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Veröffentlicht am 19.11.2025

Der Baum in der Kunst – ein faszinierender Bildband

BÄUME - Der Atem der Welt
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Der Baum in der Kunst – ein faszinierender Bildband

Schon einmal bin ich auf einen solchen Titel hereingefallen und habe mich dann über einen faszinierenden Bildband gefreut. Man denkt ja bei diesem Titel ...

Der Baum in der Kunst – ein faszinierender Bildband

Schon einmal bin ich auf einen solchen Titel hereingefallen und habe mich dann über einen faszinierenden Bildband gefreut. Man denkt ja bei diesem Titel nicht an Kunst, aber ich hätte es besser wissen müssen, denn der Verlag brachte schon einmal einen solchen Band heraus. Damals ging es um Vögel in der Kunst.

Bäume besitzen einen sehr beruhigenden Einfluss auf Menschen. Gelegentlich sind sie sehr alt, hoch und mächtig im Umfang. Im Buch findet man dafür Beispiele. Was mag ein Baum, der über 3000 Jahre alt ist, schon alles erlebt und gesehen haben, wenn er denn dazu fähig wäre? Man steht voller Ehrfurcht vor einem solchen Lebewesen. Aber auch ein ganz gewöhnlicher Wald besitzt eine ungeheure Wirkung auf Menschen, wenn sie es denn zulassen. Und natürlich inspirieren Bäume insbesondere Künstler. Das Buch zeugt davon.

Auf über 300 Bildern kann man bewundern, wie Maler, Fotografen, Grafiker oder andere Künstler dieser Inspiration gefolgt sind. Es gibt dabei kein System. Jedenfalls habe ich keins entdeckt. Und vermutlich war das eine geniale Absicht, denn man weiß einfach nicht, was einem auf der nächsten Seite erwartet. Gerade dieser Überraschungseffekt macht das Buch noch interessanter, weil man gerne weiterblättert. Dann sieht man ein neues Bild, das man erst einmal für sich entdecken muss. Liest man dann den darunter stehenden Text, freut man sich in den meisten Fällen über weitere Erkenntnisse.

Das Buch ist insofern nicht nur ein visueller, sondern auch ein intellektueller Genuss.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Abgründe aus der Vergangenheit

Das Forsthaus
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Ohne seine Frau zu fragen kauft der Berliner Architekt Philip Bach ein seit Jahren leerstehendes Forsthaus im Westerwald, angeblich damit sich seine Frau nach dem Umbau dort von ihrer letzten Fehlgeburt ...

Ohne seine Frau zu fragen kauft der Berliner Architekt Philip Bach ein seit Jahren leerstehendes Forsthaus im Westerwald, angeblich damit sich seine Frau nach dem Umbau dort von ihrer letzten Fehlgeburt erholen kann. Warum dort? Seltsamerweise fragt sich das Katharina Bach nicht, denn Schrottimmobilien gibt es auch in der Nähe von Berlin.

Bald erfährt sie, dass in ihrem neuen Haus vor Jahren ein grauenhafter Mord stattfand. Doch niemand in dem kleinen Ort Mariensicht will mit ihr zunächst darüber reden. Also macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei erfährt sie auch, dass bereits vor diesem Mord acht kleine Mädchen in Mariensicht umgebracht wurden. Je mehr sie herausfindet, umso stärker werden ihre Zweifel, ob die beiden für die Morde verurteilten Menschen tatsächlich die Täter waren.

Das ist die Ausgangslage für diesen hervorragenden Kriminalroman, bei dem man bis zum Schluss zahlreiche Vermutungen anstellen kann, von denen allerdings keine am Ende zutreffen wird. Immer wieder streut die Autorin kleine Informationen ein, die scheinbar einen gewissen Verdacht erzeugen, dessen Richtung zwar stimmt, der aber letztlich nicht zutreffen wird.

Und seltsamerweise hinterfragt Katharina bei allem journalistischen Spürsinn für die Vergangenheit des Forsthauses die Motive ihres Mannes nicht. Alles in allem entwickelt die Autorin fast ein Kammerspiel, denn der Ort ist klein. Es dauert lange bis sich das Geflecht von Beziehungen und Motiven endlich auch für sie offenbart. Tatsächlich aber enthüllt erst das Gewissen eines Sterbenden den „Engelmacher“ und die Umstände des Mordes im Forsthaus.

Ganz nebenbei erzählt die Autorin auch ein wenig aus der Geschichte der Nachkriegszeit in Westdeutschland, was für Jüngere vermutlich auch eine Offenbarung sein dürfte.

Dieser Kriminalroman ist etwas Besonderes, weil er vom üblichen Schema deutlich abweicht, keine hyperintelligenten Ermittler benötigt, nahe an der Realität bleibt und dennoch bis zum Schluss die Spannung hält, weil wohl kaum jemand die wahren Zusammenhänge vorschnell vermuten wird.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Verwechslungen, enttäuschte Erwartungen und eine Doppelhochzeit

Was ihr wollt - die Graphic Novel nach William Shakespeare
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Was schon vor mehr als 400 Jahren ein Erfolg war, begeistert auch heute noch. Shakespeares „Was ihr wollt“ ist eine Verwechslungskomödie, bei der sich das Publikum köstlich über Irrungen und Wirrungen ...

Was schon vor mehr als 400 Jahren ein Erfolg war, begeistert auch heute noch. Shakespeares „Was ihr wollt“ ist eine Verwechslungskomödie, bei der sich das Publikum köstlich über Irrungen und Wirrungen amüsiert, weil es doch im Gegensatz zu den handelnden Figuren genau weiß, was eigentlich los ist.

Dieses Meisterstück von Shakespeare wird nun in einer Graphic Novel bildlich dargestellt. Dazu musste es deutlich vereinfacht werden, sonst hätte ein uninformierter Betrachter erhebliche Verständnisschwierigkeiten. Das gelingt in dieser Fassung sehr gut. Es fehlen einige Nebenfiguren, was die Handlung deutlich übersichtlicher macht.

Den beiden Autorinnen ist es hervorragend gelungen dieses Konzept textlich und in den Zeichnungen umzusetzen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Von klar bis verwunderlich

Eingewanderte Wörter
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Bei den meisten der in diesem Büchlein vorgestellten Wörter scheint ihre fremde Herkunft klar zu sein. Da bei uns beispielsweise keine Mangos wachsen, sollte man vermuten, dass ihr Name auch aus der Fremde ...

Bei den meisten der in diesem Büchlein vorgestellten Wörter scheint ihre fremde Herkunft klar zu sein. Da bei uns beispielsweise keine Mangos wachsen, sollte man vermuten, dass ihr Name auch aus der Fremde stammt.

Schwierig wird es hingegen bei Lippe oder Kirche, denn auch diese beiden Wörter stammen ursprünglich nicht aus dem hiesigen Sprachgebrauch. Gewisse Vermischungen oder Kontakte zu fremden Kulturen hat es immer gegeben, sodass ein solcher Einfluss schließlich nicht verwunderlich ist. Sprache ist im Fluss, jedenfalls solange sie von vielen Menschen gesprochen wird.

Im Buch wird die eigentliche Herkunft vieler der aufgelisteten Wörter sehr gut erklärt. Und bei manchen von ihnen wundert man sich dann doch.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Eine Segelkreuzfahrt durch die Ostsee in wunderbaren Bildern

Mare Balticum
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Wenn ein Mensch segeln und sehr gut fotografieren kann, kommen Bilder zustande wie man sie in diesem dicken und großformatigen Bildband bewundern kann. Allein aus diesem Grund eignet sich dieses Buch wunderbar ...

Wenn ein Mensch segeln und sehr gut fotografieren kann, kommen Bilder zustande wie man sie in diesem dicken und großformatigen Bildband bewundern kann. Allein aus diesem Grund eignet sich dieses Buch wunderbar als Geschenk für jeden Segler.

Aufgeteilt nach der Geografie der Ostsee erschließen sich die Autoren bildlich das Meer von West nach Ost. Natürlich fehlt mit St. Petersburg eine der östlichen Perlen. Schuld der Autoren ist das sicher nicht.

Dafür findet man die meisten anderen bedeutenden Städte an den Ufern der Ostsee. Es war offenbar aber nicht das Ziel der Autoren den Spuren der großen Kreuzfahrtschiffe zu folgen, auch wenn sich das natürlich nicht ganz vermeiden ließ. Vielmehr ging es ihnen um die Verbindung zwischen dem Segeln eines verhältnismäßig kleinen Bootes und den Schönheiten der Ostsee. Nur mit einem solchen Boot kommt man auch in die Nähe sehr kleiner Inseln, die den Blicken gewöhnlicher Touristen verborgen bleiben.

Das Buch beinhalten zahlreiche Drohnenbilder, die einen zusätzlichen phantastischen Eindruck hinterlassen. Wer viele der vorgestellten Orte kennt, wird sich über die Fotografien freuen, fast durchweg wunderschön und transportieren das Flair und das Wesen der einzelnen Orte.

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