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Veröffentlicht am 03.12.2024

Verloren und gefunden in den Straßen von San-Er

Immortal Longings
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"Immortal Longings" hat mich insgesamt doch sehr überzeugt. Auch wenn nicht alles rundum perfekt war, freue ich mich sehr auf den zweiten Band.
Das Cover hat mich sofort angesprochen – die Anordnung des ...

"Immortal Longings" hat mich insgesamt doch sehr überzeugt. Auch wenn nicht alles rundum perfekt war, freue ich mich sehr auf den zweiten Band.
Das Cover hat mich sofort angesprochen – die Anordnung des Titels, die Farbgestaltung, der Farbschnitt – einfach die gesamte Erscheinung ist passend für den Inhalt!

Der Schreibstil ist flüssig und schafft eine dichte Atmosphäre. Viele Szenen sind lebendig beschrieben, sodass ich mir die Welt sehr gut vorstellen konnte. Besonders gefallen hat mir der Mix aus düsterer, dystopischer Fantasy. Auch die Namen wie „San-Er“ und „Calla“ fand ich sehr gelungen, was für mich immer ein wichtiger Punkt ist – also generell die Namensgebung.

Die Geschichte hat einen starken Fokus auf moralische Fragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Fähigkeit der Figuren, die Körper zu wechseln. Das weckte bei mir die Spannung, wie diese Themen in der Handlung weiter ausgebaut werden. Die Charaktere sind facettenreich: Calla mit ihrer dunklen Vergangenheit, Anton als eher ‚notgedrungener‘ Freigeist und Prinz August, der sich vermeintlich im Schatten der Macht bewegt – sie alle tragen Geheimnisse, die sie unberechenbar und interessant machen. Und allen voran fand ich Anton am spannendsten!

Die aufbauende Dynamik zwischen Calla und Anton war recht interessant zu verfolgen, und auf das Zusammenzutreffen beider habe ich des Öfteren hin gefiebert. Der Romance-Anteil war für mich mehr als ausreichend, da er einfach angenehm dezent war. Der Fokus auf der Welt von San-Er, den Menschen, den Spielen und den Intrigen im Vorder- sowie Hintergrund – genau so habe ich es mir nach der Leseprobe gewünscht.
Nach einer Lesepause fiel mir der Einstieg ins Buch nicht immer ganz leicht, auch wenn ich mich wirklich gerne in den Straßen von San-Er aufgehalten habe. Manche Passagen waren ein wenig zäher, wobei vorher die Spannung gut aufgebaut wurde, um dann aber wieder abzuflachen, da es einen Szenenwechsel gab, der mich dann herausgerissen hat. Jedoch, sobald ich wieder einige Seiten gelesen hatte, wurde die Geschichte wieder fesselnder, und dann wollte ich wieder nicht aufhören zu lesen. Besonders das letzte Drittel überzeugt mit überraschenden Wendungen und einem Cliffhanger, der Lust auf Band zwei macht. Ich würde also eher dazu raten, das Buch mit ausreichend Zeit durchzulesen – bei mir ging es leider nicht anders. Aber sobald Band 2 raus ist, werde ich Band 1 nochmal in einem Durchgang lesen – denn Immortal Longings gehört für mich zu den Büchern, die ich definitiv nochmal lesen werde.

Insgesamt ein Buch, das einige Schwächen hat, aber eine faszinierende Welt mit toller Atmosphäre, die interessante Charaktere bietet und Fragen aufwirft, dazu anschaulich und originell umgesetzt wurde. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergeht!

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Veröffentlicht am 29.06.2024

Nachdenklich

Lonely Castle in the Mirror – Roman
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Ich hatte etwas anderes erwartet, eine andere Art von Geschichte, was hier jedoch nichts Negatives bedeutet!

Wir verfolgen einen Ausschnitt aus dem Leben der Schülerin Kokoro, ihren Stillstand, die Lähmung, ...

Ich hatte etwas anderes erwartet, eine andere Art von Geschichte, was hier jedoch nichts Negatives bedeutet!

Wir verfolgen einen Ausschnitt aus dem Leben der Schülerin Kokoro, ihren Stillstand, die Lähmung, Emotionen und Gedankenkreise, die sie in ihrer momentanen Situation weder vor noch zurückgehen lassen.
Bis ihr Spiegel leuchtet und sie einen Schritt nach vorne wagt..

Ich möchte nach dem Ende des Buches immer noch: bitte mehr, mehr, mehr rufen!
Auf einer Seite ist das für mich persönlich ein gutes Zeichen, denn das Buch hat mich wohl gepackt, wenn ich sogar Tage später noch nach weiteren Wörtern suche, die ich von der Story vielleicht überlesen habe... aber das Buch ist zu Ende. Schade. Denn... gewünscht hätte ich mir mehr und gerade tiefere Einblicke in die Leben der anderen Schüler und Schülerinnen und der Lehrer und Lehrerinnen und auch der Eltern!

Zum Ende hin ging es eher Schlag auf Schlag, was von den Ereignissen schon gut gepasst hat, also das der Schreibstil fast dynamischer wurde - jedoch ein wenig mehr Spielraum und auch ein wenig Atmen holen hätte ebenso gut gepasst. Da die gesamte Story eher ruhiger vonstattenging, fühlte sich das Ende dadurch doch ein klein wenig überstürzt an. Emotional fein geschrieben, aber an manchen Punkten für mich dann doch zu distanziert, da die anderen Charaktere blasser wirkten und auch Kokoro ein Fünkchen mehr 'Echt-Gefühl' fehlte.

Für Leser und Leserinnen, die keine persönlichen Erfahrungen mit den Themen gemacht haben, könnte es eventuell an Verbundenheit fehlen. !!!Könnte!!!

Auch die Auflösung wird einem relativ schnell klar, mindert aber nicht den Lesespaß!

Nichtsdestotrotz ist es eine sehr schöne Geschichte, die ich gerne gelesen habe und auch von der Aufmachung her kann sich das Buch sehen lassen! Wirklich wunderschön!

(Eine Manga-Ausgabe ist ebenfalls erschienen und ich bin mir sicher, Kokoro und Co. noch mal wiederzusehen und mir mein bisschen "mehr" dort abzuholen.)

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Freiheit. Rebellion. Wenn ein Vogel nicht fliegen darf.

To Cage a Wild Bird
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„Ich schätze, wer so närrisch ist, einen wilden Vogel einzusperren, sollte nicht damit rechnen, dass der Vogel im Käfig singt.“

Bewusst habe ich diesmal zu einer Dystopie gegriffen - und ja: Das Genre ...

„Ich schätze, wer so närrisch ist, einen wilden Vogel einzusperren, sollte nicht damit rechnen, dass der Vogel im Käfig singt.“

Bewusst habe ich diesmal zu einer Dystopie gegriffen - und ja: Das Genre darf doch gerne öfter bei mir einziehen.

Die Grundidee rund um das Leben in Dividium, Raven und das Haftanstalt-Setting hat mich sofort abgeholt. Diese düstere, bedrohliche Atmosphäre gerade von den tödlichen Spielen - die das Gefühl von Überleben um jeden Preis und alle gegen alle hervorruft - hatte definitiv Sogwirkung. Somit war ich schnell in der Geschichte drin und habe das Buch die Tage auch nicht aus der Hand legen können.

„Alle Verbrechen stören die Ruhe. Und Unruhe führt zu Chaos, Chaos führt zu Krieg.“

Raven als Kopfgeldjägerin bringt eigentlich fast alles mit, was ich an starken Protagonistinnen bevorzuge ... und doch hätte ich mir ihr toughes, abgeklärtes Auftreten an manchen Stellen noch viel präsenter gewünscht. Ihre überspielte Angst wurde zwar glaubwürdig eingebaut, aber gerade in entscheidenden Momenten hätte ich mir mehr Konsequenz oder Schärfe gewünscht.

Denn was mir insgesamt etwas gefehlt hat, war Tiefe. Die Welt, das System, die verschiedenen Gesellschaftsschichten, die Dynamiken - da steckt so viel Potenzial drin, dass ich mir wirklich 200 Seiten mehr gewünscht hätte, damit alles wirklich Raum bekommt. Ich wollte so viel mehr wissen, viel mehr Einblick, viel mehr verstehen.
Gerade das dystopische Setting hätte für mich noch stärker ausgearbeitet werden dürfen, auch wenn wir bisher „fast nur“ das Gefängnis erlebt haben. Für komplette Genre-Neulinge ist das aber sicher ein guter Einstieg - wer allerdings schon viele Dystopien gelesen hat, könnte hier an der einen oder anderen Stelle merken, dass es nicht ganz so tief geht und manches doch etwas vorhersehbar bleibt. Aber da es bisher Band 1 war, hoffe ich sehr, dass Brooke Fast in den weiteren Bänden mehr von der Welt offenbart und tiefere Einblicke gewährt!

Jedenfalls war der Romance-Anteil für mich etwas dominanter als erwartet. Ich hätte mir hier tatsächlich weniger „sofort“ und mehr Slow Burn gewünscht - gerade im ersten Band und in einem so gefährlichen Setting, in denen unsere Charaktere überleben müssen. Also weniger Fokus auf Romantik, mehr auf Überleben, Intrigen, Planung, andere Häftlinge und die Rebellion hätte für mich die Spannung noch intensiver gemacht.

Und trotzdem: Ich hatte wirklich gute Lesestunden mit dem Auftakt. Ich habe mich absolut nicht gelangweilt - vielleicht ab und an die Stirn gerunzelt und wollte eingreifen, unsere Protagonistin doch gerne mal leicht schütteln - aber ich musste weiterlesen!

Das Ende öffnet für mich nun viele Richtungen und birgt (hoffentlich) einiges an dramatischem Potenzial für den zweiten Band.

Für zwischendurch und als Einstieg ins Genre würde ich das Buch definitiv empfehlen. Wer jedoch eine sehr komplexe, politisch tiefgehende Dystopie erwartet, sollte die Erwartungen etwas anpassen - oder auf die weitere Entwicklung der Reihe warten.

Gute 3,5 von 5 Sternen - mit leichter Tendenz zur 4 - gibt es von mir.
Und Band zwei steht trotzdem schon auf meiner Wunschliste - ich hoffe sehr, dass das Warten darauf nicht allzu lange dauert!

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Zwischen Eis, Egos und dem Spiel – das erst beginnt

Beautiful Venom (Vipers, Band 1)
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Rina Kent gehört für mich zu den Autorinnen, bei denen ich ziemlich genau weiß, welche Vibes mich erwarten - und genau deshalb war ich auch auf "Beautiful Venom" neugierig. Somit fühlt sich der Einstieg ...

Rina Kent gehört für mich zu den Autorinnen, bei denen ich ziemlich genau weiß, welche Vibes mich erwarten - und genau deshalb war ich auch auf "Beautiful Venom" neugierig. Somit fühlt sich der Einstieg auch vertrauter an: ein flüssiger, leicht lesbarer Stil, der einen schnell in die Story zieht und die Seiten fast von allein umblättern lässt - wenn auch diesmal nicht durchgehend.

Gestalterisch finde ich das Buch sehr ansprechend. Gerade der Farbschnitt mit der Schlange und den Eishockey-Elementen passt richtig gut zur Story und wirkt stimmig. Insgesamt macht das Buch optisch schon etwas her.

Inhaltlich bewegen wir uns klar im Dark-Romance-Bereich: intensiv, leicht toxisch, voller Machtspiele und dunkler Dynamiken. Die Grundidee rund um Geheimorganisationen, Loyalitäten und Intrigen fand ich spannend angelegt.
Dahlia mochte ich als Protagonistin recht gerne - sie ist nicht leise, nicht angepasst, sondern zieht ihr Ding durch und wirkt dabei selbstbewusst. Kane hingegen ist der Inbegriff eines klassischen Dark-Romance-MMCs: attraktiv, gefährlich, mit ordentlich Ballast aus der Vergangenheit. Ganz klar kein Green-Flag-Material - aber das ist in diesem Genre ja auch nicht gerade üblich. ;D
(Bitte die Triggerwarnungen beachten - “ab 18“ steht nicht ohne Grund auf einem Buch.)
Die Dynamik zwischen den beiden konnte mich allerdings lange Zeit nicht komplett abholen. Die Anziehung ist da, die Tension ebenfalls, aber emotional hat mir vor allem im ersten Teil des Buches etwas gefehlt - fast ein bisschen fiebertraumartig alles…

Was ich tatsächlich etwas schade fand: Das Eishockey-Setting blieb für meinen Geschmack zu sehr im Hintergrund. Gerade hier hätte ich mir mehr Eis, mehr Sport und mehr Einbindung ins Geschehen gewünscht.

Der Plot selbst ist eher solide als überraschend. Einige Entwicklungen konnte man kommen sehen, und das Buch erfindet das Genre nicht neu. Trotzdem hat es mich nicht wirklich gelangweilt - auch wenn es zwischendurch Längen gab, an denen das Tempo ruhig hätte angezogen werden können. Die Spice-Szenen sind vorhanden, teils recht explizit, was natürlich Geschmackssache ist - wer Rina Kent kennt, weiß wie sie die Szenen schreiben kann.

Positiv überrascht hat mich dann doch aber wieder das Ende - interessant gelöst und hat mir dann doch insgesamt besser gefallen, als der Mittelteil.

So unterm Strich war "Beautiful Venom" für mich ein gutes, aber kein herausragendes Dark-Romance-Buch. Es bietet genau das, was man von Rina Kent erwartet: Atmosphäre, toxische Dynamiken und Drama - hier mit Luft nach oben, vor allem was Tiefe, Tempo und das Hockey-Setting betrifft – was andere Dark Romance-Titel auch gut hinbekommen.

Ich würde gute 3,5 von 5 Sternen vergeben und Band 2 werde ich definitiv lesen, sobald er erscheint - in der Hoffnung, dass dort noch etwas mehr raus geholt wird.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein Reich aus Blut und Schatten, doch ohne Glanz..

Nightblood Prince
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Ach, also zuerst einmal: es ist ein wirklich wunderschön gestaltetes Buch - Cover, Farben, Farbschnitt, Innenteil - alles sah auf den ersten, zweiten und dritten Blick einfach schön aus! In der Buchhandlung ...

Ach, also zuerst einmal: es ist ein wirklich wunderschön gestaltetes Buch - Cover, Farben, Farbschnitt, Innenteil - alles sah auf den ersten, zweiten und dritten Blick einfach schön aus! In der Buchhandlung konnte ich es dann auch einfach nicht mehr aus der Hand geben. Denn auch der Klappentext klang einfach nach einer Geschichte, die so ganz meinem Geschmack entspricht… aber ja, leider konnte mich Nightblood Prince dann nicht so richtig mitnehmen, was ich wirklich schade finde. Ich bin einfach nicht richtig reingekommen - vielleicht war es nicht der richtige Moment, aber mir hat einfach der Funke gefehlt. Ich musste mich dann doch leider durchquälen, weil ich hoffte, es holt mich noch ab. Schade :(

Der Schreibstil war angenehm-ok, aber emotional hat mich die Geschichte nicht so erreicht, wie ich es mir gewünscht hätte. In der Mitte zog sich die Handlung für mich etwas und zu den Figuren konnte ich bis zum Schluss einfach keine richtige Bindung aufbauen. Fei mochte ich zwar anfangs, weil sie stark und entschlossen wirkte, aber im Verlauf hat sie für mich ein Stück weit an Tiefe verloren. Auch das Dreiecksverhältnis konnte mich nicht wirklich packen - mir fehlte da einfach die Spannung und Anziehung, die so eine Dynamik für mich braucht - so was „Greifbares“ einfach.

An sich fand ich die Welt und die Grundidee interessant - man merkt doch schon, dass viel Potenzial in der Geschichte steckt - stecken könnte. Allerdings wurde dieses Potenzial meiner Meinung nach nicht richtig genutzt, denn insgesamt blieb für mich vieles zu blass, zu weit weg und ich konnte mich nicht richtig in die Handlung fallen lassen.

Nochmals schade - diese wunderschöne Ausstattung und die Idee sind wirklich toll, aber inhaltlich hat mich Nightblood Prince leider nicht überzeugt. Mir tut es wirklich leid, aber es gibt nur sehr sehr knappe und drei gutgemeinte Sterne von mir, weil die Verpackung zauberschön ist und die Idee nach mehr klang, aber der glänzende Funke einfach (bei mir) nicht übergesprungen ist oder eher nicht überspringen wollte.

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