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Veröffentlicht am 03.11.2025

Die Lebensgeschichte der Liebesromanschreiberin Hedwig Courhs-Mahler

Ein gutes Ende
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Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) hatte kein einfaches Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schaffte es mit viel harter Arbeit und Beharrlichkeit, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und ...

Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) hatte kein einfaches Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schaffte es mit viel harter Arbeit und Beharrlichkeit, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und war Anfang des 20. Jahrhunderts Deutschlands erfolgreichste Autorin.


Die Autorinnen (Pseudonym Clara Bachmann) setzen mit der Romanbiographie „Ein gutes Ende“ der Liebesromanschreiberin ein würdiges Denkmal.

Durch den bildhaften Sprachstil wird man in die damalige Zeit hineinversetzt. Die sozialen Unterschiede und die Ungleichbehandlung von Frau und Mann und vor allem die eingeschränkten Möglichkeiten für Frauen sind immer wieder spürbar.

Der Roman räumt vor allem Hedwigs Kindheit und Jugend einen größeren Raum ein. Es wird deutlich, dass sie es nicht leicht hatte, aber einen starken Willen entwickelte, aus der Armut herauszukommen und einen anderen Lebensweg einzuschlagen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.
Gut finde ich, dass sie sich immer wieder eingesteht, auch schöne Dinge zu erleben (Chor, Theaterbesuche). Das Schreiben wird für sie ein Ventil. Sie findet Trost im Schreiben, obwohl ihre Familie und auch später ihr Ehemann (der Kunstmaler Fritz Courths) dies strikt ablehnten. Ich fand es unerträglich, wie zum Beispiel Fritz seine Arbeit als Kunst ansah und Hedwigs Schreiben als lächerlich abtat. Dabei war sie diejenige, die Dinge voranbrachte und Situationen schnell und richtig durchschaute.

Mir hat der Roman sehr gefallen. Ich kannte Hedwig Courths-Mahler vor dem Lesen der Romanbiographie nicht. Liebesromane sind einfach nicht die Geschichten, die mich ansprechen. Dennoch habe ich großen Respekt vor ihrer Stärke, ihren eigenen Weg zu gehen. Den Autorinnen gelingt es uns an den Gedanken und Träumen Hedwigs teilhaben zu lassen. Es wird deutlich, dass das Schreiben Unbeschwertheit in den Alltag Hedwigs brachte. Ihr Schreiben war das Fenster in eine andere Welt. Eine Welt voller Romantik, Leidenschaft und Schönheit. All jener Dinge, an denen es ihr in der Wirklichkeit mangelte.

Das Buch ist absolut lesenswert, weil es ein mutmachendes Buch ist, für seine Träume einzustehen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Mystisch, magisch, abenteuerlich!

Keltische Winternächte
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Dieser wundervolle Märchenschatz entführt uns in eine Welt voller Magie und zauberhafter Wesen. Feen, Riesen, Geister und andere magische Wesen begegnen uns in den 10 Märchen, die aus Schottland, Cornwall, ...


Dieser wundervolle Märchenschatz entführt uns in eine Welt voller Magie und zauberhafter Wesen. Feen, Riesen, Geister und andere magische Wesen begegnen uns in den 10 Märchen, die aus Schottland, Cornwall, Irland und Wales stammen.

Mein Lieblingsmärchen aus der Märchensammlung ist „Der Schnee und die Krähe“. Es ist ein irisches Märchen, das Heldenmut, Tapferkeit und Hilfsbereitschaft vereint. Jack, Sohn des Königs von Irland, macht sich auf die Suche nach einem Mädchen, das schwarzes Haar wie eine Krähe und weiße Haut wie Schnee hat. Auf seiner Reise zu dem besagten Mädchen muss er 3 Prüfungen bestehen, die zeigen, wie weise und mutig er ist. Ein kleiner roter Mann steht ihm dabei zur Seite. Wird es Jack gelingen, das Mädchen (die Prinzessin des Ostens) von ihrem Zauber zu befreien, der sie jede Nacht zum Tanzen zwingt?

Generell spielen Musik und Tänze in den keltischen Märchen eine große Rolle. Im schottischen Märchen „Donal im Feenland“ zum Beispiel begegnet Donal auf dem Weg ins „Land der Ewigen Jugend“ einen bärtigen Mann, der mit seiner Geige fiedelt und singt. Außerdem gibt es Feen, die wunderbar tanzen und musizieren. Der bärtige Mann erlaubt sich einen großen Spaß mit Donal, sodass mich das Märchen schmunzelnd zurück ließ.

Zu jedem Märchen gibt es detailreiche und stimmungsvolle Illustrationen. Diese fangen die mystische Atmosphäre vor allem durch die filigranen Zeichnungen ein. In zarten und erdigen Farben ist alles illustriert. Die Bilder wirken dadurch ruhig und sanft und fast schon lebendig, die in uns die Anderswelt eintauchen lassen.

Diese wundervoll gestaltete Märchensammlung ist vor allem für kalte und gemütliche Winterabende geeignet, da sie die frostige Welt der Kelten beinhaltet. Manche Märchen kommen auch etwas düster daher.

Nicht nur Kinder werden die mystischen und magischen Geschichten lieben. Geheimnisvolle Wesen, die seit Jahrhunderten in den langen Winternächten ihr Unwesen treiben, mutige Helden und magische Momente entführen Groß und Klein in eine Welt voller Magie, Wunder und keltischer Mythologie. Sie erzählen vom Geheimnis der Anderswelt und von übernatürlichen Kräften.

Ein ästhetisch ansprechender und hochwertiger Märchenschatz!

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Eine erschütternde Story!

Trophäe
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Das war eine heftige Geschichte. Zwischenzeitig musste ich das Buch zur Seite legen, da manche Handlungen und Verhaltensweisen mancher Personen im Buch abstoßend und schwer zu ertragen waren. Dennoch ...


Das war eine heftige Geschichte. Zwischenzeitig musste ich das Buch zur Seite legen, da manche Handlungen und Verhaltensweisen mancher Personen im Buch abstoßend und schwer zu ertragen waren. Dennoch kann ich jedem das Buch ans Herz legen, der sich mit moralischem Handeln auseinandersetzen möchte. Ich selbst habe mich dabei erwischt, wie ich mich manchmal auf die Seite des Protagonisten Hunters geschlagen habe, da er sich ja schließlich an die Vorschriften hält und alle vertraglichen Bedingungen erfüllt! Es wird einem deutlich vor Augen geführt, dass man alles hinterfragen muss und nur weil es vertraglich in Ordnung ist, ist dies noch lange nicht moralisch richtig.

Als Leser erfahre ich einige interessante Fakten und Sichtweisen über Afrika. Es wird kein konkreter Ort in Afrika genannt, man erfährt nur, dass es in der Wildnis Afrikas spielt.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Junge begibt sich auf eine Zeitreise ins Alte Rom

Fred im alten Rom
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„Die Arena, musst du wissen, ist das Abbild unserer Welt. Sie ist gefährlich. Sie umschließt uns wie die Spinne das Insekt. Und es gibt nur einen Weg zu entkommen: Du musst stärker sein als alle, die dich ...

„Die Arena, musst du wissen, ist das Abbild unserer Welt. Sie ist gefährlich. Sie umschließt uns wie die Spinne das Insekt. Und es gibt nur einen Weg zu entkommen: Du musst stärker sein als alle, die dich angreifen!“


Wow! Mein Sohn (9 Jahre) und ich sind begeistert von dem Abenteuerroman, in dem sich ein Junge namens Fred mit seinem Opa Alfred auf eine Zeitreise ins Alte Rom begibt. Fred wird nicht nur Gehilfe des Medicus, sondern darf auch bei den bevorstehenden Festspielen helfen. Fred erlebt also hautnah die spannende Zeitepoche des antiken Roms.

„Fred im Alten Rom“ von Birge Tetzner ist eine Kombination aus einer fantastischen Abenteuergeschichte und einem Sachbuch. Das Buch bietet ein fundiertes Wissen über das antike Rom mit einer Zeittafel, einem ausführlichen Glossar, fundierten und informativen Sachtexten, Landkarten und Ausflugtipps zu Orten, in dem ich heute noch römische Spuren entdecken kann ( Archälogischer Park Cambodunum, Forum Romanum, Herculaneum…).

Das Buch ist so aufgebaut, dass ich Sachtexte auch auslassen kann und einfach nur die abenteuerliche Geschichte lesen kann und umgekehrt.

Die zahlreichen Illustrationen von Karl Uhlenbrock sind besonders hervorzuheben. Seine Illustrationen sind so liebevoll gestaltet, realistisch und hochwertig, dass sie das Zeitreise-Abenteuer noch lebendiger erscheinen lassen.

Meiner Meinung nach ist das Buch auch für Erwachsene geeignet, die sich für die Geschichte des Alten Rom interessieren. Ein Lesegenuss für die gesamte Familie.

Ein ästhetisch ansprechendes und hochwertiges Buch! Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Eine Mutter-Tochter-Geschichte mit einem großen Familiengeheimnis

Tanzende Spiegel
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Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf ...

Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf das Leben ihrer Mutter als junge Frau Anfang der 50er Jahre zurück. Zum anderen erzählt die Psychotherapeutin von sich und ihren Gefühlen zu einer jungen Cellistin.

Die Erzählstränge über die Mutter fand ich sehr interessant. Byford zeigt auf, wie es den Frauen im Nachkriegsdeutschland erging. Die vielen Entbehrungen der Kriegsjahre wollten sie hinter sich lassen. Sie wollten wieder ins Kino gehen, sich in einem Café mit Freunden treffen und das Leben einfach in vollen Zügen genießen. Auch erzählt Byford sehr anschaulich, dass es für Frauen aber längst nicht so einfach war. Von ihnen wurde erwartet, dass ihr größter Wunsch es war, Ehefrau und Mutter zu werden. Die Protagonistin steckt in einem Zwiespalt. Sie will mehr und kann sich nicht mit dem typischen Frauenbild identifizieren. Sie ist eine taffe Frau.
Dennoch wird deutlich, dass zu dieser Generation das Schweigen und Nicht-Aussprechen mancher unangenehmer Dinge leider dazu gehören.

Byford ist ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, dass sich Vieles in beider Leben spiegeln.

Byford schreibt unaufgeregt und mit viel Wärme für ihre Mutter. Der Roman ist autofiktional.

Absolut lesenswert!

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