Tierisch gut
Miez Marple und die Tatze der VerdammnisMiez Marple freut sich auf ein paar freie Tage ohne ihre Menschenfrau. Doch statt zuhause an ihrer Lyrik zu schreiben, wird sie in das luxuriöse Tierhotel Bellagio einquartiert. Kaum hat sie sich an den ...
Miez Marple freut sich auf ein paar freie Tage ohne ihre Menschenfrau. Doch statt zuhause an ihrer Lyrik zu schreiben, wird sie in das luxuriöse Tierhotel Bellagio einquartiert. Kaum hat sie sich an den Gedanken eines Wellnessurlaubs in Gesellschaft des Sängerkaters Florian Silberschweif gewöhnt, geschieht ein Mord. Miez Marple nimmt die Ermittlung auf. Welcher der prominenten Hotelgäste hat hier seine Krallen im Spiel? Oder war doch der Fuchs der Täter?
Die schwarze Katze auf grünem Cover hat gleich mein Interesse geweckt, schließlich wohne ich selbst im Haus eines solch eleganten und gelbäugigen Wesen und darf es bedienen.
An den Schreibstil mit den vielen Wortspielen habe ich mich zunächst gewöhnen müssen. Umso mehr ich gelesen habe, umso faszinierter war ich von den Ideen und der Kreativität des Autors. Der Buch ist voller Witz und Anspielungen zur Menschenwelt, die hier in die Welt der Tiere übertragen wird. Wir befinden uns sozusagen in der Parallelwert der Tiere, die wir Menschen gar nicht erfassen können, dazu sind wir zu einfach gestrickt. Einer der Charaktere ist beispielsweise ein Stockente, die am Finanzmarkt tätig ist, den Dachs beobachtet und mit Bitcorn handelt. Oft habe ich laut lachen müssen. Dieses Buch zu lesen ist ein wahres Vergnügen!
Die Charaktere der einzelnen Tiere sind sehr unterschiedlich. Typisch tierischen Verhaltensweisen sind eingeflochten, so dass ich mir die Situation gut vorstellen kann und das Gefühl habe, die Tiere vor meinem inneren Auge zu sehen. Anfangs erscheinen die Charaktere eher oberflächlich, doch im Laufe des Buches und mit dem Aufdecken einiger Intrigen und Hintergründe lerne ich die Tiere besser kennen.
Die Spannung wird durchweg gehalten. Zum Schluss nimmt die Geschichte nochmals richtig Fahrt auf, spätestens da habe ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen können/wollte und eine Nachtschicht eingelegen müssen. Bei der Mörderjagt habe ich miträtseln können, was mir auch immer besonders gut gefällt. Am Ende gab es dann doch nochmal eine Überraschung, die hier natürlich nicht verraten wird.
Ein bisschen Sorge hat mir das Buch aber auch bereitet, denn viel Respekt zeigen Miez Marple und die anderen Tiere gegenüber den Menschen nicht, diese werden eher als einfältig und leicht zu manipulieren dargestellt. Hoffentlich hat meine Katze Stella ein besseres Bild von mir.
FAZIT: Ein tierisch guten Cozy-Crime à la Agatha Christie, spannende und humorvoll. Absolute Leseempfehlung von mir!!