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Tante_fluffi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

Der große Riss durch ein Land

Der große Riss
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In "Der große Riss" erzählt Cristina Henríquez, was der Bau des Panama-Kanals für die Menschen und die Gesellschaft vor Ort bedeutet hat, dabei stellt sie in ihrem Roman vor allem die Frauen in den Vordergrund. ...

In "Der große Riss" erzählt Cristina Henríquez, was der Bau des Panama-Kanals für die Menschen und die Gesellschaft vor Ort bedeutet hat, dabei stellt sie in ihrem Roman vor allem die Frauen in den Vordergrund.

Viele Menschen suchten in Panama Arbeit, die dort "wie Äpfel von den Bäumen zu pflücken" war, um der bitteren Armut zu entkommen, um sich ein besseres Leben zu ermöglichen - und dabei riskieren sie alles. So macht sich auch die junge Ada aus Barbados auf den Weg nach Panama, um Arbeit zu finden und ihrer kranken Schwester das Leben zu retten.

Was sie vorfindet ist eine gespaltene Gesellschaft: Privilegierte Menschen aus den USA, viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die in Armut leben und voller Hoffnung auf mehr Geld ihr Glück suchen und natürlich auch die Panamaerinnen und Panamaer, deren Land und Alltag sich durch das Eingreifen der USA völlig verändern und die darum fürchten, ihr Zuhause verlassen müssen.

Cristina Henríquez schafft es durch die parallele Erzählung aus verschiedenen Perspektiven, dass die Leserinnen und Leser tief eintauchen können in die Atmosphäre in Panama zur Zeit des Kanalbaus. Spannend und traurig lesen sich die einzelnen Schicksale der Menschen von damals. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und viel gelernt über ein Thema, von dem ich bisher nicht viel wusste.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

"Frieden lässt sich durch nichts ersetzen"

Russische Spezialitäten
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Dmitrij Kapitelman erzählt in "Russische Spezialitäten" die Geschichte seiner Familie, die in den 1980er Jahren aus der Ukraine nach Leipzig kam.
Im ersten Teil des Buches bringt Kapitelman anhand von ...

Dmitrij Kapitelman erzählt in "Russische Spezialitäten" die Geschichte seiner Familie, die in den 1980er Jahren aus der Ukraine nach Leipzig kam.
Im ersten Teil des Buches bringt Kapitelman anhand von Anekdoten den Leser*innen seine Familie, Freunde und Bekannte und ihre Lebensumstände näher. Immer gespickt mit jeder Menge trockenem Humor. So wachsen einem die Personen schnell ans Herz, gleichzeitig merkt man die Zerrissenheit, die der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine für ihn mit sich bringt. So vertraut Kapitelmans Mutter stets auf die "Informationen", die ihr das russische Staatsfernsehen übermittelt. Um sie von der Realtität zu überzeugen, fährt er mitten im Krieg mit dem Flixbus nach Kiew und trifft dort auf alte Bekannte, Angst und dennoch einen Alltag, den die Menschen vor Ort leben.
Oft musste ich schmunzeln über die Figuren und Geschichten, die Dmitrij Kapitelman beschreibt. Trotzdem gehen die ernsten Themen wie Krieg, Antisemtismus und auch Flucht beim Lesen unter die Haut.
"Doch wenn der Frieden fehlt, spürt man das sofort. Frieden lässt sich durch nichts ersetzen." Das ist nur eins von zahlreichen Zitaten, die mich kalt erwischt haben.
Es ist ein besonderes Buch, das mir neue Perspektiven im Bezug auf den Ukraine-Krieg aufgezeigt hat und welche Konflikte damit innerhalb der russischsprachigen Community einhergehen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Kreative Lösungen gegen hohe Mietpreise

Hustle
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Wie kann man sich ein Leben in München leisten, wenn das Einkommen im Hauptjob nicht ausreicht? Mit dieser Frage sieht sich Leonie konfrontiert - die Antwort liefern ihre drei neuen Freundinnen, die jede ...

Wie kann man sich ein Leben in München leisten, wenn das Einkommen im Hauptjob nicht ausreicht? Mit dieser Frage sieht sich Leonie konfrontiert - die Antwort liefern ihre drei neuen Freundinnen, die jede für sich eine kreative Lösung gefunden haben, sich ihr Leben zu finanzieren.

Und so beginnt auch Leonie mit einer neuen Geschäftsidee, ihr Einkommen aufzubessern. Sie hilft Menschen, die betrogen oder verletzt wurden, sich zu rächen. Das gelingt ihr eine Weile sehr gut, bis sie merkt, welches Risiko dabei eingeht.

"Hustle" ist ein unterhaltsamer Roman mit vielen witzigen Dialogen, moralischen Fragen, Spannung und sympathischen Charakteren mit Ecken und Kanten.

Nach dem Lesen bleibt bei mir das Gefühl zurück, dass ich die Personen gern noch besser kennengelernt hätte und ein paar Fragen offen bleiben. Dennoch habe ich das Buch gern gelesen, auch wenn ich festgestellt habe, dass Schleimpilze nicht mein Lieblingsthema sind.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Zu viele Themen auf einmal

Vor hundert Sommern
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"Vor hundert Sommern" von Katharina Fuchs erzählt die Geschichte einer Familie aus Sicht der Frauen über einen Zeitraum von 100 Jahren.

Der Roman beginnt im Jahr 2024 mit Anja und ihrer Tochter Lena und ...

"Vor hundert Sommern" von Katharina Fuchs erzählt die Geschichte einer Familie aus Sicht der Frauen über einen Zeitraum von 100 Jahren.

Der Roman beginnt im Jahr 2024 mit Anja und ihrer Tochter Lena und springt dann immer wieder zurück in die Vergangenheit, um die Geschichte von Anjas Großtante Clara zu erzählen, beginnend im Jahr 1924. Inspiriert wurde die Autorin dabei von der wahren Geschichte genau dieser Großtante Clara, was das Buch für mich gleich noch viel interessanter macht.

Stark sind vor allem die Rückblenden aus Claras Sicht und die Erzählung aus dem Berlin vor 100 Jahren zur Situation der Frauen in einer politisch angespannten Zeit. Es ist immer wieder spannend, in diese Zeit einzutauchen.

Nicht richtig abgeholt haben mich leider viele Kapitel der Gegenwart. Hier habe ich die Dialoge oft konstruiert empfunden und ich hatte das Gefühl, die Autorin versucht wirklich alle Themen, die unsere (weibliche) Gesellschaft zurzeit beschäftigen, im Roman unterzubringen. Das war mir einfach zu viel. Auch die Figuren haben mich nicht erreicht.

Als ich darüber aber hinweg gesehen habe, konnte ich auch wieder gut in eine spannende und bewegende Geschichte abtauchen und fühlte mich von dem Roman dennoch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Drama, Alkohol und wenig Kommunikation

Die Garnett Girls
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Die Garnett-Girls sind der Hingucker auf jedem Event. Die drei Schwestern Rachel, Imogen und Sasha sowie ihre Mutter Margo beschäftigen sie Gesellschaft auf der Isle of Wright und in London, vor allem ...

Die Garnett-Girls sind der Hingucker auf jedem Event. Die drei Schwestern Rachel, Imogen und Sasha sowie ihre Mutter Margo beschäftigen sie Gesellschaft auf der Isle of Wright und in London, vor allem mit viel Drama und Alkohol. Alle sind gefangen in mehr oder weniger toxischen Beziehungen und auch der Umgang miteinander innerhalb der Familie ist alles andere als schön. Über allem schwebt ein großes Familiengeheimnis, das dazu geführt hat, dass alle so geworden sind, wie sie heute sind.

Ich hatte mir eine spannende Familiengeschichte erhofft, gern auch mit Konflikten und alles vor der wundervollen Kulisse der Isle of Wright.

Leider war die Geschichte für mich nicht stimmig, die Figuren ohne Tiefgang, nicht authentisch und wenig sympathisch. Den Umgang mit Alkohol in diesem Buch finde ich sehr problematisch und auch das Frauenbild.

Die Mutter-Tochter-Beziehungen sind konfliktgeladen, aber haben mich nicht abgeholt. Die Umgebung, die Insel und die Küste spielen leider nur eine Nebenrolle und erzeugen nicht die Stimmung, die ich mir erhofft hatte.

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