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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2020

Spannend und witzig!

Die Djurkovic und ihr Metzger
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Anfangs tat ich mich recht schwer mit dieser Lektüre: Verwirrend viele unbekannte und skurrile Protagonisten (ich bin Metzger-Neuling), unterschiedliche Zeitebenen und Orte, verschiedene Textformen und ...

Anfangs tat ich mich recht schwer mit dieser Lektüre: Verwirrend viele unbekannte und skurrile Protagonisten (ich bin Metzger-Neuling), unterschiedliche Zeitebenen und Orte, verschiedene Textformen und Schreibstile, teilweise starker Dialekt - da musste ich mich erst einmal einlesen, bin dann aber doch ganz gut hineingekommen und fand es immer witziger und spannemder, zum Ende hin super spannend und auch die einzelnen Puzzle-Teile fügten sich dann zu einem sinnvollen Ganzen zusammen.
Metzgers langjährige Lebensgefährtin Danjela Durkovic, die er nun nach 13 Jahren auch ehelichen wollte, lässt ihn während der Trauung am Altar stehen und verschwindet. Metzger fällt in ein tiefes Loch, beginnt sich dann allmählich doch darüber Gedanken zu machen, ob hinter ihrem Verschwinden nicht etwas anderes stecken könnte. Danjela ist von ihrer Vergangenheit eingeholt worden, die etwas anders aussieht, als sie von ihr immer dargestellt worden war.
Ich will vom Inhalt nicht mehr verraten, aber reizvoll ist auch der Schreibstil: Funkprotokolle, von Leuten, die sich mit Vogelnamen anspreche, ein Anruf bei einer Mobilfunkhotline inklusive Warteschleife, dann wieder Passagen im Stil eines Drehbuches, herrliche, knappe und witzige Dialoge, z.B. beim Anzugkauf in der Umkleidekabine, völlig absurde Situationen, z.B. mit dem Zirkuselefanten bei einer Promi-Party, wo der Metzger zum Youtube-Star avanciert. Satire, rabenschwarzer Humor, liebenswerte Protagonisten, Geselschaftskritik und ein veritabler, spannender Kriminalfall. Sehr unterhaltsam!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Vom argentinischen Schuhpalast ins kanadische Seemannsheim

Mr. Saitos reisendes Kino
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Eigentlich hatte mich die Autorin schon mit dem ersten Satz: Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt – wenn das kein toller Anfang ist!
Zuerst war ich ganz begeistert von der üppigen ...

Eigentlich hatte mich die Autorin schon mit dem ersten Satz: Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt – wenn das kein toller Anfang ist!
Zuerst war ich ganz begeistert von der üppigen Erzählweise, und nahm Anteil am Schicksal der beiden Protagonistinnen. Lita wächst in den ersten Jahren ihres Lebens in dem Nonnenkloster in Buenos Aires auf, in dem schon ihre schuh- und tangoverrückte, blutjunge Mutter Fabiola groß geworden war. Später leben die beiden dann im Lagerraum des El Palacio del Zapatos, dem exquisiten Schuhgeschäft, dessen beste Verkäuferin Fabiola ist. Berichtet wird uns das aus der Perspektive der kleinen Lita. Doch dann ließ mein Interesse allmählich nach. Der Spannungsbogen fehlte mir und die endlos aneinandergereihten Episoden und Anekdoten plätscherten an mir vorbei. Vieles liest sich wirklich sehr nett, es ist alles ganz hinreißend und skurril, vielleicht manchmal etwas zu gewollt skurril. Ich wollte das Buch wirklich mögen, ich wollte auch durchhalten, aber dann trat regelrecht eine Art Leseblockade bei mir ein, ich hatte keine Lust, zu lesen, habe immer wieder versucht, mich dazu zu zwingen, weiterzulesen, aber es hat nicht geklappt, das Buch hat bei mir keinen Sog entwickelt.
Fabiola und Lita mussten Argentinien verlassen und gelangten auf abenteuerliche Weise per Schiff auf eine dünn besiedelten Insel gegenüber von Neufundland. Lita findet in der kleinen Oona eine gleichaltrige Freundin und Fabiola verkauft nun eher Holzschuhe statt High Heels. Weiter bin ich dann nicht gekommen, den titelgebenden Mr. Saito habe ich noch nicht kennen gelernt, aber nachdem ich für etwas mehr als hundert Seiten fast fünf Wochen gebraucht habe, habe ich die Lektüre abgebrochen, etwas , was ich wirklich nur ganz selten tue! Ich fand das Buch gar nicht schlecht, aber es hat mich irgendwie nicht gepackt und ich konnte es einfach nicht lesen. Dabei bin ich eigentlich neugierig, wie die Geschichte sich weiter entwickelt, vielleicht schaffe ich es irgendwann nochmal in einem zweiten Anlauf. Und wie ich bemerkt habe, sind die meisten anderen Rezensionen positiv bis begeistert. Das ist also mein ganz persönliches Problem. Und obwohl ich diese Schwierigkeiten hatte, soll das kein Verriss sein und ich gebe für die fantasievolle Geschichte 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Landhauskrimi - leider mehr gewollt als gekonnt!

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Das Setting und die Grundidee sind nicht schlecht, aber insgesamt hat mich dieser Cosy Krimi nicht überzeugen können. Ein interessantes Ermittlerinnen-Duo, bestehend aus verwitweter Großmutter (Mimi) und ...

Das Setting und die Grundidee sind nicht schlecht, aber insgesamt hat mich dieser Cosy Krimi nicht überzeugen können. Ein interessantes Ermittlerinnen-Duo, bestehend aus verwitweter Großmutter (Mimi) und deren Enkelin. Addie, die Enkelin, hat mit ihrem Freund/Geschäftspartner Brian ein höchst erfolgreiches Videospiel kreiert, ist dann von diesem aber gnadenlos über den Tisch gezogen und ausgebootet worden.

Mimi hat eine erpresserische Einladung zu einer exklusiven Hausparty inklusive Auktion erhalten, ist verunsichert und nimmt Addie daher dorthin mit. Die Gastgeberin wird ermordet und alle Gäste könnten ein Motiv für diesen Mord haben. Das Wetter (ein Schneesturm) zwingt die Gäste dort zu bleiben. Im weiteren Verlauf gibt es noch 2 Tote und Mimi und Addie übernehmen die Rolle der Ermittler, denn die Polizei kann bei diesem Wetter auch nicht dorthin gelangen.

Über Addie und Mimi erfahren wir Leser eine ganze Menge, aber die restlichen Protagonisten bleiben recht blass und farblos. Daher hatte ich bis zum Ende keine Theorie über den möglichen Täter. Die beiden interviewen sämtliche Anwesenden, kommen aber nicht wirklich weiter. Erst ganz am Ende werden alle zusammengerufen und Addie und Mimi enthüllen in Poirotscher Manier allerlei Fakten und überführen den - völlig unerwarteten - Täter. Das wirkt alles etwas überhastet und wir haben als Leser an diesen plötzlich aus dem Hut gezauberten Erkenntnissen vorher nicht teilgehabt.

Positiv anzumerken sind der flüssige Schreibstil, die teilweise recht witzigen Dialoge und die Bezüge zur Gamer-Welt. Auch gibt es literarische Zitate, denn Addie ist eine eingefleischte Krimileserin und auch bei ihrem Videospiel handelt es sich um eine Mörderjagd. In einem Nebenstrang geht es um die Gründe für die Erpressbarkeit der Gäste, die alle erpresst wurden, an der Party und der Auktion teilzunehmen. Besonders die Geschichte von Mimi gibt ein interessantes Thema ab.

Also eine ganz nette Lektüre für zwischendurch, aber insgesamt doch irgendwie unrund. Und die Leser bekommen nicht genug Informationen, um erfolgreich miträtseln zu können.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Konnte leider nicht halten, was der Klappentext versprach

The Island - Auf der Flucht
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Eine gute Idee (im Prinzip ein bissschen wie bei Downton Abbey und Eaton Place: die oben und die unten) die vielen Mitarbeiter, die ein Luxus-Ressort am Laufen halten, in den Mittelpunkt der Handlung zu ...

Eine gute Idee (im Prinzip ein bissschen wie bei Downton Abbey und Eaton Place: die oben und die unten) die vielen Mitarbeiter, die ein Luxus-Ressort am Laufen halten, in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen. Als ich den Klappentext las, reichten mir fast schon die Stichworte Hongkong und Karibik, und eine weibliche Hauptfigur als Ermittlerin, um mir Appetit auf dieses Buch zu machen.
Lola, die aus anfänglich dem Leser unbekannt bleibenden Gründen, Hongkong, ihren dortigen Hoteljob und ihren Freund fluchtartig verlassen muss, ist mit Hilfe ihres Ex-Kollegen und guten Freundes Moxham nun auf der winzigen Insel Keeper Island in der Karibik gelandet. Kip Clement (Platz 44 in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt) residiert selbst dort und betreibt ein Edel-Ressort für die anderen Superreichen dieser Welt. Moxham ist dort Geschäftsführer und hat Lola als seine Stellvertreterin engagiert. Das Boot, dass sie dorthin bringt, transportiert auch Champagner, Beluga-Kaviar und ähnliche Delikatessen für die verwöhnten Gäste. Schon am Tag nach Lolas Ankunft wird Moxham tot aufgefunden. Lola kann sich mit der Erklärung "Unfall" nicht zufriedengeben und fängt an, herumzuschnüffeln, womit sie sich prompt selber in große Gefahr bringt. Das entwickelt sich leider nicht so spannend, wie man denken könnte, sondern liest sich streckenweise aüßerst zäh. Ich war aber doch neugierig auf den Ausgang und habe deshalb weitergelesen, es wurde auch gegen Ende etwas spannender, aber die Geschichte war doch insgesamt nicht sonderlich mitreißend und die Auflösung überzeugte mich auch nicht. Lola funktionierte nicht als Identifikationsfigur für mich und auch die anderen Figuren erwachten nicht wirklich zum Leben. Interessant war es, die Hotelabläufe aus der Sicht des Personals geschildert zu bekommen. Am ehesten noch zu empfehlen für Leute, die in einem Luxus-Ressort Urlaub machen. Ansonsten: kann man lesen, muss man aber nicht!

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Vielversprechende Grundidee - enttäuschende Umsetzung!

Das Ministerium der Zeit
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Mit großer Vorfreude bin ich an die Lektüre dieses Buches herangegangen, am Anfang hat es mir auch sehr gut gefallen.
Im England der nahen Zukunft gelingt einem ominösen Ministerium der Zeit etwas nie ...

Mit großer Vorfreude bin ich an die Lektüre dieses Buches herangegangen, am Anfang hat es mir auch sehr gut gefallen.
Im England der nahen Zukunft gelingt einem ominösen Ministerium der Zeit etwas nie Dagewesenes: Einige Menschen aus anderen Jahrhunderten per Zeitreise in die Gegenwart zu holen. Die Icherzählerin, eine junge Frau, deren Name nie genannt wird, mit einem britischen Vater und einer aus Kambodscha geflohenen Mutter (also ein Alter Ego der Autorin), bewirbt sich innerhalb des Ministeriums auf eine andere, erheblich lukrativere Arbeitsstelle, bei der sie einem sogenannten Expat aus einer anderen Zeit an die Seite gestellt wird, um ihm als „Brücke“ die Eingewöhnung in das heutige Leben zu erleichtern. Der Expat an ihrer Seite ist der 1847 verstorbene Commander Graham Gore, der als Kapitän eines Schiffes einer Polarexpedition verschollen war.
Wie die beiden sich aneinander herantasten wird sehr humorvoll geschildert. Er muss sich an die vielen technischen Neuerungen und an völlig andersartige Denkweisen gewöhnen und sie muss ihm erklären, dass der Fortschritt auch negative Seiten hat. Was dieses Regierungsprojekt bewirken soll, ist mir bis zum Ende nicht klargeworden. Wie gesagt, der Culture Clash von Personen aus unterschiedlichen Epochen liest sich sehr amüsant, wir lernen auch noch einige andere der Zeitreisenden kennen, die als interessante Charaktere skizziert werden, jedoch ließ der Reiz der neuen Idee schnell nach, die Lektüre gestaltete sich zum Teil sehr zäh. Und die Zusammenhänge des Plots erschlossen sich mir nicht. Das Buch wechselte des öfteren das Genre, versuchte sich z.B. auch an Romance, als sich eine Liebesbeziehung zwischen Gore und seiner Brücke anbahnt, die allerdings hauptsächlich durch grafische Sexszenen dargestellt wird, was auf mich im Kontext der sonstigen Handlung eher befremdlich und unpassend wirkte. Dann wird plötzlich eine Art Thriller daraus, dessen Handlung mir aber zu verworren war. Auch das Ende war unbefriedigend.
Es gibt durchaus gute Stellen in diesem Roman, aber als Gesamtwerk hat er mich nicht überzeugt und der ausufernde Schreibstil, die Sprache der Autorin, hat mich teilweise genervt. Oft lese ich solche Genre-Mixe sehr gern, finde das hier aber nicht gelungen, das Buch ist irgendwie nicht aus einem Guss.
Schade, die Inhaltsangabe klang sehr reizvoll, jedoch musste ich mich nach einer Weile förmlich durch diesen Roman quälen und kann dieses Buch nicht empfehlen. Deshalb erstaunt mich auch die teilweise sehr positive Resonanz, die es hervorrief.

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