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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Starke Frauenfigur

Die toten Katzen-Assassinen
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Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken ...

Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken Figuren. Das sind die großen Pluspunkte aller seiner Bücher. Sein größtes Talent liegt allerdings darin, all diese Elemente in packende Novellen zu gießen. Eine spannende, vielseitige Geschichte auf gerade einmal etwas über 200 Seiten zu entfalten, ohne dass man irgendetwas vermisst, kann nicht jeder. Diesmal begleiten wir Eveen, eine (un)tote Katzenassasinin, auf der Jagd nach der Erfüllung eines unmöglichen Auftrags. Ihre Motivation könnte nicht größer sein, hängt doch schließlich nicht nur ihr Leben, sondern das ihrer ganzen Gilde davon ab. Mein Loblied habe ich ja bereits gesungen: Eine große Runde interessante Figuren, jede mit individuellen Merkmalen, und eine besonders herausragende Heldin (?) mitten drin. Eine packende Story, bei der ein Eregnis das nächste jagt. Und ein Ende, das mich voll und ganz überzeugt und zufrieden gestellt hat.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Düsteres Märchen

Das Dreizehnte Kind
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Wenn man sich das Cover so anschaut, erwartet man eine düstere Schauergeschichte- richtig passend für die dunkle Herbstzeit. Was man stattdessen bekommt, ist irgendwie genau das und doch so viel mehr.

Gemeinsam ...

Wenn man sich das Cover so anschaut, erwartet man eine düstere Schauergeschichte- richtig passend für die dunkle Herbstzeit. Was man stattdessen bekommt, ist irgendwie genau das und doch so viel mehr.

Gemeinsam verfolgen wir Hazels Leben, das sich bereits vor ihrer Geburt wie ein Märchen liest. Nur dass sie nicht die Prinzessin ist. Stattdessen wächst sie als dreizehntes Kind in einem verarmten Haushalt auf und wartet ihr Leben lang auf einen göttlichen Paten, der sie zu sich nehmen sollte, aber nie kam. Und doch wird sie zu einer bekannten Heilerin in einem von Armut gebeutelten Königreich.

Wie gesagt, es liest sich wie ein Märchen, richtet sich dem Gefühl nach an ein jugendliches Publikum, hat aber auch sehr erwachsene, düstere Tendenzen. Der Umgang mit Krankheit und Tod ist ernst und wenig beschönigend, ohne dabei den fantastischen Rahmen zu verletzen.

Wirklich gelungen ist aber die Beschreibung der Figuren und die emotionale Achterbahnfahrt, die Hazel durchlebt. Gerade sie ist unheimlich gut getroffen und man baut im Laufe der Geschichte eine ganz wunderbare Bindung zu ihr auf, die einem zum Schluss das Herz bricht.

Ich habe jede einzelne der 667 Seiten geliebt und angebetet!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Fehler, die wir machen

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Wie sehr prägen uns die Erfahrungen der Generationen, die vor uns kamen. Was lernen wir aus den Fehlern, die unsere Eltern gemacht haben? Diesen und einigen anderen Fragen geht Anna Maschik auf wundervolle ...

Wie sehr prägen uns die Erfahrungen der Generationen, die vor uns kamen. Was lernen wir aus den Fehlern, die unsere Eltern gemacht haben? Diesen und einigen anderen Fragen geht Anna Maschik auf wundervolle Weise nach. Dabei bleibt "Wunder" das Motto des Buches.

Alma als letztes verbliebenes Glied trägt die Bruchstücke ihrer Familiengeschichte zusammen und nimmt uns mit in die Leben ihrer Vorfahren. Dabei lässt sie ausschließlich die Frauen zu Wort kommen und sie die Unwägbarkeiten der damaligen Zeit durchstehen, die Männer sind eher Momentaufnahmen, die vorbeiziehen.

Allein diese Idee, den Frauen der Familie eine Stimme zu verleihen, gefiel mir schon sehr. Wie flüchtig Eindrücke und Erfahrungen sein können, wird aber durch die bruchstückhafte Erzählweise noch sehr viel besser verdeutlicht. Vieles bleibt ungesagt oder diffus im Hintergrund, maches muss man sich zusammenreimen. Was jedoch ganz deutlich am Ende steht, sind die Erfahrungen und Entscheidungen, die sich wiederholen.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

What if

Das Geschenk
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Gaea Schoeters hat mich letztes Jahr mit ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Roman komplett umgehauen. Deshalb war mir sofort klar, dass ich an "Das Geschenk" nicht vorbeikommen werde. Und für mich ist ...

Gaea Schoeters hat mich letztes Jahr mit ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Roman komplett umgehauen. Deshalb war mir sofort klar, dass ich an "Das Geschenk" nicht vorbeikommen werde. Und für mich ist ganz klar: sie hat es schon wieder getan!

Gekonnt nimmt sie eine witzige Schlagzeile und spielt damit ein Gedankenexperiment durch, das gleichzeitig unterhaltsam wie auch atemraubend und nachdenklich stimmend ist.

Was wäre, wenn die EU ein Abschussverbot für gefährdete Wildtierarten verhängt und der Präsident von Botswana Deutschland daraufhin 20.000 Elefanten schenken würde. Über Nacht tauchen die Dickhäuter plötzlich an der Spree auf und beginnen, die Haptstadt auf den Kopf zu stellen.

Frau Schoeters lässt die Politik mit wunderbar kreativen Ideen auf diese Ausnahmesituation reagieren, zeigt aber gleichzeitig auch politische Fallstricke und menschliche Abgründe auf. Mehr und mehr wird einem klar, dass dies kein rein fiktionaler Roman, sondern vielmehr eine Parabel auf unseren alltäglichen Umgang mit den Untiefen der Alltagskatastrophen ist. Genial!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Augenöffnend

Wohin du auch gehst
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Mit Büchern in fremde Länder und Kulturen zu reisen, ohne dabei die Sicherheit des eigenen Sofas verlassen zu müssen, ist ein Privileg, das ich viel zu selten nutze. Bei diesem Buch würde ich es aber mehr ...

Mit Büchern in fremde Länder und Kulturen zu reisen, ohne dabei die Sicherheit des eigenen Sofas verlassen zu müssen, ist ein Privileg, das ich viel zu selten nutze. Bei diesem Buch würde ich es aber mehr als nur ein wenig empfehlen, denn es hat mir die Augen geöffnet, in mehr als einer Hinsicht.

Christina Fonthes erzählt die Geschichte von Mira und Bijoux, zwei Generationen einer Familie, die in den unruhigen Zeit der politischen Umwälzung Kinshasas versucht, ihren Weg zu finden und dabei über Umwege in London landet.

Nicht nur, dass wir mit diesen beiden Frauen eine Unmenge an Schicksalsschlägen verfolgen müssen, bekommen wir einen tiefen Einblick, was es heißt, als Frau in Kinshasa (und später Kongo) aufzuwachsen. Wie eng die Familienbande und -zwänge sind, die aus einer lebenslustigen, eigenwilligen Frau wie Mira, eine so gläubige, engstirnige Person zu machen.

Gerade diese krassen Brüche zwischen den verschiedenen Zeitebenen, auf denen wir die beiden Frauen beobachten, haben mich sehr beeindruckt. Insgesamt hat mich das Buch gepackt und mitgerissen und mich zum Schluss etwas zerstört wieder ausgespuckt.

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