Profilbild von scouter

scouter

Lesejury Star
offline

scouter ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit scouter über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Irre letzte Tage

Not Quite Dead Yet
0

Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus ...

Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus stellt man ein Aneurysma fest. Sie hat zwei Optionen eine Operation, die sie umbringt oder die letzten Tage zu Hause zu verbringen im Kreise der Familie. Sie weiß, dass ihr Leben in ca. sieben Tagen enden wird und entscheidet sich die Zeit zu nutzen, um ihren Angreifer zu finden. Denn sie ist noch nicht Tod jetzt.
„Not quite dead yet“ von Holly Jackson ist der erste Roman für „Erwachsene“ von Jackson, ein überwiegend gelungenes Vorhaben. Schon das Cover hat mich angesprungen und zeigt eine Röntgenaufnahme eines Gehirns und zeigt somit auch ein zentrales Thema des Romans. Die Frage danach, wie verbringe ich im Angesicht des Todes den Rest meines Lebens ist schon sehr ungewöhnlich und so scheint es auch für die Hauptperson zu sei, denn sie liebte eigentlich das Aufschieben von Dingen, also die Prokrastination. Das ist sicher eine spannende Wendung in diesem Thriller, aber lange nicht die einzige, denn es kommen noch einige. Wie man allerdings mit einem Aneurysma im Kopf auf Verbrechersuche gehen kann, ist und bleibt in der Fantasie der Autorin begraben. Natürlich ist das Umfeld von Jet Manson wichtig für ihr Tun, aber auch die Familie kann hier an die Grenzen kommen. Die Sprache die Jackson hier an den Tag legt ist äußerste spannend gehalten und an Spannung fehlt es in diesem Buch sicher nicht. Allerdings schießt sie manchmal über das Ziel hinaus. Dem Spannungsbogen schadet das allerdings nicht.
Ich finde diesen Thriller lesenswert, aber auch etwas unglaubwürdig und würde genau da die Einschnitte setzen. Wer Hochspannung mag der wird diesen Thriller mögen. Bei mir bleiben ein paar Fragezeichen zurück.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2025

Künstliche Intelligenz

Thanatopia
0

Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt ...

Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt eine schwierige Recherche, denn sie müssen tief in die künstliche Unterwelt von Wien eintauchen, um ihre Fragen zu klären. Es sind, so wie es aussieht künstliche Wesen, die wohl zu einem Todeskult gehören. Hier bedarf es auch externer Informationen, wobei die Tochter des Kommissars Landauer helfen kann. Es wird auch deutlich, dass es einen Bezug zu einer künstlichen Intelligenz gibt, die man schon lange eingeschlossen hatte. Doch wie es aussieht, gibt es den Verdacht, dass sie immer noch aktiv ist. Das erleichtert sie Arbeit Polizei überhaupt nicht.
„Thanatopia“ von Tom Hillenbrand ist ein Thriller, der im Jahr 2095 spielt und beschreibt, wie Kriminalfälle in der Zeit aussehen können. Aber das ist nur eine Randnotiz. Der Autor beschreibt, wie Künstliche Intelligenz das Leben beeinflusst. Schon das sehr kryptische Cover gibt einen Eindruck, von in meinen Augen, geordneter Unordnung. Es ist alles nicht so wie es scheint. Menschen sind nicht unbedingt Menschen, sondern Gefäße oder solche, die noch ihr Gehirn haben und nicht austauschbar sind, die Schwammköpfe genannt werden. Es gibt Deather und eine davon ist ein Hauptcharakter dieses Buches. Stasja, die auf der Suche nach dem Todeserleben und den was uns erwartete. Für mich ist das schon eine schräge Sicht. Aber längst nicht die einzige. Der Kommissar Wenzel Landauer ist ebenso eine Hauptfigur, die allerdings gänzlich anders unterwegs, jedenfalls oberflächlich gesehen. Aber auch hier ist nicht alles, wie es scheint. Es geht um übernatürliches oder auch künstliches und auch absurdes, das die ganze Zeit auf den Leser einströmt. Der Autor hat auch geschickt am Ende ein Glossar eingefügt, damit man weiß, wovon er spricht. Denn das ist nicht ganz einfach zu verfolgen. Ich habe auch schon einen anderen Band aus dieser Zeit vom Autor gelesen, sodass ich ein wenig anknüpfen konnte. Die Auflösung oder auch der Spannungsbogen am Ende ist gut ausgestaltet und auch die Sprache ist für das Thema passend. Es ist alles aus meiner Sicht etwas unverständlich, da ich mich so gar nicht in diese Zeit versetzen kann.
Ich finde den Thriller lesbar, aber ich habe mich manchmal etwas verloren gefühlt in dieser Thematik. Die Idee dieses Themas finde ich gut umgesetzt, aber ich gestehe meins ist es nicht. Für Leser, die Thriller in einer Utopie mögen ist das einer, den es zu lesen gilt. Für andere ist er nur schwer verdaulich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Der Schlingenmörder

Tödliche Wetten
0

Als Zoe Mohn nach einem ereignisreichen Abend in einer fremden Wohnung am nächsten Morgen aufwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern und ihr ist speiübel. Als sie sich im Bett umdreht, fällt ihr Blick ...

Als Zoe Mohn nach einem ereignisreichen Abend in einer fremden Wohnung am nächsten Morgen aufwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern und ihr ist speiübel. Als sie sich im Bett umdreht, fällt ihr Blick auf einen Toten, der mit einer Schlinge ermordet wurde. Doch was geschehen ist, ein kompletter Black-out hat sie getroffen. Deshalb macht sie sich auch umgehend aus dem Staub, um nicht verdächtigt zu werden. Da sie nicht weiß, was mit ihr los ist, nimmt sie Kontakt mit einer alten Freundin auf, die Ärztin ist. Die stellt fest, dass sie KO-Tropfen im Blut hatte. Es wird alles noch viel mysteriöser, als sie zu ihrem Chef ins Büro will und der ebenfalls ermordet wurde, mit einer Schlinge. Hier kommt ihr Aufklärungswille zum Tragen, als ehemalige Staatsanwältin und sie macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter.
„Tödliche Wetten“ von Andreas M. Sturm ist ein Dresden Krimi mit einer ehemaligen Staatsanwältin als Ermittlerin. Der Autor baut sehr geschickt die Hauptperson als Ermittlerin auf, da sie ja eigentlich nur noch Callcenter Mitarbeiterin ist. Doch der Autor findet einen Dreh, um diese Ermittlungsarbeit von der Polizei geduldet, am Ende sogar unterstützt wird. Es ist so ein Ding wie „zwei Frauen fangen einen Mörder“, da die Polizistin auch sehr unzufrieden mit ihrer Position bei der Kripo ist und sehr gut Hilfe brauchen kann. Die Story gefällt mir gut, da sie einen gewissen Realitätsbezug hat und auch das Motiv des Täters nachvollziehbar ist. Der Autor erzählt die Story sehr flüssig, aber er hält sich oft mit Details auf. Die Rückblenden, die er einbaut, erklären die Hintergründe der Motivation des Täters und der >Grund für die Ermordung gerade dieser Personen. Den Täter hält er allerdings sehr lang geheim und so kann der Leser gut miträtseln und das trägt natürlich zur Spannungssteigerung bei. Deshalb ist auch der Spannungsbogen gut bis zum Ende aufgebaut, mit einer sehr bildhaften Sprache und natürlich einem überraschende Ende.
Ich finde diese Dresden-Krimi spannend und unterhaltsam und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Ein leichter Abstrich sind die undurchsichtigen und unorthodoxen Ermittlungsmethoden von Zoe Mohn. Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2025

Mordserie in Glaubenthal

Helga räumt auf
0

Die alt Frau Huber freut sich auf den Sommer, weil sie immer gerne vor ihrem Haus auf der Bank sitzt und in das tolle Landschaftsbild eintauchen will. Doch ihre Nachbarn die Grubmüllers rücken mit ihrem ...

Die alt Frau Huber freut sich auf den Sommer, weil sie immer gerne vor ihrem Haus auf der Bank sitzt und in das tolle Landschaftsbild eintauchen will. Doch ihre Nachbarn die Grubmüllers rücken mit ihrem Traktor an und graben das Land um, damit sie Mais pflanzen können. Kein netter Schachzug denkt sich Frau Huber. Bald ist auch wieder der letzte Schultag und dort wird immer des jungen David gedacht und an dem Tag findet man den alten Grubmüller tot in seiner Jauchegrube. Das findet Hanni auch nicht nett und auch der Polizist Swoboda ist ratlos. Während noch die Mördersuche im vollen Umfang läuft, wird Uschi Engelbert, die Tochter der Praxlhuberfamilie, tot aufgefunden. Für Frau Huber sieht das nach einer Serie aus und so mischt sie sich ein.
„Helga räumt auf“ von Thomas Raab ist der zweite Band mit der Ermittlerin Frau Huber. Es gibt zwei Hauptgruppen, um die es hier in diesem Krimi geht, die Praxlhubers und die Grubmüllers. Das sind zwei sehr dominante Familien in Glaubenthal und die trifft es sie sehr hart. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn sie sind auch jetzt nicht so sympathisch vom Autor dargestellt. Darauf basiert auch die Story, die der Autor mit sehr viel satirischem Blick erzählt. Manchmal ist es ein bisschen verwirrend, wie und was er erzählt, aber das wird zum Ende hin besser. Es ist so ein bisschen auch ein satirischer Blick auf eine Dorfgemeinschaft und die ist halt auch immer sehr speziell. Die Figuren, die der Autor zeichnet, sind schon sehr nach dem patriarchalischen Blick ausgerichtet und manchmal können einem die Frauen in der Story ein wenig leidtun. Aber das muss auch jeder Leser selber entscheiden. Und so nimmt der Krimi Tempo auf bis zum Ende, wenn man von Tempo hier reden kann, in dem recht gemütlichen Dorfleben, mit all seinem Sodom und Gomorrha. In diesem Verständnis ist der Krimi schon sehr amüsant zu lesen. Der Spannungsbogen ist auf jeden Fall gut entwickelt bis zum Ende.
Mein Fazit fällt sehr unheitlich aus, denn ich mag die Krimis von Thomas Raab, aber er ist halt keine leichte Kost, sondern durch die manchmal verschwurbelten Gedanken etwas gewöhnungsbedürftig. Das ist was mich ein wenig stört, aber trotzdem gibt es Freunde dieses Genres und für die ist er wirklich lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2025

Ritualmorde

Sündiges Blut (Thriller)
0

Eine Frau wird brutal mit vielen Brandmalen aufgefunden und irritiert die Kommissare Jana Bein und Oliver Marquart sehr. Solche brutalen Verletzungen haben sie sehr selten gesehen. Die beiden Kieler Kommissare ...

Eine Frau wird brutal mit vielen Brandmalen aufgefunden und irritiert die Kommissare Jana Bein und Oliver Marquart sehr. Solche brutalen Verletzungen haben sie sehr selten gesehen. Die beiden Kieler Kommissare nehmen die Ermittlungen auf und als sie nicht mehr weiterwissen, nehmen sie Kontakt zu einer Spezialistin für Ritualmorde auf. Sie ist ihnen vom Gerichtsmediziner empfohlen worden. Hier erhalten sie erste Hinweise auf eine spirituelle Verknüpfung, denn bei der Toten wurden lateinische Begriffe gefunden. Doch diese Anhaltspunkte verwirren die beiden. Sie befragen viele Menschen doch sie können nicht verhindern, dass es bald ein neues Opfer gibt mit ähnlichen Brandverletzungen. Auch eine mysteriöse Person aus einer spirituellen Gruppe könnte ihnen weiterhelfen auf der Suche nach dem Mörder.
„Sündiges Blut“ von Gunnar Schwarz ist ein spannender Thriller, der sich um brutale Morde dreht. Schon das Cover ist sehr bezeichnend, denn es zeigt eine aufgehängte Blutkonserve und das deutet schon in eine blutige Richtung. Die beiden Hauptcharaktere Jana und Oliver werden sehr gut beschrieben auch und vor allem mit ihren Sorgen und Nöten. Gerade Jana hat eine therapeutische Behandlung hinter sich und gilt als sehr taff. Oliver ist ihr Kollege und es besteht eine Beziehung zwischen den beiden, die schon manchmal hinderlich ist. Jana ist manchmal nicht sehr kommunikativ, vielleicht liegt es daran, dass der geschiedene Oliver und sie sich persönlich sehr nahekommen. Dieses knistern zwischen den Partnern macht diesen Roman interessant. Die sehr brutalen Darstellungen der Toten ist der Hauptstrang, doch die Jagd nach dem Mörder bringt die beiden schon an ihre Grenzen. Die Taten in einem spirituellen Umfeld haben immer etwas sehr mysteriöses und der Autor baut mit der Spezialistin für Ritualmorde eine interessante Person mit ein. Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und hält sie bis zum Ende hoch. Der Autor erzählt die Story in einer sehr deutlichen Sprache.
Ich finde die Thriller von Gunnar Schwarz sehr spannend und sie haben immer das gewisse etwas. SO wie hier der Ausflug in spirituelle Gefilde. Doch hier habe ich sehr lange gebraucht, um den Inhalt zu fassen und dem Ermittlungsstrang zu folgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere