Was passiert, wenn man sich in einer wirklich langen Ehe mit Kind befindet, doch plötzlich ein neues Begehren hat? So geht es der Protagonistin in „Auf allen Vieren“ von Miranda July (deutsche Übersetzung ...
Was passiert, wenn man sich in einer wirklich langen Ehe mit Kind befindet, doch plötzlich ein neues Begehren hat? So geht es der Protagonistin in „Auf allen Vieren“ von Miranda July (deutsche Übersetzung von Stefanie Jacobs).
Ursprünglich sollte die namenslose Künstlerin eine Art Road-Trip nach New York machen, den sie sich selbst geschenkt hat. Doch nach ungefähr 30 Minuten Fahrtweg von ihrem Haus, ihrem Mann, ihrem Kind, hält sie an und mietet sich ein Motelzimmer. Sie verliebt sich in einen Mann namens Dawey, der zufällig an der Tankstelle ihre Autoscheibe geputzt hat. Ganz zufällig lässt sie sich außerdem von eine Raumdesignerin ihr Motelzimmer umgestalten - nämlich von Daweys Frau. Sie verbringt die 14 Tage im Motel, nur ihre beste Freundin Jordi weiß davon. Während ihres Aufenthaltes entwickelt sich eine aufreibende Beziehung zu Dawey, die unsere Protagonistin in ein Hinterfragen ihres bisherigen Lebens und eine Angst vor den Wechseljahren und Veränderungen stürzen. Sie weiß: Sie muss zurück und etwas muss sich ändern.
Der Roman wird wirklich durch die Entscheidungen, Gefühle und Gedanken der Protagonistin bestimmt. Man fühlt sich, als würde man an einem ganz fremdem Leben teilnehmen. Vor allem Sexualität und Lust spielen eine große Rolle, was immer wieder deutlich zum Ausdruck kommt. Es passiert nicht immer super viel, aber das war hier auch passend, Was ich besonders mochte ist, wie über Queerness im Buch gesprochen wurde. Die Protagonistin selbst ist queer, sie hat ein nicht-binäres Kind und generell wird in der Geschichte so unfassbar echt darüber berichtet.
Ein Buch für alle, die sich auf eine intime Reise einer spannenden Figur begeben wollen, ohne zu wissen, was sie erwartet.
Insgesamt: 4 von 5⭐️