Mein Leben mit paranoider Schizophrenie - Die autobiografische Mischung aus Fakt und Fiktion | SPIEGEL Bestseller
„Ich dachte: Das hat sicher jeder.“
So beschreibt Eric Stehfest, bekannter Schauspieler und DJ, seine Erfahrung mit paranoider Schizophrenie, mit der er sich Ende letzten Jahres in Therapie begab. Denn: Das hat eben nicht jeder und noch weniger sprechen darüber! Das möchte Eric mit seinem neuen Buch
9 Jahre Wah
n ändern und über das schreiben, das sich die wenigsten von uns vorstellen können:
Wie es ist, wenn man nicht nur einen Eric im Kopf hat, sondern drei.
Auf romanhafte Art verfolgen wir Eric, wie er in der Tagesklinik seiner Therapeutin über die Episoden seiner paranoiden Schizophrenie erzählt und erfahren hautnah und ungeschönt, wie sich diese Phasen abspielen, wie sie sich anfühlen und welche Zerstörungskraft sie entfalten können. Nach seinem erfolgreichen Debüt
9 Tage wach
, kommt nun
die Fortsetzung über ein Leben an den Grenzen des Vorstellbaren
.
Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen
"9 Jahre Wahn" von Eric Stehfest ist als Taschenbuch mit 288 Seiten bei ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe erschienen.
Eric, der mir zuvor nicht bekannt war, da ich so gut wie kein Fernsehen schaue ...
"9 Jahre Wahn" von Eric Stehfest ist als Taschenbuch mit 288 Seiten bei ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe erschienen.
Eric, der mir zuvor nicht bekannt war, da ich so gut wie kein Fernsehen schaue und wenn, dann nicht Serien wie GZSZ, ist grundsätzlich eine interessante Persönlichkeit, die auffällt. Und das, so wie anscheinend alles, was er tut, auch ganz bewusst. Das ist es wohl auch, was mich an seinem Buch immer wieder befremdet hat, diese Gegensätzlichkeiten - auf der einen Seiten ist er (angeblich) so konfus und verloren und bekommt nichts auf die Reihe und auf der anderen Seite analysiert er das alles präzise und weiß über seine Krankheit scheinbar mindestens ebenso gut Bescheid wie seine Therapeutin...
Der Schreibstil hat mich leider gar nicht abgeholt - durch die Sicht der dritten Person wirkte es doch recht distanziert und auch wenn ich das Krankheitsbild als Solches durchaus gern näher ergründet habe, hat das Ganze bei mir leider keinerlei Anteinahme oder ähnliches geweckt...irgendwie hatte ich wohl etwas Anderes erwartet, etwas, das mich berüht und mitnimmt...
Für Fans sicherlich ein tolles Buch, denn es ist offen und ehrlich und schonungslos für mich war das leider nichts!
Durchwachsen und nicht wirklich begeistert
Ich sehe grundsätzlich kein Reality TV und ebenso keine Vorabendserien. Deswegen war mir der Name Eric Stehfest kein Begriff und ich hatte auch kein Vorwissen ...
Durchwachsen und nicht wirklich begeistert
Ich sehe grundsätzlich kein Reality TV und ebenso keine Vorabendserien. Deswegen war mir der Name Eric Stehfest kein Begriff und ich hatte auch kein Vorwissen über ihn. Das Lesen seines Buches 9 Jahre Wahn hat nicht dazu beigetragen, meine Meinung über Schauspieler oder andere "Promis", die sich in Reality TV Formaten tummeln, zu verbessern.
Zunächst das Positive: Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, wenn auch vor allem die Schriftart bei den Einzeltherapie-Gesprächen schlecht lesbar war, und mir sind keine Rechtschreibungs- oder Grammatikfehler aufgefallen, also gut lektoriert!
Der Inhalt des Buches allerdings hat mich nicht gepackt. Eric Stehfest schreibt in dritter Person von sich selbst und (be)schreibt seine (?) Zeit in einer Tagesklinik für psychisch kranke Menschen, in die er sich selbst eingeliefert zu haben scheint. Gerade der Anfang ist sehr verworren und ich habe ein bisschen gebraucht, reinzukommen. Dann ist der weitere Text, der insgesamt in 5 "Akte" gegliedert ist, allerdings immer ähnlich aufgebaut. Ich vermute, der Autor möchte mit dieser Gliederung ein bisschen an seine Schauspielausbildung anknüpfen, auf die er sehr stolz zu sein scheint. Sehr, sehr oft erwähnt er im Text, er habe Schauspiel studiert. Die 5 Akte sind tatsächlich ein bisschen an das klassische Drama angelehnt, würde ich sagen. In jedem "Akt" beginnt es damit, dass Eric seinen Tag beginnt nach einer meist schlaflosen oder schlafgestörten Nacht. Er wiederholt sich generell sehr oft und gerade die Akt-Anfänge ähneln einander leider immer sehr. Ich habe verstanden, dass die Brotboxen der beiden Kinder von ihm gerichtet werden müssen und die saubere Kleidung herausgelegt und die Zähne geputzt werden und auch, wenn ich vermute, dass ihm das deutlich schwerer fällt als den meisten anderen Eltern, inklusive mir, als unsere Kinder in diesem Alter waren, nervte es mich bei jeder Wiederholung mehr.
Der Alltag in der Tagesklinik war dann stets der zweite Punkt in jedem Akt und hier gab es gute und weniger gute Tage und Momente, die mich allerdings nie gefühlsmäßig erreicht haben, vor allem, weil die Figur des Eric mir einfach unklar blieb. Das Ende des jeweiligen Aktes markierten meist die Gespräche in der Einzeltherapie, die unfassbar langatmig waren und bei denen mir mehr als einmal die Augen zugefallen sind und ich danach nicht mehr wusste, wo genau ich aufgehört hatte zu lesen. Das lag auch daran, wie wenig Inhalt diese Gespräche hatten und wie seltsam sie geschrieben waren. Grundsätzlich wurde pro Akt je ein Hauptthema in den Einzelgesprächen besprochen- Kindheit, Sucht, Familienleben, Beruf - aber die Art der Gespräche, wie sie aufgeschrieben wurden, waren nicht nur durch die schlecht gewählte Schriftart, sondern auch durch den Inhalt leider schlecht lesbar für mich und haben mich mehr und mehr beim Lesen genervt. Es waren im Grunde Monologe eines sehr unsympathischen selbstdarstellerischen Menschen, der zwar vordergründig vieles zu bedauern scheint, was er gesagt oder getan hat, aber eigentlich nur eine Bestätigung dafür sucht, dass er doch ein toller Mensch sei. Und die Antworten der Therapeutin sind auch dementsprechend fast ausschließlich bestärkend und wohlwollend. Ein Beispiel - Eric spricht darüber, dass er seine Tattoos bereut und dass er seine Frau überredet hat, sich die gleichen (sehr auffälligen) Tattoos stechen zu lassen, vor allem die im Gesicht, weil das für ihn als Schauspieler dazu geführt hat, dass er nicht mehr gebucht wurde. Die Bilder der Tattoos habe ich gegoogelt und muss sagen, ja, sie sind sehr auffällig und wirken sehr düster. Auch konnte ich absolut nachvollziehen, dass Schauspieler mit Gesichtstattoos weniger oft bis gar nicht gebucht werden, da diese nun mal sehr ablenkend sind, vor allem, wenn sie so düster wirken wie die des Autoren. Die Antwort der Therapeutin: Nein, die Tattoos sind kraftvoll! Den Rest ihrer leider ebenfalls langen Replik habe ich vor lauter Drumrumgerede schon wieder vergessen. Die Therapeutin hat nur dann lange Gesprächsanteile gehabt, wenn ihre Antworten Eric schmeicheln bzw. stark bestätigen – eine leider sehr durchschaubare Art und Weise, den Lesenden zu beeinflussen in Bezug auf die Einstellung zu der Figur des Eric. Bei mir jedoch hat es eher das Gegenteil bewirkt, weil ich nicht gern beim Lesen manipuliert werde.
Auch das Ende des Buches war dann für mich zwar einerseits erleichternd, weil mich die Lektüre mehr und mehr gereizt und genervt hat, aber andererseits so übertrieben "happy", dass es absolut nicht zu einem ernsten Thema zu passen schien. Alles in allem muss ich sagen, aus dem Buch spricht meiner Meinung nach ein versierter Selbstdarsteller, der seine vermutliche Motivation, das Buch zu schreiben, mehrfach selbst in dem Buch thematisiert: Geldmangel, Schulden und Privatinsolvenz - auch die Therapie wird abgebrochen, da seine Krankenkasse seit längerem keine Beiträge mehr von ihm erhalten hat. Selbst in seinem Nachwort dankt er noch zuerst und am längsten sich selbst, aber das hat mich dann nur noch müde die Augen verdrehen lassen.
Also, ehrlich gesagt, dieses Buch bestätigt mich, ohne dass ich je gezweifelt hätte, dass ich weder von Reality Fernsehen, noch von den Menschen, die diese Formate ausfüllen und an ihnen teilnehmen, mehr wissen will und ihnen auch weiterhin keine Aufmerksamkeit schenken werde.
Sehr eingeschränkte Leseempfehlung für ein seltsames Buch.
Eric Stehfest war mir in erster Linie durch seine Rolle bei GZSZ ein Begriff, sowie durch die Vorschau zu diversen Reality Formaten. In den letzten Jahren ist er mir ehrlich gesagt eher durch Negativschlagzeilen ...
Eric Stehfest war mir in erster Linie durch seine Rolle bei GZSZ ein Begriff, sowie durch die Vorschau zu diversen Reality Formaten. In den letzten Jahren ist er mir ehrlich gesagt eher durch Negativschlagzeilen aufgefallen und dieses Buch hat mein Bild von ihm jetzt auch nicht wirklich verbessert.
Den Schreibstil fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Gerade der Anfang liest sich wie ein echt seltsamer Krimi. Ich schätze, das soll dem Leser einen Einblick in das Leben mit Schizophrenie geben und Verständnis schaffen. Hat bei mir leider nicht wirklich funktioniert. Insgesamt musste ich mich durch das Buch eher durchquälen. Auch weil sich vieles doch immer wiederholt und manche Passagen einfach recht wirr sind.
Im Klappentext steht auch etwas von wegen "geniale Mischung aus Fakt und Fiktion" (oder so ähnlich). Was bei mir ständig die Frage aufkommen ließ, wie viel von dem Buch denn nun wirklich Tatsachenbericht ist und wie viel frei erfunden. Das konnte ich leider bis zuletzt nicht herausfinden. Haben die Gespräche mit seiner Therapeutin (die einen großen Teil des Buches einnehmen) genau so stattgefunden? Sind es womöglich genaue Abschriften? Wurden sie so wiedergegeben, wie er sich daran erinnert? Oder ist am Ende alles nur frei erfunden? Gab es die Therapie überhaupt wirklich? Im Nachwort erzählt Stehfest lediglich vom Schreiben des Buches, das wohl eine Art Therapie für ihn war, aber zum Wahrheitsgehalt sagt er leider nichts.
Für mich macht das Buch leider vor allem den Eindruck, dass er unbedingt Aufmerksamkeit will. Und natürlich Geld. Denn laut dem Buch ist er wohl hoch verschuldet. Da kommt natürlich auch die Trennung von seiner Frau, inklusive medienwirksamer Schlammschlacht pünktlich zur Buchveröffentlichung gerade Recht. Vielleicht bin ich zu zynisch, aber mir kommt das alles verdächtig vor. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass er Verantwortung für seine Handlungen übernimmt. An allem ist seine psychische Erkrankung Schuld und er ist ja eigentlich ein ganz toller Mensch.
Fans von Stehfest werden an dem Buch sicher ihre Freude haben. Wer gerne etwas kritischer ist, wohl eher nicht.