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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2025

Stalking

Hinter mir
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Der Thriller beginnt spannend mit Gemmas Leidensgeschichte und man kann ihn flüssig lesen, die Handlungsstränge sind gut verständlich, ohne Verschnörkelung, aber es bleibt trotzdem abwechslungsreich. Es ...

Der Thriller beginnt spannend mit Gemmas Leidensgeschichte und man kann ihn flüssig lesen, die Handlungsstränge sind gut verständlich, ohne Verschnörkelung, aber es bleibt trotzdem abwechslungsreich. Es ist nicht ganz einfach eine emotionale Bindung zu Gemma aufzubauen beim Lesen, sie bleibt in vielen Situationen unnahbar, obwohl ich ihre Leidensgeschichte gut nachvollziehen kann. Die Hintergrundgeschichte gefällt mir und das Thema Stalking finde ich wichtig und notwendig darüber zu schreiben, auch wenn ich schon einige ähnlich geartete Bücher darüber gelesen habe. Inhaltlich war es nicht komplett überraschend oder neu, aber dennoch gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Lilys persönlichsten Fälle

Wer mit den Wölfen heult
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Der Roman ist für mich eine Steigerung zum vorigen Teil der Reihe, obwohl mir auch der erste Teil schon gut gefallen hat. Die Themenbereiche sind spannend ausgewählt und in Kombination eine echte Herausforderung ...

Der Roman ist für mich eine Steigerung zum vorigen Teil der Reihe, obwohl mir auch der erste Teil schon gut gefallen hat. Die Themenbereiche sind spannend ausgewählt und in Kombination eine echte Herausforderung für Lily als Therapeutin. Auf der einen Seite versucht sie die Mobbing-Fälle in Polizeikreisen aufzudecken, auf der anderen Seite unterstützt sie eine junge schwangere Frau, deren Baby an plötzlichem Kindstod verstorben ist. Ich finde Lily, wenn es um Ermittlungen und Zusammenhänge geht, schlau, sie kombiniert gut und schnell. Als Therapeutin passt sie für mich aber gar nicht, da sie die Fälle zu stark persönlich an sich heranlässt und persönlich beleidigt ist, wenn eine Klientin ihre Ratschläge nicht befolgt. Außerdem hat sie bis jetzt kaum Therapieerfolge vorzuweisen, ihre Therapien enden allesamt in einem Chaos und Lily hat es nicht vorhergesehen, nicht vermutet und die Lügen, die man ihr erzählt, nicht gecheckt. Zudem verschiebt sie andauern aufgrund von privaten Terminen und Belangen ihre Termine mit den Klient*innen oder lässt häufig Arbeitstage ausfallen, das wirkt für mich unprofessionell und geht so gar nicht. Im Privatleben hat es Lily nicht einfach in ihrer Beziehung zu Dan, der ein Kind mit seiner Noch-Ehefrau erwartet. Hier bin ich gespannt, wie sie dies nach der Geburt des Babys hinbekommen werden, noch dazu, aufgrund ihres eigenen starken Kinderwunschs. Ich bin gespannt, was mich im hoffentlich bald erscheinenden nächsten Teil erwartet.

Veröffentlicht am 24.09.2025

Glaube ist größer als Wissen?

Monstergott
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Das Cover finde ich ausdrucksstark und auffällig, ebenso den kurzen, prägnanten Titel, der Interesse weckt. Inhaltlich lässt sich der Roman flüssig und einfach lesen, mit einer Einführung in die Aktivitäten ...

Das Cover finde ich ausdrucksstark und auffällig, ebenso den kurzen, prägnanten Titel, der Interesse weckt. Inhaltlich lässt sich der Roman flüssig und einfach lesen, mit einer Einführung in die Aktivitäten und in das Gedankengut der Glaubensgemeinde zu Beginn. Erst mit der Zeit bekommt man als Leserin ein Gespür dafür, wo es hinter den Fassaden brodelt und in welchen Bereich eher Scheinheiligkeit herrscht statt überzeugenden Glaubens. Esther und Ben erzählen ihre Probleme sehr anschaulich und man spürt vor allem bei Ben die innere Zerrissenheit, wie er leben möchte und wie er es schafft. Welche zerstörerische Kraft dahinter steckt, kann man nur erahnen und am Ende dann rückblickend kritisch beurteilen. Auch Esther fühlt sich als Frau in der Gemeinde nicht richtig wahrgenommen und unterstützt, da sie immer nur in der zweiten Reihe, hinter den Männern agieren darf, obwohl sie das Charisma und das Talent zur Führungskraft hätte, aber die Regeln gestalten andere. Sehr gelungen finde ich, dass Esther und Ben durch ihre klaren Bilder und durch ausdrucksstarke Gedanken und Beschreibungen die Leserinnen mit auf diese Reise nehmen und wenn man sich darauf einlassen kann, kann dadurch eine ungeahnte Leseerfahrung entstehen, mit der ich so nicht gerechnet hätte.

Veröffentlicht am 23.09.2025

Agateophobie

Botanik des Wahnsinns
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Ich hatte zu Beginn Startschwierigkeiten mit dem Roman, da die Kapitel in sehr kurzer Abfolge wechseln und zahlreiche literarische Zitate eingeflochten wurden, die gerade am Anfang etwas verwirrend und ...

Ich hatte zu Beginn Startschwierigkeiten mit dem Roman, da die Kapitel in sehr kurzer Abfolge wechseln und zahlreiche literarische Zitate eingeflochten wurden, die gerade am Anfang etwas verwirrend und zu häufig vorkamen. Erst mit der Zeit entwickelte sich ein guter Leseflow und auch ein bekannter Rhythmus in der Abfolge der Erzählungen, die ineinander verwoben sind. Der Ich-Erzähler berichtet von seiner Familie, dem Vater, der Mutter, den Großeltern und kurz auch von sich selbst, aber hiervon eher weniger aus einer beobachtenden, beschreibenden Rolle. Man hat als Leser*in nicht das Gefühl, dass er tatsächlich über seine Familie spricht, sondern dass er seine Familienmitglieder und Vorahnen aus beruflicher Distanziertheit heraus beurteilt und diagnostiziert. Seine familiäre Vorgeschichte ist geprägt durch zahlreiche psychische Erkrankungen und somit ist es für mich nicht verwunderlich, dass er sich schon sehr früh für die Psychologie interessiert und beruflich auch dafür entscheidet. Am Ende der Erzählung hat man ein rundes Bild über seine Kindheit und die Lebensphasen seiner Eltern erhalten, wenn auch eher aus oberflächlicher, beobachtender Sichtweise. Ich hätte mich über eine persönliche Note auch sehr gefreut. Die Zitate, die zu Beginn den Lesefluss unterbrechen und fast künstlich hinzugefügt wirken, fügen sich im Verlaufe der Erzählung besser in den Fließtext und das sprachliche Umfeld ein.

Veröffentlicht am 19.09.2025

Was übersehen wir?

Dunkle Sühne
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Der erste Teil der Reihe startet spannend, mit dem Verschwinden von zwei Teenagern direkt vor den Augen der gesamten Gemeinde. Emmy arbeitet auf Hochdruck, um sie zu finden, vor allem, da ein Mädchen die ...

Der erste Teil der Reihe startet spannend, mit dem Verschwinden von zwei Teenagern direkt vor den Augen der gesamten Gemeinde. Emmy arbeitet auf Hochdruck, um sie zu finden, vor allem, da ein Mädchen die Tochter ihrer Freundin Hannah ist und sie das Mädchen selbst gut kennt. Danach kommt ein Zeitsprung von zwölf Jahren und wieder ist ein Mädchen verschwunden. In dieser Zeit kann man eine enorme persönliche Weiterentwicklung bei Emmy bemerken, sie ist stark geworden und hat ihr Privatleben in Griff bekommen und sie ist in ihrem Beruf gefestigt. Genau dann passieren in ihrer Familie so viele Veränderungen auf einmal, dass es schon wieder schwierig wird, sich auf den Fall zu konzentrieren und für mich als Leser*in war es auch viel auf einmal, generell viel für den ersten Teil einer Serie. Hier hätte man besser dosieren können oder zumindest über die Zeitspanne hinweg besser dosieren. Der Einstieg war etwas ruhiger, der Mittelteil könnte generell etwas straffer und temporeicher sein und am Ende passiert sehr viel, Privates und ermittlungsrelevante Erfolge. Emmy und ihre Familie sind mir mit der Zeit ans Herz gewachsen und ich würde gerne weiterverfolgen, wie es ihnen im nächsten Teil ergeht und ob Emmy sich für das Amt des Sheriffs bewirbt und gegen männliche Konkurrenz durchsetzen kann.