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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2025

Sehr unterhaltsam

Mord in besserer Gesellschaft
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Alice Beeton betreibt zusammen mit ihrer Schulfreundin Jinx und einer weiteren Mitarbeiterin sehr erfolgreich eine Agentur zur Vermittlung von Hauswirtschaftskräften. Ihre langjährige Kundin Camille Messent ...

Alice Beeton betreibt zusammen mit ihrer Schulfreundin Jinx und einer weiteren Mitarbeiterin sehr erfolgreich eine Agentur zur Vermittlung von Hauswirtschaftskräften. Ihre langjährige Kundin Camille Messent braucht ganz dringend eine neue Haushälterin. Zum Glück bewirbt sich genau zum richtigen Zeitpunkt Enya, die alle erforderlichen Qualifikationen mitbringt. Aufgrund der Dringlichkeit unterlässt Alice eine genauere Prüfung und stellt Enya ein. Einige Tage später wird diese tot aufgefunden. Sie wurde im Arbeitszimmer des Hausherrn gefunden. Als Alice entsetzt im Haus ankommt, muss sie zunächst ihrer vorwitzigen Hündin nachlaufen, die sich von der Leine losgemacht hat und zielstrebig zum Tatort eilt. Dort lernt Alice Detective Rigby kennen. Dieser erweist sich letztendlich doch als ganz nett. Enyas Freundin bittet Alice herauszufinden, was passiert ist. Und schon steckt sie in einer Mordermittlung.
Die Handlung ist nicht unbedingt sehr spannend oder blutig, aber sehr unterhaltsam und humorvoll geschrieben. Durch ihre Arbeit in der Agentur kennt Alice sehr viele Menschen, die ihr nun hilfreich zur Seite stehen. Mit viel Raffinesse schmieden sie einen Plan, wie sie dem Mörder auf die Schliche kommen können. Es gibt immer wieder neue Wendungen und viele Geheimnisse werden aufgedeckt.
Alice ist eine sehr sympathische, mitfühlende und hilfsbereite Person, sie ist vielseitig interessiert, talentiert und liebt ihre Agatha über alles. Sie kocht und backt gern und die Rezepte finden sich auch im Buch wieder. Als ihr zu Hause buchstäblich die Decke auf den Kopf fällt, ist das schon der erste Schritt zur Aufklärung des Mordes. Leider ist sie ihrem Bruder gegenüber zu gutmütig. Dieser hat das Familienanwesen geerbt und wirtschaftet es herunter. Damit ihr geliebtes Elternhaus nicht verfällt, steckt Alice ihr ganzes Geld und noch mehr hinein, was ihr Bruder nicht zu würdigen weiß. Er finanziert damit das Leben seiner anspruchsvollen Frau und jammert nur herum. Ihre Freundin Jinx mag ich auch sehr. Sie ist modisch immer auf dem neuesten Stand. Der Besuch des Luxus-Secondhand-Ladens war sehr amüsant.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht, ist durchweg unterhaltsam und gegen Ende doch etwas rasanter. Die Charaktere sind authentisch dargestellt. Charmant und sympathisch die bürgerlichen Personen und extravagant und arrogant die High Society. Und wer weiß, vielleicht hat Alice auch einen Freund fürs Leben gefunden.
Das Cover ist wunderschön und lädt zum Lesen ein.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Ungewöhnlicher Krimi

Tödlicher als Hass
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„Tödlicher Hass“ ist der 4. Fall für Rick London.
In London wird die berühmte Operndiva Kyra Callahan tot in ihrer Wohnung gefunden, eindeutig ermordet. Natürlich gerät zuerst der Ehemann in Verdacht, ...

„Tödlicher Hass“ ist der 4. Fall für Rick London.
In London wird die berühmte Operndiva Kyra Callahan tot in ihrer Wohnung gefunden, eindeutig ermordet. Natürlich gerät zuerst der Ehemann in Verdacht, der allerdings als Pilot ein Alibi hat. Rick hat gerade einen Fall abgeschlossen, in dem er und seine Nichte Cece involviert waren und nur knapp entkommen konnten. Das steckt beiden noch in den Knochen und lässt Rick über einige Dinge im Leben nachdenken. Der Fall Kyra Callahan wird ihm entzogen, also macht er sich zusammen mit deren Ehemann allein auf die Suche nach dem Mörder. Die beiden Männer finden einen guten Draht zueinander und in seiner besonderen und ruhigen Art erfährt Rick viel Persönliches aus dem Leben des Ehepaares.
Nebenbei bekommt er es auch noch mit seinem ungeliebten Bruder und dessen Frau zu tun. Sie wollen ihre Tochter Cece zwingen, mit ihnen nach Hause zu kommen und geben an allem, was passiert ist, Rick die Schuld. Cece hat ein sehr gutes Verhältnis zu Rick, beide hatten eine schwere Vergangenheit und finden auch gemeinsam Trost.
Für mich war es das erste Buch dieser Reihe. Ich bin aber schnell in die Handlung eingestiegen und habe auch die Charaktere kennengelernt. Diese sind gut beschrieben. Rick ist ein ungewöhnlicher, aber sehr sympathischer Ermittler und Mensch. Er hätte Karriere als Pianist machen können, ist aber lieber zur Polizei gegangen. Für Rick bringt dieser Fall berufliche und persönliche Veränderungen mit sich.
Das Buch ist eher ein ruhiger, unaufregender Krimi, der angenehm zu lesen ist. Nach dem Mord passiert eigentlich nichts Spannendes mehr. Trotzdem ist es nie langweilig. Es gibt einige Perspektivwechsel, wodurch die Handlung wieder etwas Auftrieb bekommt. Das Ende ist nicht überraschend und war vorhersehbar.
Das Cover ist sehr einfach gehalten, passt aber zu den Vorgängerbüchern.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Der Tatzelwurm geht um

Tatzelwurm
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Nachdem Agnes und Gernot eine Nachricht von dem gemeinsamen Freund Jochen für ein abendliches Treffen bekommen haben, finden sie am Treffpunkt seine Leiche und Gernot verschwindet. Hauptkommissar Lachermeier ...

Nachdem Agnes und Gernot eine Nachricht von dem gemeinsamen Freund Jochen für ein abendliches Treffen bekommen haben, finden sie am Treffpunkt seine Leiche und Gernot verschwindet. Hauptkommissar Lachermeier muss ausgerechnet an seinem runden Geburtstag zum Tatort. Als er mit seinem ewig schlecht gelaunten Kollegen Wankel eintrifft, ist auch noch die Leiche weg. Nach Agnes Aussagen, hat sie der Tatzelwurm geholt, ein Fabelwesen, welches seit Jahrhunderten in der Region sein Unwesen treiben soll. Wo ihr Freund Gernot abgeblieben ist, konnte sie nicht sagen. Natürlich glauben die Kommissare nicht an ein Fabeltier, haben aber auch keine anderen Anhaltspunkte.
Parallel dazu versucht auch Jochens Bruder Jürgen herauszufinden, was passiert ist. Dabei bewegt er sich hauptsächlich in den Kreisen seiner ehemaligen Schulfreunde und nimmt auch an einer Vereinssitzung der Progressiven Jugend teil, die sie gegründet haben. Dort sieht er einige zwielichtige Gestalten und viele verblendete Mitglieder der Partei, die ihrem Vorsitzenden fast hörig sind. Er kommt so einigen Dingen auf die Spur, die die Polizei noch nicht weiß.
Die Ermittlungen gestalten sich nicht einfach und zieht dann weite Kreise in das organisierte Verbrechen. Und der Tatzelwurm muss auch noch gefunden werden.
Das Buch hat mir gut gefallen, die Handlung ist bildhaft beschrieben und die Personen sind authentisch dargestellt. Lachermeier finde ich sehr sympathisch. Er ist ein guter Polizist und Familienmensch. Sein Kollege Wankel hat immer schlechte Laune, macht ständig seinem Ärger über Gott, die Welt und die Politik Luft. Darüber hinaus ist er aber auch ein Ermittler mit guten Instinkten, auf den immer Verlass ist.
Es ist eine gelungene Mischung aus Polizeiarbeit, Familiengeschehen und bayrischem Flair.
Das auffällige Cover mit der schönen Landschaft gefällt mir sehr gut.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Zwei Weihnachtskrimis

Elsässer Bescherung
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„Elsässer Bescherung“ ist der 8. Teil mit Major Jules Gabin und beinhaltet zwei Geschichten.
Major Jules Gabin freut sich auf das Adventtreffen mit seinen alten Schulfreunden des Abschlussjahrgangs. Nach ...

„Elsässer Bescherung“ ist der 8. Teil mit Major Jules Gabin und beinhaltet zwei Geschichten.
Major Jules Gabin freut sich auf das Adventtreffen mit seinen alten Schulfreunden des Abschlussjahrgangs. Nach und nach treffen alle ein. Doch noch vor dem Hauptgang stirbt einer der Freunde an einem vergifteten Plätzchen. Da Jules in dem Fall befangen ist, übernimmt die Untersuchungsrichterin Joanna Laffarque, gleichzeitig Jules Frau, die Befragungen. Denn der Mörder muss unter den Anwesenden sein. Danach ist die Stimmung unter den Freunden angespannt, bis hin zu aggressiv. Jeder verdächtigt Jeden des Mordes. Der Tote war ein eher mittelmäßiger Autor. Nun plante er, einen True Crime zu schreiben, der ihn erfolgreich und bekannt machen sollte. Wollte er ein altes Geheimnis seiner Freunde aufdecken? Musste er deshalb sterben? Bei den Befragungen vor Ort stellt sich heraus, dass jeder ein Geheimnis hat und auch, wie gut die ehemaligen Schulfreunde wirklich noch befreundet waren. Dann geschieht ein weiterer Mord.
Gleich nach Lösung dieses Falls folgt der nächste. Jules bekommt Drohbriefe. Im neuesten wird sogar ein Mord an einer ihm nahestehenden Person angedroht. Durch die beruflichen Beziehungen von Jules und Joanne gelingt es recht schnell, den Briefeschreiber zu identifizieren, doch die Suche nach ihm gestaltet sich dann doch schwierig. Das Ende war enttäuschend, es kam zu abrupt und war unbefriedigend.
Da ich die vorherigen Teile nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob dieses Buch besser oder schlechter ist. Mir hat es jedenfalls gut gefallen, auch wenn es, jedenfalls bei der ersten Geschichte, eher ruhig zuging. Die zweite dagegen war schon etwas aufregender. Auf das Leben von Jules und Joanne wird nicht näher eingegangen, was wohl daran liegt, dass es bereits der 8. Teil mit den beiden ist. Charakterlich mag ich sie. Jules scheint eher ein etwas ruhiger Mensch zu sein und stellt sich nicht in den Vordergrund. Joanne dagegen handelt sehr entschieden, professionell und wirkt auch mal einschüchternd.
In dem Buch wird in beiden Geschichten bildhaft auf kulinarische Spezialitäten der Gegend eingegangen, sodass ich gleich Appetit bekam. Auf den letzten Seiten des Buches findet man noch einige Rezepte der Region.
Der Schreibstil ist gut und ich konnte zügig lesen. Das Cover finde ich sehr schön.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Ein Dorf dreht durch

Mörderisches Halleluja
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Beim Pilze sammeln im Wald begegnet die tiefgläubige Monika dem Jesus, der sich mitten auf der Pilzwiese sonnt. Nach und nach erscheint Jesus auch anderen Bewohner von Fackenreuth. Und nicht nur das, ein ...

Beim Pilze sammeln im Wald begegnet die tiefgläubige Monika dem Jesus, der sich mitten auf der Pilzwiese sonnt. Nach und nach erscheint Jesus auch anderen Bewohner von Fackenreuth. Und nicht nur das, ein Dieb geht um im Ort und sogar ein Mörder, ein Bauer verschwindet und nicht nur die Esel drehen durch. Das alles ruft den Bischof, die Medien, Jesusjünger, Satanisten und viele Schaulustige herbei. Dorfpolizist Xaver lässt sich vom Jesus nicht beeindrucken, hat nur aber eine Menge zu tun.
Für dieses Buch braucht man eine hohe Humor-Toleranzgrenze, was ich anfangs bei mir bezweifelt habe. Man bekommt den Eindruck, dass das halbe Dorf, einschließlich Esel und Schweine, durchgeknallt ist. Aber die Geschichte entwickelte sich nicht nur spaßig, sondern auch mörderisch.
Neben den vielen skurrilen Personen gibt es noch Xaver, den anscheinend einzigen Menschen, der sich nicht veräppeln lässt. Er ist ziemlich intelligent und kommt nach und nach dem eigenartigen Verhalten der Menschen auf die Spur und löst auch die Mordfälle. Er und sein Freund und Kollegen Lucki sind ein sehr gutes Team.
Der Schreibstil ist einfach und mit einigen bayrischen Dialekten verfeinert, was aber zu verstehen ist. Die Handlung geht rasant voran, es wird langweilig, was auch an den vielen verschiedenen Themen liegt, die hier aufgegriffen werden und nicht nur Jesus betreffen.
Das Cover gefällt mir sehr und lässt schon eine amüsante Geschichte vermuten. Es ist ein gelungener Auftakt der Fackenreuth-Reihe.

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