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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein Thriller mit gesellschaftlicher Tiefe

Seventeen Years Later
3

Als Leser eines Thrillers möchte ich wissen, ob der Fall nur ein Vorwand für Spannung ist oder ob der Inhalt mehr zu bieten hat. Bei J. P. Pomares „Seventeen Years Later“ habe ich genau das gefunden. Das ...

Als Leser eines Thrillers möchte ich wissen, ob der Fall nur ein Vorwand für Spannung ist oder ob der Inhalt mehr zu bieten hat. Bei J. P. Pomares „Seventeen Years Later“ habe ich genau das gefunden. Das Buch befasst sich nicht nur mit einem altbewährten, aber stets fesselnden Thema – dem Cold Case –, sondern nutzt es als Vehikel für eine innovative gesellschaftliche Auseinandersetzung.
​Die gewaltsame Ermordung der wohlhabenden Familie Primrose und die Verurteilung des jungen Kochs Bill Kareama vor siebzehn Jahren bildet die klassische Prämisse. Doch die Geschichte geht darüber hinaus:
Der Autor thematisiert eine komplexe Meta-Ebene, die weit über den Mord hinausgeht: unterschwelliger Rassismus, koloniale Erblast und Klassengesellschaft. Die Darstellung der Familie Primrose als „Hort alter Hierarchien“ und Bills Position als gut bezahlter, aber zutiefst entwürdigter Dienstbote verleiht dem Thriller eine dunkle, sozialkritische Tiefe, die ihn von vielen Genre-Kollegen abhebt. Es ist eine kritische Analyse des Justizsystems und der sozialen Ungleichheit in Neuseeland.

​Durch die dreifache Perspektive und die Tatsache, dass Bills Rückblick nur über TKs gesicherte Aufzeichnungen an uns gelangt, wird eine permanente Verunsicherung erzeugt. Das Leseerlebnis ist ein einziges Rätseln und Umdenken, was der Spannung bis zur letzten Seite dient.
Die Struktur zwingt den Leser, nicht nur nach dem Wer zu fragen, sondern vor allem nach dem Warum und der juristischen bzw. moralischen Schuld.

​Die Charaktere sind facettenreich gezeichnet und wirken durch ihre Ambivalenz authentisch:
Sloane ist eine starke, clevere Hauptfigur. Ihre professionelle Haltung, ihre akribische Recherche und ihre Empathie machen sie glaubwürdig.
Bill ist weit komplexer als der verurteilte Mörder. Er ist beherrscht und ruhig, aber seine Handlungen deuten auf eine tiefere, möglicherweise ethisch motivierte Agenda hin.
Die Nebenfiguren (Fleur, Elle, Dean, Bills Onkel) sind meisterhaft als Falsche Fährten eingesetzt und tragen zur ständigen Spekulation bei. Das Buch spielt bewusst mit dem Misstrauen gegenüber diesen Figuren.

​Die Lektüre hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Die Abfolge genialer und atemberaubender Plot-Twists ist beeindruckend. Ich wurde meisterhaft in die Irre geleitet und meine Überzeugung vom Täter wechselte praktisch in jedem Kapitel. Die endgültige Auflösung ist phänomenal und völlig unerwartet, mit der tatsächlich schuldigen Person habe ich zu keinem Zeitpunkt gerechnet.

​Absolute Leseempfehlung!
Für wen? Lesende, die anspruchsvolle, psychologisch tiefgründige Thriller mögen, die mit der Erzählperspektive spielen und die Spannung bis zum letzten Satz halten.
Warum? Weil „Seventeen Years Later“ mehr ist als nur eine Mördersuche. Es ist ein fesselndes, wendungsreiches Buch, das eine kluge Kritik an Gesellschaft, Rassismus und Justiz übt. J. P. Pomare beweist hier sein meisterhaftes Können, eine packende Geschichte mit tiefem, relevantem Hintergrund zu verweben

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.10.2025

Fantastische Buchmagie in einem Sog aus Worten und Gefühlen

Die Buchreisenden - Eine Tür aus Silber und Lügen
4

Die Buchreisenden: Eine Tür aus Silber und Lügen ist der zweite Band von Akram El-Bahays magischer Dilogie und führt die Geschichte von Adam und Elisa, den Mitarbeitern des geheimnisvollen "Libronautic ...

Die Buchreisenden: Eine Tür aus Silber und Lügen ist der zweite Band von Akram El-Bahays magischer Dilogie und führt die Geschichte von Adam und Elisa, den Mitarbeitern des geheimnisvollen "Libronautic Inc.", zu einem fulminanten Abschluss. Im Zentrum der Handlung steht die Suche nach Elisas verschollener Mutter Jane und die Enthüllung der schockierenden Wahrheit über Adams Existenz. Das Buch katapultiert die Leser ohne Umschweife mitten in einen Strudel aus Buchreisen, Verrat und tief verwobenen Familiengeheimnissen, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.

​Das Cover vermittelt einen atmosphärischen und magischen Eindruck. Die bildgewaltige Aufmachung scheint perfekt den fantastischen Inhalt des Buches widerzuspiegeln und weckt sofort die Lust, in die Welt der Buchreisenden einzutauchen. Ein gelungener visueller Auftakt für die packende Geschichte.

​Die Geschichte ist ein Meisterwerk an Verflechtung und Komplexität, die den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zieht. Die Idee, literarische Figuren zu "missbrauchen" und Adams erschütternde Existenz als Schöpfung aus Worten, die als Gefäß dienen sollte, bildet einen zutiefst emotionalen Kern. Besonders beeindruckend ist die Art, wie der Autor literarische Schauplätze, von Shakespeare's Sommernachtstraum mit seinen entschlossenen Elfen bis zum legendären Camelot, als lebendige, glaubwürdige Welten in die Haupthandlung integriert. Diese Buchreisen sind die absoluten Höhepunkte, wobei die Episode in Camelot mit Merlin und den Artussagen-Anspielungen besonders hervorzuheben ist.
​Das Erzähltempo ist immens hoch. Anfangs fühlt es sich an wie eine "Hochgeschwindigkeitsfahrt", bei der man gelegentlich Schwierigkeiten hat, alle dichten Verflechtungen sofort zu erfassen. Doch gerade diese Raffinesse, mit der die Hintergründe von Janes Weltenschöpfung, Jeremias' Egoismus und die unerwartete Dreiecksbeziehung stimmig aufgelöst werden, macht die Faszination aus. Am Ende laufen alle Fäden logisch und beeindruckend zusammen, was die Komplexität des Aufbaus rechtfertigt.

​Akram El-Bahay beweist einmal mehr, dass er ein Genie darin ist, Spannung und tiefe Gefühle zu verknüpfen. Sein Schreibstil ist bildgewaltig, atmosphärisch und eindringlich, wodurch die fantastischen Schauplätze lebendig werden. Poetische Momente, wie die Metapher der Träne als Kette, zeugen von einer sprachlichen Finesse, die tief berührt. Der Autor zieht den Leser sofort in seinen Bann.

​Die Charaktere sind der emotionale Anker der komplexen Handlung.
Die Figuren wirken authentisch in ihren Gefühlen und Reaktionen, auch wenn sie aus Fiktion oder Realität stammen.

Die Buchreisenden: Eine Tür aus Silber und Lügen ist ein beeindruckendes Kunstwerk der phantastischen Literatur und ein würdiger Abschluss der Dilogie. Das Buch fesselt mit atemberaubender Geschwindigkeit, genial verwobenen Hintergründen und einem emotionalen Showdown, in dem Worte buchstäblich zu Waffen werden. Trotz des zeitweise sehr hohen Tempos und der Komplexität, die manchmal zum Innehalten zwingt, begeistert die Geschichte durch ihre einzigartigen Ideen zur Buchmagie und die tiefgründigen, liebenswerten Figuren.

Leseempfehlung: Für alle Fans von Geschichten über die Macht der Worte, die Bücher über alles lieben und komplexe, spannungsgeladene Fantasy-Abenteuer mit Herz und Tiefgang suchen. Wer Tintenherz oder ähnliche Bücher schätzt, in denen die Fiktion zum Leben erwacht, wird diese Reihe vergöttern. Ein absolutes Lese-Highlight.

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 24.10.2025

Turbulenter Küstenkrimi-Genuss

Seemannsgrab für Norderney
0

Das ist pure Lesebegeisterung die mich total mitreißt. Dirk Trost hat es wieder geschafft mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zu ziehen. Sein Erzählstil ist einfach großartig und sorgt ...

Das ist pure Lesebegeisterung die mich total mitreißt. Dirk Trost hat es wieder geschafft mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zu ziehen. Sein Erzählstil ist einfach großartig und sorgt für konstante Spannung. Ich liebe es, wie er mich in die Geschichte hineinzieht.
​Die liebgewonnenen Charaktere, allen voran Jan und sein Hund Motte, aber auch Uz, Onno und Kommissarin Doro, sind mit ihren liebenswerten Eigenheiten wieder mit dabei. Ihre bekannten Macken sorgen für ein wohliges Heimatgefühl und die witzigen Dialoge sind eine willkommene Abwechslung bei all der Aufregung und dem Nervenkitzel.
​Schon der Anfang ist ein Knaller. Die übliche Kutterfahrt von Jan und seinen Freunden wird jäh durch einen Anruf von Kommissarin Doro Oldenburg unterbrochen und sofort weiß man, dass etwas Schlimmes passiert ist. Im Hafen von Norddeich wird eine Leiche gefunden und weil sie Jans Visitenkarte in der Tasche trägt, ist er sofort mittendrin in dem Fall. Die Handlung nimmt rasant Fahrt auf und wechselt schnell nach Norderney. Dort wird eine zweite Leiche entdeckt. Jan wird direkt als Komparse für einen gerade stattfindenden Filmdreh rekrutiert, ein genialer Schachzug der Geschichte. Dann zieht ein Orkan auf, was für zusätzliche Gänsehautmomente sorgt. Jan macht genau das, was er am besten kann: Er recherchiert, kombiniert brillant und mischt sich überall ein.
​Dirk Trost liefert hier wieder ab. Es ist ihm wie in all seinen bisherigen Büchern erneut gelungen, eine Spannung aufzubauen, die es mir schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Man fühlt sich mit den altbekannten Charakteren rundum wohl und fiebert und leidet bis zur Auflösung des Falls mit. Wenn ein Buch so gut ist, dass man am Ende langsamer liest, um es nur ja nicht beenden zu müssen, dann weiß man, man hat ein absolutes Lesehighlight in den Händen. Ein absolutes Must-Read, ganz klar.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Ein Muss für Thrillerfans

Rotkäppchen lügt
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"Rotkäppchen lügt" ist ein meisterhaft geschriebener Thriller, der mit seinen unerwarteten Wendungen und seiner märchenhaften Atmosphäre besticht. Fans von Spannung und Grusel werden dieses Buch nicht ...

"Rotkäppchen lügt" ist ein meisterhaft geschriebener Thriller, der mit seinen unerwarteten Wendungen und seiner märchenhaften Atmosphäre besticht. Fans von Spannung und Grusel werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können.


Fazit:


Fesselnder Kriminalroman mit märchenhaftem Twist

Spannende und düstere Atmosphäre

Psychologisch tiefgründige Charaktere

Unerwartete Wendungen und schockierendes Ende

Ein Muss für Thriller-Fans

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Düster, atmosphärisch und voller Spannung

Vöglein schweigt
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Elian Hallers "Vöglein schweig" fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite.


Ich musste teilweise Pausen beim Lesen einlegen, wenn es besonders Abartig wurde.

Besonders hervorzuheben ist ...

Elian Hallers "Vöglein schweig" fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite.


Ich musste teilweise Pausen beim Lesen einlegen, wenn es besonders Abartig wurde.

Besonders hervorzuheben ist die gelungene Mischung aus Spannung, Thriller und der KHM. Der Autor hält einige Überraschungen parat, die den Leser bis zum Schluss fesseln.


Fazit: "Vöglein schweig" ist ein packender Thriller, der für schlaflose Nächte sorgen wird. Fans des Genres werden diesen Roman verschlingen.


Wertung: 5 von 5 Sternen:


Der flüssige und leicht verständliche Schreibstil des Autors

Die gut ausgearbeiteten Charaktere

Die realistische Darstellung der Polizeiarbeit

Die schockierenden Details der Morde

*Das unerwartete, offene Ende

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