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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2025

Warum wir wütend sein dürfen - und müssen!

Die Wut, die bleibt
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In „Die Wut, die bleibt“ nimmt sich Helene, Mutter von drei Kindern, beim Abendessen das Leben. Zurück bleiben ihre ihre 15-jährige Tochter Lola und ihre beste Freundin Sarah – und wir begleiten beide ...

In „Die Wut, die bleibt“ nimmt sich Helene, Mutter von drei Kindern, beim Abendessen das Leben. Zurück bleiben ihre ihre 15-jährige Tochter Lola und ihre beste Freundin Sarah – und wir begleiten beide aus ihrer Sicht durch ihre Trauer und Wut.
Mich hat das Buch unglaublich gepackt. Mareike Fallwickl zeigt schonungslos, wie viel Frauen in unserer Gesellschaft leisten, was sie aufgeben – und wie selbstverständlich Männer sich darauf ausruhen. Ich war beim Lesen oft wütend, vor allem auf Helenes Mann, aber auch auf die Strukturen, die genau dieses Ungleichgewicht zementieren. Es ist unbequem, aber so wichtig und notwendig, sich dem zu stellen.
Besonders stark fand ich die beiden Perspektiven: Lola, jung, voller feministischer Wut und Sarah, die aus einer ganz anderen Generation kommt und vieles hingenommen hat. Zwei Stimmen, die sehr unterschiedlich sind und sich doch gegenseitig spiegeln.
Die Wut, die bleibt ist ein kraftvoller, radikaler und absolut notwendiger Roman über Mutterschaft, weibliche Rollenbilder und die Frage, warum Frauen wütend sein dürfen – und müssen. Ein Buch, das nachhallt und das ich jeder Person nur ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 27.08.2025

So so relatable!

No Hard Feelings
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Penny ist Ende zwanzig, und während alle um sie herum scheinbar ihr perfektes Erwachsenenleben führen – Karriere, Beziehungen, Zufriedenheit –, steckt sie fest.
Gefangen in einer toxischen On-Off-Beziehung, ...

Penny ist Ende zwanzig, und während alle um sie herum scheinbar ihr perfektes Erwachsenenleben führen – Karriere, Beziehungen, Zufriedenheit –, steckt sie fest.
Gefangen in einer toxischen On-Off-Beziehung, unzufrieden im Job und geplagt von Panikattacken hat Penny das Gefühl, dass das echte Leben immer nur bei den anderen stattfindet. Ich konnte mich so sehr in Penny wiederfinden. Dieses Gefühl, hinterherzuhinken, während alle anderen schon angekommen sind, war einfach unfassbar relatable. Und gerade deshalb mochte ich es so, dass Penny nicht „perfekt“ ist, sondern voller Zweifel, Sarkasmus und Selbstkritik.
Besonders berührt hat mich, wie das Buch Themen wie Mental Health, Therapie und toxische Beziehungen behandelt. Es ist witzig, ehrlich und manchmal bitter.
Für mich war No Hard Feelings ein großartiges, ehrliches und sehr tröstliches Buch, das einen daran erinnert: Niemand hat sein Leben wirklich im Griff – und das ist völlig okay. 🧡

Veröffentlicht am 27.08.2025

Freundinnenschaft in all ihren Facetten 🧡

Hot Mess
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Für Lexi scheint gerade alles perfekt zu laufen: Ihr Podcast geht durch die Decke. Joanne dagegen hat gerade ein Baby bekommen und fühlt sich seitdem von ihren Freundinnen unverstanden und allein gelassen, ...

Für Lexi scheint gerade alles perfekt zu laufen: Ihr Podcast geht durch die Decke. Joanne dagegen hat gerade ein Baby bekommen und fühlt sich seitdem von ihren Freundinnen unverstanden und allein gelassen, während Claire den Verdacht hat, dass es längst eine neue WhatsApp-Gruppe ohne sie gibt. Als sich die Wege der drei Frauen kreuzen, zeigt sich, wie unterschiedlich Freundschaft aussehen kann – und wie sehr wir sie doch alle brauchen.
Hot Mess hat mich wirklich alles fühlen lassen. Ich fand es unglaublich spannend und berührend, wie komplex und vielschichtig Freundschaften unter Frauen hier dargestellt werden. Das Buch wechselt ganz wunderbar zwischen humorvollen Szenen und ernsten, tiefgehenden Momenten. Auch Themen wie mentale Gesundheit finden ihren Platz – beachtet deshalb unbedingt die Triggerwarnung.
Besonders das Nachwort hat mich noch einmal sehr bewegt – ich musste am Ende tatsächlich ein paar Tränen verdrücken.
Für mich ist Hot Mess ein echtes Highlight, weil es mich auf jeder Ebene berührt hat.

Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein ehrlicher, humorvoller Blick auf Beziehungen, Gewohnheit und Selbstwert 🧡

This isn't happiness
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In This Isn’t Happiness begleiten wir Amy und Josh, die seit zehn Jahren zusammen sind und sich immer tiefer in Routinen verlieren. Erst als Joshs Eltern kurzerhand bestimmen, dass nun geheiratet wird, ...

In This Isn’t Happiness begleiten wir Amy und Josh, die seit zehn Jahren zusammen sind und sich immer tiefer in Routinen verlieren. Erst als Joshs Eltern kurzerhand bestimmen, dass nun geheiratet wird, beginnt Amy wirklich zu hinterfragen: Wo ist die Romantik eigentlich hin? Warum fühlt sich alles nach Alltag an statt nach Liebe? Und wieso scheint ihr Freund absolut unbeteiligt – egal, wie sehr sie sich Mühe gibt?

Ich fand dieses Thema unglaublich spannend: Wann ist eine Beziehung noch Liebe – und wann nur noch Gewohnheit?
Die Autorin geht diese Frage mit so viel Humor und einer schonungslos ehrlichen Leichtigkeit an, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ich habe wirklich oft gelacht, aber gleichzeitig so sehr mit Amy mitgefühlt. Sie ist eine Figur, in der man sich ganz leicht wiederfinden kann.

Josh dagegen hat mich regelmäßig wütend gemacht. Fitness, Gym, Protein – alles wichtiger als seine Beziehung. Gleichzeitig habe ich mich ständig gefragt: Warum reden die beiden nicht einfach miteinander?

Sehr mochte ich auch Amys persönliche Entwicklung. Nicht nur die Beziehung steht im Fokus, sondern vor allem ihr Weg zu mehr Selbstwert, Mut und Klarheit. Besonders die Szenen aus ihrem Job und ihre Ansprache beim Schulwettbewerb haben mich total berührt und gezeigt, wie viel Stärke eigentlich in ihr steckt.

Die Nebencharaktere bringen viel Dynamik hinein. Bei einigen Figuren hätte ich mir sogar noch mehr Einblicke gewünscht, besonders bei Lace. Die Auflösung rund um ihre Geschichte war für mich nicht ganz rund.

Trotz kleiner Schwächen war das Buch für mich ein echtes Highlight. Es erzählt auf warmherzige, witzige und ehrliche Weise von Selbstfindung, Beziehungen und der Frage, was wir wirklich wollen und auch verdienen. Ich hatte eine richtig gute Zeit beim Lesen – ich habe viel gelacht und viel gefühlt. 🧡✨

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Einfühlsamer Coming-of-Age Roman 💛

Beste Zeiten
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Sickan ist 21 und verlässt ihr altes Leben in der schwedischen Provinz, um in Stockholm neu anzufangen. Sie will dazugehören, Freundschaften schließen, ausgehen, ein echtes Studentenleben führen – und ...

Sickan ist 21 und verlässt ihr altes Leben in der schwedischen Provinz, um in Stockholm neu anzufangen. Sie will dazugehören, Freundschaften schließen, ausgehen, ein echtes Studentenleben führen – und vor allem herausfinden, wer sie eigentlich ist.

Jenny Mustards Schreibstil ist poetisch, direkt und sehr nahbar. Ich habe den Roman fast in einem Rutsch gelesen, weil ich so mit Sickan mitgefühlt habe. Besonders das Gefühl, sich anpassen zu müssen und ständig zu überlegen, wie man auf andere wirkt, war unglaublich gut getroffen und sehr nachvollziehbar.

Die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind großartig gelungen. Nach und nach setzt sich so ein Gesamtbild von Sickan zusammen, das erklärt, warum sie fühlt und handelt, wie sie es tut.

Besonders stark fand ich Sickans Entwicklung: von der unsicheren, angepassten Studentin hin zu jemandem, der mutiger wird, sich ausprobiert und Grenzen zieht.

Auch ihre Freundschaft mit Hanna ist für mich ein zentrales Highlight der Geschichte – berührend, herausfordernd und sehr realistisch.

Die Geschichte spricht viele große Themen an: Identität, Zugehörigkeit, Freundschaft, Loyalität, erste Liebe, Herzschmerz und das Suchen nach dem eigenen Platz im Leben. Alles bleibt dabei nah an der Realität und wirkt ehrlich und ungeschönt.

Ein weiteres Highlight für mich war das Setting in Stockholm. Die kleinen schwedischen Begriffe und Details machen das Buch außerdem noch atmosphärischer.

Alles in allem ist Beste Zeiten ein kluger, einfühlsamer Coming-of-Age-Roman, der bestimmt noch lange in mir nachwirken wird.

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