Profilbild von brenda_wolf

brenda_wolf

Lesejury Star
offline

brenda_wolf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit brenda_wolf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Die schnelle Vegi-Küche

Carlottas vegane Küche
0


Carlotta Perego ist Italiens bekannteste vegane Influencerin mit über 1,5 Millionen Followern. Mit ihrem Werk ‚Carlottas vegane Küche‘ präsentiert sie uns einen Querschnitt ihrer Rezepte von ihrer Internetplattform ...


Carlotta Perego ist Italiens bekannteste vegane Influencerin mit über 1,5 Millionen Followern. Mit ihrem Werk ‚Carlottas vegane Küche‘ präsentiert sie uns einen Querschnitt ihrer Rezepte von ihrer Internetplattform „Cucina Botanica“. Carlotta legt vor allem Wert auf gesunde und unkomplizierte Rezepte, die mit frischen, pflanzlichen Zutaten zubereitet werden.
Das Buch enthält über 80 Rezepte, die sich durch ihre Schnelligkeit und Einfachheit auszeichnen. Ob Frühstück, Hauptgerichte oder Snacks – die Gerichte sind so konzipiert, dass sie auch im hektischen Alltag gut umsetzbar sind. Dabei verzichtet Perego bewusst auf komplizierte Zutaten oder aufwendige Zubereitungsschritte.
Aber bevor es ans Kochen geht, gibt uns die Autorin sinnvolle Organisations- und Entrümpelungsstipps. Wie schaffe ich eine gut geordnete und übersichtliche Küche? Wie sollte unser Vorratsschrank bestückt sein? Wie spare ich Geld bei der Zubereitung? Wie lässt sich die Zubereitung beschleunigen? Ich muss gestehen, bereits damit hat mich die Autorin für sich eingenommen.

Das Kochbuch selber ist ansprechend und liebevoll gestaltet, mit professionellen Fotos. Die Gerichte sind appetitlich angerichtet, die Rezepte gut beschrieben und scheinen ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen. Zudem habe ich sogar einige echt raffinierte Rezepte entdeckt. Ich mag z.B. die Cracker mit verschiedenen Samen. Eine leckere Knabberei, wer braucht da noch Chips und Co. Die Rezeptauswahl bietet wirklich für jeden Geschmack etwas. Und was am besten ist, es werden rein pflanzliche Zutaten verwendet, keine industriell gefertigten Ersatzprodukte.

Fazit: Ein liebevoll gestaltetes Kochbuch, das auch für Anfänger geeignet ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2025

Endlich frei

Deine innere Mutter
0



Der Selbsthilfe-Ratgeber „Deine innere Mutter“ von Nadiya Kroshka beschäftigt sich mit dem Mutterintrojekt, dass uns sowohl im Negativen als auch im Positiven ein Leben lang begleiten kann.

Ein Introjekt ...



Der Selbsthilfe-Ratgeber „Deine innere Mutter“ von Nadiya Kroshka beschäftigt sich mit dem Mutterintrojekt, dass uns sowohl im Negativen als auch im Positiven ein Leben lang begleiten kann.

Ein Introjekt der Mutter ist eine verinnerlichte Vorstellung, ein Wertesystem oder ein Verhaltensmuster der eigenen Mutter, dass der Erwachsene als Teil seiner selbst wahrnimmt, obwohl es ursprünglich von außen stammt. Diese Verinnerlichung kann sowohl positiv als auch negativ sein und entsteht oft in der Kindheit, um mit der Beziehung zur Mutter umzugehen oder sich deren Anerkennung zu sichern. Negative Introjekte können zu Schuldgefühlen, Selbstabwertung oder sogar psychischen Problemen führen, wenn man gegen sie verstößt.

Als Kind übernimmt man oft unreflektiert die Überzeugungen und Werte der Eltern, um ihre Liebe und Anerkennung zu bekommen ohne zu Hinterfragen.

Kroshka richtet sich an Menschen mit Ängsten, Depressionen oder Selbstwertproblemen, die lernen möchten, sich selbst zu trösten und zu stärken. Das Buch enthält Imaginationen, Übungen und Fallbeispiele, die helfen, innere Dialoge zu verändern und alte Glaubenssätze zu hinterfragen. Das Buch ist in verständlicher Sprache abgefasst so dass auch Laien leicht damit arbeiten können

Fazit: Ein kraftvoller und verständlich geschriebener Leitfaden zur emotionalen Selbstheilung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2025

Mensch oder Tier

Ehrenwerte Affen
0


Michael Köhlmeier vereint in seinem Buch „Ehrenwerte Affen“ siebzehn meisterhaft erzählte Sagen und Märchen.

Ich kenne ja schon einige Bücher dieses Autors. Deshalb war ich gespannt auf seine Interpretation ...


Michael Köhlmeier vereint in seinem Buch „Ehrenwerte Affen“ siebzehn meisterhaft erzählte Sagen und Märchen.

Ich kenne ja schon einige Bücher dieses Autors. Deshalb war ich gespannt auf seine Interpretation alter unbekannter Sagen und Märchen aus der Tierwelt. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Michael Köhlmeier Tiere agieren zutiefst menschlich, weisen sowohl positiven wie negativen Facetten auf, sind gierig, greifen nach Macht, überfallen andere, es gibt ungerechte Könige, aber auch liebende Eltern. Köhlmeiers Sprache ist wie gewohnt auf den Punkt und voller feiner Ironie. Er erzählt mit einer Leichtigkeit, die an klassische Fabeln erinnert, aber stets mit einem modernen Unterton. Die Geschichten sind kurz, aber tiefgründig – ideal zum Nachdenken, Vorlesen oder einfach zum Genießen. Köhlmeier hält dem Leser den Spiegel vor.

Fazit: 17 Erzählungen, die aus dem Rahmen fallen, aber uns allen doch sehr bekannt vorkommen. Eine Lektüre, die nachdenklich stimmt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2025

Der weiße Elefant

Sonnenaufgang Nr. 5
0


Ich verrate es gleich: „Sonnenaufgang Nr. 5“ von Carsten Sebastian Henn ist ein Lese-Highlight. Nach seinem SPIEGEL-Bestsellers »Der Buchspazierer« war ich so gespannt auf dieses Buch und ich wurde nicht ...


Ich verrate es gleich: „Sonnenaufgang Nr. 5“ von Carsten Sebastian Henn ist ein Lese-Highlight. Nach seinem SPIEGEL-Bestsellers »Der Buchspazierer« war ich so gespannt auf dieses Buch und ich wurde nicht enttäuscht.

Der 19-jährige Jonas hat sein Germanistikstudium gerade geschmissen. Sein Vater möchte, dass Jonas im Restaurant hilft. Jonas hat andere Pläne. Er will als Ghostwriter anderen helfen, ihre Lebensgeschichten festzuhalten. Seine erste Klientin ist die exzentrische alte Filmdiva Stella, die in ihrer Autobiografie ihr Leben glücklich und erfüllt darstellen will. So als hätte sie nur richtige Entscheidungen getroffen. In ihrem Haus voller Bücher beginnt eine Reise durch Erinnerungen, die Stella auf unzähligen Zetteln festgehalten hat – mal geschönt, mal schmerzhaft ehrlich. Gemeinsam lernen die beiden, dass man jeden Tag so leben muss, als sei es der letzte. Damit man ein Leben führt, das unvergesslich ist.

Carsten Sebastian Henns Schreibstil geht unter die Haut. Seine Erzählweise ist einfühlsam, warmherzig und klug. Seine Figuren sind glaubwürdig und vielschichtig. Ich mochte nicht nur die Hauptcharaktere, auch die Nebenfiguren Bente, die in der Bushaltestelle auf ihren Mann wartet, oder Paul mit seinem Hund Guter Junge, der Stella jeden Tag um einen Tanz bittet, und die Zwillingsschwestern Britta und Imke. Jeder von ihnen hat ein Leben das erzählenswert erscheint. Besonders berührend ist die Symbolik des „weißen Elefanten“, den Stella vorschiebt, um unangenehme Wahrheiten zu verbergen.
Mich hat der Roman tief berührt.

Hier noch ein paar Zitate aus dem Roman:
- Sammeln Sie viele schöne Erinnerungen, sie wärmen im Alter.
- Leben Sie jeden Tag so, als sei es der letzte. Dann werden sie ein Leben führen, dass
unvergesslich ist.
- Jeder kann tanzen, Jonas. Es braucht nur die richtige Partnerin.

Fazit: Ein zauberhafter Roman, der zum Nachdenken anregt und lange nachhallt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2025

Kein Wohlfühlroman

Was man nicht sieht, ist doch da
0


Der Autorin Margit Weiß gelingt mit Was man nicht sieht ein eindringlicher historischer Roman der den Leser mitnimmt in die Nachkriegszeit.

Tirol, 1954: Der zehnjährige Hans Dakosta wird ohne das Wissen ...


Der Autorin Margit Weiß gelingt mit Was man nicht sieht ein eindringlicher historischer Roman der den Leser mitnimmt in die Nachkriegszeit.

Tirol, 1954: Der zehnjährige Hans Dakosta wird ohne das Wissen der Eltern von der Schule abgeholt und aufgrund „sittlicher Verwahrlosung“ in eine Erziehungsanstalt gebracht. Der Bub weiß gar nicht wie ihm geschieht. Seine Eltern können ihn trotz aller Bemühungen nicht zurückholen. Sie sind Ladiner und staatenlos und haben in Österreich einen schlechten Stand.

Das Leben in der Anstalt wird für Hans zu einem Alptraum. Mir tut das Herz beim Lesen weh. Wenn man bedenkt, der Junge ist erst 10 Jahre alt und hat doch nichts verbrochen. Hans ist dem Heim der Gewalt der Erzieher ausgesetzt. Die damaligen Erziehungsmethoden stammen noch aus der Nazizeit. Der Wille der Kinder musste gebrochen werden. Zum Glück hat Hans wenigstens den Gärtner auf seiner Seite.

Der Schreibstil der Autorin ist klar und knapp. Dieses Stilmittel macht die Härte des Schicksals von Hans und seiner Familie umso greifbarer. Die Atmosphäre beschreibt sie als sehr beklemmend. Die kurzen und prägnanten Kapitel werden aus der Perspektive von verschiedenen Personen erzählt.

Fazit: „Was man nicht sieht, ist doch da“ ist ein bewegendes Stück Zeitgeschichte, dass mich fassungslos zurückgelassen hat und das noch lange in mir nachklingt. Dennoch meine absolute Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere