Cliffhanger am Ende war so fies, dass ich Band 2 sofort auf die Wunschliste gesetzt habe.

Fazit:
Ein Mix aus düsterem Witz, Funken Romantik und einem Touch „Addams Family“. Unterhaltsam, frech und anders – 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Drei Frauen, ein Alptraum

Böse Mädchen sterben nicht
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Nach einer langen Phase voller Romantik und Fantasy Hörbucher hatte ich das dringende Bedürfnis nach etwas Düsterem, etwas, das mehr mit Unbehagen als mit Herzklopfen arbeitet. „Böse Mädchen sterben nicht“ ...

Nach einer langen Phase voller Romantik und Fantasy Hörbucher hatte ich das dringende Bedürfnis nach etwas Düsterem, etwas, das mehr mit Unbehagen als mit Herzklopfen arbeitet. „Böse Mädchen sterben nicht“ kam da wie gerufen.

Im Zentrum stehen drei Frauen, die in drei scheinbar unabhängige Geschichten geworfen werden. Erst wirken ihre Erlebnisse alltäglich, doch dann beginnen sich winzige Risse in ihrer Realität zu zeigen. Es dauert nicht lange, bis die Fassade bröckelt und aus Alltag ein Albtraum wird. Die Art, wie sich diese Erzählstränge nacheinander entfalten und sich dabei subtil aufeinander beziehen, hat mir wirklich gut gefallen.

Celia tastet sich durch eine zunehmend verstörende Umgebung, bei der man nie weiß, was real ist. Allie wirkt zunächst wie das klassische "Final Girl", überrascht dann aber mit kühler Logik und innerer Stärke. Und Maggie, die in einer Art tödlichem Spiel um ihr Überleben kämpft, bringt eine ganz eigene Dynamik hinein, irgendwo zwischen Kampfgeist und Kontrollverlust. Jede Figur fühlt sich eigenständig an, jede reagiert anders, jede Perspektive bringt eine neue Facette der übergeordneten Geschichte.

Obwohl die einzelnen Episoden relativ kurz sind, gelingt es der Autorin, Atmosphäre und Spannung durchgehend hochzuhalten. Gerade die kleinen Details sorgen für anhaltendes Unbehagen und viele Aha-Momente. Nur an wenigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe oder Hintergrund gewünscht.

Fazit: Ein gut konstruierter Psychotrip mit Gänsehautfaktor

Veröffentlicht am 26.09.2025

Ein düsterer Abstieg

Der Knochenwald
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Schon auf den ersten Seiten hat mich Der Knochenwald mit dieser langsam kriechenden, unheilvollen Stimmung, die einen nicht mehr loslässt, gepackt. Die Sprache ist klar, aber dabei so intensiv, dass man ...

Schon auf den ersten Seiten hat mich Der Knochenwald mit dieser langsam kriechenden, unheilvollen Stimmung, die einen nicht mehr loslässt, gepackt. Die Sprache ist klar, aber dabei so intensiv, dass man sich sofort in dieser abgelegenen Berghütte wiederfindet, gefangen mit Mattie und mit ihrem gewalttätigen Ehemann. Was hier wie ein stilles Drama beginnt, entwickelt sich schnell zu einem albtraumhaften Szenario, das nichts für Zartbesaitete ist.

Manche Szenen haben mich wirklich geschockt. Die Beziehung zwischen Mattie und William ist glaubwürdig und geht unter die Haut. Auch die Nebenfiguren wirken lebendig. Als dann drei Fremde auftauchen, die eine seltsame Kreatur im Wald jagen, kippt das Ganze ins Übernatürliche.

Was mir ein wenig gefehlt hat: ein tieferer Blick hinter manche Rätsel. An ein paar Stellen hätte ich mir mehr Hintergrund oder Erklärung gewünscht, die Welt bleibt an manchen Ecken etwas zu neblig. Die bedrückende Atmosphäre, die psychologische Tiefe und der leise Horror machen das Buch trotzdem zu einem echten Highlight.

Fazit: Für alle, die keine Angst vor menschlichen Abgründen haben und sich in dunkle Wälder entführen lassen wollen, ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Dunkles Nimmerland – atmosphärisch, aber nicht ganz überzeugend

Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland
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Nach den „Chroniken von Alice“, die ich regelrecht verschlungen habe, war meine Erwartungshaltung an dieses Buch natürlich hoch. Vielleicht zu hoch. Ich hatte gehofft, dass mich auch diese Geschichte ...


Nach den „Chroniken von Alice“, die ich regelrecht verschlungen habe, war meine Erwartungshaltung an dieses Buch natürlich hoch. Vielleicht zu hoch. Ich hatte gehofft, dass mich auch diese Geschichte ähnlich fesseln würde, doch leider blieb dieses Gefühl weitgehend aus.

Das Setting an sich ist spannend. Man taucht tief ein in diese blutige Welt, lernt die Figuren und ihre Gedanken intensiv kennen. Die Atmosphäre ist super. Man spürt den Alltag, den Wahnsinn, die Gefahren. Aber gleichzeitig fehlte mir persönlich ein klarer Handlungsbogen. Bei „Alice“ wusste ich immer, worauf es hinausläuft, es gab eine Richtung, ein Ziel. Hier hingegen wirkte alles etwas ziellos, besonders in der ersten Hälfte zu langatmig, und dann wiederum im letzten Drittel zu überstürzt. Kaum hatte man sich in die Geschichte eingefunden, war sie auch schon vorbei und das Ende ließ mich eher ratlos als berührt zurück.

Ich will nicht sagen, dass das Buch schlecht ist. Es hat definitiv seine Momente, besonders für Fans düsterer Fantasy. Aber im Vergleich zu anderen Werken der Autorin blieb dieses für mich auf emotionaler Ebene blasser. Vielleicht lag’s an meiner Erwartung.