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Veröffentlicht am 10.11.2025

Packende Fortsetzung - spannend, mit kleinen Schwächen

Royal Institute of Magic, Band 4 - Die geheimnisvolle Legende
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Ich war auch dieses Mal gespannt auf die Fortsetzung der "Royal Institute of Magic"-Reihe von Victor Kloss. "Die geheimnisvolle Legende" ist bereits der vierte Band, der nahtlos an die vorangegangenen ...

Ich war auch dieses Mal gespannt auf die Fortsetzung der "Royal Institute of Magic"-Reihe von Victor Kloss. "Die geheimnisvolle Legende" ist bereits der vierte Band, der nahtlos an die vorangegangenen Bücher anschließt und somit nichts für einen Quereinstieg ist. Aber für alle, die Jugendbücher aus dem Fantasy-Genre mögen, lohnt sich ein Blick in die Reihe! Denn obwohl ich an jedem der bisher erschienenen Bände ein wenig Kritik üben musste, hat mich die Story doch irgendwie noch immer gepackt.
Ben Greenwood hat den großen Auftrag, Elizabeths Rüstung zu vereinen, um damit den Dunkelelfen entgegentreten zu können. In diesem Band begibt er sich nun auf die Spur des magischen Brustpanzers, die ihn vor neue Herausforderungen und Gefahren stellt. Begleitet wird Ben dabei wieder von seinen Freunden Natalie und Charlie.
Ich mag die drei wirklich sehr gerne vor allem Charlie mit seiner eher wissenschaftlichen Art und seinem wachsenden Mut. Ben steht wegen seiner besonderen Aufgabe natürlich stärker im Fokus, aber ohne die beiden anderen würde er nicht sehr weit kommen. In diesem Band ist Natalie meiner Meinung nach leider ein wenig untergegangen, denn auch wenn sie fast die ganze Zeit dabei war, blieb sie recht passiv. Das ist schade, denn eigentlich ist sie ein sehr starker Charakter.
Die vielen Nebencharaktere konnten mich leider noch immer nicht so sehr überzeugen, da sie häufig wie Füllwerk wirken, kaum Hintergründe haben und für mich einfach austauschbar sind. Was mir an der Geschichte dafür umso besser gefällt, ist der Weltenbau - zum Beispiel mit Spellshootern, mit denen Magieperlen abgefeuert werden, oder dem sehr coolen Spiel Zauberattacke.
Auch hier gibt es zwar einige kleine Kritikpunkte und Logikfehler, aber trotzdem mag ich die Welt mit den verborgenen Königreichen, in denen magische Wesen leben, und der Gefahr, die von dem bösen König der Dunkelelfen ausgeht. Endlich bringt das Buch hier auch ein wenig mehr Tiefe mit sich und zeigt, dass nicht jeder Dunkelelf zur dunklen Seite gehört.
Die Reihe ist nicht perfekt, aber trotzdem habe ich sie sehr gerne gelesen und werde dranbleiben. Ich bin gespannt, wie das Abenteuer weitergeht und wie Ben die restlichen Bestandteile der magischen Rüstung finden wird. Da es in den meisten Bänden einige durchaus brutale Szenen gibt, empfehle ich die Reihe allen ab etwa 10 Jahren, die Lust auf eine spannende, wenn auch nicht ganz ausgereifte und dennoch packende Geschichte voller Magie haben.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Historischer Jugendkrimi mit realem Hintergrund und kluger Ermittlerin

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Historische Kriminalromane für Jugendliche finde ich persönlich sehr interessant, und auch einer meiner Söhne kann sich für solche Bücher begeistern. Deshalb war ich sehr gespannt auf "Greta Grimaldi und ...

Historische Kriminalromane für Jugendliche finde ich persönlich sehr interessant, und auch einer meiner Söhne kann sich für solche Bücher begeistern. Deshalb war ich sehr gespannt auf "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" von Davide Morosinotto.
Greta Grimaldi kommt im Jahr 1829 nach Nürnberg, um dort mit ihrem Vater an einem besonderen Kriminalfall zu arbeiten. Kaspar Hauser, ein junger Mann, dessen Herkunft ein großes Rätsel ist, wird bedroht. Dr. Grimaldi soll ermitteln und auch Greta beginnt sogleich mit den Nachforschungen, denn sie besitzt einen außerordentlich scharfen Verstand.
Der Fall Kaspar Hauser beruht auf wahren Begebenheiten. Bis heute ist seine wahre Herkunft nicht geklärt. Davide Morosinotto vermischt in diesem Buch Fiktion und Wahrheit und schafft eine fiktive, aber durchaus mögliche Erklärung für einige wahre Begebenheiten dieser Zeit.
Dabei kommt das historische Setting der Geschichte ganz wunderbar heraus. Die Figuren sind mit Kutschen oder Sänften unterwegs, und es gibt gewisse gesellschaftliche Erwartungen an Greta, denen sie eher weniger entspricht. Auch die Dialoge passen sprachlich in Zeit, sind aber trotzdem gut verständlich. Dazu ist die Gestaltung des Buches wirklich gelungen: Es gibt Illustrationen von historischen Dokumenten und Bilder, die das Nürnberg dieser Zeit zeigen.
Greta ist eine sehr interessante Figur, da sie ihrer Zeit ein wenig voraus scheint und sehr eigenständig die Ermittlungen vorantreibt. Gleichzeitig ist sie in manchen Situationen aber auch naiv, was zu ihrem Alter durchaus passt. Durch ihre Neugier und ihren scharfen Verstand kann sie jedoch viel erreichen. Allerdings wird immer wieder deutlich, dass sie als Mädchen in dieser Zeit nicht viel zu sagen hat. So ist Greta zwar fortschrittlich, muss sich aber den gesellschaftlichen Anforderungen an sie immer wieder anpassen.
Die Ermittlungen selbst haben sich für meinen Geschmack teilweise ein wenig gezogen, aber trotzdem kommt gerade zum Schluss eine gute Spannung auf. Man möchte einfach wissen, was hinter der Bedrohung für Kaspar Hauser steckt und wie die verschiedenen historischen Figuren, die teilweise wirklich existiert haben, in den Fall verstrickt sind.
Die Altersempfehlung ab 12 Jahren ist durchaus passend. Dabei sollte man sich aber bewusst sein, dass der Fall gerade zum Ende hin einen eher tragischen Verlauf nimmt. Es empfiehlt sich daher, die Triggerwarnung am Ende des Buches zu lesen, falls man sich unsicher ist, ob das Buch für das eigene Kind passend ist.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Cooler Minecraft-Comic für Kinder ab dem Grundschulalter

Tagebuch eines Noobs Kriegers - Der Comic Bd. 5 - Ein denkwürdiges Gastmahl
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Comics und Minecraft sind schon eine sehr coole Kombination, die meine Jungs sehr mögen. "Tagebuch eines Noobs Kriegers - Ein denkwürdiges Gastmahl" von Pirate Sourcil, Jez und Odone ist nun schon der ...

Comics und Minecraft sind schon eine sehr coole Kombination, die meine Jungs sehr mögen. "Tagebuch eines Noobs Kriegers - Ein denkwürdiges Gastmahl" von Pirate Sourcil, Jez und Odone ist nun schon der fünfte Band aus der Reihe, der die Geschichte von Minus, einem Dorfbewohner, der zum Krieger werden wollte, weitererzählt.
Als fortlaufende Geschichte muss man sich bewusst sein, dass der Einstieg ohne Vorwissen möglich ist, man aber ziemlich in die Geschichte hineingeworfen wird. Auch meine Kinder und ich kennen nicht alle vorangegangenen Bände, hatten aber trotzdem keine Probleme, der Geschichte dieses Bandes zu folgen.
Diese beginnt gleich mit der Rückkehr der Abenteurer aus dem Ende. Minus und seine Begleiter werden von einem Dorfbewohner in ein Dorf begleitet, wo sie ein großes Fest zu ihren Ehren erwartet. Doch hinter der Freundlichkeit der Dorfbewohner versteckt sich viel mehr. Es beginnt ein neues, spannendes Abenteuer - natürlich mit Monstern, Zombies und einigen coolen Ideen, die perfekt in die Minecraft-Welt passen.
Die Gestaltung des Comics hat uns gleich sehr gut gefallen. Alles ist eckig, so wie man es aus der Blockwelt gewöhnt ist und trotzdem lebendig. Die Charaktere sind sehr ausdrucksstark gezeichnet. Dabei sehen sich einige Figuren sehr ähnlich, was für einige witzige Momente sorgt. Auch der Humor hat uns sehr gut gefallen. Die Dorfbewohner sind natürlich sehr auf das Handeln fixiert, was zu einigen witzigen Situationen führt.
Lediglich die Länge des Comics hat meine Söhne und mich ein wenig enttäuscht. Der Comic ist sehr schnell durchgelesen und durch den Fortlauf der Geschichte über mehrere Bände hinweg ist die Story natürlich noch nicht abgeschlossen. Am besten ist es wohl, wenn man direkt alle Bände hintereinander liest. Dann machen Minus' Abenteuer mit Sicherheit noch viel mehr Spaß und motivieren jeden Minecraft-Fan im Grundschulalter zum Lesen.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Geheimnisvoller Weltenbau, verbotene Liebe - mit kleinen Längen

Honor & Claws 1: Untamed Hearts
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Es war für mich mal wieder Zeit für eine Romantasy. Gelesen habe ich diesmal "Honor & Claws 1: Untamed Hearts" von Asuka Lionera. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, aber der Schreibstil ...

Es war für mich mal wieder Zeit für eine Romantasy. Gelesen habe ich diesmal "Honor & Claws 1: Untamed Hearts" von Asuka Lionera. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, aber der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen und die Story klang gleich vielversprechend:
Mystische Bestien, die eine ganze Welt bedrohen; eine angehende Jägerin, die ihre verstorbene Familie rächen will; ein Fremder, der auf der Seite der Bestien steht und zu einem geheimnisvollen Sternenvolk gehört; und natürlich eine verbotene Anziehung zwischen den beiden.
Vor allem auf den Weltenaufbau der Geschichte war ich sehr gespannt. Doch man muss sich tatsächlich ein bisschen gedulden, bis man genug Informationen erhält, um alles zu verstehen. Es ist sehr geheimnisvoll, vor allem wenn es um die Celester - das Sternenvolk - und ihre Verbindung zu dieser Welt und den Bestien, geht.
Erst einmal begleitet man nämlich Reina, eine Jägerrekrutin, die etwas erfolglos bei der Bestienjagd ist und gar nicht viel über die Celester weiß. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit ihr warm zu werden, konnte sie aber im Laufe der Geschichte immer besser verstehen. Sympathischer war mir dafür der männliche Part, der geheimnisvolle Gavin, dessen Sicht sich immer wieder mit Reinas abwechselt.
So erlebt man zusammen mit den beiden ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Bestien, die Welt und natürlich die jeweiligen Völker. Die Bestien, die außergewöhnliche Fähigkeiten haben und sehr gefährlich werden können, haben mir als besonderes Merkmal dieser Fantasywelt ausgesprochen gut gefallen - insbesondere die dreischwänzige Füchsin.
Die verbotene Anziehung zwischen den Reina und Gavin hat mich auch total erreicht, gerade weil sie etwas länger braucht, um sich so richtig zu entwickeln und zu entfalten. Die Liebesgeschichte hat dabei genau richtig viel Raum eingenommen und die Gefühle der beiden lesen sich sehr schön.
Dafür hatte das Buch aber leider auch ein paar Längen und hätte für meinen Geschmack noch ein wenig mehr Action und Spannung vertragen können. Das Ende macht aber dafür sehr neugierig auf den nächsten Band dieser Dilogie. Es bleiben einige Fragen ungeklärt und neue werden aufgeworfen, sodass ich gerne auch den zweiten Teil lesen möchte, um zu erfahren, was mit Reina, Gavin und der dreischwänzigen Füchsin passiert.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Zwischen Fantasie und Realität - ein ernstes Buch, das berührt und stärkt

Dodo
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"Dodo" von Mohana van den Kroonenberg ist eine sehr berührende Geschichte über einen zwölfjährigen Jungen. Dorian kommt auf eine neue Schule. Bei der Vorstellungsrunde geht für ihn alles schief, was nur ...

"Dodo" von Mohana van den Kroonenberg ist eine sehr berührende Geschichte über einen zwölfjährigen Jungen. Dorian kommt auf eine neue Schule. Bei der Vorstellungsrunde geht für ihn alles schief, was nur schiefgehen kann. Er beschließt daraufhin, nie mehr zu reden - mit niemandem - und zieht sich immer mehr in sich zurück. Der einzige Freund, der ihm bleibt, ist ein Dodo, zu dem er eine tiefe Verbindung spürt.
Es gibt einige lustige und leichte Szenen, doch man merkt beim Lesen, dass es Dorian die meiste Zeit nicht gut geht. Er flüchtet sich in eine Fantasiewelt, schwelgt in Erinnerungen und kapselt sich von allen ab. In seiner Fantasie spürt er noch eine gewisse Leichtigkeit, doch in der Realität ist Dorian traurig und allein.
Mohana van den Kroonenberg spricht damit ein schwieriges Thema für Jugendliche an. Der Übergang zu einer neuen Schule ist oft herausfordernd und viele sind gerade in dieser Zeit von Selbstzweifeln geplagt. "Dodo" ist ein vorwiegend ernstes Buch, denn Dorian macht sich viele Gedanken darüber, wer er ist, wer er sein möchte und was ihn so unzufrieden macht: Er selbst? Seine Freunde? Seine Mitschüler? Oder etwas anderes?
Dorians Probleme sind so greifbar für alle Lesenden, auch wenn man selbst nicht davon betroffen ist. Man spürt seine Selbstzweifel, seine Unsicherheit und seinen Wunsch, dazuzugehören. Doch die Botschaft, die in "Dodo" steckt, ist durchweg positiv. Sie zeigt, wie wichtig Freundschaft ist, aber auch, dass manche Menschen Zeit, Hilfe und Verständnis brauchen. Die Geschichte macht Mut, zu den eigenen vermeintlichen Makeln oder Schwächen zu stehen und sich bei Problemen Hilfe zu suchen.
Sicherlich ist "Dodo" keine einfache Geschichte, aber vor allem Kindern, die selbst an sich zweifeln oder nach einem Schulwechsel verunsichert sind, könnten hier Bestärkung finden, denn sie zeigt auch, dass die meisten Menschen irgendwelche Ängste oder Sorgen haben und dass ein anderer Blickwinkel manchmal hilft, um diese zu überwinden.

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