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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Schmerzhafte Erinnerungen

Die Insel meiner Schwester
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„Die Insel meiner Schwester“ ist ein außergewöhnliches Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Sara B. Elfgren. Neben ihren international erfolgreichen Kinder- und Jugendbüchern, schreibt die mehrfach ...

„Die Insel meiner Schwester“ ist ein außergewöhnliches Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Sara B. Elfgren. Neben ihren international erfolgreichen Kinder- und Jugendbüchern, schreibt die mehrfach ausgezeichnete Autorin u.a. für Theater, Oper, Radio und Film. Sie war bereits für den August-Preis und den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.

Mit psychologischem Gespür erzählt Sara B. Elfgren ein packendes Drama inmitten der rauen Landschaft der Stockholmer Schären.

Inhalt:
Mirjam leidet noch unter der Trennung von ihrem langjährigen Freund, als ihre Schwester Nia sie zum ersten Mal nach langer Zeit kontaktiert. Sie lädt sie zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Schäreninsel ein, auf der die beiden die Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Auf Tallholmen waren sie unzertrennlich. Aber das ist lange her. Mirjam entscheidet sich, der Einladung zu folgen und zurückzukehren – an den Ort, der einst ihr gemeinsames Paradies war. Doch sie ahnt nicht, was hier vor sich geht. Als die Nacht hereinbricht und ein Sturm aufzieht, muss Mirjam eine Entscheidung treffen: Ist sie bereit, bedingungslos an der Seite ihrer Schwester zu stehen?

Meine Meinung:
Das wunderschöne Cover konnte mich von Anfang an begeistern, denn es ist sehr stimmungsvoll und zeigt die Insel Tallholmen, dazu noch ein Bestseller aus Stockholm, das musste ich lesen.

Die Ich-Erzählerin Mirjam erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und immer wieder schweift sie plötzlich ab in ihre Erinnerungen aus ihrer Kindheit und wie sie Nia ihre Halbschwester kennenlernte und was sie zusammen erlebten. Diese Rückblicke passieren recht abrupt und machten mich oft stutzig, wo und in welcher Zeit, ich gerade bin. Eine geschmeidige Verknüpfung beider Ebenen hätte mir durchaus besser gefallen.

Mirjams Erzählungen deuten daraufhin, dass sie krankhaft auf ihre Schwester fixiert ist, während Nia zwar auch an ihrer Halbschwester hängt aber scheinbar nicht so krankhaft besessen. Schade finde ich, dass Nia nicht zu Wort gekommen ist und ihre Ansichten hier geteilt hat. Oft hatte ich den Eindruck, dass Mirjam das Zepter in der Hand hielt und die Richtung vorgab oder wollte sie Nia nur schützen ...

Nach langer Zeit stehen sich Mirjam und Nia auf der einsamen Schäreninsel wieder gegenüber und eine geheimnisvolle Spannung breitet sich aus. Unerwartet treffen zum Geburtstagsdinner nicht nur Nias Freundinnen ein sondern auch Knut, der nicht locker lässt und sich beharrlich nach Nias Ehemann Konrad, erkundigt.
Und während draußen ein Sturm aufzieht, braut sich drinnen eine Katastrophe zusammen ...

Fazit:
Die Geschichte ist zwar flüssig geschrieben aber die einseitige Erzählung der Ich-Erzählerin, brachte aus meiner Sicht keinen lebhaften Schwung in die ganze Handlung. Selbst das Drama zum Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Das Schweigen aus der Vergangenheit

Großmutters Geheimnis
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Der Autor Benjamin Koppel, ist ein international bekannter dänischer Jazzmusiker und Komponist. Er stammt aus einer Musikerfamilie, in der das Geschichtenerzählen beim Abendessen schon immer eine große ...

Der Autor Benjamin Koppel, ist ein international bekannter dänischer Jazzmusiker und Komponist. Er stammt aus einer Musikerfamilie, in der das Geschichtenerzählen beim Abendessen schon immer eine große Rolle gespielt hat.
In seinem neuen Roman „Großmutters Geheimnis“ erzählt der Autor von der Opernsängerin Ruth während der NS-Zeit und ihrem Enkel Alexander, der auf der Suche nach seiner Familiengeschichte, die Kassetten seiner Großmutter, findet.

Im Wechsel von zwei Zeitebenen schildert der Autor über das bewegende Schicksal der Opernsängerin Ruth und über die Bewältigung des Traumatas ihres Enkelsohns, Alexander.

Dänemark, 2015: Alexander kämpft mit seiner Gesangskarriere und dem Druck seiner Frau Gry, endlich mehr für ihren Kinderwunsch, zu unternehmen. Mit halbwegs guter Miene geht er mit ihr zu allen möglichen Untersuchungen, doch nichts scheint zu helfen. Ein ewiger Kreislauf um das Thema Kinderzeugung, zieht sich durch die Geschichte und dann mischt sich seine Mutter noch ständig ein und rät zur Adoption. Alexander ist von allem genervt, kann sich aber dem Einmischen seiner Mutter kaum entziehen. Nur wenn er sie auf ihre eigene Herkunft anspricht, bleibt sie still. Er soll seiner Mutter beim Ausräumen auf dem Dachboden helfen und findet zwei kleine Kassetten, die für ihn bestimmt sind. Es dauert lange, bis er sie abspielt und dann knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen ...

Seine Großmutter Ruth vertraut nach einem halben Jahrhundert einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte an, die sie vorher nie erzählen konnte. Ruth ist wohlbehütet im Kreis ihrer großen jüdischen Familie aufgewachsen und machte ihren Lebenstraum, zur Sängerin wahr, bis sie und ihr Vaterr im 2. Weltkrieg nach Theresienstadt deportiert wurden. Sie erzählt ihrem Enkel von ihrem harten Kampf ums Überleben und ihre Lebensgeschichte.

Zum Ende gibt es einige Ereignisse und Wendungen, die mich durchaus überraschen konnten.

Fazit:
Benjamin Koppel vermischt Fakten und Fiktion, gibt Einblicke in das Zeitgeschehen und in das Leben seiner eigenen jüdischen Familiengeschichte. Der Erzählstil ist geprägt durch den Wechsel zwischen schlichten und sachlichen Passagen. Der Geschichte hätte insgesamt mehr Tiefe, sehr gutgetan. Vielleicht liegt es aber auch an der Übersetzung. Ein durchaus lesenswerter Roman.
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Nebensaison in Grado

Alle weg
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Das Cover und die Gestaltung des Buches mit Leineneinband und Lesebändchen, wirkt ausgesprochen edel und konnte mich auf den ersten Blick, begeistern.

In seinem neuen Buch „Alle Weg“ schildert Stefan ...

Das Cover und die Gestaltung des Buches mit Leineneinband und Lesebändchen, wirkt ausgesprochen edel und konnte mich auf den ersten Blick, begeistern.

In seinem neuen Buch „Alle Weg“ schildert Stefan Maiwald, der in der norditalienischen Stadt Grado, ganz in der Nähe von Pinos Bar lebt, Tagebuchartig seine Beobachtungen und Erlebnisse aus der Nebensaison, wenn die Touristen abgereist sind, Ruhe einkehrt und das wahre Leben der Einheimischen, beginnt.
Und in Pinos legendärer Bar beginnt sie exakt dann, wenn der Fernseher endlich wieder läuft. Und die einheimischen Stammgäste den Sommer resümieren, über Politik streiten, die Fußballergebnisse und lokale Kriminalfälle diskutieren, füreinander kochen, Pläne schmieden, lachen, laut diskutieren und am Ende immer auf das Leben anstoßen.

Fazit:
Aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln zitiert der Autor querbett seine reichhaltig angesammelten Anekdoten, wobei sich auch Themen in unterschiedlichen Monaten, wiederholen können. Einige Anekdoten fand ich schon recht unterhaltsam aber eben nicht alle. Mir fehlte in dieser Erzählung einfach etwas mehr Spannung und ein Faden, der mich von dem italienischen Flair, hätte überzeugen können.

Im Anhang gibt es noch eine Auflistung über – „Wer wohnt hier eigentlich?“ und mir stellt sich echt die Frage, was nutzt mir zu wissen, wieviele Hausfrauen, Tellerwäscher, Kellner usw. in Grado leben?
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Garibald, der erste Herzog der Bajuwaren.

Der Krieger und die Königin
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Der neue historische Roman »Der Krieger und die Königin« von dem Autorenehepaar Iny Lorentz, erzählt die Geschichte des ruhmreichen Kriegers Garibald, dem ersten Herzog der Bajuwaren, der Langobarden-Prinzessin ...

Der neue historische Roman »Der Krieger und die Königin« von dem Autorenehepaar Iny Lorentz, erzählt die Geschichte des ruhmreichen Kriegers Garibald, dem ersten Herzog der Bajuwaren, der Langobarden-Prinzessin Waltrada und wie das Paar im Früh-Mittelalter das Schicksal Bayerns in eine neue Richtung lenkt.

Als sich die Langobarden-Prinzessin Waltrada und der junge bajuwarische Krieger Garibald zum ersten Mal begegnen, sieht es nicht nach Liebe aus: Waltrada ist eine Geisel der Franken – und Garibald verhindert unwissentlich ihre Befreiung. Aus Wut darüber verletzt sie ihn mit einem Dolch.

Während Garibald in Italien an der Seite der Ostgoten kämpft und Ruhm und Ehre erlangt, wird Waltrada gegen ihren Willen mit dem mächtigsten König der Franken verheiratet. Doch Garibald kann die mutige Prinzessin nicht vergessen und hat auch Jahre später noch Schuldgefühle ihretwegen. Schließlich schmiedet er einen waghalsigen Plan, um sie zu befreien. Damit ändert er nicht nur sein Leben und das Waltradas grundlegend, sondern auch die Geschichte Deutschlands …

Beide Autoren haben wieder sehr gründlich zur Thematik recherchiert. Die umfassenden Recherchearbeiten, aber auch das Interesse an historischen Gegebenheiten, spürt man während des Lesens in vielen Details ganz deutlich. Im Anhang dazu gibt es noch einen Hinweis zu – Historischer Hintergrund -. Was mir Probleme bereitete, waren die vielen und oft fast gleichen Namen sowie dieser ständige Wechsel der Ortschaften. Zum Teil kam ich hier ganz schön ins grübeln.

Das Buch ist in neun Teile gegliedert, die wiederum in mehrere Kapitel unterteilt sind. Da manche Kapitel recht kurz sind, ist der Lesefluss trotz der vielen und ewigen Kampfhandlungen, die meistens von Garibald angeführt und auch von ihm erfolgreich geschlagen werden, schnell zu lesen.

Die Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte, wobei die Entwicklung von Garibald am greifbarsten ist. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und soweit schlüssig.

Sprachlich ist das Buch in der heutigen Sprache angepasst und wartet mit Sprüchen auf, die es so damals mit Sicherheit nicht gab. Die angeführte große Liebesgeschichte zwischen Waltrada und Garibald, war für mich nur angedeutet, denn erst zum Ende der Geschichte kommt es zu einer schnellen Vereinigung der beiden. Hier war für mich zu keiner Zeit eine Liebesgeschichte zwischen Waltrada und Garibald, greifbar.

Fazit
Anhand des Covers und Klappentextes, habe ich schon etwas komplett anderes erwartet, eine lebendige Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund.
Die Geschichte plätschert leider einfach so vor sich hin und zu keiner Zeit hat mich das Lesefieber so sehr gepackt, wie ich es bei Iny Lorentz gewohnt bin. Mir fehlte einfach ein schöner Spannungsbogen, der mich hätte fesseln können.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Die Suche nach der Wahrheit

Der Sommer am Ende der Welt
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In ihrem neuen Roman “Der Sommer am Ende der Welt” erzählt die Autorin Eva Völler, eine Geschichte über die Journalistin Hanna, die einen Artikel über das Schicksal der ehemaligen Verschickungskinder in ...

In ihrem neuen Roman “Der Sommer am Ende der Welt” erzählt die Autorin Eva Völler, eine Geschichte über die Journalistin Hanna, die einen Artikel über das Schicksal der ehemaligen Verschickungskinder in den 60er-Jahren auf Borkum, recherchieren und schreiben möchte.

Hanna reist mit ihrer Tochter Katie auf die Insel Borkum, in das Hotel Dünenschloss der ehemaligen Villa Aurora, wo das Schicksal vieler Verschickungskinder, stattfand. Auch Hannas eigene Mutter war dort als Kind und hat schlimme traumatische Erinnerungen machen müssen. Hanna möchte herausfinden, was sich in dem einstigen Kinderkurheim zugetragen hat, und stößt dabei auf viele Ungereimtheiten.

Gleich zu Beginn ihres Aufenthalts, begegnet Hanna dem Arzt Ole Vandenberg und als sei der Blitz eingeschlagen, verlieben sich beide Hals über Kopf, ineinander. Im Dünenschloss angekommen, werden Hanna und Katie herzlich aufgenommen, bis der Grund ihres Besuches klar wird. Fortan dreht sich der Wind und das Drama nimmt seinen Lauf ...

Eines Tages liegt vor Hannas Hotelzimmertür das Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin, mit Hinweisen auf ein vertuschtes Verbrechen. Selbst in Oles Familie schlummert in der Vergangenheit ein schreckliches Geheimnis. Langsam wird die Vergangenheit wie ein Puzzle aufgedeckt, doch nicht alle Inselbewohner möchten, dass die Wahrheit ans Licht kommt ...

Die Handlung über die schrecklichen Erlebnisse der Verschickungskinder in der Vergangenheit, gehen Stück für Stück verloren, und zurück bleibt eine Liebesgeschichte zwischen Hanna und Ole.

Fazit:
Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, denn gerne hätte ich mehr über die Schicksale und Erlebnisse der Verschickungskinder, erfahren. Ich wurde nicht warm mit den Protagonisten, weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit. Die Idee des Themas ist zwar interessant gewählt aber durch die ganzen Verstrickungen, bleibt die Tiefe der eigentlichen Handlung auf der Strecke.

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