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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

„Eine Geschichte, die nicht endet, wenn das Buch zu ist“

Love On Repeat
5

Manchmal begegnet einem ein Buch zur genau richtigen Zeit – ohne dass man es vorher weiß. Ich habe dieses Buch in der Erwartung auf eine leichte, unterhaltsame Sommerlektüre zur Hand genommen. Eine Geschichte ...

Manchmal begegnet einem ein Buch zur genau richtigen Zeit – ohne dass man es vorher weiß. Ich habe dieses Buch in der Erwartung auf eine leichte, unterhaltsame Sommerlektüre zur Hand genommen. Eine Geschichte fürs Herz, zum Abschalten, zum Wegträumen. Und genauso beginnt es auch: charmant, warmherzig, mit feinem Humor und einer unaufgeregten Leichtigkeit. Doch schon nach wenigen Seiten wird klar: Hier schlummert so viel mehr zwischen den Zeilen. Dieses Buch überrascht – leise, aber eindringlich. Es hat Tiefe. Es bleibt.

Im Mittelpunkt steht Lara, die in einer persönlichen wie beruflichen Sackgasse steckt – innerlich überfordert, getrieben vom Druck, funktionieren zu müssen, fremdbestimmt durch Ansprüche von außen und Erwartungen an sich selbst.

Als sie auf eine rätselhafte Zeitschleife trifft, beginnt eine Reise, die nicht nur ihr Leben verändert, sondern auch ihre Sicht auf sich selbst und die Menschen um sie herum. Ihre Entwicklung hat mich sehr bewegt: Wie sie lernt, innezuhalten, Gefühle zuzulassen und ihre Mitmenschen wahrzunehmen – das war manchmal schmerzhaft ehrlich, aber auch unglaublich heilsam.

Ein Satz hat sich mir besonders eingeprägt – ein Zitat, das sinnbildlich für den Ton und die Botschaft des Buches steht:
„Vielleicht könntest du mal versuchen, über die guten Dinge zu schreiben, nicht über die schlimmen. Von den schlimmen gibt es schon genug.“
Und genau das tut dieses Buch – ohne kitschig zu sein. Es feiert das Gute, das Menschliche, das Verbindende – ohne die schwierigen Seiten auszublenden.

Hinter dieser Geschichte steht eine Autorin, die mit spürbarer Hingabe, Wärme und Klarheit schreibt. Ihre Worte wirken nie aufgesetzt, nie überzogen – sondern wie ehrlich empfundene Gedanken, die man beim Lesen in sich aufnimmt. Sie schafft es, mit leisem Humor, feiner Beobachtungsgabe und großer emotionaler Tiefe eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur unterhält, sondern bewegt.

Dies ist keine bloße Liebesgeschichte. Es ist eine Einladung, sich selbst zu hinterfragen. Es ist ein liebevoller Weckruf, aufmerksamer zu leben. Es ist eine Erinnerung daran, was wirklich zählt: Mitgefühl, Liebe, Vertrauen, Zuversicht.

Danke für diese Geschichte, die noch lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein leiser Roman mit unerwarteter Tiefe

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
1

Dieses Buch war für mich ein echtes Lesehighlight – ruhig, klug und voller leiser Hoffnung. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht, und tatsächlich entfaltet sich hier eine Geschichte, die so unaufgeregt ...

Dieses Buch war für mich ein echtes Lesehighlight – ruhig, klug und voller leiser Hoffnung. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht, und tatsächlich entfaltet sich hier eine Geschichte, die so unaufgeregt beginnt, dass man erst nach und nach merkt, wie viel Tiefe in ihr steckt.

Die Ich-Erzählerin, die nach einem Burn-out eine neue, einfache Arbeit sucht, nimmt im Laufe des Buches ganz unterschiedliche Jobs an – von Buswerbung bis hin zu skurrilen Beobachtungstätigkeiten. Dabei entstehen immer wieder kleine, fast magische Momente, in denen sich das Alltägliche plötzlich verändert. Besonders schön fand ich, dass jede dieser Aufgaben ihre eigene Atmosphäre hat und das Buch dadurch niemals eintönig wird.

Kikuko Tsumuras Schreibweise ist dabei etwas ganz Besonderes: ruhig, fast meditativ, und trotzdem unglaublich eindringlich. Sie beschreibt scheinbar einfache Dinge so feinfühlig und detailreich, dass man sich völlig in die Gedankenwelt der Erzählerin hineinversetzen kann. Zwischen den Zeilen liegt eine große Sensibilität und Wärme – man spürt, dass es in dieser Geschichte nicht nur um Arbeit oder Sinnsuche geht, sondern um Menschlichkeit, Hoffnung und leise Verbindungen zwischen Menschen.

Für mich war das Buch weniger gesellschaftskritisch als vielmehr tröstlich und ermutigend. Besonders die Figur von Frau Eriguchi hat mich tief berührt – sie wirkt wie ein stiller Engel, der der Erzählerin hilft, ihren Weg zurück ins Leben zu finden. Und gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass man selbst manchmal zu einem Engel für jemand anderen werden kann.

Ein außergewöhnliches, feinfühliges Buch, das lange nachhallt – leise, aber mit großer Wirkung.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Berührend anders!

Ghosted
3


Ghosted ist eine wunderbar originelle Mischung aus RomCom, Selbstfindung und einer Prise Übersinnlichem – eine Geschichte, die berührt, überrascht und dabei nie zu kitschig wird.

Im Mittelpunkt steht ...


Ghosted ist eine wunderbar originelle Mischung aus RomCom, Selbstfindung und einer Prise Übersinnlichem – eine Geschichte, die berührt, überrascht und dabei nie zu kitschig wird.

Im Mittelpunkt steht Emily, die nach einer enttäuschenden Beziehung beschlossen hat, ihr Leben komplett umzukrempeln. Sie arbeitet hart an ihrer “perfekten” Version – erfolgreich, stylisch, stark. Doch dann bringt ein Ouija-Brett alles durcheinander: Der Ex-Freund, von dem sie dachte, er hätte sie geghostet, ist in Wahrheit verstorben – und steht plötzlich als Geist in ihrem Wohnzimmer.

Was zunächst verrückt klingt, entpuppt sich als feinfühlige, tiefgründige Geschichte über Trauer, Selbstbild, Freundschaft und darüber, wie schwer – und gleichzeitig heilsam – es sein kann, sich selbst wirklich anzunehmen. Besonders das übersinnliche Element verleiht dem Roman eine ganz besondere Note: Es hebt die Geschichte aus der Masse der Liebesromane heraus, ohne sie ins Fantastische abgleiten zu lassen.

Die Dialoge sind klug, die Figuren glaubwürdig - manchmal schwierig - und gerade Andy – als verstorbener, aber überaus präsenter Geist – wächst einem schnell ans Herz.

Ghosted ist eine warmherzige, überraschend vielschichtige Geschichte über das Loslassen und das Ankommen – bei anderen, aber vor allem bei sich selbst. Ein Buch, das zum Lächeln bringt, aber auch nachdenklich macht. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein Roman über das Loslassen, Überleben und Verzeihen

Die Inselschwimmerin
1

Lorraine Kelly, bekannt als Moderatorin und Journalistin, legt mit „Die Inselschwimmerin“ ihr Romandebüt vor – nach mehreren erfolgreichen Sachbüchern. Ihre Liebe zu den Orkneyinseln ist in jeder Zeile ...

Lorraine Kelly, bekannt als Moderatorin und Journalistin, legt mit „Die Inselschwimmerin“ ihr Romandebüt vor – nach mehreren erfolgreichen Sachbüchern. Ihre Liebe zu den Orkneyinseln ist in jeder Zeile spürbar; besonders die Landschaftsbeschreibungen sind eindrucksvoll und voller Atmosphäre.

Inspiriert von dieser Liebe erzählt sie eine bewegende Geschichte über Heimkehr, Vergebung und Selbstfindung. Die Inseln spiegeln die innere Zerrissenheit der Protagonistin Evie wider, die nach vielen Jahren der Abwesenheit auf die Insel zurückkehrt, auf der sie einst aufwuchs- und auf der sich ein schicksalhafter Vorfall ereignete, der ihr Leben für immer veränderte. Eine Lüge, ausgesprochen aus Eifersucht und verletztem Stolz, hat damals alles zerstört. Stück für Stück entfaltet sich die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen, wobei sich nach und nach erschließt, was damals wirklich geschehen ist.

Der Titel steht sinnbildlich für Evies Weg zurück ins Leben. Es geht weniger um das Schwimmen im wörtlichen Sinn, sondern vielmehr um ihr inneres Freischwimmen – das Loslassen von Schuld, das Sich-Lösen von zerstörerischen Beziehungen und das Wiederfinden von Selbstvertrauen.

Besonders die erste Hälfte des Romans hat mich durch ihre Tiefe und emotionale Intensität gefesselt. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet, wobei besonders Freya durch ihre Warmherzigkeit hervorsticht. Livs Verhalten hingegen ist erschütternd und zeigt, wie tiefgreifend familiäre Konflikte sein können. Gleichzeitig beeindruckt Evies innere Stärke, mit der sie sich aus dieser Dunkelheit befreit.

Die Inselschwimmerin - ein sehr gutes Buch – emotional, atmosphärisch dicht und mit einer starken Botschaft: Man kann sich auch aus der tiefsten Dunkelheit befreien, wenn man bereit ist, loszulassen.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Spannend, atmosphärisch und voller überraschender Wendungen

Geheimnisvolles La Rochelle
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Schon das Cover von “Geheimnisvolles La Rochelle” hat mich sofort angesprochen – es versprüht eine herrliche Urlaubsstimmung und weckt die Vorfreude auf eine spannende Geschichte an der französischen Atlantikküste. ...

Schon das Cover von “Geheimnisvolles La Rochelle” hat mich sofort angesprochen – es versprüht eine herrliche Urlaubsstimmung und weckt die Vorfreude auf eine spannende Geschichte an der französischen Atlantikküste. Genau das bietet der Krimi auch: eine atmosphärische Kulisse voller Sonne, Meer und französischem Flair, gepaart mit einer fesselnden und undurchsichtigen Mordermittlung.

Die Geschichte beginnt idyllisch auf der Île de Ré, doch die Harmonie endet abrupt, als auf einer Luxusjacht eine Leiche entdeckt wird. Das Opfer: Solène Flamant, Miterbin einer bekannten Cognac-Dynastie. Kurz darauf folgt ein zweiter Mord, bei dem dieselbe Waffe verwendet wird. Commissaire Chevalier ermittelt und stößt auf ein Netz aus Familiengeheimnissen, Lügen und Intrigen, das sich durch die Cognac-Region zieht.

Die Geschichte hat mir insgesamt sehr gut gefallen, auch wenn ich zu Beginn ein wenig Schwierigkeiten hatte, mich in die Namen der vielen Beteiligten einzulesen. Doch je weiter ich kam, desto mehr zog mich die Handlung in ihren Bann. Die Spannung wird gekonnt aufgebaut, und bis zum Schluss war der Täter für mich nicht zu erkennen. Immer wieder glaubte ich, einer heißen Spur zu folgen – nur um festzustellen, dass ich komplett falsch lag. Diese ständigen Wendungen und Überraschungen machten das Lesen unglaublich spannend.

Besonders gut gefallen hat mir auch die bildhafte Sprache, die die wunderschöne Landschaft der Atlantikküste lebendig werden lässt. Man kann förmlich das Salz in der Luft schmecken und die Sonne auf der Haut spüren. Die Kombination aus Urlaubsstimmung und Krimi-Atmosphäre war für mich genau richtig und sorgte für ein rundum gelungenes Leseerlebnis.

Ein spannender Krimi für alle, die Frankreich lieben und Lust auf eine atmosphärische Ermittlungsreise haben!

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