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Veröffentlicht am 19.11.2025

Der Menschenflüsterer

Die an den Tod nicht glauben
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„Ich bin Gerichtsmedizinerin, auch wenn mir das verfluchte Zertifikat, um es nachzuweisen, fehlt.“ (S. 173)
Berlin 1910: Perdita ist im gerichtsmedizinischen Institut Berlin aufgewachsen, wo ihr Vater ...

„Ich bin Gerichtsmedizinerin, auch wenn mir das verfluchte Zertifikat, um es nachzuweisen, fehlt.“ (S. 173)
Berlin 1910: Perdita ist im gerichtsmedizinischen Institut Berlin aufgewachsen, wo ihr Vater Hausmeister ist. Seit ihrer Geburt ist sie vom Tod umgeben und fasziniert. Ihr Traum, Gerichtsmedizinerin zu werden, scheitert jedoch am fehlenden Schulabschluss. Also lernt sie das Handwerk praktisch, indem sie den Rechtsmedizinern assistiert. Als die angebliche Selbstmörderin Frauke Walther obduziert wird, fällt ihr die stark vergrößerte Leber der jungen Frau auf. War die halbverhungerte Mutter eines wenige Monate alten Babys wirklich Alkoholikerin? Wo sollte sie das Geld dafür herhaben, und hätte sie ihr Kind wirklich allein zurückgelassen?
Perdita möchte die Leiche am nächsten Tag noch einmal heimlich untersuchen, doch die ist verschwunden! Als sie den Fall bei der Kripo meldet, landet sie bei Kriminalanwärter Dieter Schulz. Der hat Fraukes Akte bearbeitet und ebenfalls Unstimmigkeiten bemerkt. Warum wurde die Leiche so schnell von Charon Czerny abgeholt, dem teuersten Bestatter Berlins, und wer hat ihn bezahlt? Perdita berichtet ihm von einem weiteren Fall von vor 2 Jahren. Eine junge Frau, arm und ohne Angehörige, mit deutlichen Anzeichen einer Vergiftung; auch sie wurde als Selbstmörderin eingestuft und von Czerny bestattet. Das kann kein Zufall sein! Gemeinsam beginnen Perdita und Schulz zu ermitteln.

„Dieses „Schwarze Ferkel“ war offenbar ein Schmelztiegel, indem die Heimatlosen eine Heimat fanden.“ (S. 235)
Ihre Nachforschungen führen sie ins Schwarze Ferkel, eine üble Spelunke, in der Tadeú, der Vater von Fraukes Kind, Hof hält und alle in seinen Bann zieht. Er bezeichnet sich selbst als Satan, losgelöst vom Gesetz und Herrscher über Leben und Tod, allein durch die Macht seiner Gedanken. Er lebt von den Gaben anderer, findet stets jemanden, der ihn einlädt, und Frauen, die ihm zu Füßen liegen. Frauke war nur eine von vielen. Ein perfekter Verdächtiger, doch er hat ein Alibi und verweist stattdessen auf Czerny: „Der hat den Tod in den Augen, wenn Sie da reingucken, erstarrt Ihnen das Herz zu Eis …“ (S. 15)

„Die an den Tod nicht glauben“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe und hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Cleo Sternberg erschafft einen spannenden Kosmos, in dem man nie weiß, wem man glauben kann. Besonders überzeugt hat mich das historische Setting: Es erinnert zwar an andere Krimireihen, zeigt aber dennoch neue Facetten. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und wirken realistisch.
Perdita ist für eine Frau ihrer Zeit und gesellschaftlichen Stellung ungewöhnlich klug und entschlossen. Sie will unbedingt Gerichtsmedizinerin werden, ohne nochmal die Schulbank zu drücken. Ihr Vater hat sie allein großgezogen und ihr, ebenso wie der Institutsleiter, viele Freiheiten gelassen. Sie kennt kaum Angst, bis sie Czerny begegnet. Der Bestatter mit den eisigen Augen ist ihr unheimlich. Kann sie ihm wirklich trauen? Auf der Suche nach der Wahrheit riskiert sie ihr Leben und erschrickt über ihre eigene Courage.
Czerny ist sehr schwer zu durchschauen. Er wurde früh zum Waisen und für den Tod seiner Familie verantwortlich gemacht, obwohl ihm nichts nachgewiesen werden konnte. Um seinen Ruf kümmert er sich nicht – es scheint ihn nicht zu interessieren. Und dennoch wirkt es, als sei auch er ein Anhänger Tadeús.
Dieter Schultz hat sich aus Liebe zu seiner Isolde vom einfachen Schutzmann zum Kriminalanwärter hochgearbeitet. Chancen, weiter aufzusteigen, rechnet er sich kaum aus – außer, er löst einen spektakulären Fall auf.

Für mich ist der Krimi so kurz vor Jahresende noch mal ein echtes Lesehighlight und ein klarer Tipp für Fans von Anne Stern, Alex Beer und Volker Kutscher.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Schicksalsgemeinschaft

Elbnächte. Schatten über St. Pauli
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„Er muss aus meinem Leben verschwinden. Ich bin nicht frei, solange er dort draußen unterwegs ist.“ (S. 218)
Als Louises zum Tode verurteilter Mann Viktor aus dem Gefängnis befreit wird, stellt Inspektor ...

„Er muss aus meinem Leben verschwinden. Ich bin nicht frei, solange er dort draußen unterwegs ist.“ (S. 218)
Als Louises zum Tode verurteilter Mann Viktor aus dem Gefängnis befreit wird, stellt Inspektor Thönnes sie unter Polizeischutz. Schließlich hat Viktor Rache geschworen, weil sie ihn ans Messer geliefert hat. Doch trotz des Schutzes gelingt es jemandem, in Louises Haus einzubrechen und den Wachmann sowie eine Bewohnerin schwer zu verletzen.

„Elbnächte. Schatten über St. Pauli“ knüpft nahtlos an den ersten Band „Die Lichter über St. Pauli“ an und bleibt ebenso spannend. Um alle Zusammenhänge zu verstehen, sollte man den Auftakt unbedingt gelesen haben.
Louise führt inzwischen ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben und betreibt in St. Pauli die Bar Fatal. Aus der ahnungslosen, gutgläubigen Ehefrau ist eine entschlossene Geschäftsfrau geworden.
Ella, der nach jahrelanger Zwangsprostitution die Flucht nach Hamburg gelungen ist, hat sich ebenfalls ein neues Leben aufgebaut. Sie fährt morgens Brötchen für einen Bäcker aus und besucht abends die Schule, in der sie zu den besten Schülerinnen gehört.
Der ehemalige Polizist Paul arbeitet tagsüber auf dem Schlachthof und sorgt abends als Türsteher bei Louise für Ordnung und Sicherheit. Er liebt Ella, glaubt jedoch, mit seinem Handicap – er hat nur noch einen Arm – nicht gut genug für sie zu sein.

Die drei sind bereits im ersten Band zu einer echten Schicksalsgemeinschaft zusammengewachsen. Auch diesmal halten sie fest zusammen, als sie sich erneut ihren Feinden stellen, getrieben von dem Wunsch nach Gerechtigkeit und einem friedlichen Leben.
Louise will Viktor für seine Lügen und Verbrechen zur Strecke bringen und arbeitet dafür eng mit Kommissar Thönnis zusammen. Doch sie macht eine Entdeckung, den die sie ihm verschweigt.
Ella besucht regelmäßig den Waisenjungen Joshua bei seinen Pflegeeltern Reimers. Herr Reimers, ein Anwalt, versucht aufzuklären, wer für den Tod von Joshuas Eltern verantwortlich ist. Als er Unterstützung benötigt, eröffnet sich Ella eine große Chance.
Paul wiederum jagt immer noch den Unterweltboss Hinnerk Macke, obwohl er inzwischen weiß, dass es sich dabei um seinen als Kind verschollenen Bruder Michael handelt.
Ihre Ermittlungen sind fesselnd und gefährlich; alle drei geraten mehrfach in Lebensgefahr.

Doch Henrike Engels Fortsetzung ist so viel mehr als nur ein historischer Krimi. Ihre Figuren versöhnen sich mit ihren Schicksalen und z.T. auch Familien, finden Frieden mit ihrer Vergangenheit und finden oft auch ihr Glück in ungeplanten Karrieren und Beziehungen.
Schade, dass die Dilogie hier endet, ich hätte gerne noch mehr von Louise, Ella und Paul gelesen.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Der Ruf des Meeres

Der Klang von Wind und Wellen
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„Vielleicht war genau jetzt die Zeit, dorthin zurückzukehren. Und vielleicht würde ich dort nicht nur Erinnerungen wieder finden, sondern auch eine Ahnung davon, was ich wirklich wollte.“ (S. 84)
Nach ...

„Vielleicht war genau jetzt die Zeit, dorthin zurückzukehren. Und vielleicht würde ich dort nicht nur Erinnerungen wieder finden, sondern auch eine Ahnung davon, was ich wirklich wollte.“ (S. 84)
Nach dem Tod ihres Großvaters findet Julia in einer Schublade Urlaubsfotos von Amrum und erinnert sich an die Sommerferien, die sie dort mit ihren Großeltern verbracht hat. Außerdem entdeckt sie ein schmales Büchlein, in dem eine gewisse Mina Bork um 1880 die Preise für Schiffsladungen vermerkt hat – wie ist dieses Buch in den Besitz ihres Großvaters gelangt?
Da Julia sich gerade haltlos fühlt, wie ein Blatt im Wind, fährt sie kurzentschlossen für eine Woche auf die Insel. Nichts hält sie mehr im Haus ihres Großvaters, um den sie sich in den letzten Monaten liebevoll gekümmert hat. Kurz zuvor ist ihre Beziehung an der Untreue ihres Freundes zerbrochen, und auch ihren Job in der Buchhandlung hat sie durch einen Besitzerwechsels verloren. Dank eines kleinen Erbes kann sie sich nun die Zeit nehmen, wieder zu sich selbst zu finden und zu überlegen, was sie in Zukunft wirklich will. Ihr Herz schlägt nämlich nicht nur für Bücher, sondern auch für selbstgemachten Haselnussnougat. Aber könnte sie davon leben? Oder lässt sich vielleicht beides miteinander verbinden?

Als sie auf Amrum ankommt, fühlt es sich an wie ein Nach-Hause-Kommen. Auch wenn sich die Insel verändert hat, erkennt sie vieles wieder. Mitten im November lässt sie sich den Kopf und das Herz ordentlich durchpusten, findet alte Freunde wieder, lernt neue Menschen kennen – und erhält ganz unerwartet eine Stelle als Führerin bei der Pottwal-Ausstellung im Naturzentrum. „Vielleicht ist jetzt der Moment gekommen, die Vergangenheit ein für alle Mal ruhen zu lassen und nur nach vorne zu schauen.“ (S. 230) Während ihres Aufenthalts spürt Julia zudem ihrer Familiengeschichte nach. Sie erkundigt sich nach ihrem Großvater und seiner Verbindung zu Mina, entdeckt ein altes Geheimnis und söhnt sich mit einem nahen Familienmitglied aus.

Ich mag es, wie Anne Barns in ihren Büchern lange verschüttete familiäre Verbindungen aufdeckt und durch eine zweite Zeitebene lebendig werden lässt. Ganz nebenbei erfährt man vom harten, entbehrungsreichen Leben der Frauen und Kinder auf Amrum – davon, wie sie ohne Unterlass arbeiteten, um die Familien zu ernähren, während die Männer auf Walfahrt waren. Und wie die Mütter hofften, dass das nächste Kind endlich ein Mädchen sein würde, das auf der Insel bleiben könnte und nicht zur See fahren müsste.

Ich schätze Anne Barns‘ literarischen Stil sehr: Trotz der teils traurigen Schicksale ihrer ProtagonstInnen gelingt es ihr stets, Hoffnung und Zuversicht zu verbreitet.
„Der Klang von Wind und Wellen“ ist ein Buch zum Nachdenken, Wohlfühlen und Träumen, das Lust auf Nougat und Mee(h)r macht.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Endlich wieder Niederkaltenkirchen!

Apfelstrudel-Alibi
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Pfingstferien, 30°C, in Niederkaltenkirchen ist nichts los und Franz könnte entspannt in dre Sonne liegen, wenn Susi nicht als frischgebackene Bürgermeisterin erwarten würde, dass er sich um den Haushalt ...

Pfingstferien, 30°C, in Niederkaltenkirchen ist nichts los und Franz könnte entspannt in dre Sonne liegen, wenn Susi nicht als frischgebackene Bürgermeisterin erwarten würde, dass er sich um den Haushalt und Sohn Paulchen kümmert.
Zum Glück ruft ihn Richter Moratschek an: Noch vor 2 Wochen hat er auf der, seiner Meinung nach überstürzten, Hochzeit seiner Nichte Leddi getanzt, nun ist sie auf der Hochzeitsreise in den Dolomiten tödlich verunglückt. Und das, obwohl sie noch nie wandern und generell sehr unsportlich war. Für Moratschek ist klar: „Der schöne Mike“ hat sie nur wegen ihres Erbes geheiratet und umgebracht hat. Franz soll das bittschön beweisen. Während er nach Italien reist, um vor Ort zu ermitteln, soll sich Rudi undercover auf den Campingplatz, den Mike betreibt.

Nach 2 Jahren Pause gibt es endlich wieder einen neuen Eberhofer-Krimi – mit Herz, Witz, Charme und den liebenswert-schrägen Protagonisten, die mir über die Jahre ans Herz gewachsen sind. Franz hat das Arbeiten immer noch nicht erfunden, kommt am Ende seiner eher beiläufigen Ermittlungen aber trotzdem ans Ziel. Susi blüht als Bürgermeisterin auf, hetzt von Termin zu Termin und schafft es zwischendurch noch zum Frisör, in die Kosmetik, ins Fitnessstudio oder zum Yoga – schließlich will sie ihre Gemeinde würdig vertreten. Dass sie dabei gern übertreibt, bemerkt sie nicht. Paulchen ist inzwischen 10, klug, herzlich, und ganz unbemerkt groß und cool geworden. Er kümmert sich rührend um die Oma, der leider zusehends abbaut. Der Papa darf endlich legal Cannabis anbauen und schöpft diese Möglichkeit voll aus. Rudi fühlt sich wie immer – nicht ganz zu Unrecht – von Franz vernachlässigt, ist aber sofort zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Es menschelt herrlich in Rita Falks neuem Buch.

Der Fall ist spannend aufgebaut. Franz findet in Italien Hinweise, die die örtliche Polizei übersehen hat: Leddi kann nicht einfach verunglückt sein kann. Moratschek setzt weitere Ermittlungen durch, doch der schöne Mike hat leider ein Alibi. Kann Franz es entkräften oder suchen alle am falschen Ort nach dem Täter?!

Natürlich läuft nicht alles glatt. Rudi ist leider nicht der begnadete Schnüffler, für den er sich hält, und fliegt relativ schnell auf. Franz überschreitet bei der Spurensicherung in den Dolomiten über seine körperlichen Grenzen (und die seiner Bergführer). Außerdem lernt dabei eine sympathische Wirtin kennen. Wird er Susi etwa untreu? Und ganz nebenbei muss er sich auch um Paul kümmern – und was stärkt ein Vater-Sohn-Verhältnis besser als ein Campingurlaub?!

Mich hat das „Apfelstrudel-Alibi“ wieder großartig unterhalten, und ich hoffe sehr, dass die Reihe weitergeht.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Berührender Geschichtsunterricht

Der brennende Garten
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„WENN DICH DER FALSCHE bittet, das Richtige zu tun, würdest du es tun?“ (S. 436)
Die Tamilin Sashi lebt mit ihrer Familie in einem Dorf, das zu Jaffna auf Sri Lanka gehört. 1981 ist sie 16 und setzt alles ...

„WENN DICH DER FALSCHE bittet, das Richtige zu tun, würdest du es tun?“ (S. 436)
Die Tamilin Sashi lebt mit ihrer Familie in einem Dorf, das zu Jaffna auf Sri Lanka gehört. 1981 ist sie 16 und setzt alles daran, Ärztin zu werden, um ihrem Großvater und ihrem ältesten Bruder nachzueifern. Darauf ist ihr ganzes Leben ausgerichtet, dafür lernt sie fast ohne Pause. Als sie sich beim Teekochen eine schwere Verbrennung zuzieht, leistet K erste Hilfe, ein Junge aus der Nachbarschaft. Zwischen ihnen entwickeln sich zarte Bande, aber bevor mehr daraus werden kann, bricht der Bürgerkrieg aus, der 26 Jahre andauern wird.

V. V. Ganeshananthan hat es mir mit der Lektüre nicht leicht gemacht. Sie schreibt ungeschönt vom Grauen des Bürgerkrieges, von Leid und Elend, den unschuldig Verletzten, Frauen und Kindern, denen Gewalt angetan wurde.
Sashis Geschichte und die ihrer Familie ist sehr berührend. Sie gehören einer ethnischen Minderheit an, die ihre Diskriminierung nicht länger hinnehmen will. Doch während des Bürgerkrieges triftet die Familie auseinander. Zwei ihrer Brüder schließen sich den Tamil Tigers an, den Rebellen, und geben damit ihre Lebens- und Zukunftspläne auf.
Sashi schafft es trotz aller Widerstände und Schwierigkeiten, Medizin zu studieren. In ihrem ersten Studienjahr kommt K mit einem verletzten Rebellen zu ihr, den er nicht in ein Krankenhaus bringen kann. Das ist der Startschuss für Sashis Arbeit in einem geheimen Feldlazarett mitten in der Stadt. Sie sieht es als ihre Pflicht an, die Kämpfer auf diese Art und Weise zu unterstützen. Außerdem lernt sie dort mehr als im Studium. Doch damit gilt sie auch als Unterstützerin der Rebellen und ist selber in Gefahr.
K will eigentlich nicht kämpfen, schließt sich den Rebellen aber irgendwann doch an und wird zum Helden. Seinen Namen nennt Sashi auch 30 Jahre später nicht, um seine Identität weiterhin zu schützen.

Obwohl Sashis Geschichte bewegend ist, liest sich das Buch über lange Strecken leider eher wie ein Geschichtslehrbuch mit vielen historischen Fakten, als wie ein Roman. Das Persönliche steht hinter dem großen Ganzen zurück, einzig Sashis Ausbildung und die Beziehung zu K bilden eine Ausnahme. Zum Ende hin wird es immer mehr zum Tagebuch.

Außerdem fehlt (mir) ein Glossar bzw. Übersetzungen für diverse Wörter und eine Erklärung für die unterschiedlichen Bezeichnungen der Personen. Neben ihren Vornamen werden sie mit Spitznamen, verschiedenen Verwandtschaftsverhältnissen oder Ehrenbezeichnungen angesprochen. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen, wer jetzt eigentlich gemeint ist, und habe das Googeln aufgegeben.

„Der brennende Garten“ ist ein wichtiges und bewegendes Buch über den tamilischen Bürgerkrieg, das mich allerdings mit seinen vielen Fakten und Fremdwörtern oft überfordert hat.

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