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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2025

Das Sterben und den Tod greifbar/begreifbar machen

Der Club der kalten Hände
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Ich kenne selbst eine Familie die ein Bestattungsunternehmen hat und die Kinder wachsen damit auf, der jüngste hat im Kindergarten mal ganz plastisch davon erzählt und die Kinder waren überfordert und ...

Ich kenne selbst eine Familie die ein Bestattungsunternehmen hat und die Kinder wachsen damit auf, der jüngste hat im Kindergarten mal ganz plastisch davon erzählt und die Kinder waren überfordert und erstaunt, vielleicht auch eher verängstigt. Der Kindergarten hat dann das Gespräch mit den Eltern gesucht und genau wegen so einer Situation finde ich dieses Buch toll, es zeigt auf der einen Seite das Kinder neugierig sind und sein dürfen und auf der anderen Seite, das ein Leben auch einmal endet, das nicht nur ältere Menschen sterben, sondern jeder irgendwann und es zeigt auf was dann geschieht mit dem Verstorbenen. Die Kinder der Kindergartengruppe haben das daraufhin auch zum Thema gemacht, einige Kinder erzählten schon von Erfahrungen, der Vater des Kindes war zunächst im Kindergarten und hat davon erzählt was er Beruflich macht, und schließlich war die Gruppe dann im Bestattungshaus. Da der Tod zum Leben dazugehört bietet dieses Buch einen tollen Anfang Kinder behutsam an das Thema heranzuführen, selbst Erwachsene haben ja Berührungsängste und auch das darf man haben. Das Buch ist toll aufgeteilt, sachlich, verständlich und kindgerecht erklärt und wird durch schöne Illustrationen unterstützt, ich finde es gelungen und empfehle es gerne.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Wie die richtigen Worte bei einen schweren Thema finden?

Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln! Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch
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Ein hochsensibles Thema und ein Thema was nicht einfach zu erklären ist und was ja auch weitere Fragen aufzeigt. Auf der anderen Seite ist es ein wichtiges Thema, was gerne tabuisiert wird, aber immer ...

Ein hochsensibles Thema und ein Thema was nicht einfach zu erklären ist und was ja auch weitere Fragen aufzeigt. Auf der anderen Seite ist es ein wichtiges Thema, was gerne tabuisiert wird, aber immer wieder angesprochen werden muss. Nur fragt man sich als Erwachsener, wie schütze ich meine Kinder und wie erkläre ich ihnen was ihr Recht ist und wo sie auch Nein sagen dürfen und müssen. Wie erklärt man Kindern das eben nicht alle Menschen ihnen gutes tun, sondern Dinge verlangen die nicht in Ordnung sind und dass diese Menschen überall sein können, ohne den Kindern Angst zu machen oder sie übervorsichtig reagieren zu lassen. Das Buch richtet sich an Kinder ab 5 Jahren, ich finde sie sollten es aber nicht alleine ansehen und lesen, es könnte einiges missverstanden werden. Der Aufbau, die Erklärung und die Illustrationen in diesem Buch sind sehr gelungen, sensibel und alltagsnah. Ein Buch, was Erwachsenen zeigt wie sie mit ihrem Kind ins Gespräch kommen könne. Kinder sind unser höchstes Gut, Kinder sollen spielen und glücklich sein, sie haben ein Recht auf Unversehrtheit und müssen das Leben erst lernen. Mutig als Autoren sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen um dann Kindern und Erwachsene mit diesem Buch eine Möglichkeit zu bieten, mit seinem Kind ins Gespräch zu kommen und Dinge zu verstehen und zu erklären.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

„Die allermutigste Handlung ist immer noch, selbst zu denken. Laut!“ (Coco Chanel)

Es könnte so einfach sein
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Ich durfte dieses Buch mit einem Schmunzeln anfangen, es gibt von den Fantastischen Vier eine Lied da heißt es im Text: „Es könnte so einfach sein“ und dann „ist es aber nicht..“, dieses Lied habe ich ...

Ich durfte dieses Buch mit einem Schmunzeln anfangen, es gibt von den Fantastischen Vier eine Lied da heißt es im Text: „Es könnte so einfach sein“ und dann „ist es aber nicht..“, dieses Lied habe ich immer wieder vor mir her gesummt, so lassen sich auch Dinge anfangen. Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, zeigt es doch wie sehr Frauen übersehen und wie stark sie sich immer wieder in der männerdominierten Welt beweisen müssen. Jahrelang ist Vera Albach eigentlich schon eine erfolgreiche Autorin nur leider kennt sie niemand. Ihre Bücher sind schon lange nicht mehr aus der Verlagswelt wegzudenken, sie als Autorin wir aber verschwiegen zugunsten eines Männernamens unter dem die Bücher seit Anfang an verkauft werden. Die Frage kommt auf, lässt sich ein Buch einer Autorin zu der Zeit nicht verkaufen. Die Antwort war klar, nein, zu dieser Zeit hätte man kein Buch gekauft was von einer Autorin geschrieben wurde, erstaunlich. Ich denke das Frauen in vielen Bereichen noch ausgebremst werden Frauen im Beruf müssen sich oft mit Vorurteilen, mangelnder Anerkennung und der sogenannten gläsernen Decke auseinandersetzen. Sie kämpfen mit traditionellen Geschlechterrollen, die ihre Karrierechancen einschränken, und stehen vor Herausforderungen wie flexiblen Arbeitszeitmodellen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Gehaltsunterschieden. Wie gehen wir als Gesellschaft damit um, eine gute Frage eine Chancengleichheit, gleiches Gehalt und einige Dinge müssten einfacher sein und dürfen die Frau nicht mehr vor ein entweder oder stellen, das wird aber noch ein sehr langer Weg. Bei Vera und Leo sind die Rollen eigentlich anders gestellt, sie schreibt Bücher, er ist eher der ruhige im Hintergrund. Die von vielen als ganz natürlich vorausgesetzte Rolle der Mutter hat Vera nicht erfüllt, muss man das, kann man, darf man sich auch gegen Kinder entscheiden und dennoch Frau und Familie sein, wieder ein Gesellschaftsgedanke. Vera und Leo bekommen das hin, sie begegnen sich voller Respekt, Ehrlichkeit und einer gewissen Selbstironie, in einer Zeit wo es anfing, dass Ehen aus Liebe geschlossen wurden und somit eine ganz neue Art der Beziehung entstand. Ein schöner Satz im Buch der noch zu erwähnen ist, ist "Was genau haben Sie gegen Sonnenuntergänge?", fragte sie den Kritiker, "oder gegen Träume? Was genau ist falsch daran, wenn Menschen schwärmen, hoffen und lieben?" An diesem Buch hat mir eigentlich alles gefallen, das fängt beim Cover an, geht über die sehr warme gleitende Schreibweise mit all ihren Direktheiten und Endet in dem Gefühl hoffentlich kommt noch mehr. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Eine Familiengeschichte die viel Mut benötigt

Meine Mutter
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Eine Familiengeschichte die viel Mut benötigt, mit diesem Buch der Autorin Bettina Flitner „Meine Mutter“ geht sie ihren ganz einen Weg zurück in die Geschichte ihrer Familie. Aus dem Klappentext: Ich ...

Eine Familiengeschichte die viel Mut benötigt, mit diesem Buch der Autorin Bettina Flitner „Meine Mutter“ geht sie ihren ganz einen Weg zurück in die Geschichte ihrer Familie. Aus dem Klappentext: Ich holte die Fotos meiner Schwester hervor. Ich hatte sie ein paar Monate, bevor auch sie sich das Leben genommen hatte, fotografiert, vor sechs Jahren. 33 Jahre nach meiner Mutter, fast auf den Tag genau. Ich legte sie neben die Fotos meiner Mutter. Meine Schwester strahlt mich an, meine Mutter hingegen schaut mit einer radikalen Traurigkeit in die Kamera der anderen Fotografin. Aber beide wirken seltsam durchsichtig, als ob sie sich allmählich in der Umgebung auflösen würden. Meine Mutter, meine Schwester. Was ist eigentlich passiert? Warum? Wo ist der Ursprung für das alles? (Klappentext Ende) In einer warmherzig, offenen und berührenden Geschichte erzählt die Autorin behutsam von ihrer Herkunft, von Schuld, Erinnerung, Mut, Verlust, Vertreibung und Verfolgung und wie sie trotz der widrigen Umstände ihren eigenen Weg gegangen ist um nun die Kraft zu haben den Weg ihrer Familie Rückwertsgehend zu erleben und auszuhalten. Das Buch ist eine Verarbeitung und gleichzeitig eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Das Foto auf dem Klappentext lässt erahnen wie groß das festhalten und loslassen der Familie war. Wieviel hält einen Familie und man selber aus, kann man verzeihen, darf man damit hadern, oder sich wie hier auf den Weg machen um die ganze Geschichte zu erfahren um letztendlich verstehen zu können. Das Buch ist nach „Meine Schwester“ ein weiteres sehr berührendes und privates Buch was ich mit großem Interesse gelesen habe und was es verdient gut bewertet zu werden, damit andere Leser den Mut finden sich in die Geschichte einzulassen, ich habe mich vorsichtig, weil ein Thema über Suizid immer sehr dunkle Seiten hat, aber gerne drauf eingelassen und am Ende konnte man spüren was wirklich geschehen ist und warum ihre Mutter und auch ihre Schwester diesen Weg gegangen sind. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

(Ichigo ichie) „Ein Leben, eine Begegnung“

Onigiri
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Dieser Debütroman „Onigiri“ (Onigiri sind gewürzte Knödel oder Klöße aus Reis der japanischen Küche) der Autorin Yuko Kuhn erzählt eine faszinierende deutsch-Japanische Geschichte, die Autorin selber wuchs ...

Dieser Debütroman „Onigiri“ (Onigiri sind gewürzte Knödel oder Klöße aus Reis der japanischen Küche) der Autorin Yuko Kuhn erzählt eine faszinierende deutsch-Japanische Geschichte, die Autorin selber wuchs zwischen diesen beiden Kulturen auf, ihre Mutter ist in den 1970er Jahren nach Deutschland ausgewandert. Die Mutter der Protagonistin ist auch nach Deutschland ausgewandert und lebt jetzt in einem Pflegeheim, sie ist dabei in die Demenz abzugleiten und damit ihr Leben nicht nur hier in Deutschland, sondern auch ihres in Japan zu vergessen, aber kann man ein Leben vergessen? Akis hat sich vorgenommen noch einmal mit ihrer Mutter in ihre Heimat nach Japan zu fahren, Akis Heimat ist Deutschland, hier leben die Großeltern, ihr Vater, ihr Bruder und ihre eigene Familie. Beide Frauen machen sich auf den Weg nach Japan und trotz der Demenz scheint ihre Mutter aufzublühen, die Kultur und ihre Familie dort lassen sie noch einmal ihr Japan erleben, eine Reise wo beide zwischen den Kulturen verloren zu gehen drohen, sich aber schließlich neu finden. Eine interessante Reise, Ichigo ichie, was so viel bedeutet wie „Ein Leben, eine Begegnung“. Es erinnert daran, dass jede Begegnung, auch innerhalb der Familie, eine einzigartige und kostbare Erfahrung ist, die man wertschätzen sollte. Ich glaube ein größeres Geschenkt hätte Akis ihrer Mutter gar nicht machen können. Ein sehr warmherzig und offener Roman, den ich sehr gerne gelesen habe und weiterempfehlen möchte, begeben Sie sich als Leser auf diese Reise und entdecken sie die Geschichte von Akis und ihrer Familie. Vielen Dank.

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