Eine bissige Romantasy
Bitten"Bitten" von Jordan Stephanie Gray überzeugt mit einer düsteren, magischen und beinah dystopischen Atmosphäre, die einen jedoch nicht abschreckt, sondern sofort in ihren Bann zieht.
Außerdem kann die Autorin ...
"Bitten" von Jordan Stephanie Gray überzeugt mit einer düsteren, magischen und beinah dystopischen Atmosphäre, die einen jedoch nicht abschreckt, sondern sofort in ihren Bann zieht.
Außerdem kann die Autorin mit ihrem Schreibstil, der weder zu kompliziert noch zu stumpf ist, überzeugen.
Besonders der Prolog gibt bereits einen fantastischen Einblick in diese Parallelwelt, in denen die Werwölfe leben.
Generell ist es eine Romantasy über und mit Werwölfen, die ein ganz besonderes Worldbuilding hat, welches ich so noch nicht gesehen habe. Das ist einer der Punkte, die mich wirklich begeistert haben. Jordan Stephanie Gray hat eine ganz wundervolle magische, spannende, bissige Welt erschaffen! Ganz toll!
Auch der Aspekt mit den verschiedenen Gaben und dem Akademiesetting lässt sich gerade in der cozy Season wunderbar lesen.
Von der Atmosphäre und den Beschreibungen überzeugt das Buch wirklich.
Nun kommen wir zu meinem persönlichen Kritikpunkt an "Bitten" (bitte nicht falsch verstehen, ich hatte viel Spaß beim Lesen.): Die Charaktere, die auf mich stellenweise sehr eindimensional, naiv und kindlich gewirkt haben.
Vanessa Hart ist unsere Protagonistin und verliert ihre beste Freundin Celeste, mit der sie wirklich eine ganz innige Beziehung geführt hat und muss ihr Leben zurücklassen, weil sie zu einer Werwölfin mutiert. Allein diese Informationen bieten so viel Material, um Vanessa über ihren schüchternen Charakter hinauswachsen zu lassen. Aber was passiert stattdessen? Vanessa ist hochemotional (verständlicherweise!). Aber das einzige Gefühl, was sie zu lässt ist Hass, Wut und Rache - zusammengefasst negative Emotionen - die sie in ihrer Situation einfach nicht weiterbringen. Das war für mich nur selten nachvollziehbar, weswegen ich stellenweise von ihr genervt war. Trotzdem ist ihr Charakter grundsätzlich nicht schrecklich!
Sinclair 'Sin' - puh. Er ist wirklich sehr charmant. Das muss man ihm zugestehen und der Erbe der Werwolskönigin. Bis auf die beiden Sachen erfährt man aber relativ wenig über ihn, was wiederum sehr schade ist. Außerdem ist er stellenweise zuuu charmant, wo man sich beim Lesen fragt: "Warum zur Hölle ist er so nett?"
Calix ist von den drei Charakteren noch der mit der meisten Personality, auch wenn er sehr mysteriös wirkt und eher im Hintergrund agiert. Das hat ihn wahrscheinlich für mich auch am Interessantesten gemacht.
Alles in allem ist "Bitten" von Jordan Stephanie Gray eine bissige Werwolfromantasy mit einem fantastischen Worldbuilding.