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Veröffentlicht am 05.11.2025

Lieblingscampingplatz

Entführung im Himmelreich
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Nachdem ich im letzten Jahr „Mord im Himmelreich“ verschlungen hatte, war für mich sofort klar, ich muss wissen, wie es weitergeht! Kupernikus und Co. habe ich schon ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Nachdem ich im letzten Jahr „Mord im Himmelreich“ verschlungen hatte, war für mich sofort klar, ich muss wissen, wie es weitergeht! Kupernikus und Co. habe ich schon im ersten Teil ins Herz geschlossen,  also konnte ich unmöglich verpassen, was sie diesmal auf dem Campingplatz „Himmelreich“ erleben. Außerdem liebe ich das Setting. Ein realer Campingplatz in Brandenburg, mit realen Details, plus Pinguin dem Hund. Das hat einfach Charme!

🔎 Worum geht’s?

Im Himmelreich herrscht Aufregung: Der Bäcker ist verschwunden und ohne Brötchen keine gute Laune! Als Björn Kupernikus, Ex-Schauspieler und Hobby-Ermittler, gemeinsam mit seiner gewitzten Partnerin in Crime Annabelle den Lieferwagen des Vermissten am Seeufer findet, glaubt die Polizei schnell an Selbstmord. Doch Kupernikus’ Bauchgefühl sagt, da steckt mehr dahinter! Ein Einbruch auf einem Hausboot, eine verletzte Besitzerin und jede Menge schräge Gestalten sorgen dafür, dass der Campingplatz bald wieder zum Tatort wird, auf typisch charmant-chaotische Himmelreich-Art.

🧠 Meine Meinung:

Ich liebe es einfach, wie authentisch und zugleich herrlich skurril die Welt des Himmelreichs beschrieben wird. Obwohl es sich um Fiktion handelt, fühlt sich der Platz mit all seinen Bewohnern echt an.  Vielleicht auch, weil ich durch die Doku-Serie „Der Campingclan“ schon einen kleinen Bezug zum Himmelreich habe. Besonders schön finde ich die Anspielungen auf reale Personen, wie Roger-Boss oder dem Synchronsprecher Charles Rettinghaus. (Er vertont in real Life die Hörbücher von Andreas Winkelmann) Das ist clever und sorgt für ein augenzwinkerndes Wiedererkennen.
Kupernikus und Annabelle sind ein unschlagbares Duo (Grüße gehen raus an Holmes und Watson). Er mit seiner Leidenschaft für Ermittlungen (endlich darf er seinen inneren Kommissar ausleben!), sie mit ihrer charmanten Besserwisserei. Ihre Wortgefechte sind köstlich und bringen mich regelmäßig zum Schmunzeln. Vor allem die zwischen Kupernikus und dem echten Kommissar Edgar Fass. Auch Nebenfiguren wie Thiago, der mit seiner Jugendsprache frischen Wind reinbringt, machen das Ganze wunderbar lebendig.
Der Kriminalfall selbst ist vielleicht kein atemloser Thriller, aber das muss er auch gar nicht sein. Es ist ein Cosy-Krimi, und genau das will ich hier auch haben: Wohlfühlen, Schmunzeln, Miträtseln. Dass sich die Geschichte im herbstlichen Setting rund um Halloween entfaltet, verleiht ihr zusätzlich eine schöne, leicht geheimnisvolle Stimmung.
Ich war bis zum Schluss gespannt, was wirklich mit dem verschwundenen Bäcker passiert ist und am Ende einfach zufrieden. Das Buch ist wie ein Wiedersehen mit guten Freunden auf dem Lieblingscampingplatz.

✅️ Fazit:

Ein charmant-verwickelter Cosy-Krimi voller Witz, Herz und Campingplatzflair.
„Entführung im Himmelreich“ macht einfach gute Laune, sorgt für Spannung ohne Blutvergießen und lässt mich schon jetzt hoffen, dass es vielleicht bald heißt: Willkommen zurück im Himmelreich!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Herzensbuch

Marianengraben
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als Marianengraben damals erschien und überall in Buchforen sowie auf Instagram liebevoll in die Kamera gehalten wurde, war ich ehrlich gesagt wenig neugierig. Ich ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als Marianengraben damals erschien und überall in Buchforen sowie auf Instagram liebevoll in die Kamera gehalten wurde, war ich ehrlich gesagt wenig neugierig. Ich weiß gar nicht warum, denn eigentlich schreit es förmlich meinen Namen. Erst viel später, als ich zufällig wieder eine begeisterte Rezension gelesen habe, kam das Buch auf meine Wunschliste. Und siehe da, zu meinem Geburtstag lag es da plötzlich zwischen Torte und Luftballons. –Manchmal weiß das Universum einfach oder besser gesagt eine Freundin @ , was man gerade braucht.

🔎 Worum geht’s?

Paula verliert bei einem tragischen Unfall ihren kleinen Bruder Tim, den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Sie fällt in eine tiefe Depression und zieht sich völlig zurück. Erst als sie den eigenwilligen Rentner Helmut kennenlernt, kommt wieder Bewegung in ihr Leben. Gemeinsam machen sich die beiden auf einen Roadtrip voller schräger Begegnungen, Witz, Schmerz und ja, einer Prise Hoffnung.

🧠 Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich erwischt, mit voller Wucht, aber auf die gute Art. Es ist traurig, logisch, doch der Humor blitzt immer wieder zwischen den Seiten hervor wie Sonnenlicht durch Wolken. Paula und Helmut sind zwei Figuren, die man einfach liebhaben muss. Sie stolpern gemeinsam durchs Leben, verletzlich, ehrlich, manchmal wunderbar schräg und genau das macht sie so menschlich.
Ich fand besonders beeindruckend, wie Jasmin Schreiber die Metapher des Marianengrabens nutzt: Je tiefer die Geschichte beginnt, desto mehr nähert sie sich, Kapitel für Kapitel, der Oberfläche. So wird Paulas Heilungsprozess wunderbar greifbar. Das ist klug, berührend und literarisch einfach schön umgesetzt.
Zwischendurch hatte ich tatsächlich Angst, dass mir das Herz bricht und das nicht wegen Paula, sondern wegen Helmut. Ein unfassbar toller Typ. So gewaltig, stark und einfühlsam ist diese Geschichte.

✅️ Fazit:

Marianengraben ist traurig, tröstlich und stellenweise sogar zum Lachen, eine perfekte Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Es zeigt, dass Schmerz und Hoffnung oft Hand in Hand gehen. Ich bin wirklich froh, dass dieses Buch, wenn auch mit Umwegen, doch noch zu mir gefunden hat.
Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Magisch schön

Ein Einhorn namens Oktober
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Auf „Ein Einhorn namens Oktober“ bin ich über eine Bekannte auf Instagram gestoßen. Sie hielt das Buch so begeistert in die Kamera, dass ich sofort dachte, das könnte ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Auf „Ein Einhorn namens Oktober“ bin ich über eine Bekannte auf Instagram gestoßen. Sie hielt das Buch so begeistert in die Kamera, dass ich sofort dachte, das könnte genau das Richtige für meine 4,5-jährige Enkelin sein! Herbstlich schöne Farben, ein süßes Einhorn und eine Prise Magie, wer könnte da widerstehen?

Zum Inhalt

Im Zauberwald wird im Oktober ein kleines Einhorn geboren. Als sein erster Geburtstag näher rückt, wartet es gespannt auf seine magische Gabe, denn Einhörner sollen ja schließlich zaubern können! Doch es passiert nichts. Kein Regenbogenpups weit und breit. Also macht sich das kleine Einhorn auf die Suche nach seiner Zauberkraft und entdeckt, mit Hilfe seines frechen Eichhörnchenfreundes, dass die größte Magie längst in ihm steckt, nämlich Freundlichkeit.

🧠 Unsere Meinung:

Schon das Cover hat mich begeistert.  Liebevoll gestaltet, fröhlich bunt und mit einem Einhorn, das sofort alle Kinderaugen zum Leuchten bringt. Doch das Buch überzeugt nicht nur optisch. Die Geschichte ist herzerwärmend und vermittelt eine wertvolle Botschaft, dass es im Leben nicht immer um große Wunder oder besondere Fähigkeiten geht. Manchmal reicht es, freundlich zu sein und anderen ein Lächeln zu schenken.
Meine 4,5-jährige Enkelin war begeistert, hat aufmerksam zugehört und war bis zum Ende gefesselt, - ein gutes Zeichen! Mein Enkelsohn (2,5 Jahre) hingegen hat sich davon noch nicht so mitreißen lassen. Aber ich bin sicher, das kommt bald. Schließlich braucht jedes kleine Abenteurerherz seinen eigenen Zaubermoment.
Besonders schön finde ich, dass Geschichte und Bilder perfekt ausbalanciert sind. Genau richtig für kleine Zuhörer mit begrenzter Ausdauer. Und dass meine Enkelin das Buch gleich mit nach Hause nehmen wollte, spricht doch auch für sich.

✅️ Fazit:

Ein liebevoll illustriertes Kinderbuch mit Herz, Humor und einer warmen Botschaft:
𝖂𝖆𝖍𝖗𝖊 𝕸𝖆𝖌𝖎𝖊 𝖘𝖙𝖊𝖈𝖐𝖙 𝖎𝖓 𝕱𝖗𝖊𝖚𝖓𝖉𝖑𝖎𝖈𝖍𝖐𝖊𝖎𝖙.
„Ein Einhorn namens Oktober“ ist eine zauberhafte Geschichte für kleine Träumer, perfekt zum gemeinsamen Kuscheln, Staunen und Nachdenken.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Was für ein Plot-Twist

Love, Mom
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Dieses Buch ist mir immer wieder in meiner Bookbubble begegnet, sodass ich irgendwann gar nicht mehr wegschauen konnte. Als dann die ersten begeisterten Stimmen laut ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Dieses Buch ist mir immer wieder in meiner Bookbubble begegnet, sodass ich irgendwann gar nicht mehr wegschauen konnte. Als dann die ersten begeisterten Stimmen laut wurden, war klar, auch wenn ich ein klein wenig too late for the party war, wollte ich nicht länger ahnungslos zurückbleiben. Die Neugier hat, wie so oft, gesiegt.

🔎 Worum geht’s?

Mackenzie Casper wächst im Schatten ihrer Mutter auf, niemand Geringeres als Elizabeth Casper, eine international gefeierte Thrillerautorin. Doch Elizabeth stirbt, angeblich bei einem tragischen Unfall. Auf der Beerdigung erhält Mackenzie jedoch einen geheimnisvollen Brief. Seiten aus dem Tagebuch ihrer Mutter, darin Hinweise auf ein gefährliches Geheimnis. Weitere Briefe folgen, und Mackenzie beginnt nachzuforschen. Doch wem kann sie überhaupt noch trauen? Ihrer Familie offenbar nicht.

🧠 Meine Meinung:

Mich hat die Story sofort gepackt. Besonders durch die mysteriösen Briefe an die Tochter Mackenzie, die deutlich von der Vergangenheit ihrer Mutter erzählen. Jeder neue Hinweis zog mich tiefer in den Strudel der Intrigen und ließ mich gemeinsam mit Mackenzie und deren besten Freund EJ ermitteln.
Natürlich habe ich schnell auf Mord getippt, aber das Motiv blieb lange im Dunkeln und genau das hat die Spannung konstant hochgehalten.
Die Autorin versteht es, Atmosphäre und Spannung aufzubauen. Je weiter die Wahrheit sich nähert, desto atemloser wird man beim Lesen. Dazu dieses Gefühl nicht zu wissen, wer ist gut, wer ist böse? Und dann dieses Ende! Der Plot-Twist hat mich völlig überrascht und war für mich das absolute Highlight. Grandios! Anders kann ich es nicht nennen. Ich liebe es, wenn mich ein Buch so sprachlos zurücklässt.
Für mich steht fest: Ich möchte definitiv mehr von Iliana Xander lesen. Ihr Stil ist packend, clever und absolut mitreißend.
Wie schön, dass es Anfang des Jahres bald Nachschub gibt.

✅️ Fazit:

Ein Thriller voller Rätsel, familiärer Abgründe und genialer Wendungen. Man wird geradezu hineingesogen in die Geschichte und ihre Geheimnisse. Wer gerne miträtselt, Bücher-in-Büchern liebt und sich von überraschenden Twists begeistern lässt, sollte Love, Mom unbedingt lesen.
Und ja, das nächste Buch der Autorin (Der Boss, ET Januar ’26) steht bereits auf meiner Must-Read-Liste!

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Jahreshighlight, Prädikat Lieblingsbuch

Die Briefeschreiberin
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Es wurde mir von Buchcontact vorgeschlagen, und bei einem Briefroman musste ich sofort an eines meiner Lieblingsbücher, Gut gegen Nordwind, denken. Genau das hat letztlich ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Es wurde mir von Buchcontact vorgeschlagen, und bei einem Briefroman musste ich sofort an eines meiner Lieblingsbücher, Gut gegen Nordwind, denken. Genau das hat letztlich den Ausschlag gegeben, dieses Buch zu lesen. Ich hoffte auf kluge, berührende Briefe, eine besondere Nähe zu den Figuren und genau das habe ich auch bekommen.

🔎 Worum geht’s?

In "Die Briefeschreiberin" zeichnet Virginia Evans das Porträt einer 73-Jährigen, die ihr Leben in Briefen festhält. Mal witzig, mal nachdenklich, oft schonungslos ehrlich. Als ein anonymes Schreiben sie zwingt, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, entdeckt Sybil van Antwerp, dass es nie zu spät ist, sich den eigenen Geheimnissen zu stellen.

🧠 Meine Meinung:

Sybil van Antwerp ist für mich mehr als eine Romanfigur. Ich habe sie nicht einfach nur „gemocht“,  ich habe sie geliebt, tief in mein Herz geschlossen und mit ihr mitgefühlt, als wäre sie eine Freundin. Ihre Geschichte hat mich so stark berührt, dass sie mich weit über das Lesen hinaus begleitet hat, beim Aufstehen, beim Kochen, beim Schlafengehen. Sie war bei mir, immer.
Ja, Sybil ist scharfzüngig, manchmal kühl und distanziert und die handelt auch nicht immer nachvollziehbar. Aber genau das macht sie so echt, so menschlich. Hinter der Härte steckt Wärme, Verletzlichkeit und eine Frau, die das Leben mit all seinen Brüchen gezeichnet hat. Solche Protagonistinnen vergisst man nicht.
Besonders spannend war für mich, wie die Briefe aufgebaut sind. Man liest einen Brief, fiebert der Antwort entgegen, aber man bekommt sie nicht sofort. Stattdessen folgen erst ganz andere Briefe, die wieder eigene Wendungen mit sich bringen. Das hat sich oft wie kleine Cliffhanger angefühlt.
Dazu kam die permanente Frage: Warum hat Sybil kein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter? Wer schickt die annoymen Briefe? Und noch interessanter: An wen richtet sie die sehr persönlichen Briefe, die sie nie abgeschickt hat? Diese Geheimnisse gaben der Geschichte eine zusätzliche Tiefe und sorgten für diese ernorme Sogwirkung.
Wer Bücher liebt wie Gut gegen Nordwind, bei denen man durch Briefe eine ganze Welt entdeckt, oder starke Frauenfiguren wie Elisabeth Zott aus Eine Frage der Chemie, der wird auch Sybil lieben.
Was dieses Buch außerdem so besonders macht, es vereint eine Vielzahl an Themen, die mitten ins Leben greifen. Adoption, DNA-Test, Verlust, Trauer, Tod, Krankheit, Freundschaft, Diversität und vieles mehr. Es ist nicht nur eine Geschichte, sondern fast ein ganzes Leben zwischen den Seiten.
Kritisch anmerken muss ich, dass es mir zum Schluss alles ein wenig schnell ging, was ich wirklich schade finde, da wäre noch so viel Potenzial für große Gefühle gewesen. Aber selbst mit diesem kleinen Schönheitsfehler bleibt es für mich ein unvergessliches Leseerlebnis.
Und da es sich hier um ein Debüt handelt, ist eines für mich klar, diese Autorin habe ich abgespeichert! Virginia Evens hat mich mit Sybil so tief berührt, dass ich alles lesen werde, was sie künftig noch schreibt.
Das Personen-Glossar am Ende? Ganz ehrlich, nice to have, aber praktisch nutzlos. Zum Glück wusste ich früh, dass es existiert, sonst hätte ich es glatt übersehen, denn gerade zu Anfang kommen doch sehr viele Personen ins Spiel, wo ich ein bisschen brauchte, um sie zu verinnerlichen.

✅️ Fazit:

Die Briefeschreiberin ist ein Herzensbuch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat, mit einer Protagonistin, die für mich eine literarische Freundin geworden ist und deren Geschichte ich nie vergessen werde.

Es hat meine höchste Auszeichnung verdient:
🌟 Prädikat Lieblingsbuch
🌟 Ganz klar ein Jahreshighlight

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