Leider konnte mich dieses Buch in keiner Hinsicht überzeugen. Ich habe es vorzeitig abgebrochen, da sowohl Handlung als auch Stil und Figuren für mich nicht tragbar waren.
Die Welt erschien mir weder ...
Leider konnte mich dieses Buch in keiner Hinsicht überzeugen. Ich habe es vorzeitig abgebrochen, da sowohl Handlung als auch Stil und Figuren für mich nicht tragbar waren.
Die Welt erschien mir weder logisch noch greifbar. Die sogenannten "magischen Trommeln", die als Waffe fungieren, wirkten eher absurd als faszinierend. Die Kriegsführung ist auf ein einzelnes Schlachtfeld beschränkt – was in einem als "endlos" bezeichneten Krieg schlichtweg keinen Sinn ergibt. Auch die Bedeutung der "fraedia"-Kristalle blieb unklar. Angeblich sollen sie Licht und Wärme spenden und damit Hungersnöte verhindern. Doch in einer Welt mit Sonnenlicht erscheint diese Problemlösung konstruiert. Die Grundidee der Welt war vielversprechend, wurde aber nicht nachvollziehbar oder atmosphärisch umgesetzt.
Die Figuren blieben blass und wirkten altersmäßig nicht glaubwürdig. Besonders Lettle war für mich schwer zu ertragen – impulsiv, egozentrisch und unreif. Die Dialoge waren hölzern und voller Wiederholungen, insbesondere in den romantischen Szenen, die keinerlei Tiefe oder Entwicklung erkennen ließen. Die Beziehungen zwischen den Figuren wirkten aufgesetzt und ohne emotionale Basis.
Stilistisch war das Buch schwer zugänglich. Die Sprache war oft unbeholfen, die Satzstrukturen unklar, der Erzählfluss stockend. Der häufige Wechsel zwischen Szenen ohne erkennbare Übergänge erschwerte das Verständnis zusätzlich. Auch das Worldbuilding litt unter mangelnder Beschreibung – weder kulturelle Eigenheiten noch geografische oder gesellschaftliche Strukturen wurden deutlich herausgearbeitet.
Die magischen Wesen, insbesondere die Obeah, hätten Potenzial gehabt, wurden jedoch auf grausame Weise instrumentalisiert. Ihre Opferung für Magie und Weissagung, ohne erkennbare ethische Reflexion der Figuren, empfand ich als unangenehm und problematisch.
Trotz einzelner interessanter Ansätze – wie etwa die Integration von Diversität und afrikanisch inspirierten Elementen – war die Umsetzung für mich ungenügend. Die Geschichte wirkte unfertig, unausgereift und in weiten Teilen inkonsistent. Daher vergebe ich nur 1 bzw. 0 ⭐.
Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!