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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2023

Familiengeschichte für ruhige Lesestunden

Der Weg ins Apfelreich
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Dies ist der finale Teil der Jahreszeiten Saga, wobei es nun Frühling, Sommer und Herbst gibt. Es geht um die drei Frauen Großmutter Vanja, ihrer Tochter Sally und der Enkelin Josefine. Dabei ...

Dies ist der finale Teil der Jahreszeiten Saga, wobei es nun Frühling, Sommer und Herbst gibt. Es geht um die drei Frauen Großmutter Vanja, ihrer Tochter Sally und der Enkelin Josefine. Dabei wird zwischen den dreien Perspektiven gewechselt.
In diesem Teil ist Vanja die Hauptperson. Sie steht endlich zu ihrer Liebe zur Kunst und gibt Kurse, was sie nun sehr erfüllt. Die Geschichte erzählt aber auch Vanjas Vergangenheit. Wie sie als Kind von ihren Geschwistern getrennt wurde, da sie in unterschiedliche Heime und Pflegefamilien kamen und wie dann später Sallys Vater kennenlernte - doch nie das Glück fand.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Figuren sind authentisch. Wenn man die Vorgängerbände nicht kennt ist es etwas schwierig richtig reinzufinden, es fehlt die Nähe zu der Familie. Was man hier nicht erwarten darf ist fesselnde Spannung. Dieses Buch ist ganz ruhig geschrieben; es geht eher darum tief in die Generationsübergreifenden Verbindungen einzutauchen.

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Veröffentlicht am 25.06.2023

Poetisch, toller Sprachstil

Als wir Vögel waren
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Der junge Nasiräer Darwin sucht vergeblich nach einem Job der ihn über Wasser hält. Endlich bekommt er eine Stelle angeboten, als Totengräber. Das ist ein Gewissenskonflikt für ihn, da er sich ...

Der junge Nasiräer Darwin sucht vergeblich nach einem Job der ihn über Wasser hält. Endlich bekommt er eine Stelle angeboten, als Totengräber. Das ist ein Gewissenskonflikt für ihn, da er sich nach seinem Glauben keinen keinen Toten und Gräbern nähern soll. Also springt er über seinen Schatten und beginnt auf dem Friedhof zu arbeiten.

Die junge Yejide wird in einer Familie geboren der man nachsagt sie begleiten die Sterbenden hinüber ins andere Reich. Ihre Kindheit ist nicht leicht, früh verliert sie die Mutter zu der das Verhältnis eher kalt war und ist umgeben von Mythen, Sagen und Geistern.

Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden geschrieben und bietet so jeweils tiefe Einblicke in ihre Gedanken und die Gefühlswelt. Der Sprachstil ist sehr poetisch und klingt wie eine Melodie in mir nach.

Diese Geschichte ist mehr als eine Liebesgeschichte. Sie ist sehr tiefgründig. Um dieses Buch gern zu lesen sollte einem klar sein das hier viel Mystisches vorkommt und es keinen richtig steigenden Spannungsbogen gibt sondern eben eher tiefergehende Poesie.

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Veröffentlicht am 31.05.2023

rundherum spannend

Die letzte Lügnerin
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Dies ist das dritte gemeinsame Buch von dem Autorenduo Tsokos und Schwiecker. Das Cover passt genau zu den beiden vorherigen Büchern der Justiz-Krimi Reihe.
Auch das Fachwissen der beiden Autoren ...

Dies ist das dritte gemeinsame Buch von dem Autorenduo Tsokos und Schwiecker. Das Cover passt genau zu den beiden vorherigen Büchern der Justiz-Krimi Reihe.
Auch das Fachwissen der beiden Autoren fließt wieder sehr angenehm ein durch reale Backgroundinfos zu Abläufen in Pathologie und Gerichtsverfahren.
Das macht vorallem die beiden Hauptfiguren, den Ermittler Rocco Eberhardt und den Gerichtsmediziner Jarmer total authentisch.
Durch kurze Kapitel wird das Tempo hochgehalten, was einen Zusatz an Spannung erzeugt.

Rocco und sein Vater nähern sich endlich wieder einander an. Dann taucht ein geleaktes Video auf in dem zu sehen ist wie der Bausenator Möller üble Geschäfte mit einem russischen Oligarchen abwickelt. Angeblich ist auch Roccos Vater darin verstrickt. Auch der Tontechniker des Videos wird ermordet und eine Kommissarin findet immer mehr Indizien gegen Möller.

Das Buch war für mich sehr unterhaltend und kurzweilig zu lesen. Bis zum Schluss blieb es spannend. Da geb ich gern eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Solider Einstieg in die Welt der Körpersignale

Die Stimme unseres Körpers
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Unser Körper sendet ständig Signale – wir haben nur verlernt, richtig hinzuhören. Genau hier setzt Ingo Froböse mit seinem Ratgeber Die Stimme unseres Körpers an. Er erklärt, wie unsere acht ...

Unser Körper sendet ständig Signale – wir haben nur verlernt, richtig hinzuhören. Genau hier setzt Ingo Froböse mit seinem Ratgeber Die Stimme unseres Körpers an. Er erklärt, wie unsere acht wichtigsten Körpersysteme zusammenarbeiten, warum Stress, Schmerzen oder Müdigkeit mehr sind als lästige Begleiterscheinungen und wie wir Warnsignale frühzeitig erkennen können. Das Buch möchte zeigen, wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind und wie wir wieder ein besseres Gefühl für uns selbst entwickeln.

Der Stil ist leicht zu lesen, enthält aber viel komplizierte Fachsprache. Froböse vermittelt Grundlagenwissen über das Nervensystem, Verdauung, Immunsystem und andere Bereiche und erklärt, warum Überlastung entsteht und wie man rechtzeitig gegensteuern kann. Manche Passagen erinnern eher an eine Biologie-Einführung als an einen praktischen Ratgeber. Auch hätte man sich an einigen Stellen mehr konkrete Übungen oder alltagsnahe Anwendungen gewünscht.



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Veröffentlicht am 04.10.2025

Kaminfeuer und Kriminalfälle – Cosy Crime mit Ecken und Kanten

Knäckeblut
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Mitten im schwedischen Winter entfaltet sich ein Kriminalfall, der zwischen verschneiten Wäldern, dampfendem Tee und einem Kunsthandwerkermarkt seinen Anfang nimmt. Knäckeblut ist kein Krimi, der auf Hochspannung ...

Mitten im schwedischen Winter entfaltet sich ein Kriminalfall, der zwischen verschneiten Wäldern, dampfendem Tee und einem Kunsthandwerkermarkt seinen Anfang nimmt. Knäckeblut ist kein Krimi, der auf Hochspannung setzt – vielmehr lebt er von der Mischung aus nordischer Gemütlichkeit und unterschwelliger Bedrohung. Die Geschichte beginnt ruhig, fast behaglich, doch bald wird klar: hinter der friedlichen Fassade des kleinen Ortes brodelt es gewaltig.

Im Zentrum steht Ina, eine deutsche Auswanderin mit einem Faible für Bücher und ein erstaunliches Gespür für Ungereimtheiten. Als ein Glasbläser verschwindet und ein Schlittenhundeführer tot aufgefunden wird, beginnt sie – gemeinsam mit Lars, einem Polizisten mit Ecken und Kanten – auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei geraten sie nicht nur in einen Strudel aus Verdächtigungen und falschen Fährten, sondern auch in persönliche Turbulenzen, die die Ermittlungen zusätzlich erschweren.

Die Stärke des Romans liegt in seiner Atmosphäre. Die winterliche Kulisse wird so plastisch beschrieben, dass man beim Lesen fast den Schnee unter den Füßen knirschen hört. Auch die kleinen kulturellen Details – etwa schwedische Redewendungen oder Traditionen – verleihen dem Buch einen besonderen Charme und machen es zu mehr als nur einem Krimi.

Allerdings gerät die Handlung stellenweise ins Stolpern. Die Vielzahl an Figuren und Nebensträngen verlangt Aufmerksamkeit, und nicht alle Fäden werden am Ende zufriedenstellend verknüpft. Einige Wendungen wirken konstruiert, manche Entwicklungen bleiben erklärungsbedürftig. Besonders gegen Ende verliert die Geschichte an Klarheit – als wolle sie sich zu schnell verabschieden, ohne alle offenen Fragen zu klären.

Trotz dieser Schwächen bleibt Knäckeblut ein unterhaltsamer Roman, der vor allem Leserinnen und Leser anspricht, die Krimis mit Lokalkolorit und einem Hauch von Skurrilität mögen. Wer sich auf die Eigenheiten der Figuren und die verschlungene Erzählweise einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen Leseerlebnis belohnt – irgendwo zwischen Mordfall und Mittwinterromantik.

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