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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2025

Zeitungsjungen

Joshua Jackelby
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London, 1851. Joshua Jackelby, ein schlauer und ehrgeiziger Zeitungsjunge, träumt von einem eigenen Pferd und davon, eines Tages als königlicher Bote durch die Straßen der Stadt zu eilen. Sein Leben nimmt ...

London, 1851. Joshua Jackelby, ein schlauer und ehrgeiziger Zeitungsjunge, träumt von einem eigenen Pferd und davon, eines Tages als königlicher Bote durch die Straßen der Stadt zu eilen. Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als er einen verletzten Hundewelpen aus der Themse rettet. Ohne es zu ahnen, beginnt damit ein Abenteuer, das ihn und seine Freunde in die dunkelsten Ecken Londons führen wird. Gemeinsam mit seiner treuen Hündin Hazel und seiner Gruppe unerschrockener Freunde stellt sich Josh den Gefahren der Straßenbande, finsteren Schurken und geheimnisvollen Machenschaften, die hinter den glänzenden Fassaden der Stadt verborgen liegen.
Die eigentliche Herausforderung beginnt, als ein genialer Erfinder bestohlen wird: Die Pläne für seine bahnbrechende Flugmaschine wurden gestohlen. Josh und seine Freunde nehmen die Verfolgung auf, doch sie merken schnell, dass sie es nicht nur mit gewöhnlichen Dieben zu tun haben. Die Spur führt sie in eine Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft reicht und sie selbst in Lebensgefahr bringt. Immer wieder müssen sie ihren Mut, ihre Cleverness und ihre Loyalität unter Beweis stellen, während sie zwischen den Schatten der Stadt und den strahlenden Fassaden der Weltausstellung navigieren.

Anfangs wirkt es, als würde man nur kleine Abenteuer eines Zeitungsjungen verfolgen, doch nach und nach fügt sich ein Gesamtbild zusammen, das man zunächst nicht erwartet. Besonders gefallen hat mir, dass reale historische Elemente eingebunden wurden: Schlagzeilen, die wahrscheinlich so erschienen sind, die ersten Morde von Jack the Ripper, noch ohne seinen später bekannten Namen, oder die damalige Weltausstellung. Der Schreibstil und das Setting haben mir sehr zugesagt, das London der 1850er wirkt lebendig und authentisch.
Weniger gelungen waren die ausgedehnten Abenteuerteile, wie der Brand im Zirkus oder das abschließende Finale, die sich mit langen Dialogen und detaillierten Beschreibungen etwas gezogen haben. Für Kinder oder sehr junge Jugendliche ist das sicher spannend, für mich als Leser einer älteren Generation wirkte es stellenweise langatmig. Trotzdem bleibt die Mischung aus Spannung, historischen Fakten und cleveren Abenteuern unterhaltsam.

Veröffentlicht am 30.11.2025

20er Jahre Mord

Suddenly a Murder - Mord auf Ashwood Manor
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Eigentlich möchte Izzy Morales nur eines: mit ihren Freunden unbeschwert den Schulabschluss feiern. Dafür hat ihre beste Freundin Kassidy eine besondere Überraschung organisiert. Sie lädt die ganze Gruppe ...

Eigentlich möchte Izzy Morales nur eines: mit ihren Freunden unbeschwert den Schulabschluss feiern. Dafür hat ihre beste Freundin Kassidy eine besondere Überraschung organisiert. Sie lädt die ganze Gruppe in ein abgelegenes Herrenhaus auf einer einsamen Insel ein, wo eine mehrtägige Party im Stil der 1920er Jahre stattfinden soll – mit glamourösen Vintage-Outfits, funkelnden Diamanten und dem Gefühl, für kurze Zeit in eine andere Epoche einzutauchen.

Zunächst genießen sie die extravagante Atmosphäre und feiern ausgelassen. Doch der Traum zerbricht abrupt, als Kassidys Freund plötzlich tot aufgefunden wird. Die Polizei trifft zwar schnell ein, doch kurz darauf zieht ein gewaltiger Sturm über die Insel und schneidet Ashwood Manor vollständig von der Außenwelt ab. Niemand kann weg, niemand kann kommen.

Schon bald wird klar, dass jeder der Anwesenden ein mögliches Motiv gehabt hätte. Heimlichkeiten, alte Konflikte und unausgesprochene Wahrheiten treten zutage und machen jeden verdächtig. Doch eine Sache lässt Izzy besonders zittern: Das Messer, mit dem der Mord verübt wurde, stammt ausgerechnet aus ihrem Besitz – sie war es, die es auf die Insel mitgebracht hat.

Während die Spannung im Herrenhaus immer weiter steigt und die Atmosphäre der goldenen Zwanziger in scharfem Kontrast zu den dunklen Ereignissen steht, erkennt Izzy, dass die Wahrheit viel tiefer reicht, als sie zunächst ahnte. Und dass niemand hier wirklich unschuldig ist.



Die Spannung war definitiv vorhanden, doch die Motive wirkten oft wenig überzeugend und viele der Verdächtigen nicht besonders bedrohlich. Anfangs glaubt man durch den Schreibstil zu wissen, wer der Täter sein muss, doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verschieben sich die Verdächte – was positiv überrascht. Das Setting mit dem 20er-Jahre-Motto und der isolierten Insel war hervorragend gewählt und hat viel Atmosphäre geschaffen. Allerdings wurde meiner Meinung nach etwas zu häufig über alte Filme gesprochen, fast schon in einer Art Besessenheit, was schließlich auch im Ende eine große Rolle spielt. Insgesamt trotzdem ein spannendes Buch mit starkem Setting.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Mordender Geist

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
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Angeblich spukt es im alten Herrenhaus am Stadtrand – dort soll der Geist eines Mannes umgehen, der vor Jahrhunderten ermordet wurde und nun auf Rache sinnt. Als ein Schüler und seine Freundin in dem alten ...

Angeblich spukt es im alten Herrenhaus am Stadtrand – dort soll der Geist eines Mannes umgehen, der vor Jahrhunderten ermordet wurde und nun auf Rache sinnt. Als ein Schüler und seine Freundin in dem alten und herrschaftlichen Gebäude ein Video für Social Media drehen wollen, endet ihr Experiment für sie tödlich. Sofort brodelt die Gerüchteküche im Ort wieder auf. Die befreundeten Abschlussschüler Cam, Jonesy, Amber und die neu an die Schule gekommene Buffy beschließen, den mysteriösen Todesfällen auf den Grund zu gehen. Ihre Neugier führt sie schließlich selbst in das unheimliche Haus. Um schneller Hinweise zu finden, trennen sie sich – doch schon bald zeigt sich, dass das keine gute Idee war …


Das Buch war von Anfang bis Ende spannend und fesselnd erzählt. Besonders gelungen fand ich die Erzählweise aus vier Perspektiven – jede Figur bringt ihre eigene Sichtweise und Dynamik in die Geschichte ein. Kurz bevor die Auflösung kam, hatte ich bereits eine Ahnung, wer hinter dem „Geist“ steckt, und lag tatsächlich richtig. Der Epilog hat das Ganze noch einmal auf eine interessante Ebene gehoben. Dass die Charaktere nicht sofort logisch reagierten, hat mich kurz gewundert, aber die angespannte Situation und Angst rechtfertigen ihr Verhalten durchaus.

Eine kleine Liebesgeschichte ist ebenfalls enthalten, allerdings konnte mich diese nicht ganz überzeugen. Ich bin generell kein Fan des „Friends to Lovers“-Tropes, da solche Szenen für mich oft gezwungen wirken – und so auch hier. Die Story hätte meiner Meinung nach auch ohne romantische Elemente wunderbar funktioniert. Trotzdem beeinträchtigt das die Spannung und Atmosphäre kaum.

Insgesamt ist es ein packender Mystery-Thriller mit genau der richtigen Mischung aus Grusel, Spannung und jugendlicher Energie. Das Setting, die düstere Stimmung und die clever aufgebaute Handlung machen das Buch zu einem echten Pageturner – auch ohne Lovestory wäre es perfekt gewesen.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Ich pass auf Dich auf!

Der Nachbar
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Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, ...

Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, kontrolliert, aber innerlich zerbrochen. Seit den traumatischen Erlebnissen leidet sie an Monophobie, der panischen Angst, allein zu sein. Nach ihrem Umzug an den Rand Berlins scheint sie jedoch Glück zu haben: Ihr neuer Nachbar ist aufmerksam und hilfsbereit. Er gießt ihre Blumen, wenn sie verreist, füllt ihren Kühlschrank, wenn sie lange arbeitet, und bleibt sogar nachts an ihrem Bett, wenn die Albträume sie wieder einholen.
Alles scheint perfekt – bis der Nachbar beschließt, ihre Beziehung auf eine neue Ebene zu heben. Er beginnt, all jene zu töten, die er für Sarahs seelisches Leid verantwortlich macht. Dabei riskiert er, dass Sarah endlich erkennt, wer er wirklich ist – und dass er schon viel länger Teil ihres Lebens ist, als sie ahnt.



Ich war ein wenig enttäuscht, da ich auf einen wirklich überraschenden, zerrüttenden Plot-Twist gehofft hatte. Doch die Auflösung war letztlich vorhersehbar, und die Verbindung zum Nachbarn, obwohl erst spät deutlich, kam nicht unerwartet. Trotzdem war das Buch spannend aufgebaut, mit vielen Momenten, in denen man unbedingt weiterlesen wollte. Besonders die kurzen Kapitel sorgten für einen angenehmen Lesefluss und machten das Buch trotz der düsteren Thematik leicht lesbar.

Die Idee hinter der Geschichte ist stark – das Zusammenspiel aus Trauma, Angststörung und obsessiver Abhängigkeit bietet viel Potenzial. Leider hat die Umsetzung dieses Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft. Einige Wendungen wirkten zu früh angedeutet, sodass der Überraschungseffekt verloren ging. Insgesamt aber bleibt es ein fesselnder Psychothriller mit einer dichten Atmosphäre und einem spannenden Thema, das lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Seltsamer Untermieter

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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In Heidis Haus im kleinen Küstenort geschehen merkwürdige Dinge. Unter dem Fußboden entdeckt die Familie einen alten Kinderschuh, und Nacht für Nacht wütet ein heftiger Sturm. Heidi glaubt, dass jemand ...

In Heidis Haus im kleinen Küstenort geschehen merkwürdige Dinge. Unter dem Fußboden entdeckt die Familie einen alten Kinderschuh, und Nacht für Nacht wütet ein heftiger Sturm. Heidi glaubt, dass jemand neben ihrem Bett umherschleicht. Das einzige, was diesen Sommer ein wenig Freude bringt, ist das Riesenrad, das in den Ort gekommen ist. Bill, der freundliche Besitzer, zieht kurzerhand bei Heidis Familie ins Gästezimmer ein. Doch nach und nach wird Heidi klar, dass etwas nicht stimmt: Ihre schwangere Stiefmutter wirkt immer müder, und ihre Großmutter scheint vor etwas Schrecklichem Angst zu haben. Gemeinsam mit ihren Freunden Alva und Harry beginnt Heidi Nachforschungen anzustellen. Sie entdecken, dass in ihrem Haus vor langer Zeit etwas Schreckliches passiert ist – etwas, das sich möglicherweise bald wiederholen könnte.

Die Spannung baut sich geschickt auf, besonders wenn seltsame Ereignisse passieren oder sich das Finale nähert. Bei dem Klappentext hatte ich etwas Gruseligeres erwartet, doch die Geschichte ist eher subtil unheimlich als richtig furchteinflößend. Für Kinder unter zehn Jahren kann das Buch, je nach Charakter, durchaus gruselig wirken, älteren Kindern kann man es problemlos empfehlen. Besonders gut gefallen hat mir die Recherche, die sich durch die Handlung zieht und die Geschichte glaubwürdig macht.
Spoiler für Eltern: Es taucht ein Geist auf, der in der Vergangenheit seine Kinder getötet haben soll und erneut eines gefährden will. Die Kinder sterben dabei nicht, es wird lediglich vorgetäuscht, sodass die Spannung erhalten bleibt. Eltern sollten entscheiden, ob diese Thematik für ihr Kind passend ist, insbesondere wenn es sehr sensibel auf gruselige Szenen reagiert.
Insgesamt ist es ein spannendes, atmosphärisches Buch, das mit seinem leichten Grusel, der liebevoll gezeichneten Figuren und dem überraschenden Finale überzeugt.

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