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Veröffentlicht am 12.10.2025

Auf den Spuren der Vergangenheit - mit Vampiren

In the Shadows we wait
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In einer schönen Mischung aus traditionellen und modernen Vampirerzählungen nimmt uns die Autorin mit ins ländliche Rumänien, wo die Dörfer noch wie im Mittelalter aussehen und das Vampirschloss auf dem ...

In einer schönen Mischung aus traditionellen und modernen Vampirerzählungen nimmt uns die Autorin mit ins ländliche Rumänien, wo die Dörfer noch wie im Mittelalter aussehen und das Vampirschloss auf dem Berg thront.
An diesen Ort verschlägt es Xara auf der Suche nach ihrer Herkunft, denn sie hat vor Kurzem erfahren, dass sie adoptiert wurde und angeblich von dort stammt.
Was sie jedoch zuerst dort findet sind zwei uralte Vampire, die in ihr ihre große Liebe wiedererkennen...

Die Geschichte war sehr angenehm und leicht zu lesen, man fliegt praktisch durch die Seiten.
Während ich zu Beginn noch ausführlichere Beschreibungen vermisst habe, hat sich dies immer mehr gebessert und ich konnte mir die Schauplätze und Personen immer besser vorstellen.
Auch das Tempo hat mir gefallen, man kommt mit Xara zusammen in Rumänien an und begleitet sie teilweise in Echtzeit auf ihrer Reise. Manchmal entstanden dadurch auch mal kleinere Längen, jedoch war es mir so insgesamt lieber als eine überstürzte Handlung.

Ungewöhnlicherweise wird die Geschichte sogar aus drei Perspektiven erzählt, dies gelingt jedoch auch gut.
Generell fand ich die Menge der Charaktere genau richtig, man wird nicht mit Namen überfordert, die Welt wirkt aber auch nicht seltsam leer.
Ich hätte mir jedoch noch mehr Dorian gewünscht, gefühlt habe ich in diesem Band eher eine Verbindung zu Juraj aufbauen können. Auch würde ich gerne noch tiefer in die Vampirwelt, ihre Politik und Geschichte abtauchen - daher bin ich gespannt, was uns im nächsten Band erwarten wird.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Lektionen der Rechtsmedizin

Mit kalter Hand
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Sabine Yao ist Rechtsmedizinerin und wird quasi jeden Tag mit neuen skurrilen Todesfällen konfrontiert. Für mich war es der erste Band der Reihe, jedoch sind die Fälle alle abgeschlossen und der Einstieg ...

Sabine Yao ist Rechtsmedizinerin und wird quasi jeden Tag mit neuen skurrilen Todesfällen konfrontiert. Für mich war es der erste Band der Reihe, jedoch sind die Fälle alle abgeschlossen und der Einstieg fiel daher leicht.
Lediglich zu Sabine selbst habe ich keine Verbindung aufbauen können, man hat nur kleine Bruchstücke aus ihrem Privatleben erfahren. Dies soll anscheinend in den vorherigen Romanen besser gewesen sein, daher würde ich vermutlich nicht mit diesem Buch anfangen, wenn man viel Wert auf die Charaktere legt.

Absolut positiv hingegen ist das geballte rechtsmedizinische Wissen, das man präsentiert bekommt. Die Fälle basieren auf wahren Begebenheiten und der Autor ist selbst Rechtsmediziner, authentischer geht es kaum.
Wenn man sich für diese Wissenschaft interessiert erwarten einen zahlreiche Erklärungen und Exkurse, quasi eine Vorlesung in Thrillerform.
Problematisch ist dies jedoch, wenn man eher viel Spannung und weniger lange medizinische Sachverhalte erwartet. Große Spannung ist hier eher nicht aufgekommen, auch konnte man kaum miträtseln im Sinne von "welcher Charakter ist verdächtig".

Dafür sind die Einblicke in den Arbeitsalltag super interessant, vor allem auch in die verschiedenen Abteilungen eines rechtsmedizinischen Instituts. Man erfährt nicht nur viel über die Arbeit am Seziertisch, sondern auch über die ganzen anderen Labore dort und auch über große Suchaktionen und Ermittlungsmethoden der Polizei.
Manches hat sich leider etwas wiederholt, insgesamt kann ich das Buch jedoch allen empfehlen, die sich für Rechtsmedizin und wissenschaftliche Erklärungen begeistern können.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Gruß aus dem Jenseits

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Yeonhwa erbt eine Konditorei von ihrer Großmutter. Der Clou: Ihre Kunden sind bereits verstorben, die Süßigkeiten ein Abschied von dieser Welt und ein letzter Gruß an ihre Lieben.
Erzählt werden so verschiedene ...

Yeonhwa erbt eine Konditorei von ihrer Großmutter. Der Clou: Ihre Kunden sind bereits verstorben, die Süßigkeiten ein Abschied von dieser Welt und ein letzter Gruß an ihre Lieben.
Erzählt werden so verschiedene kurze Lebensgeschichten der Kunden, jede davon ganz anders und doch gleich berührend.
Der Erzählstil passt sich jedes Mal ein wenig dem Kunden an, sodass die beschriebenen Gedanken und Gefühle durchgehend sehr authentisch gewirkt haben.
Man erlebt ihre Geschichten quasi direkt mit und bekommt sie nicht nur nacherzählt, wie man es vielleicht erwarten würde - ein gelungener Einsatz des Perspektivenwechsels.
Aufgrund der kurzen Form war es etwas schwierig, eine richtige emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen, jedoch konnte man trotzdem generell ganz gut mitfühlen, besonders bei den zwischenmenschlichen Beziehungen.

Gut gefallen hat mir weiterhin die Atmosphäre in der Konditorei, zu Beginn ist man noch recht ahnungslos wie Yeonhwa, möchte aber direkt mehr erfahren und die Geheimnisse dieses Jobs lüften.
Im ersten Teil fand ich die Mischung aus der Konditorei-Rahmenhandlung und den Geschichten der Kunden perfekt gelungen, später lässt dies jedoch etwas nach. Hier hätte ich einfach gerne mehr über die Konditorei etc. erfahren. Zwar wird alles zu einem runden Abschluss gebracht, manches wirkt jedoch etwas vorhersehbar und übereilt beendet.

Das koreanische Gebäck und die Süßigkeiten werden schön in die Geschichte eingebunden, gerade wenn man damit noch nicht vertraut ist, lernt man so einiges kennen.
Dazu kann man auch selbst aus den einzelnen Geschichten lernen: Wir bekommen kleine Lektionen für unser Leben, ohne dass das Buch aufdringlich oder belehrend dabei wirkt.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Hinter der Fassade

Die Frau in den Fluten
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Chloe beobachtet gerne ihre Mitmenschen (manche würden es vielleicht sogar Stalking nennen) und ist dadurch bereits nach wenigen Tagen gut mit dem Leben ihrer neuen Nachbarn vertraut. Doch ist ihr Leben ...

Chloe beobachtet gerne ihre Mitmenschen (manche würden es vielleicht sogar Stalking nennen) und ist dadurch bereits nach wenigen Tagen gut mit dem Leben ihrer neuen Nachbarn vertraut. Doch ist ihr Leben wirklich so perfekt, wie sie es darstellen? Zusammen mit Chloe werden so einige dunkle Geheimnisse aufgedeckt und Menschen an ihre Grenzen getrieben.

Die Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt und spielen an mehreren Tagen, wobei die Überschriften die zeitliche Einordnung erleichtern.
Dazwischen gibt es immer wieder Auszüge aus einer True Crime Serie, die sich mit den Geschehnissen der Handlung beschäftigt. Diese zusätzliche Perspektive aus der Zukunft sorgt für erhöhte Spannung: Man weiß dass schlimme Dinge passieren werden, aber man hat noch keine Ahnung WIE und WARUM.
Auch wenn hier kaum klassische Krimielemente vorhanden sind und der Fokus eindeutig auf den Charakteren liegt, kann man super mitfiebern und miträtseln. Wem kann man vertrauen, was verbergen die Personen alle?
Die Spannung bleibt lange Zeit recht hoch, flacht ab einem bestimmten Punkt dann jedoch ab und man kann sich größtenteils denken, was die Wahrheit ist.

Dies ist kein Thriller, bei dem man mit einem sympathischen Charakter mitfiebern kann, ganz im Gegenteil. Besonders in der ersten Hälfte mochte ich eigentlich niemanden dort, fand die Charaktere aber trotzdem toll geschrieben. Die Autorin erkundet menschliche Abgründe und überrascht damit öfters mal den Leser - dies wirkt überwiegend authentisch und man kann sich gut vorstellen, dass Menschen so handeln, manchmal habe ich es jedoch auch als leicht übertrieben empfunden, zumindest in der Menge.
Insgesamt eine durchaus spannende Lektüre, wenn man Freude an Thrillern hat und sich von etwas stümperhaftem Polizeiverhalten nicht stören lässt.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Spuren eines Lebens

Wilder Honig
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Nach Johns Tod verschlägt es drei Frauen in den Obstgarten seines Zuhauses und zu seinen Bienenstöcken, jede mit ihren eigenen Sorgen und Erinnerungen an die Vergangenheit.
Die Erzählung wechselt zwischen ...

Nach Johns Tod verschlägt es drei Frauen in den Obstgarten seines Zuhauses und zu seinen Bienenstöcken, jede mit ihren eigenen Sorgen und Erinnerungen an die Vergangenheit.
Die Erzählung wechselt zwischen den Ereignissen in der Gegenwart und den Briefen, die John vor seinem Tod für seine Frau Hannah verfasst hat.
Da John ein Schriftsteller war, muten seine Briefe sprachlich auch besonders poetisch an. Seine Leidenschaft für seine Bienen kommt permanent zum Ausdruck, so erfährt man sehr viel über deren Leben, fast schon als würde man ein Sachbuch lesen, jedoch werden die Bienen auch gleichzeitig als Metaphern für das gemeinsame Eheleben benutzt. Dies fand ich einerseits schön und geschickt geschrieben, andererseits hätte ich mir nach einer Weile vielleicht auch weniger Bienen-Abschnitte gewünscht, jedoch ist das nur persönliches Empfinden.

Weiterhin gab es auch viele interessante Infos über Obstgärten und deren Pflege, vieles davon war mir neu. Generell ist die ganze Geschichte sehr unaufgeregt und überzeugt mit seiner ruhigen Stimmung. Der Fokus liegt nicht auf Spannung, sondern auf menschlichen Emotionen und Beziehungen.
Die Trauerverarbeitung vermischt sich mit den Erinnerungen an die Vergangenheit, aufgedeckte Geheimnisse stellen die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, die uns am nächsten sind.
Hierbei mochte ich, wie sich die Beziehungen und Charaktere weiterentwickeln und ihren inneren Frieden (wieder)finden.
Insgesamt ein sprachlich schönes Buch, das durch seine ruhige Stimmung überzeugt.

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