Zwischen Obsession und Verlangen – eine Liebe, die weh tut
Until I Get You (Fairview Hockey, Band 1)Claire Contreras hat mit Until I Get You eine Geschichte geschrieben, die mich gleichermaßen gefesselt, verstört und berührt hat. Schon die ersten Seiten lassen spüren, dass diese Liebesgeschichte keine ...
Claire Contreras hat mit Until I Get You eine Geschichte geschrieben, die mich gleichermaßen gefesselt, verstört und berührt hat. Schon die ersten Seiten lassen spüren, dass diese Liebesgeschichte keine einfache ist – sie ist roh, intensiv und schmerzhaft ehrlich. Lachlan Duke, der gefeierte Eishockeystar, trägt eine Dunkelheit in sich, die sich nur langsam offenbart. Und Lyla James, das Mädchen, das er nie vergessen konnte, kämpft mit den Schatten ihrer Vergangenheit. Zusammen bilden sie ein explosives Duo, das zwischen Leidenschaft und Zerstörung schwankt.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die emotionale Tiefe der Figuren. Beide sind kaputt, auf ihre eigene Weise, und trotzdem sucht man als Leserin unaufhörlich nach dem Moment, in dem sie endlich Frieden finden – miteinander oder allein. Contreras versteht es, Schmerz poetisch zu machen. Ihre Sprache ist intensiv, manchmal fast körperlich greifbar. Ich habe beim Lesen gezittert, mitgefühlt und mehr als einmal innegehalten, weil mich ein Satz so tief getroffen hat.
Doch Until I Get You ist keine Geschichte, die man leicht liest. Sie ist dunkel, manchmal unangenehm und moralisch herausfordernd. Lachlans Besitzanspruch, Lylas Misstrauen, die unausgesprochenen Wahrheiten – all das zieht einen in ein Geflecht aus Schuld, Begierde und Angst. Genau das macht den Roman so eindringlich. Es geht nicht um eine perfekte Liebe, sondern um zwei Menschen, die versuchen, sich aus der Dunkelheit herauszuwühlen.
Das College-Setting mit dem Eishockeyteam liefert dabei eine spannende Kulisse: harte Wettkämpfe, Leistungsdruck und der Schein des Erfolgs kontrastieren die inneren Kämpfe der Figuren. Auch die Nebencharaktere wirken lebendig und tragen dazu bei, dass man sich in Fairview wie in einer eigenen, gefährlich flirrenden Welt fühlt.
Kritisch sehe ich, dass die Struktur manchmal unruhig wirkt – Zeitsprünge und Rückblenden fordern Konzentration, und manche Szenen überschreiten bewusst Grenzen. Aber gerade das gehört zur Stärke des Buches: Es will nicht bequem sein. Es zwingt dich, hinzusehen.
Am Ende bleibt das Gefühl, etwas gelesen zu haben, das mehr ist als eine Liebesgeschichte – eher ein psychologischer Tanz zwischen Liebe, Rache und Selbstzerstörung. Für mich ist Until I Get You eine dieser Geschichten, die man nicht einfach abschließt, sondern noch Tage später nachspürt.
Fazit:
Ein dunkler, emotionaler Pageturner mit intensiver Atmosphäre und viel Gefühl. Kein Wohlfühlroman – aber einer, der unter die Haut geht.