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Veröffentlicht am 12.10.2025

Buon appetito, ein Reise-Rezept-Buch

Il mondo della Pasta
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Il Mondo Della Pasta von Domenico Gentile

„Es gibt wohl keine Hausfrau in Apulien, die nicht ein Pastabrett zu Hause hat, um für die Familie frische Pasta von Hand zu machen.“ S.68

Die ganze Welt der ...

Il Mondo Della Pasta von Domenico Gentile

„Es gibt wohl keine Hausfrau in Apulien, die nicht ein Pastabrett zu Hause hat, um für die Familie frische Pasta von Hand zu machen.“ S.68

Die ganze Welt der italienischen Pastaformen, ihre Saucen und Rezepte findet der Autor auf seiner Reise durch Italien und beim Kochen mit Freunden und lieben Menschen. Die Fotografien von Oliver Brachat zeigen die zwischenmenschliche Nähe und Liebenswürdigkeit und sind zudem eine Liebenserklärung an das Handwerk der Pastaherstellung. Der informative Text mit zahlreichen Hintergrundinformationen, die leckeren Rezeptvorschläge mit Schritt für Schritt Anleitungen sowie die vielen Bilder wecken die Reiselust und lassen dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dieses Buch ist eine Hommage an die Nudel, eine Liebeserklärung an Italien. Ich habe mich selbst an den Rezepten ausprobiert und wurde mit schmackhaften Gerichten belohnt. Besonders gefallen haben mir die Ragu- und Suppentezepte. Auch vegetarische Rezeptvorschläge kommen nicht zu kurz. Die unglaubliche Vielfalt der italienischen, originalen Pastazubereitung hat mich erstaunt. Es lohnt sich, einmal die eingedeutschten Rezepte gegen die original italienische Zubereitung einzutauschen. Geschmacklich sind diese oft einfachen Sachen unglaublich lecker! Selbstgemachte Gnocci und die süßen Nudeln lohnen einen Versuch! Der Halbitaliener versteht sein Handwerk, ist er zwischen Nonnas und traditionellen Gaumenfreuden aufgewachsen. Domenico Gentile hat eine Leidenschaft zum Beruf gemacht und diese Lektüre ist ihm vortrefflich gelungen!

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Was kann die Geschichte einer Familie anhaben?!

Meine Mutter
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Meine Mutter ein Roman von Bettina Flitner

Sie ist es immer geblieben: Dieses zerbrechliche Mädchen, um das man sich kümmern musste. Die schmale Gestalt, die im Gegenlicht am Fenster stand und ins Nichts ...

Meine Mutter ein Roman von Bettina Flitner

Sie ist es immer geblieben: Dieses zerbrechliche Mädchen, um das man sich kümmern musste. Die schmale Gestalt, die im Gegenlicht am Fenster stand und ins Nichts schaute. Und plötzlich, mit einem Male, war sie dann wieder fröhlich, zu fröhlich. Zu wenig oder zu viel. Manchmal fast gleichzeitig. S.121

Dieser Roman beschreibt die Spurensuche einer Tochter und das Versöhnen mit der Mutter. Dabei beleuchtet die Autorin ihre eigene Familiengeschichte unter dem Aspekt von äußeren Einflüssen und geschichtlichen Gegebenheiten. Mit nüchternen und gleichzeitig eindringlichen, aufwühlenden Worten, gespickt mit sarkastischen sowie schwarzhumorigen Elementen berichtet Bettina Flitner von Gilas Schicksal, aus ihrem Leben mit ihren depressiven Stimmungen und letztendlich dem Suizid. Hierbei überschneiden sich tatsächliche Ereignisse und fiktionale Beschreibungen.

Die Mutter wächst behütet im heitige Polen auf. Dabei entsteht ein lebhaftes Bild der damaligen Zeit. Infolge der geschichtlichen Gegebenheiten flieht die Familie 1946 mit dem 9jährigen Mädchen aus Schlesien nach Celle. Es folgt, gezwungenermaßen, ein komplett anderes Leben. Diese Nachlast und Traumata wirken auf nachfolgenede Generationen. Eine Annäherung an dieses sensible Thema ist der Autorin gelungen. Anhand von Fotos, Erzählungen, Gesprächen, Dokumenten und das Aufsuchen der Orte ihrer Lieben versucht Bettina Flitner das Geschehene zu verstehen und zu verarbeiten. Ihre klare Sprache springt in der Zeit und versucht das Unfassbare zu begreifen. Eine Familiengeschichte und Vergangenheitsbewältigung, die sich sehr gut lesen lässt und noch lange zum Nachdenken anregt.

Fazit: Das vorliegende Buch ist eine Aufarbeitung der tragischen wiederkehrenden Selbsttötung innerhalb der Familie. So knüpft dieser Roman an „Meine Schwester“ an. Beide Erzählungen gehören zusammen und stehen doch für sich selbst.

Des Weiteren befasst sich die Autorin mit historischen Themen des 2. Weltkriegs und der Vertreibung.

Ich wollte diese Geschichte so gern lesen, da auch Teile meiner Familie in Ostpreußen und Schlesien verwurzelt sind. Und ich habe es nicht bereut, mich auf diese intelligente, anspruchsvolle, ehrliche, harte und gleichzeitig einfühlsame Erzählung eingelassen zu haben.

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Elisabeth erzählt

Nur nachts ist es hell
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Nur nachts ist es hell ein Roman von Judith W. Taschler (Zsolnay Verlag)
Einmal in der Eden Bar, wir waren betrunken, sagte mein Bruder Eugen zu mir:“Wenn du nicht meine Schwester wärst, würde ich dich ...

Nur nachts ist es hell ein Roman von Judith W. Taschler (Zsolnay Verlag)
Einmal in der Eden Bar, wir waren betrunken, sagte mein Bruder Eugen zu mir:“Wenn du nicht meine Schwester wärst, würde ich dich vom Fleck weg heiraten. Weißt du, es gibt dreierlei Frauen: die Geheimnisvollen, die Exzentrischen und die Nüchternen, das sind diejenigen,die in klarer Schärfe denken und bei denen man stets weiß, woran man ist. Du gehörst eindeutig zu Letzteren, und das liebe ich an dir.“
Ich küsste ihn auf die Wange und zog ihn auf die Tanzfläche. S.290

Elisabeth, die jüngste Schwester erzählt aus ihrem Leben zwischen und während der Weltkriege. Ihre Berichte ähneln Tagebucheinträgen, die Erinnerungen teils in Romanform geschrieben. Diese Mischung ist interessant und anspruchsvoll. Selbstverständlich kann man diesen Roman eigenständig lesen. Doch liest man ihn infolge der ersten Geschichte „Über Carl reden wir später“, hat mich diese Familiengeschichte der Bruggers nicht enttäuscht aber etwas unbefriedigt zurückgelassen. Manch schnelle Anekdoten fühlen sich an, als ob noch etwas Füllung fehlt. Die Schnellichkeit und Vielfalt hat mich beim Lesen das ein oder andere Mal überrollt. Gern hätte ich mir ein paar Seiten mehr, weniger theoretisch und in gedrosseltem Tempo gewünscht. „Über Carl reden wir morgen“ ist für mich um Längen eindrücklicher geschrieben.

Trotzdem steckt die Liebe im Detail und und man merkt, dass es ein Herzensbuch der Autorin ist. Ich lese immer wieder gern einen Judith W. Taschler und freue mich auf ihre Veröffentlichungen. Die Themen, die sie aufgreift gepaart mit den geschichtlichen Details sind interessant. Hier durchstreift ihre starke Protagonistin, die Medizin, die Frauenrechte, den Fortschritt, streift die Politik und die Geschichte im emotionalen Blickwinkel der Differenzen der Generationen, Familienkonstelationen und gesellschaftlichen Konventionen. Sie stellt ethische Fragen, beantwortet sie einleuchtend und lässt dabei Raum zum Nachdenken.

Fazit: Ich habe den Roman mit kleinen Abstrichen gern gelesen. Er ist ehrlich und direkt. Hilfreich fand ich den Stammbaum am Ende des Buches.

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Veröffentlicht am 03.10.2022

Ungewöhnlicher Krimi mit Sympathie-Effekt

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens
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Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens ein Kriminalroman von Pierre Martin (Knaur Verlag)

„Was, wenn ich Nein gesagt hätte?“
Edmond lächelte. „Dann, mon cher, wärst du ein toter Mann. Ich bin zwar ...

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens ein Kriminalroman von Pierre Martin (Knaur Verlag)

„Was, wenn ich Nein gesagt hätte?“
Edmond lächelte. „Dann, mon cher, wärst du ein toter Mann. Ich bin zwar an meinen Rollstuhl gefesselt, aber vergiss nicht, ich habe alles gelernt, was auch dein Vater gelernt hat. Dich umzubringen, um die Ehre der Familie zu retten, wäre ein Kinderspiel.“ S.37/38

So muss Lucien Comte de Chacarasse unfreiwillig die langgehegte Familientradition nach dem Tod seines Vaters fortführen. Diese brisante Aufgabe behagt dem jungen Mann ganz und gar nicht, handelt es sich doch um die Kunst des Tötens sowie die Planung und Durchführung zum Thema Auftragsmord. Oblige aux vivants et aux morts!
Doch all das interessiert Lucien nicht so wirklich und er genießt die Zeit in Villefranche-sur-Mer bei einem guten Essen, einem Gläschen Wein zusammen mit den Frauen seiner Wahl. Doch gelingt dies nur bedingt und so nimmt das Schicksal, welchem sich Lucien nicht entziehen kann, seinen Lauf.

Unterschiedlichste Geschichten, Akteure und spezielle sowie liebenswerte Charaktere reihen sich aneinander. Dazwischen liest man von französischen Köstlichkeiten und der atemberaubend schönen Landschaft Frankreichs.

Fazit: Ein sympathischer und verschmitzter Protagonist mit einem Hang zum leichten und ungezwungenen Leben stolpert in diesem Cosy-Krimi von Fall zu Fall und findet bald Gefallen daran. Eine leichte Kost, die die Sehnsucht nach der französischen Mittelmeerküste und den damit verbundenen Leckereien weckt!

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Veröffentlicht am 18.10.2019

Lebensgeschichten

Die Eulenflüsterin
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Die Eulenflüsterin von Tanja Brandt LÜBBE Verlag

"...Es ist, als wären wir auf einem anderen Planeten. Wir beobachten die Tiere im Wald, hören den Wind, die Blätter rauschen, die Vögel... Meine Tiere, ...

Die Eulenflüsterin von Tanja Brandt LÜBBE Verlag

"...Es ist, als wären wir auf einem anderen Planeten. Wir beobachten die Tiere im Wald, hören den Wind, die Blätter rauschen, die Vögel... Meine Tiere, mein Leben." (S.118)

Diese Worte und noch viele andere liebevolle Äußerungen der Autorin beschreiben die sehr nahe und intensive Beziehung zu ihren Tieren. Diese ist geprägt durch Verständnis, Respekt und Einzigartigkeit. Tanja Brandt lässt sich voll und ganz auf das Abenteuer Zusammenleben mit ihren gefiederten und fellnasigen Freunden ein. Ihre Lebensaufgabe besteht darin, für Tiere jeglicher Art da sein zu dürfen. Mit ihrer Arbeit als Falknerin und Tierretterin scheut sie keinen körperlichen Einsatz. Als Buchautorin, Tierfotografin und Aufklärerin rüttelt sie wach und öffnet die Augen. Ihre Erfahrungen gibt sie nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern durch erlebte, zum Teil auch traurig erzählte Situationen, die nachdenklich stimmen, preis.
Beeindruckt hat mich die Leichtigkeit im Umgang mit dem Kreislauf des Lebens. Alles hängt zusammen und zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben. Sei es die weniger glückliche Kindheit, das Lernen aus Tiefschlägen, das Fokusieren auf die schönen und erfolgreichen Momente oder das Annehmen von Krankheit und Tod.

Tanja Brandt gliedert die 219 Seiten in zwei Teile: 1. "Keine Wurzeln, keine Flügel" und 2. "Meine Tiere, mein Leben". Im ersten Abschnitt erzählt sie vorrangig von ihrem Werdegang. Diesen beschreibt sie durch bewegende und lustige Anekdoten. Der lockere, sprunghafte, teils flatterhafte Schreibstil und die ausgedehnten, dem Verständnis förderlichen, traurigstimmenden Selbstreflektionen, erschwerten mir ab und an das Lesen. Viel besser hingegen gefiel mir der 2. Teil des Buches, indem sie von Episoden und Erlebnissen der verschiedenen tierischen Weggefährten berichtet. Dabei entfaltet sich eine Bandbreite unterschiedlicher Charaktere, die man einfach nur ins Herz schließen kann! Tanja Brandt schildert informative Erläuterungen zu der jeweiligen Tierart. Die eingerahmten grauen Ergänzungskästchen vervollständigten das Gesagte mit eigenen, klaren Worten. Ihr Fazit am Ende des jeweiligen Kapitels haben mich berührt. In kurzen Sätzen legt sie dort dar, was sie von ihren Tieren über das Leben gelernt und sich abgeschaut hat.
Abgerundet wird die stilvolle Aufmachung der Lektüre mit eigenen, eindrucksvollen Tier-Fotografien der Autorin.

Fazit. Mir hat die Eulenflüsterin gut gefallen. Hut ab vor Tanja Brandt, einer Frau, die zupacken kann und ihren Weg gefunden hat.

Gern vergebe ich 4,5 Sterne, da ich anfänglich meine Schwierigkeiten hatte mich im Text zurecht zu finden. Wer den Plauderton wie am Kaffetisch mag, dazu noch emotionale, real geschilderte Erlebnisse und die Bereitstellung fundierter Fakten zu den einzelnen Vogelarten sowie eine Auswahl an grandiosen Fotos ist mit dieser Biografie bestens beraten.

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