Gerhard Drexel hat in allen Winkeln Brandenburgs Museen, Galerien, Schlösser, auch Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten für Touristen von ganz weit her, wie auch für Berliner und Brandenburger zusammengestellt. ...
Gerhard Drexel hat in allen Winkeln Brandenburgs Museen, Galerien, Schlösser, auch Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten für Touristen von ganz weit her, wie auch für Berliner und Brandenburger zusammengestellt. Das Buch macht schon beim ersten Durchblättern sofort Lust auf eine neue Reise. Als gebürtige Berlinerin sind mir viele dieser Kulturstätten vom Namen her natürlich bekannt, aber ich habe gestaunt, dass ich keine zehn Prozent bisher selbst besucht habe. Mich zieht es Jahr für Jahr aus Schleswig-Holstein nach Potsdam, seit es das Barberini-Museum gibt, ist ein Besuch dort ein Muss. Aber es gibt augenscheinlich so viel mehr zu entdecken. Das Buch hilft dabei, für jeden das Richtige zu finden, aufgeteilt sind die Sehenswürdigkeiten in unterschiedliche Regionen. Am Ende gibt es aber ein Verzeichnis der Museen (nicht aber von Schlössern, Kirchen, Gedenkstätten) nach Themen sortiert.
Die einzelnen Beiträge sind kurz, gut formuliert und aussagekräftig. Zusätzliche Tipps wurden gut platziert. Im Gegensatz zu manch anderem Reiseführer wurde hier eine Schriftgröße verwendet, die man auch gut ohne Lupe lesen kann. Ein Pluspunkt! Einen Punkt Abzug muss ich aber für die buchbinderische Verarbeitung geben. Es ist nicht möglich, das Buch aufzuklappen, ohne den Rücken zu brechen. Da lässt sich kein Abschnitt in Ruhe lesen, das Buch klappt leider wieder zu. Eine Ringheftung sieht zwar nicht so edel aus, wäre aber bei einem etwas breiteren Format eine gute Lösung, um Reiseführer auch praktikabel zu machen. So etwas gibt es auf dem Buchmarkt schon.
Fazit: Hier finden Touristen und Brandenburger jede Menge Anregungen für Ausflüge und Besichtigungen.
Mein Rheumatologe gibt mir bei jedem Termin den Tipp, bei Ingo Froböse nach Übungen für den Muskelaufbau zu suchen. Ich bin 70 und er meint, es wäre nötig. Nun bestätigt dieses Buch genau die Hinweise ...
Mein Rheumatologe gibt mir bei jedem Termin den Tipp, bei Ingo Froböse nach Übungen für den Muskelaufbau zu suchen. Ich bin 70 und er meint, es wäre nötig. Nun bestätigt dieses Buch genau die Hinweise meines Arztes und ich habe einen guten Einstieg für das Training gefunden. Das einzige, was mir fehlt, wäre eine passende DVD bzw. Downloadlinks mit den einzelnen Übungen. Ich habe mir einige Seiten ausgedruckt und werde den Ablauf versuchen zu verinnerlichen. Ganz so einfach, wie es beschrieben ist, ist es für mich als recht unbewegliche Anfängerin nicht. Aber mein Dank geht ganz eindeutig an den Autor, der sich wirklich Gedanken gemacht hat, wie das Problem zu lösen ist. Ein Update zur Rezension werde ich noch schreiben, wenn ich das Training eine Weile gemacht habe.
Die Wallner- und Kreuthnerkrimis von Andreas Föhr sind für mich seit Jahren ein Muss! Auch "Bodenfrost" hat mir wieder gut gefallen, Michael Schwarzmeier macht es auch einem Preußen leicht, die mundartlichen ...
Die Wallner- und Kreuthnerkrimis von Andreas Föhr sind für mich seit Jahren ein Muss! Auch "Bodenfrost" hat mir wieder gut gefallen, Michael Schwarzmeier macht es auch einem Preußen leicht, die mundartlichen Feinheiten gut zu verstehen. Seine Stimme passt so wunderbar zu den skurrilen Figuren und ihren abgedrehten Aktionen. Der Kriminalfall ist wieder recht verworren, zum Ende hin wird es ganz verrückt. Ob die Geschichte glaubhaft ist oder nicht, das ist eigentlich vollkommen egal. Ich habe mich jedenfalls bestens unterhalten gefühlt. Spoiler werde ich hier nicht einsetzen, das verdirbt den Spaß. Einzig eine kritische Bemerkung: in Krimis brauche ich kein Gendern. Weder "Mitarbeitende" noch "Diabetiker oder Diabetikerinnen" passen zu diesem ansonsten sehr bodenständigen Krimi.
Kurt Tucholsky (1890 – 1935) war ein bekannter deutscher Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte. Seine Beiträge für die WELTBÜHNE waren und wie man in diesem ...
Kurt Tucholsky (1890 – 1935) war ein bekannter deutscher Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte. Seine Beiträge für die WELTBÜHNE waren und wie man in diesem Buch sieht, sind einfach legendär. Seine diversen Pseudonyme sind es auch: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Ich bin mit der Lektüre seiner Bücher „Rheinsberg“ und „Schloss Gripsholm“ schon als Kind in Berührung gekommen, kenne Filme, Schallplatten, Hörspiele davon.
Die politischen Gedichte und Geschichten sind eher nicht meine Welt. Aber ich besitze ein Reprint von „Deutschland, Deutschland über alles“ aus dem Jahr 1980, das ich bis heute nicht ins Antiquariat gegeben habe. Ich habe festgestellt, im neuen Buch „Auf tausend Straßen“ machte das Kapitel „Heimat“ auf mich heute sehr viel mehr Eindruck als 1980. Wenn ich bedenke, wie viele Leute heutzutage mit Heimat und Deutschland nicht so viel anfangen können, dann war das vor 100 Jahre ähnlich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
1929 hat John Heartfield das Bilderbuch „Deutschland, Deutschland über alles“ montiert, heute halte ich das modern und unheimlich anregend von Stefanie Harjes illustrierte Buch „Auf tausend Straßen“ in den Händen. Der äußere Unterschied könnte nicht größer sein. Im Inneren ist es Kurt Tucholsky, wie man ihn kennt und erwartet. Der Wechsel von Lyrik und Prosa ist gut gelungen, die Illustrationen sind kleine Kunstwerke mit dem gleichen Humor, der Ironie und Melancholie, die vom Dichter hereinweht. Als Leser kann man die Unterschiede der Herren mit den drolligen Pseudonymen erforschen, ein jeder auf eigene Art unterhaltsam.
Fazit: Kurt Tucholsky wird für das Heute wiederentdeckt und mit wunderbaren Illustrationen zu neuem Leben erweckt.
Lisa Heynrichs, Hauptkommissarin beim LKA Berlin, weiß genau, wie schwierig es ist, von der schiefen Bahn wieder in glattes Fahrwasser zu kommen. Und wie schwierig es ist, die Erinnerungen an Ereignisse ...
Lisa Heynrichs, Hauptkommissarin beim LKA Berlin, weiß genau, wie schwierig es ist, von der schiefen Bahn wieder in glattes Fahrwasser zu kommen. Und wie schwierig es ist, die Erinnerungen an Ereignisse und Menschen wieder loszuwerden, selbst wenn die schiefe Bahn schon längst Geschichte ist. Die Autorin Anke Schläger war bisher nicht für Krimis bekannt, sie hat Unterhaltungsliteratur geschrieben, die ihr immer, zuletzt für „Schwesternzeiten“, gute Lesermeinungen bescherte. Jetzt die Richtungsänderung zum Kriminalroman, wobei auch hier in diesem Buch zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund stehen. Die Titelzeile „Die Schatten hinter uns“ lässt auf Vergangenheitsbewältigung schließen, und schnell wird man beim Lesen in eine Welt gezogen, die zumindest mir völlig unbekannt ist. Bevor Lisa bei der Polizei in Berlin zu arbeiten begann, war sie eine Professionelle in Köln, mit harten Schicksalsschlägen endete dort ihr Sugarbabe-Dasein und sie schaffte es, neu anzufangen. Darüber hinweg ist sie nicht. Das erfährt man auch in diesem Buch.
Ohne zu viel vom Krimi zu verraten, er beginnt mit einem Mord. Der Fernsehmoderator Phil Kerstensen wird in seiner Küche hinterrücks erschossen, das LKA rückt an, die Spurensicherung auch, aber nur langsam kommen neben den sichtbaren Spuren auch Motivmöglichkeiten ins Spiel. Durch eine schnelle Folge von Sprüngen in die Vergangenheit und zurück beginnt der Leser diesen Motivvariationen zu folgen. Was wohl in Krimis nicht fehlen darf, sind die Geplänkel der Polizisten, wie im richtigen Leben mag man eben den einen mehr, den anderen weniger. Lisas gutes Verhältnis zu ihrem Kollegen Meinolf ist glaubhaft und bleibt bis zum Schluss eine wichtige Stütze – nicht nur für Lisa, auch für das Buch.
Die komplizierte Aufklärungsarbeit im Fall Kerstensen überschneidet sich mit den komplizierten privaten Problemen der Protagonisten. Meinolf hat Stress mit der Ehefrau, Lisa hat Meinungsverschiedenheiten mit ihrer besten Freundin Henriette. Alles wie im richtigen Leben! Anke Schläger bringt das alles gut unter einen Hut, ihr Schreibstil ist flott und gut lesbar, außerdem passt das alles gut zu Berlin, wo es doch ein bisschen rauer und schneller zugeht als in der Provinz. Mich hat das Berlin, das die Autorin präsentiert, sehr erfreut, viele Ecken und Winkel sind mir gut bekannt. Und Lisa ist eine überaus rasante Radfahrerin, mit ihrer unverwechselbaren Lederjacke wird sie so schnell keiner für eine Polizeikommissarin halten. Schade, dass sie das Teil reparieren lassen will, da geht doch echt der ganze Charme verloren.
Mit den Zwischenrufen habe ich mich etwas schwergetan, es war mir ein bisschen viel allem, vom Selbstmitleid, vom Selbsthass, und vom Hass sowieso, aber es hat reingepasst in die Story.
Zur Aufklärung des Falles wird Lisa einiges abverlangt, dass sie noch eine ungeplante Reise nach Mallorca antritt, um dort beinahe wieder auf die Nase zu fallen, das tat mir regelrecht leid für sie. Da hat die Autorin eine Protagonistin aus Fleisch und Blut erschaffen, die nicht nur dünnhäutig ist, sondern auch mal aus der Bahn geworfen wird. Der Showdown am Ende ist eine rasante Achterbahnfahrt, über die ich hier nichts preisgebe. Außer: ich fand es gut bis zum Ende.
Ich habe das E-Book gelesen und mich daran erfreut, dass der Fesselballon vom Cover auch in die Kapitelanfänge gewandert ist. Ich vermute, dass das gedruckte Buch einen ähnlich faszinierenden Eindruck hinterlässt. Die E-Book-Typografie ist jedenfalls klasse.
Ich habe auch die Auszüge der beiden 2026 erscheinenden Folgebände gelesen und bin gespannt, wie Lisa sich in den nächsten Fällen präsentieren wird. Ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt, mehr von ihr zu lesen. Könnte wieder spannend werden!
Fazit: Ein Berlin-Krimi, der nicht nur Berlinern gefallen wird. Schnell und forsch geht es zur Sache. Die Protagonisten zeigen durchweg Charakter. Der Heißluftballon spielt eine eher spirituelle Rolle, hat mir aber gefallen.