Profilbild von jeanne_darc

jeanne_darc

Lesejury Star
offline

jeanne_darc ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jeanne_darc über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Innovativ, spritzig und lecker

Tasty Healthy Vegan
0

Das Kochbuch Tasty Healthy Vegan kommt jung und spritzig daher. Das Vorsatzpapier mit seiner auffallenden Optik ist schon etwas Besonderes. Die einzelnen Rubriken sind farblich gekennzeichnet und auffallend ...

Das Kochbuch Tasty Healthy Vegan kommt jung und spritzig daher. Das Vorsatzpapier mit seiner auffallenden Optik ist schon etwas Besonderes. Die einzelnen Rubriken sind farblich gekennzeichnet und auffallend betitelt. Der Faktencheck ist eine interessante und wertvolle Einleitung und vermittelt ein gutes Grundlagenwissen zu einer bewussten gesunden Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinquellen etc.

Vom Frühstück bis zum gesunden Snack ist das ganze Spektrum abgedeckt. Jedem Rezept wird eine Doppelseite gewidmet, so dass das Endprodukt gut in Szene gesetzt wird. Toll finde ich auch den Anhang mit den Basics.

Die Zutatenlisten sind teilweise sehr lang, was mich erst einmal erschlagen hat. Doch teilweise wiederholen sich die benötigten Produkte bzw. man kann sie variieren, so dass man, wenn erst die Grundzutaten vorhanden sind, mit der Step by Step Anleitung ganz gut in den Kochflow kommen kann.

Die Nährstoffangaben am unteren Rand der Rezepte sind sehr hilfreich, gerade wenn man auf Zucker, Fett und Ballaststoffe achten muss.

Auf jeden Fall werden bei diesen Rezepten die Geschmacksknospen angesprochen und mir ist es wichtig mal die Langeweile vom Teller zu vertreiben. Ich habe unter anderem den 8-Minuten-Salat ausprobiert und er ging bei mir fast so schnell. Wirklich lecker, ohne viele Zutaten. Bei den Basics ist die Für-alles-Sauce als Salattopping oder als Dip einfach perfekt.

Die Rezepte sind vielseitig, ausgewogen und haben teilweise einen Asia-Style, an den ich mich noch mehr herantasten möchte. Leider sind einige Zutaten nicht mal eben im nächsten Supermarkt zu erwerben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Suizid oder tragisches Unglück?

Der unsichtbare Elefant
0

Das Cover kommt sehr schlicht daher, hat aber den Inhalt bereits gut beschrieben. Ein Mensch im freien Fall. Welcher unsichtbare Elefant hat ihn dazu getrieben?

Der Rechtsanwalt Thomas Siebenmorgen stürzt ...

Das Cover kommt sehr schlicht daher, hat aber den Inhalt bereits gut beschrieben. Ein Mensch im freien Fall. Welcher unsichtbare Elefant hat ihn dazu getrieben?

Der Rechtsanwalt Thomas Siebenmorgen stürzt aus dem achtzehnten Stock der Anwaltskanzlei seines Arbeitgebers in die Tiefe. Seine Kollegin Maria, die ihm entgegen geeilt ist, um zu helfen, kann nur noch den Sturz fassungslos beobachten. Sowohl Viktor vom Kriseninterventionsteam wie auch Maria und der junge Staranwalt Simon Nyakuri, der zur kanzleiinteren Ermittlung beauftragt ist, beginnen zu recherchieren. Was treibt Menschen dazu an, sich das Leben zu nehmen.

Dieser Roman spiegelt gut das Gefüge einer großen Anwaltskanzlei wieder, effizient, hierarchisch und teilweise auch skrupellos. Im Laufe der Recherche wurde hier gut herausgestellt, wie unsere generationsübergreifende Vergangenheit nachhaltig auf uns einwirkt und uns prägt. Man trägt sozusagen unbewusst die Last der Vorfahren mit sich herum.

Die Hauptcharaktere sind sehr authentisch ausgearbeitet und ihre Handlungen waren für mich gut nachvollziehbar. Durch den flüssigen Schreibstil konnte man die Situationen gut auf sich wirken lassen und durch die kurzen Kapitel ist man schnell in die Geschichte eingetaucht. Doch leider fand ich auch Passagen, wie z.B. das Klassentreffen zu ausufernd und überflüssig.

Das Genre kann ich jetzt tatsächlich nicht so richtig einordnen. Ist es nur ein Roman oder doch ein Krimi? Trotzdem hat mich die Lektüre im Großen und Ganzen gut unterhalten und mich zum Nachdenken angeregt, was man selbst für Lasten aus der Vergangenheit mit sich herumträgt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2025

Aussergewöhnlich und nachhallend

Treppe aus Papier
0

Mit diesem Buch hat der Autor Henrik Szántó ein ganz außergewöhnliches Buch geschrieben. Das Cover dieser kleinen Lektüre ist in sehr einladenden warmen Farben gehalten. Der aufmerksame Betrachter sieht ...

Mit diesem Buch hat der Autor Henrik Szántó ein ganz außergewöhnliches Buch geschrieben. Das Cover dieser kleinen Lektüre ist in sehr einladenden warmen Farben gehalten. Der aufmerksame Betrachter sieht gleich die Vervielfachung eines einzelnen Raumes. Hier wird schon optisch verdeutlicht, dass diese Geschichte von einem Haus und ihren Bewohnern handelt, die dieses Gebäude in einem Zeitraum von fast 100 Jahren bewohnt haben. Erinnerungen, die in den alten Mauern, im Gebälk, in Ritzen und Dielen bewahrt geblieben sind. Aus dieser Perspektive entfaltet sich ein Spektrum der jüngeren Geschichte, also vom Nationalsozialismus, bis in die Gegenwart. Gelebte Leben, Verrat, Verzweiflung, Hoffnung, Leid und Liebe alles wird gleichzeitig zur eigentlichen Gegenwartshandlung erzählt. Wer das Buch ganz aufmerksam und bedächtig liest, kann sich der Aura dieses Buches nicht entziehen.

Hier trifft die 15-jährige Nele Bittner auf die 90-jährige Irma Thon. Nele ist keine besonders gute Schülerin und demnächst steht die Geschichtsklausur über das Dritte Reich und die Gründung der BRD an. So kommt sie mit Irma ins Gespräch, die die Zeit selbst miterlebt hat. Auch Nele macht sich ihre eigenen Gedanken darüber und fragt ihre Eltern danach, die nicht mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden wollen. Hier wird verdeutlicht, wie eng die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft ist und man sich der Verantwortung und Aufarbeitung stellen sollte, ohne auf die Frage der Schuld oder Unschuld einzugehen.

All die gelebten Leben werden so unnachahmlich zusammengewobenen, dass man sich der Thematik und diesem Schreibstil eher dieser Sprachkunst nur schwer entziehen kann. Meine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2025

Der Momentesammler

Jetzt gerade ist alles gut
0

Der neue Roman von Stephan Schäfer ist ein sehr leises und nachdenkliches Buch. Eine kurze Unachtsamkeit kann unser Leben von einem auf den anderen Augenblick nachhaltig beeinflussen oder sogar fast beenden. ...

Der neue Roman von Stephan Schäfer ist ein sehr leises und nachdenkliches Buch. Eine kurze Unachtsamkeit kann unser Leben von einem auf den anderen Augenblick nachhaltig beeinflussen oder sogar fast beenden. Die eigene Sterblichkeit ist doch näher, als man denkt. Das ist der Moment, wo man Dinge hinterfragt. Einen Neuanfang oder besser gesagt einen Andersanfang macht. Sein Leben bewusster erlebt, indem man jeden schönen Moment in sich aufsaugt, andere daran teilhaben lässt, weil es sich einfach gut anfühlt und gemeinsame Momente doch die schönsten Erinnerungen sind. Der namenlose Protagonist wird hier zum Momentesammler.

Es sind nicht die großen Urlaube oder Unternehmungen, sondern die kleinen feinen Begebenheiten. Die kurze Fahrradtour mit der Schwiegermutter, die Tasse Kaffee mit dem Bäcker, die Unterhaltung mit einem Fremden im Zug oder ein spontanes Wochenende bei Freunden, wo man die Zeit vergisst und es vorerst keine Gelegenheit mehr für die Mohnschnecken gibt. Alles kleine Momente, die zählen und bleiben, die unser Leben bereichern und uns tragen. Der Schreibstil hat mich durch die Geschichte getragen, die zwar sehr kurz aber nachhaltig war. Die Gestaltung des Covers bzw. des Einbandes ist einfach toll, einsam am Strand der Ostsee und doch so wohltuend. Ich finde mich in diesem Buch wieder.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2025

Der alte Obstgarten und die Bienen

Wilder Honig
0

Hannah ist in Berllan Deg aufgewachsen und auch nach ihrer Hochzeit mit John hat sie den elterlichen Hof nie verlassen. Nach Johns Tod ist sie zum ersten Mal allein und wird von ihrer Schwester Sadie unterstützt. ...

Hannah ist in Berllan Deg aufgewachsen und auch nach ihrer Hochzeit mit John hat sie den elterlichen Hof nie verlassen. Nach Johns Tod ist sie zum ersten Mal allein und wird von ihrer Schwester Sadie unterstützt. Bei Sichtung der Unterlagen entdeckt Sadie ein Testament und elf Briefe von John an Hannah. Das Testament birgt ein lange gehütetes Geheimnis, dass für Hannah schwer zu verstehen ist und sie einige Zeit braucht, um sich an eine neue Erkenntnis und Situation zu gewöhnen, insbesondere als Megan auf den Hof kommt.

Atmosphärisch beschreibt die Autorin die walisische Heimat von Hannah und Sadie, den alten Obstgarten mit seinen Bienenstöcken, für mich der zentrale Punkt dieser Geschichte, im Wandel der Jahreszeiten, nicht nur für die Natur, sondern auch für die Menschen. John, der zu Lebzeiten Schriftsteller und passionierter Imker war, schreibt in seinen Briefen viel über das Verhalten der Bienen und nimmt so auch Bezug auf die Beziehung zwischen ihm und Hannah.

Im Laufe eines Jahres, vielleicht für Hannah auch eines Trauerjahres, konnte ich als Leserin die Gefühle und die Veränderungen jeder einzelnen Person gut nachvollziehen, authentisch und lebensnah. Es gab keine Spannungsmomente, denn darauf ist der Roman nicht ausgelegt. Vielmehr wird hier der Fokus mehr auf die zwischenmenschlichen Interaktionen gelegt, die sich entwickelnden Persönlichkeiten, Trauerbewältigung, Flucht aus alten Verhaltensmustern, um zu sich selbst zurückzufinden.

Ein Roman mit Tiefgang, der noch ein wenig nachhallt. Das wundervoll gestaltete Cover gefällt mir sehr gut und man fühlt sich sofort in die walisische Landschaft und die Geschichte hineinversetzt. Wer eine ruhige und zwischenmenschliche Handlung sucht, für den ist dieser Roman genau richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere