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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Interessante Puzzleteile

So ist das nie passiert
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Bei einer Dinnerparty bei ihrer ehemaligen Zimmergenossin aus Internatstagen glaubt Willa, ihre Schwester wiederzuerkennen, die vor 20 Jahren verschwand ... Im Rückblick und aus verschiedenen Perspektiven ...

Bei einer Dinnerparty bei ihrer ehemaligen Zimmergenossin aus Internatstagen glaubt Willa, ihre Schwester wiederzuerkennen, die vor 20 Jahren verschwand ... Im Rückblick und aus verschiedenen Perspektiven wird der Leser in die Vergangenheit entführt und Stück für Stück das Puzzle gelöst, das Willa seit Kindertagen umtreibt. Dabei kommen Geheimnisse ans Licht und mit jedem Puzzleteil wird die wahre Geschichte enthüllt.
Nachdem ich mich in all die verschiedenen Charaktere hineingefitzt hatte, begann mich der Roman zunehmend zu fesseln. Er ist spannend, aber dennoch gefühlvoll erzählt. Weder Krimi noch Thriller, aber ein ergreifender Einblick in das Konstrukt Familie, das nicht immer allen Regeln folgt.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Macht Lust auf mehr

Kameraübung
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„Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon.“

Dieses Zitat auf dem Cover ...

„Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon.“

Dieses Zitat auf dem Cover trifft es ganz genau – hauchzarte Momente des Alltags werden gnadenlos festgehalten, in all ihrer Eintönigkeit, mit all ihren Makeln, ihrem Drama. Diese neun Erzählungen gilt es, Stück für Stück zu genießen und noch eine Weile nachhallen zu lassen.

Zugegeben, zu Anfang überraschte mich der nüchterne Stil der Autorin, aber genau den braucht es, um die fast schon beiläufigen Alltagsmomente ungeschönt von allen Seiten zu beleuchten. Ein wahres Meisterwerk, das nachdenklich, vor allem aber Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Ein berührender autobiografischen Roman

Weine nicht
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Inmitten der grausamen Wirren des spanischen Bürgerkriegs erlebt die 15-jährige Montse 1936 den Sommer ihres Lebens. Sie bricht aus aus dem „bescheidenen“ Dorfleben und reist gemeinsam mit ihrem Bruder ...

Inmitten der grausamen Wirren des spanischen Bürgerkriegs erlebt die 15-jährige Montse 1936 den Sommer ihres Lebens. Sie bricht aus aus dem „bescheidenen“ Dorfleben und reist gemeinsam mit ihrem Bruder in eine von den Anarchisten „befreite“ Stadt, wo sie der Liebe ihres Lebens begegnet ...

Viele Jahre später erzählt sie im hohen Alter ihrer Tochter vom Zauber, den diese kurze Zeit noch immer auf sie ausübt. Und diese Dame ist tatsächlich die Mutter der Autorin, die in diesem autobiografischen Roman, in den sie zudem intensiv recherchierte Fakten von Georges Bernanos einfließen lässt, ein authentisches Bild der damaligen Zeit zeichnet – grausame politische Realität trifft auf einen Hauch Romantik.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Verliert leider nicht an Brisanz

Das wirst du bereuen
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Mit „Das wirst du bereuen“ liefert Amanda Maciel einen Jugendroman zum leider immer noch aktuellen Thema Mobbing unter Jugendlichen. Die zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheitsperspektive ...

Mit „Das wirst du bereuen“ liefert Amanda Maciel einen Jugendroman zum leider immer noch aktuellen Thema Mobbing unter Jugendlichen. Die zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheitsperspektive (als das Opfer noch lebte) erzählte Geschichte bewegt, bestürzt und will auf eine Art vielleicht auch den Standpunkt der (Mit-)Täterin verdeutlichen, die aber eigentlich selbst auch nur ein Opfer ist – nämlich von Gruppenzwang, Zugehörigkeitsstreben, Abhängigkeit von der wohlhabenderen „Freundin“ usw.

Sara und deren vermeintlich beste Freundin Brielle können Emma, die „Neue“ an der Schule, nicht ausstehen. Und das wird noch schlimmer, als sich Emma an Saras Freund heranmacht. Es folgen noch mehr Beleidigungen, Belästigungen, eine verleumderische Fake-Facebook-Seite, üble „Streiche“ und so weiter – bis Emma ihrem Leben schließlich ein Ende setzt.
Nun plötzlich wird Sara mit Anwälten, Therapeuten, Gerichtsverhandlungen konfrontiert – aber keine Spur von Einsicht, Reue oder Mitgefühl. Sie beharrt auf ihrer Ansicht, Emma sei doch selbst daran schuld und hätte ihnen nun diesen ganzen Schlamassel eingebrockt.

Auf spannende, aufrüttelnde und erschütternde Art wird dargelegt, wie sich alles so weit hochschaukeln konnte und wie Sara nun als von allen gemiedene Außenseiterin dasteht und niemand ihren Standpunkt verstehen will, wo doch „alle anderen“ ebenso mitgemacht hätten ...

Fazit: Hier wird ein wichtiges Thema angesprochen, denn in der heutigen Zeit ist Mobbing an Schulen leider an der Tagesordnung. Und sowohl Gruppenzwang als auch das Verlangen, dazuzugehören, machen ganz normale Jugendliche schnell zu garstigen und unerbittlichen Monstern, die sich unglaubliche Gemeinheiten einfallen lassen, um ihr Opfer zu schikanieren.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Gelungener Schmöker für einen lauen Sommerabend

Fünf Tage am Meer
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Nachdem sie sich Hals über Kopf von ihrem treulosen Freund getrennt hat, kommt Linn der plötzliche Besuch eines amerikanischen Erbenermittlers ganz gelegen. Spontan beschließt sie, mit ihm in die USA zu ...

Nachdem sie sich Hals über Kopf von ihrem treulosen Freund getrennt hat, kommt Linn der plötzliche Besuch eines amerikanischen Erbenermittlers ganz gelegen. Spontan beschließt sie, mit ihm in die USA zu fliegen, wo sie von einer ihr bislang unbekannten und jüngst verstorbenen Tante zweiten Grades ein Haus geerbt haben soll.

So ganz entspricht das Haus dann zwar nicht den zuerst gehegten Vorstellungen eines aufregenden Lebens in Manhattan, denn zum einen befindet es sich ein gutes Stück entfernt inmitten der Hamptons und zum anderen findet sie das Haus bewohnt vor – und zwar von fünf Senioren. Nachdem die anfängliche Skepsis gewichen ist, lernt Linn die Herrschaften, ihre Eigenarten sowie ihre Lebens- und Liebesgeschichten kennen. Und so kommt es, dass sie eigentlich gar nicht mehr nach München zurück, das Haus verkaufen und somit die Senioren, die ihr immer mehr ans Herz wachsen, auf die Straße setzen will. Wären da nur nicht der Ermittler und das Finanzamt, die schon bald Provision bzw. Erbschaftssteuer verlangen ...

Ich muss zugeben, ich hätte mir den Roman und die Seniorentruppe etwas witziger vorgestellt, aber alles in allem ein gelungener Schmöker für einen lauen Sommerabend.

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