Toller Schreibstil
Fantastische Weihnachten in Snow Falls: DrachenfunkelnEs ist mal wieder so weit und die Adventskalender in Snow Falls gehen weiter. Begonnen habe ich mit dem Neuzugang Angeline Bailey und ihrem „Drachenfunkeln“. Wie ihr schon vermutet habt, ist es Kenneth, ...
Es ist mal wieder so weit und die Adventskalender in Snow Falls gehen weiter. Begonnen habe ich mit dem Neuzugang Angeline Bailey und ihrem „Drachenfunkeln“. Wie ihr schon vermutet habt, ist es Kenneth, ein Drachenwandler, der dringend ein neues Zuhause sucht. Warum und weshalb, müsst ihr selbst lesen, aber dem Teil der Geschichte fand ich unfassbar tragisch und es hat mich emotional sehr getroffen.
Kenneth ist ein ausdrucksstarker, total attraktiver Mann und ich finde sein Wesen spiegelt total gut seine Gestaltwandlerform, denn er ist charismatisch, verspielt, sexy und sehr stark in seiner Präsenz. Allerdings hat Kenneth auch eine total herzerwärmende, liebevollen Seite und ich fand ihn wirklich sehr sympathisch.
Dahingehen ist Audrey ganz anders. Extrovertiert, irgendwie immer noch etwas kindisch und dickköpfig, selbstbewusst und mit einer tief verletzen Seele. Aber Audrey will sich auch nicht helfen lassen, muss immer mit ihrer trotzigen Art direkt durch die Wand, und das war nicht so mein Fall. Sie wirkt ihrem Alter entgegen nicht so reif und hat damit auch etwas zu kämpfen.
Allerdings habe ich ein wenig Probleme mit der Art zu erzählen von Angeline Bailey. Ich mag ihre Wortgewandtheit und den flüssigen Stil. Das ist wirklich toll zu lesen und ich bin über die Seiten geflogen. Aber mir persönlich wird der Fokus zum Teil falsch gelegt. Wichtige Gespräche werden nur in ein paar Nebensätzen abgehandelt, wie z. B. das Gespräch unter den Schwestern. Dafür wird ein anderes Gespräch mehrmals aufgerollt und hier hätte ich mir eher einen Zeitraffer gewünscht. Die Entwicklung der Charaktere fiel damit irgendwie weg, was schade war.
Was mich aber am allermeisten gestört hat, war die fehlende Emotion. Der erste Kuss läuft trotz einer Ich-Erzählersicht total seltsam von außen gesehen ab und das auch noch ganz ohne beschriebene Emotionen oder kleine, liebevolle Details in dem Moment. Und so geht das leider auch weiter. Ich fand es so schade, das nicht richtig gezeigt wird, wie sie Dates haben oder keine liebevolle Nachrichten den ganzen Tag über schreiben. Das wird nur in einem Nebensatz erzählt und ich hab mich sehr gewundert wo plötzlich diese Nähe und Vertrautheit, wie auch die Liebe her kommt. Ich habe mich immer außen vor gefühlt und mich nicht hinein versetzen können.
Trotzdem schaffte es Angeline Bailey mich an der Geschichte zu halten, da die die Sachen, die mit den Protagonisten in der Vergangenheit passiert sind, interessant und spannend sind. Und eine Emotion spürt man absolut: Die Anziehungskraft! Also das Knistern und die heißen Blicke zu Beginn, ihre kleinen witzigen Dialoge und das freche Necken ist heiß und brennt fast die Geschichte ab.
Für mich persönlich ein Buch, das noch mehr hätte sein können, aber mich so weder in Weihnachtsstimmung noch in emotional kitschige Gefühle gebracht hat und so etwas wünsche ich mir bei einem Buch für die Weihnachtszeit schon irgendwie. Empfehlenswert als kleiner Adventskalender ist die Geschichte dennoch und ich bin froh sie gelesen zu haben. Snow Falls und das Setting ist einfach wundervoll und ich finde Angeline Bailey passt mit ihren Drachen ganz wundervoll hinein.