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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Alltagswahnsinn mit Humor und Tiefgang – ein Roman für vergnügliche Lesestunden

Ungezügelt
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Die Romane von Autorin Susanne Fröhlich rund um Andrea Schnidt sind eine wahre Erfolgsstory. Mit „Ungezügelt“ liegt der inzwischen 13. Band der Reihe vor. Bereits das Cover zeigt in seiner Gestaltung einen ...

Die Romane von Autorin Susanne Fröhlich rund um Andrea Schnidt sind eine wahre Erfolgsstory. Mit „Ungezügelt“ liegt der inzwischen 13. Band der Reihe vor. Bereits das Cover zeigt in seiner Gestaltung einen Wiedererkennungswert.

Als Neuling in der Welt der Andrea Schnidt fand ich mich schnell zurecht. Sowohl in den Figuren, die nach und nach vorgestellt wurden, als auch in der Vergangenheit, die immer wieder eingestreut wurde. Kleine Hinweise auf Geschehnisse in vorherigen Büchern wecken die Lust darauf, auch diese zu lesen.

Andrea Schnidt muss sich nach Verlust ihres Jobs nach einer neuen Herausforderung umsehen. Ihre Wahl fällt auf das Autorinnendasein, das allerlei unvorhergesehene Schwierigkeiten und Verwirrungen bereithält. Und das nicht nur für sie selbst! Herrlich komisch, an vielen Stellen aber auch sehr tiefgründig, durfte ich Andrea begleiten. Dabei wirkte sie immer wie eine beste Freundin, der man an mancher Stelle gewünscht hätte, etwas mehr auf sich selbst zu achten. Doch so stellt sie immer wieder Freunde, aber vor allem Familie an erste Stelle. Eine durch und durch empathische und sympathische Frau, deren Freund Rudi ebenfalls für einige Lacher sorgt. An diesem 90jährigen kann man sich so manches Abschauen. Seien es Leidenschaft für Neues oder die Ehrlichkeit, mit der er immer wieder auch etwas vor den Kopf stößt. Doch das verzeiht man einem Herrn seines Alters doch gerne.

Autorin Susanne Fröhlich reißt einen mit ihrem witzigen Schreibstil einfach mit. Dabei gelingt ihr die Balance, ernsten Themen mit humorvollen Blickwinkeln zu begegnen. Gekonnt ist auch der Schluss des Buches, der weitere Bände möglich macht. So können nicht nur eingefleischte Andrea Schnidt-Fans auf eine Fortsetzung der Kultreihe hoffen.

„Ungezügelt“ ist ein kurzweiliger Roman, der viele aktuelle Themen wie Alzheimer und Kindererziehung anspricht, aber dabei niemals bevormundend wirkt. Mitten aus dem Leben, gewürzt mit einer herrlichen Prise Humor, bietet dieser Roman entspanntes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

ein Sommerroman, der einige Überraschungen bereit hält

Sommerglück zum Frühstück
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Mary Kay Andrews' Roman "Sommerglück zum Frühstück" liest sich sehr flüssig. Trotz der hohen Seitenzahl ist es mir an keiner Stelle langweilig geworden. Dies lag sicherlich auch daran, dass ich etwas ganz ...

Mary Kay Andrews' Roman "Sommerglück zum Frühstück" liest sich sehr flüssig. Trotz der hohen Seitenzahl ist es mir an keiner Stelle langweilig geworden. Dies lag sicherlich auch daran, dass ich etwas ganz anderes erhielt als erwartet. Denn sowohl Cover als auch Klappentext ließen mich einen leichten, heimeligen Sommerroman erwarten. Meine Überraschung war groß, als der erste Mordfall auftauchte und auch ein zweiter nicht lange auf sich warten ließ. Diese Tatsache hätte meiner Meinung nach eindeutig im Klappentext erwähnt werden sollen. Da ich auch Krimis gerne lese, war das nun kein Problem für mich, aber gewusst hätte ich es gerne vorab. Genau so überraschend wie die Mordfälle sind auch die Ermittlungen in diesen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss hoch. Manches erahnte man mit der Zeit, anderes kam überraschend. Der Schluss war auf jeden Fall eine spannende Lösung.

Drue, die Hauptfigur des Romans, macht eine interessante Entwicklung durch. Auch die weiteren Figuren sind gut charakterisiert und dargestellt.

Für diesen wirklich toll geschriebenen Roman mit Cosy Crime würde ich 5 Sterne vergeben. Allerdings muss ich einen Stern dafür abziehen, dass weder Cover noch Klappentext wirklich zum Buch passen. Das ist wirklich schade.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Skurril, tiefgründig, selbstironisch, humorvoll – abwechslungsreiche Kurzgeschichten aus dem Leben

Mehr Allergien als Freunde
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Mit „Mehr Allergien als Freunde“ gibt Johanna Wack ihr Autoren-Debüt. Das schlichte Cover passt hervorragend zum Titel. Goldfische sind für Allergiker gut als Haustiere geeignet, im Buch sind sie aus einem ...

Mit „Mehr Allergien als Freunde“ gibt Johanna Wack ihr Autoren-Debüt. Das schlichte Cover passt hervorragend zum Titel. Goldfische sind für Allergiker gut als Haustiere geeignet, im Buch sind sie aus einem anderen Grund sogar Teil eines Kapitels.

Die Sammlung an abwechslungsreichen Kurzgeschichten mitten aus dem Leben ist herrlich skurril, manchmal tiefgründig, selbstironisch und humorvoll. Wobei der Humor gerne auch einmal schwarz sein darf. Manches Klischee wird aufs Korn genommen und unter anderem die Erwartungen der Gesellschaft an Mütter thematisiert.

Mich brachten vor allem die ersten und letzten Geschichten zum Lachen. Dies ist an diesem Buch besonders schön: jeder Humor wird angesprochen – mit der einen Geschichte mal mehr, mit der anderen mal weniger. Und wenn eine gar nicht gefällt, kann man problemlos zur nächsten Blättern ohne den Faden zu verlieren.

Etwas verwundert war ich, dass weder Allergien, noch Freunde einen größeren Teil des Buches einnahmen. Erwartet hätte ich dies durch den gewählten Titel.

Von mir gibt es für diese abwechslungsreiche Sammlung an Geschichten aus dem Leben vier Sterne. Es war ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei dem ich manchmal Lachen und oftmals zustimmend mit dem Kopf nicken musste.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

netter Krimi rund ums Wandern mit Lokalkolorit der Eifel

Über Stock und Mörderstein
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Das Cover ist gut gewählt und spiegelt direkt das Hauptthema, das Wandern, wider.

Die Ermittlungen der Privatdetektivin Ellen sind gut dargestellt, ebenso wie die Mitwanderer auf ihrem vom Mord geprägten ...

Das Cover ist gut gewählt und spiegelt direkt das Hauptthema, das Wandern, wider.

Die Ermittlungen der Privatdetektivin Ellen sind gut dargestellt, ebenso wie die Mitwanderer auf ihrem vom Mord geprägten Weg. Die vielen verschiedenen Charaktere sind gut gezeichnet, jedoch immer wieder verwirrend, denn die unterschiedlichen Zusammenhänge und Verwicklungen der Einzelnen ist nur mit großer Aufmerksamkeit auseinanderzuhalten. Das Ende des Krimis habe ich nicht vorhergesehen, wenn auch die Lösung irgendwann vermutet, so dass es ein angenehmes Leseerlebnis war.

Schön wäre es, wenn man als Leser vorgewarnt werden würde, dass das Thema Wechseljahre recht viel Raum einnimmt. Gut finde ich es auf jeden Fall, dass es thematisiert wird. Jedoch wäre es notwendig, dass es vorab einen Hinweis darauf geben würde.

Der Krimi ist nett geschrieben, der Eifelsteig gut beschrieben, die Krimi-Handlung solide. Gänzlich überzeugt hat mich das Buch aber leider nicht.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Verlust, Trauer, Tod – einfühlsam, eindrücklich, vielschichtig

Café Finito
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Einfühlsam, eindrücklich und klar ist Sybil Volks‘ Schreibstil in ihrem Roman „Café Finito“. Das gleichnamige Café lässt sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin erstehen. Hier lebt und wirkt ...

Einfühlsam, eindrücklich und klar ist Sybil Volks‘ Schreibstil in ihrem Roman „Café Finito“. Das gleichnamige Café lässt sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin erstehen. Hier lebt und wirkt Kristof Fährer, die gute Seele - für die Toten, wie für die Lebenden - des liebevoll genannten „Doro“. Kern des Buches ist eine von ihm geleitete Trauergruppe, die sich langsam zusammenfindet, mit jedem Treffen näher rückt und sich mehr öffnet. Die Geschichten der einzelnen Teilnehmer sind so verschieden, wie das Leben sie schreibt. Dabei wird Vieles nur angerissen, Anderes sehr eindrücklich und mit viel Gefühl für die Situation und Menschen beschrieben.

Am Ende bleibt: Trauer ist vielschichtig und einzigartig. Niemand kann beurteilen, wie groß oder stark diese für den Betroffenen ist und wie lange jemand benötigt, um den Trauerprozess zu gehen und dann abzuschließen. Gemeinsam, im Gespräch und gegenseitigen Öffnen, liegt die Chance, diesen schmerzvollen Weg nicht alleine gehen zu müssen. Um Frieden zu finden, wird es notwendig sein, nicht nur den Verstorbenen zu verzeihen, sondern auch sich selbst.

Sehr gefreut hat mich, dass verschiedene Künstler und Persönlichkeiten vorgestellt wurden, die auf dem Doro ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auch geschichtliche Hintergründe rund um die DDR, sowie gesellschaftliche Gegebenheiten sind unaufgeregt aber eindrücklich in die Geschichten eingewoben.

Die feinen Nuancen, die Sensibilität und der sanfte Humor sind klare Stärken dieses Romans. Dabei lässt die Autorin dem Lesenden ausreichend Platz für eigene Gefühle und Reflexionen. Manche Schicksale sprechen einen dabei mehr an als andere.

Ein oft mit Schweigen belastetes Thema, das einen gefühlvollen, nicht be- oder verurteilenden Raum bekommt. Dabei werden nicht alle Konflikte vollständig aufgelöst, was die Nähe zur Realität verdeutlicht. Deshalb gibt es auch kein klassisches Happy End, sondern die Offenheit, dass jeder seinen eigenen Weg findet, mit dem Geschehenen umzugehen.

Das von Sybil Volks für den Schluss gewählte „Fest der Toten“ war mir persönlich zu fantastisch, schrill und übertrieben. Leider kein Abschluss, der zum Buch gepasst hat. Die Thematik des Verlustes Leonies fand ich sehr gut, jedoch ihre Figur und deren Entwicklung denkbar ungeeignet zum Transport derselben, was mich sehr gestört hat. Deshalb gibt es von mir eine 4-Sterne-Bewertung, verbunden mit einer Leseempfehlung für alle, die keinen klassischen Roman erwarten und bereit sind, sich mit den vielschichtigen Thematiken Verlust, Trauer und Tod zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

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