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Veröffentlicht am 05.11.2025

bewegender Frauenroman, uneingeschränkte Empfehlung

Töchter der verlorenen Heimat
1

Paula hat sich im Gegensatz zu ihrer Mutter Johanna ihren Lebenstraum erfüllt. Sie ist Ärztin geworden und arbeitet an einer Münchner Klinik. Auch wenn bereits das Jahr 1961 geschrieben wird, hat Paula ...

Paula hat sich im Gegensatz zu ihrer Mutter Johanna ihren Lebenstraum erfüllt. Sie ist Ärztin geworden und arbeitet an einer Münchner Klinik. Auch wenn bereits das Jahr 1961 geschrieben wird, hat Paula als Frau noch immer härter um berufliche Anerkennung zu kämpfen. Trotz geringer Aussichten hat sie sich auf die ausgeschriebene Facharztstelle beworben. Wie zu erwarten, erhält die jedoch ein weitaus weniger geeigneter und qualifizierter männlicher Kollege. Als dann die Nachricht vom Tod ihres Großvaters eintrifft, fährt sie gemeinsam mit ihrer Mutter in deren Südtiroler Heimatdorf. Paula hat ihre Verwandtschaft dort nie kennengelernt. Nie hat ihre Mutter über ihr Leben vor dem Umzug nach München gesprochen. Und wenn Paula ehrlich ist, ist ihr Mutter-Tochter-Verhältnis nicht sehr herzlich. Wie die Autorin dann, immer im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die Lebensgeschichte von Johanna, von allen nur Hanni genannt, beschreibt, hat mich unwahrscheinlich kurzweilig unterhalten. Bisher war mir gar nicht bewusst, wie schwer es die Menschen in Südtirol gehabt haben. Dass das Leben der deutschsprechenden Bevölkerung entrechtet, die Sprache verboten, selbst Namen geändert werden mussten und Zuwiderhandlungen mitunter hart bestraft wurden. Und das bereits nach dem ersten Weltkrieg. Ganz ehrlich, von diesem Teil der europäischen Geschichte hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Insofern finde ich es gut, dass es in diesem Buch thematisiert und durch die Lebensgeschichte von Johanna Gruber zum Thema gemacht wurde. Ich habe Hannis Lebensweg als sehr traurig empfunden und konnte verstehen, warum sie in München so resigniert und ihrer Tochter gegenüber so distanziert gewesen ist. Ein wirklich berührendes Frauenschicksal. Von gibt’s 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wieder aufregende, spannende Geschichte über Intrigen und Freundschaft

Arvil, der kleine Falke – Die Europameisterschaft
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Man muss nicht den ersten Teil gelesen haben, um diesen zweiten Band zu verstehen. Der ist wieder so liebevoll illustriert, dass mein Enkelkind mir während des Vorlesens immer wieder das Buch aus der Hand ...

Man muss nicht den ersten Teil gelesen haben, um diesen zweiten Band zu verstehen. Der ist wieder so liebevoll illustriert, dass mein Enkelkind mir während des Vorlesens immer wieder das Buch aus der Hand genommen hat, um die Bilder genauer anzusehen.
Arvil und sein Team machen sich auf den Weg nach Paris. Er möchte gewinnen, dabei weiß er gar nicht, was ihn dort erwartet. Es ist ein schwieriges Rennen und nicht jeder spielt mit offenen Karten und hält sich an die Regeln. Gerade das bringt aber die Spannung ins Kinderbuch.
Doch der Autor vermittelt auch kindgerecht, was Freundschaft bedeutet, dass Verluste sehr traurig machen können und dass nicht jeder der freundlich tut es auch gut mit einem meint. Als neue Figur hat mir besonders Magalie, das kleine Rotkehlchen, gefallen. So klein und dabei so unerschrocken, ist sie mächtig pfiffig. Sie hat mein Herz sofort erobert.
Insgesamt betrachtet ist das wieder ein sehr liebevoll gestaltetes Buch mit einer spannenden Geschichte. Ich habe jedoch festgestellt, dass mein Enkelkind nach den Leseabschnitten auch viele Fragen hatte. Man muss sich also Zeit nehmen für das Buch. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

hinter den Kulissen - lebendiger Einblick in Preußens Geschichte

Sieben Jahre
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Es ist mit über 850 Seiten mit Sicherheit keine leichte Lektüre – im doppelten Sinne. Jedoch habe ich es nicht bereut zum Buch gegriffen zu haben. Tanja Kinkel hat es verstanden mich in das 18. Jahrhundert ...

Es ist mit über 850 Seiten mit Sicherheit keine leichte Lektüre – im doppelten Sinne. Jedoch habe ich es nicht bereut zum Buch gegriffen zu haben. Tanja Kinkel hat es verstanden mich in das 18. Jahrhundert Preußens zurückzuversetzen. Kleine Details, wie Kaffee versetzt mit Senfkörnern, zeichnen diesen Spiegel der Zeit zu Lebzeiten Friedrich II. von Preußen aus. Die Ränkespiele innerhalb der königlichen Familie fand ich sehr anschaulich beschrieben. Friedrich ist ein Meister darin seine Brüder und Schwestern mit scharfen Worten, mit Sinnbildern zwischen den Worten wie auch mit der seiner Position innewohnenden Macht als König, zu beherrschen und zu benutzen. Wie die Autorin dies im Buch herausgearbeitet hat und in eine lebendig wirkende Geschichte eingebettet hat, finde ich sehr gelungen. Dabei ist es mir bei den Dialogen nicht immer leichtgefallen die Zwischentöne herauszufiltern. Wie das Verhältnis zwischen Friedrich und seinem jüngeren Bruder Heinrich herausgearbeitet wurde, hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Es ist eine Hassliebe, gezeichnet von dem Bedürfnis zu herrschen und dem Widerstand wie auch dem Aufbegehren gegen diese Herrschaft. Auch wenn es Friedrich nie offen zugeben würde, sieht er in Heinrich sein jüngeres Ich im Aufbegehren gegenüber seinem dominanten Vater.
Das Buch zeichnet auch aus, dass Nebenfiguren hier gezielt und sehr lebendig zur Abrundung der Handlung einfließen. Wissen ist Macht, nicht nur unter den Regenten, sondern auch bei den Bediensteten. So gleicht auch Hannibals Leben anfangs dem eines Spielballs. Er lernt aber recht schnell, dass sein Wissen über die Herrschaft, mehr noch sein Schweigen darüber, durchaus zu seinem Vorteil zu nutzen. Mir ging es da wie Prinzessin Amalie, ich mochte diesen Kammermoor.
Insgesamt gebe ich 5 Lese-Sterne für diesen historisch fundierten und so anschaulich geschriebenen Roman über den 7jährigen Krieg, so dass ich ihn auch uneingeschränkt weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Rache oder Gier? Spannend gemacht

Mord an Weihnachten
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Staatsanwalt Broder Jacobsen hat ein gespaltenes Verhältnis zur Insel Föhr. Er ist dort aufgewachsen, seine Eltern betreiben dort noch heute ein Inselcafé. Aber Broder kämpft noch heute gegen die Erinnerungen ...

Staatsanwalt Broder Jacobsen hat ein gespaltenes Verhältnis zur Insel Föhr. Er ist dort aufgewachsen, seine Eltern betreiben dort noch heute ein Inselcafé. Aber Broder kämpft noch heute gegen die Erinnerungen an seinen kleinen Bruder, der dort vor 12 Jahren ums Leben gekommen ist. Gerade jetzt an Weihnachten, wo seine Abwesenheit noch mehr schmerzt. Nur seinen Eltern zu Liebe ist er gekommen, nur kurz, so denkt er. Aber dann kommt es auf dem Weihnachtsbasar zu einer Vergiftung, die auf Mord hinweisen….
Ich habe das Buch wieder verschlungen. Es war so spannend und wendungsreich, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Auf der einen Seite finde ich die Hauptfigur, Staatsanwalt Broda Jacobsen, sehr sympathisch, aber auch das Zusammenspiel zwischen Inselpolizei und dem Ermittler aus Flensburg haben mich überzeugt. Da gibt es kein Kompetenzgerangel oder persönliche Befindlichkeiten. Das hätte die Aufklärung der Morde, denn bei einem wird es nicht bleiben, noch schwieriger gemacht. Staatsanwaltschaft und Polizei mussten ihre Theorien zum möglichen Tatmotiv mit jedem weiteren Mord ohnehin oft genug hinterfragen. Immer wieder geriet ein anderer Dorfbewohner in ihren Focus. Das fand ich unheimlich spannend, so dass mich die Aufklärung der Morde am Ende total verblüfft hat. Ich kann diesen Krimi zu 100% weiterempfehlen und 5 Lese-Sterne sind wohlverdient.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

spannend und wendungsreich bis zum Schluss

Die Todesfalle - Ein Fall für Skalla und Krampe
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Über einen gemeinsamen Freund lernen sich Mark Kreutzer und die Investigativjournalistin Rachel Skalla kennen. Sie liegen auf einer Wellenlänge und nur so lässt es sich erklären, dass Rachel ihre aktuelle ...

Über einen gemeinsamen Freund lernen sich Mark Kreutzer und die Investigativjournalistin Rachel Skalla kennen. Sie liegen auf einer Wellenlänge und nur so lässt es sich erklären, dass Rachel ihre aktuelle Recherche über illegale Medikamententests ruhen lässt und ihm bei seiner Recherche zu helfen. Marks Vater sitzt seit 8 Jahren im Gefängnis. Des Mordes an einer Prostituierten für schuldig gesprochen. Während sich Marks Mutter und seine Schwester vom Vater abgewendet haben, glaubt Mark an dessen Unschuld. Nur müssen sie erst noch Beweise dafür finden.
Bei ihren Recherchen findet Rachel noch 7 weitere Fälle von Prostituiertenmorden in denen renommierte Männer verurteilt wurden. Über ganz Deutschland verteilt, aber es zeichnet sich ein Muster ab.
Obwohl der Leser/Hörer sowohl die Ermittler- als auch die Täterseite recht bald kennenlernt, der Täter also bekannt ist, bleibt es spannend. Einfach dadurch, dass der Autor vermeintliches Wissen um den Täter und seinen Motiven immer wieder den ausgestreckten Mittelfinger zeigt. Nichts ist so wie man zu wissen glaubt, was die Spannung auf hohen Level bis zum Schluss aufrecht hält. Dabei sind die Menschen, die die 8 Fehlurteile beweisen wollen, bunt durcheinandergemischt. Sie legen die von polizeilichen Dienstvorschriften eingeschränkten Handlungsspielräume mitunter etwas weiter aus und nutzen auch fremde Netzwerke. Ich fand das alles sehr lebendig, die Handlung durchaus glaubwürdig, wenn auch abschreckend und gebe 5 Lese-Sterne.

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