The Hunger Games 2.0?
Powerless - Das Spiel* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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"Powerless" lag schon lange auf meinem SuB und ...
* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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"Powerless" lag schon lange auf meinem SuB und ich war zu Beginn sehr gehyped, da ich zuvor viel Positives darüber gehört habe. Leider konnte es mich nicht so sehr begeistern wie erhofft.
Zuerst zu den beiden Protagonisten: Paedyn und Kai. Paedyn ist eine selbstbewusste junge Frau, die bereits einiges durchgemacht hat – kein Wunder, wenn man in den Slums aufgewachsen ist. Kai hingegen wurde von seinem Vater zum zukünftigen Enforcer ausgebildet und zeigt sich anfangs skrupellos und hart. Doch sobald er Paedyn begegnet, verändert sich etwas in ihm. Irgendetwas an ihr zieht ihn unweigerlich an.
Mit dieser plötzlichen Anziehung hatte ich allerdings Schwierigkeiten. Trotz eines gewissen Slow Burns wirkte sie für mich zu überstürzt und dadurch nicht authentisch. Erst nach etwa 200 Seiten konnte ich die Chemie zwischen den beiden langsam nachvollziehen.
Die Nebencharaktere blieben für meinen Geschmack zu blass. Besonders Paedyns beste Freundin hätte meiner Meinung nach eine größere und tiefere Rolle verdient, da hier viel Potenzial verschenkt wurde. Eine Ausnahme bildet Kais Bruder Kitt, der im Vergleich etwas mehr Tiefe erhielt. Insgesamt fehlte mir jedoch die Dynamik zwischen den Hauptfiguren und anderen Charakteren.
Zudem erinnerte mich die Geschichte stellenweise sehr stark an andere bekannte Reihen, vor allem an "The Hunger Games". Es wirkte fast so, als seien viele Elemente aus bereits existierenden Welten übernommen worden, was der Originalität geschadet hat.
Der Schreibstil war für mich durchwachsen. Der Einstieg gelang mir noch leicht, doch besonders im mittleren Teil zog sich die Handlung spürbar. Gegen Ende nahm die Geschichte aber deutlich an Fahrt auf und konnte mich dort schließlich am meisten fesseln.
Empfehlen würde ich das Buch vor allem denjenigen, die mit den deutlichen Parallelen zu "The Hunger Games" kein Problem haben und die gerne Slow Burn- sowie Enemies-to-Lovers-Romantasy lesen. Trotz meiner Kritikpunkte werde ich den zweiten Teil sicher weiterlesen, da mir Paedyn und Kai ans Herz gewachsen sind und ich neugierig auf ihre weitere Entwicklung bin.