Profilbild von blackbeard

blackbeard

Lesejury Profi
offline

blackbeard ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit blackbeard über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2024

Die Akte Nordsee ist dieses Mal etwas dünn

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
2

Die Fortsetzung der Reihe “Akte Nordsee” von Eva Almstädt punktet gleich zu Beginn mit dem Cover und der Gestaltung des Einbandes. Die kühlen Farben des Wassers und das friesisch anmutende Dorf im Hintergrund ...

Die Fortsetzung der Reihe “Akte Nordsee” von Eva Almstädt punktet gleich zu Beginn mit dem Cover und der Gestaltung des Einbandes. Die kühlen Farben des Wassers und das friesisch anmutende Dorf im Hintergrund passen ausgezeichnet zum Titel.

“Das schweigende Dorf” beginnt mit einem Prolog, der zunächst völlig aus der Luft gegriffen scheint - und es auch eine ganze Weile lang bleiben wird. Ein pensionierter Polizist sucht schon lange heimlich nach einer Leiche im Kanal, bleibt aber ohne Erfolg.
Im ersten Kapitel tauchen dann aber die bereits bekannten Hauptfiguren Niklas John, ein Journalist, der gerade von einer Kriegsreportage aus der Ukraine zurück kommt, und Fentje Jacobsen, eine Rechtsanwältin, die mit bisher mäßigem Erfolg versucht, ihre Anwaltskanzlei auf dem Schafhof ihrer Großeltern zum Laufen zu bringen. Dort erhält sie spätabends auch einen seltsamen Anruf von einem ihr unbekannten Sascha, der behauptet einen Mord begangen zu haben und ihre Hilfe zu brauchen. Die Polizei interessiert sich zunächst nicht für dieses ungewöhnliche Geständnis, bis im nahegelegenen Dorf Helenendeich zwei Leichen entdeckt werden. Fentje ist sofort angefixt und beschließt, im Sinne ihres Beinahe-Mandanten Ermittlungen anzustellen. Gleichzeitig wird Niklas vom Staatsanwalt beauftragt, einen Artikel über die Geschehnisse und den Tatort zu schreiben. Bei den beiden Toten handelt es sich um einen C-Promi und seinen Koch, mit gut gehenden Restaurants in Husum, auf Sylt und Föhr.
Im Gegensatz zu den vorherigen beiden Bänden verstehen sich Niklas und Fentje jetzt schon deutlich besser und beschließen, von vornherein zusammenzuarbeiten. Niklas’ gelegentliche Golfpartien mit dem Staatsanwalt sind dieses Mal essentiell für Fentje, die mit ihren Ermittlungsversuchen im Dorf eher auf taube Ohren stößt.

Diese Konstellation war für mich auch eines der Probleme beim Lesen. Fentje hat keinen offiziellen Ermittlungsauftrag und versucht mit recht weit hergeholten Geschichten einen Zugang zur Dorfgemeinschaft zu finden. Niklas bekommt zwar immer wieder offiziell Informationen für seine Artikel, spricht sein Vorgehen dann aber irgendwie doch nicht immer mit Fentje ab - und das, obwohl beide doch dieses Mal zusammenarbeiten wollten. Die beiden ermitteln mehr nebeneinander her als gemeinsam und das hat mich das eine oder andere Mal gestört.

Sprachlich und erzählerisch liefert Eva Almstädt wie gewohnt ein sehr hohes Niveau. Das Buch lässt sich gut lesen, man fühlt sich gleich wieder auf dem Jacobsen-Hof zuhause und auch die Vielzahl der Personen war für mich überhaupt kein Problem. Die Geschichte ist ziemlich verwickelt und löst sich nur langsam auf: Man muss zum Beispiel ziemlich geduldig sein, um den Hintergrund des Prologs zu verstehen.
Allerdings muss ich sagen, dass dieses Buch eindeutig das Schwächste der Reihe ist. Der Krimi-Anteil der Geschichte ist recht niedrig und will keine richtige Fahrt aufnehmen. Die Ermittlungsversuche von Fentje wirken teilweise zufällig, ich konnte keinen wirklichen roten Faden erkennen.

Trotz allem hatte ich großen Spaß beim Lesen - ich mag die Reihe immer noch sehr und hoffe auf eine Fortsetzung, die auch Krimi-technisch wieder an das Niveau der ersten beiden Bände anknüpft. Allen Neueinsteigern empfehle ich, mit Band 1 der Reihe anzufangen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 11.04.2024

Solide Ermittlungen auf dem Campingplatz

Nachtstille - Karla Sommerfeld ermittelt
0

"Nachtstille - Karla Sommerfeld ermittelt" ist ein klassischer Krimi mit der sympathischen Ermittlerin Hauptkommissarin Karla Sommerfeld.

Die beiden befreundeten Pärchen Marc, Sophia, Benjamin und Miriam ...

"Nachtstille - Karla Sommerfeld ermittelt" ist ein klassischer Krimi mit der sympathischen Ermittlerin Hauptkommissarin Karla Sommerfeld.

Die beiden befreundeten Pärchen Marc, Sophia, Benjamin und Miriam machen auf dem Weg in den Italienurlaub einen Zwischenstopp auf einem kleinen Campingplatz in Süddeutschland. Sie wollen dort einen entspannten Abend verbringen und am nächsten Tag weiterfahren. Sophia, die noch ziemlich mit dem plötzlichen Tod ihrer Eltern zu kämpfen hat, macht einen kleinen Abendspaziergang, um besser schlafen zu können. Allerdings kommt sie von diesem Spaziergang nie zurück und wird am nächsten Morgen von ihren Freunden vermisst gemeldet. Hauptkommissarin Karla Sommerfeldt von der örtlichen Polizei beginnt noch am selben Tag mit der Suche nach der Vermissten. Da Sophia sich vermutlich nur auf dem Campingplatz und im angrenzenden Waldstück aufgehalten hat, beschränken sich die Ermittlungen auf den kleinen Campingplatz und seine Bewohner. Karla und ihr Kollege befragen alle Beteiligten und decken nach und nach ziemlich verworrene Zusammenhänge auf.

Ich habe das Buch an einem Stück durchgelesen und fand es interessant. Die Storyline ist meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und hat keine Lücken oder Logikfehler, aber ich bin leider trotzdem nie richtig reingekommen. Ich hatte das Gefühl, dass neue Aspekte des Falls zu plötzlich ans Licht kommen. Unvorhergesehene Wendungen sind ja eigentlich eine wünschenswerte Sache bei einem Krimi, aber hier haben sie mich immer wieder gestört und wirkten mir zu konstruiert.
Die Charaktere sind gut beschrieben, ich finde sie aber an vielen Stellen zu blass. Bei nur knapp 200 Seiten wäre vielleicht noch etwas Platz dafür gewesen. Einzig von Karla Sommerfeld erfährt man einiges. Sie ist mir eigentlich sympathisch, aber zum Mitfiebern hat es nicht gereicht. Ich habe die ganze Zeit überlegt, woran das liegt, aber ich bin mir auch nach dem Ende des Buches nicht sicher. Vielleicht waren es die zu abrupten Wendungen oder die Dialoge, bei denen ich mich auch nie so wirklich “im Buch” gefühlt habe.

Alles in allem ist das sicher ein solider Krimi, bei dem bei mir aber leider nie die erhoffte Spannung aufkam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2025

Gute Idee, aber nicht so ganz mein Fall

Stachel und Stunk
0

Ich muss gestehen, dass mich dieses Kinderbuch etwas ratlos zurücklässt. Nach dem Eindruck der Leseprobe hatte ich mir ein schönes Buch über Freundschaft und Anderssein erhofft. Die beiden Außenseiter ...

Ich muss gestehen, dass mich dieses Kinderbuch etwas ratlos zurücklässt. Nach dem Eindruck der Leseprobe hatte ich mir ein schönes Buch über Freundschaft und Anderssein erhofft. Die beiden Außenseiter Stachel (ein Stachelschwein) und Stunk (ein Stinktier) sind zwar wirklich nett gezeichnet, verhalten sich aber aus meiner Sicht irritierend. Besonders Stunk empfinde ich als ziemlich nervig, wenn er seine Unsicherheit mit Furzwitzen kaschiert, aber vielleicht zählt meine Meinung hier auch einfach nicht so viel.
Die Wurzelzwerge-Kita ist nicht sonderlich realistisch dargestellt. Das stört mich normalerweise überhaupt nicht, es ist ja auch völlig egal, ob die Kinder wirklich bis zur Dunkelheit in der Kita bleiben oder nicht, aber in diesem Fall bin ich mehrere Male angeeckt und werde einfach nicht warm mit der Geschichte.

Insgesamt ist es eine rund erzählte Geschichte mit netten Zeichnungen und etwas aus der Norm geratenen Figuren (was positiv gemeint ist). So ganz überzeugt bin ich trotzdem nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2025

Leider etwas zäh

Holmes & Moriarty
0

Als ich “Holmes & Moriarty” entdeckt habe, war ich von der Idee begeistert, die beiden Erzfeinde zusammen arbeiten zu lassen und die Story aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen.
Erzählt ...

Als ich “Holmes & Moriarty” entdeckt habe, war ich von der Idee begeistert, die beiden Erzfeinde zusammen arbeiten zu lassen und die Story aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen.
Erzählt wird aus der Sicht von Watson (Assistent von Sherlock Holmes) und Moran (Assistent von Professor Moriarty. Die Sichtweisen und Erzählstile der beiden sind unterschiedlich und geben Einblick in ihre Denkmuster, beziehungsweise in die ihrer “Chefs”. Insbesondere die Ansichten von Moriarty sind dem Leser eher neu und somit, wie ich finde, sehr interessant.

Beim Lesen habe ich mich allerdings ziemlich schwer getan: Die teilweise ziemlich verschachtelten Sätze lassen sich nicht so leicht lesen. Ich musste immer mal wieder neu ansetzen und kam insgesamt recht schleppend voran.
Die Story an sich hat mir gut gefallen, aber der Aspekt des Zusammenarbeitens kam irgendwie zu kurz. Das Ganze entwickelt sich zuerst in zwei parallelen Handlungssträngen, in denen jedes Entwicklerteam für sich bleibt. Das wäre an sich nicht so schlimm, aber widerspricht meinen Erwartungen an das Buch und trübt meine Bewertung somit leider deutlich.

Als Fan von Sherlock Holmes Geschichten, würde ich das Buch aber trotzdem immer wieder lesen, wenn ich es entdecke. Und das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, weil es die Stimmung gut rüberbringt und die analytische Denkweise von Holmes und Moriarty unterstreicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2025

Netter Liebesroman für zwischendurch

Always Been You - Herzklopfen in Blossomville
2

“Always Been You - Herzklopfen in Blossomville” klingt schon im Titel nach Liebesroman und hält das im Prinzip auch. Für mich fällt er in die Kategorie “netter Liebesroman für zwischendurch”.
Olivia und ...

“Always Been You - Herzklopfen in Blossomville” klingt schon im Titel nach Liebesroman und hält das im Prinzip auch. Für mich fällt er in die Kategorie “netter Liebesroman für zwischendurch”.
Olivia und Grayson wuchsen gemeinsam in der Kleinstadt Blossomville auf und fanden miteinander ihre erste große Liebe. Nach der Highschool trennten sich ihre Wege abrupt, weil Olivia in New York ihre Karriere als Anwältin verfolgen wollte. Jahrelang verbannt Olivia ihren Heimatort und seine Bewohner aus ihrem Leben, während Grayson zuhause die Tierarztpraxis seines Vaters übernimmt. Als Olivia nach dem Tod ihrer Patentante gezwungenermaßen wieder nach Blossomville zurückkommt, muss sie feststellen, dass es ihr zwar gelungen war, ihre Vergangenheit aus ihrem Leben zu verbannen, sie sich jedoch immer noch in einer Ecke ihres Herzens befindet.

Die Autorin erzählt eine runde Geschichte ohne große Überraschungen und punktet dabei mit Kleinstadtflair - inklusive einer Stadtversammlung im Rathaus, ziemlich süßen Hunden und guten Charakteren. Ich muss gestehen, dass ich mit den beiden Hauptfiguren Grayson und Olivia nicht so recht warm geworden bin, stattdessen bin ich großer Fan einiger Nebenfiguren.
Das Buch liest sich flüssig und man findet sich in der Kleinstadt und ihren Bewohnern prima zurecht. Emotional lief die Geschichte allerdings leider etwas an mir vorbei, ich konnte keinen Zugang zu den Hauptfiguren und ihren Emotionen finden. Deswegen fällt meine Beurteilung etwas nüchtern aus und mein Fazit bleibt: Ein netter Liebesroman für zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl