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Veröffentlicht am 09.11.2025

Der zweite Band mit dem Fokus auf die Entwicklung der Schokoladenmanufaktur Lindt - erneut ein Buch über große Träume, den Glauben an sich selbst und seine Ideen. Die Rivalität zu Sprüngli lässt mit Band 3 auf sich warten

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2)
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Nach einem schweren Schicksalsschlag wird Rudolf Lindt als Jugendlicher von seinen Eltern nach Lausanne geschickt, wo er bei seinem Großonkel Charles Amédée Kohler, Inhaber einer Schokoladenfabrik und ...

Nach einem schweren Schicksalsschlag wird Rudolf Lindt als Jugendlicher von seinen Eltern nach Lausanne geschickt, wo er bei seinem Großonkel Charles Amédée Kohler, Inhaber einer Schokoladenfabrik und Erfinder der Noisette, körperlich harte Arbeit lernt. Zurück in Bern beschließt er, in die Fußstapfen der Kohler-Chocolatiers zu treten und 1879 als Rodolphe Lindt fils seine eigene Schokoladenfabrik zu eröffnen. Von vielen belächelt, möchte Rodolphe die Schokoladenproduktion revolutionieren und die Schokolade noch feiner machen.
Währenddessen haben sich die Sprünglis auf dem Markt der Chocolatiers etabliert und führen ihren Betrieb in Zürich schon in der zweiten Generation.
"Lindt & Sprüngli - Zwei Rivalen, ein Traum" ist der zweite Band der "Lindt & Sprüngli"-Trilogie und setzt die Geschichte chronologisch dort fort, wo Band 1 endete, im Jahr 1863.
Band 1 handelte ausschließlich von der Entwicklung der Familie Sprüngli, Band 2 verliert diese nicht aus den Augen, legt den Fokus der Erzählung aber auf Rodolphe Lindt und seine Innovation des Conchierens.
Die Geschichte ist wieder aus vielen kurzen Kapiteln aufgebaut, die manchmal nicht mehr als drei bis vier Seiten umfassen. Gerade zu Beginn ist die Erzählweise damit sehr sprunghaft. Drei Familien (Sprüngli, Lindt, Kohler) an drei Orten (Zürich, Bern, Lausanne) sowie an die zehn verschiedene Perspektiven der handelnden Personen verhindern ein flüssiges Lesen und gestalten die Geschichte zunächst oberflächlich. Dazu kommt eine leichte Verwirrung aufgrund der Dopplung von Vornamen, da über Generationen hinweg in den Familien gleiche männliche Vornamen vererbt wurden.
Es wird zwar das ein oder andere Rippchen Schokolade genascht, die eigentlich interessante Handlung über Rodolphes Ehrgeiz, die Herstellung von Schokolade zu optimieren, um den Geschmack zu verfeinern, setzt aber erst nach 200 Seiten ein. Die Geschichte wird in der Folge nicht nur fokussierter, sondern auch fesselnder und schokoladiger.

Der Roman zeugt von einer aufwändigen Recherche und bringt der Leserin/ dem Leser durch eine geschickte Mischung aus Fakten und Fiktion das Conchieren und damit den Anfang des Siegeszugs der Lindt-Schokolade nahe. Die Autorin schafft es, ein Gefühl für die damalige Zeit zu vermitteln und beschreibt anschaulich die damals vorherrschenden patriarchalen Strukturen, die unterschiedlichen Rollen von Mann und Frau, die Arbeitsverhältnisse und die Ungleichheit zwischen Unter- und Oberschicht.
Wie schon Band 1 ist auch Band 2 eine Geschichte über große Träume, über den Glauben an sich selbst und seine Ideen sowie den Mut zur Selbstbestimmung, für Kreativität und Erfindungsreichtum. Die Rivalität zwischen Lindt und Sprüngli, die der Titel ankündigt, bleibt jedoch sehr verhalten und ist eher ein Teaser für den abschließenden dritten Band "Lindt & Sprüngli - Zwei Dynastien, ein Vermächtnis", der voraussichtlich im Herbst 2026 erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Eine Frau zwischen zwei Kulturen, zwischen unverarbeiteten Traumata und dem Wunsch nach Selbstbestimmung

Evil Eye
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Yara stammt aus einer palästinensischen Familie und ist in New York aufgewachsen. Als sie 19 Jahre alt ist, arrangiert Ihr Vater eine Hochzeit mit dem Sohn eines guten Freundes, der in den Südstaaten lebt. ...

Yara stammt aus einer palästinensischen Familie und ist in New York aufgewachsen. Als sie 19 Jahre alt ist, arrangiert Ihr Vater eine Hochzeit mit dem Sohn eines guten Freundes, der in den Südstaaten lebt. Yara ist froh, ihrem Elternhaus mit einem dominanten Vater und einer unglücklichen Mutter entfliehen zu können.
Knapp zehn Jahre später unterrichtet Yara Kunst an der örtlichen Hochschule, kümmert sich um den Haushalt und die beiden Töchter und stellt ihrem Ehemann pünktlich das Abendessen auf den Tisch.
Offensichtlich geht es ihr so viel besser als ihrer Mutter, die sich um sechs Kinder kümmern musste und nie einen Beruf ergriffen hat und trotzdem ist Yara unzufrieden. Von ihrem Mann erntet sie nur Unverständnis und an ihrem Arbeitsplatz wird sie nach einer impulsiven Reaktion auf eine rassistische Beleidigung zu psychotherapeutischen Sitzungen verpflichtet. Nach anfänglicher Skepsis beginnt sich Yara zu öffnen und in sich hineinzuhören. Mit Hilfe eines Tagebuchs lässt sie die Erinnerungen an ihre Kindheit zu und setzt sich mit der Vergangenheit auseinander, um nicht in das gleiche Fahrwasser wie ihre Eltern zu geraten.

Yara ist arabische Amerikanerin und fühlt sich nirgendwo zugehörig. Das Land ihrer Eltern existiert nicht und in Amerika gilt sie auf ewig als Einwanderin. Selbst in der arabischen Gemeinde fühlt sie sich nicht wohl. Yara ist einsam und statt Dankbarkeit gegenüber ihrem Mann zu zeigen, der für die Familie sorgt und sie dennoch arbeiten lässt, kocht in Yara eine Wut, die ihr Leben immer mehr bestimmt und ihr intaktes Familienleben bedroht.

Yara erwartet mehr vom Leben. Sie hat Träume und wünscht sich, frei zu sein. Ihre Gefühle sind eindringlich geschildert. Es fällt leicht, sich in ihre Situation hineinzuversetzen und ihre Hoffnungen und Wünsche, aber auch ihre Hilflosigkeit und Wut nachzuvollziehen.
Erschütternd sind die Tagebucheinträge, die nicht nur Einblicke in die toxische Ehe ihrer Eltern liefern, sondern auch zeigen, welchem Druck Yara als kleines Mädchen ausgesetzt war und wie ein Geheimnis ihrer Mutter sie überforderte.

Der Roman handelt von Alltagsrassismus, patriarchalen Strukturen, kulturellem Druck und Traumata, die über Generationen weitergegeben werden. Es ist eine Geschichte über Selbstfindung, Vergangenheitsbewältigung und die Notwendigkeit, sich von den Erwartungen anderer zu befreien, um ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen.
Es ist kein ereignisreiches Buch, aber ein Buch, das sich intensiv mit der Psyche und der Gefühlswelt einer innerlich zerrissenen Frau auseinandersetzt. Vieles was Yara erleidet, kann einer Frau jeder Ethnie passieren. Hier kommt allerdings verschärfend hinzu, dass Yara und ihr Umfeld von einer Kultur geprägt ist, in der Männer die alleinige Macht und Kontrolle ausüben. Das Ende gleicht einem Befreiungsschlag, zieht sich über das letzte Drittel allerdings sehr in die Länge.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein Femizid und die Folgen für die Angehörigen - realitätsnahe Geschichte, die für das Thema häusliche Gewalt sensibilisiert

Da, wo ich dich sehen kann
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Emma Kopmann wurde in Hamburg von ihrem Ehemann Frank getötet. Die neunjährige Tochter Maja hatte ihre Mutter leblos aufgefunden und den Notruf verständigt. Doch für Emma kam jede Hilfe zu spät. Frank ...

Emma Kopmann wurde in Hamburg von ihrem Ehemann Frank getötet. Die neunjährige Tochter Maja hatte ihre Mutter leblos aufgefunden und den Notruf verständigt. Doch für Emma kam jede Hilfe zu spät. Frank Wolf wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Maja wohnt nun bei ihren Großeltern mütterlicherseits, die sich liebevoll um ihre Enkelin kümmern. Noch Monate später sitzt der Schmerz tief. Trauer und Wut sind bei den Hinterbliebenen allgegenwärtig. Auch Emmas beste Freundin Liv leidet schwer unter dem Verlust. Alle, selbst die kleine Maja, machen sich Vorwürfe und haben mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Jeder denkt darüber nach, ob der sinnlose Tod nicht hatte vermieden werden können, wenn sie mehr hingesehen oder mehr zugehört hatten.

"Da wo ich dich sehen kann” ist ein persönlich motivierter Roman und das ist auf jeder Seite zu spüren. Der Autorin ist es ein Anliegen, auf häusliche Gewalt und Femizide aufmerksam zu machen und stellt eindrücklich die Folgen für alle Beteiligten dar.

Der Roman ist in kurzen Kapiteln aus der Sicht von Emmas Hinterbliebenen, aber rückblickend in kurzen Abschnitten auch aus Emmas Sicht geschrieben. Die Gefühle aller Beteiligten sind nachvollziehbar und der Schmerz über den Verlust sowie die Wut auf den Mörder und die damit einhergehenden Schuldgefühle und Versagensgedanken spürbar. Originell sind die alternativen Realitäten, wenn die Figuren sich Gedanken machen, was passiert wäre, wenn sie an einem Punkt anders reagiert hatten.

Jeder von ihnen trauert anders, macht den Schmerz mit sich selbst aus oder Sucht sich Hilfe. Neben den seelischen Auswirkungen werden auch die körperlichen Folgen des Traumas beschrieben. Der Roman berührt, integriert aber auch Fakten und Sachinformationen zur Thematik. Zeitungsartikel zu häuslicher Gewalt und Tötung von Frauen sowie juristische Schreiben im Zusammenhang mit der Aushandlung des Sorgerechts über Maja unterstreichen die Authentizität des Romans.

Es ist eine fiktive Geschichte mit fiktiven Personen, die jedoch stark faktenbasiert ist. Der Roman entwickelt sich dabei wenig überraschend und verzichtet auf Dramatik, denn der Ausgangspunkt mit dem Mord an einer Ehefrau und Mutter durch den eigenen Mann ist bereits schlimm genug.
Spannung darf man insofern nicht erwarten. Auch kann die Geschichte aufgrund der Vielzahl an Perspektiven und darüberhinausgehenden Problemen, die angesprochen werden, nicht in die Tiefe gehen.

Der Roman muss vielmehr als Aufschrei verstanden werden, nicht wegzusehen und (sich) Hilfe zu holen. Es ist ein Appell an Politik und Gesellschaft mehr zu tun, um Frauen vor Unterdrückung, Erniedrigung und Gewalt zu schützen. Diesbezüglich werden am Ende des Romans zahlreiche Anlaufstellen und Ansprechpartner für Hilfe im deutschsprachigen Raum genannt.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Atmosphärischer Psychothriller nach bekanntem Konzept aus Horrorhaus und Locked-Room-Szenario - spannend, aber mit profaner Auflösung

Hinter diesen Türen
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Rowan Caine ergattert einen Traumjob als Kindermädchen in einem viktorianischen Haus in den schottischen Highlands einer Familie mit vier Kindern. Während die älteste Tochter auf ein Internat geht, ist ...

Rowan Caine ergattert einen Traumjob als Kindermädchen in einem viktorianischen Haus in den schottischen Highlands einer Familie mit vier Kindern. Während die älteste Tochter auf ein Internat geht, ist Rowan für zwei Mädchen im Grundschulalter und ein Baby verantwortlich. Schon an ihrem zweiten Arbeitstag ist Rowan auf sich allein gestellt, da die Eltern kurzfristig auf Geschäftsreise müssen. Ganz allein ist jedoch nicht, denn alle Räumen in dem Smart Home werden von Kameras überwacht, auf die die Eltern Zugriff haben und der hilfsbereite Gärtner Jack wohnt gleich nebenan.
Rowan hat sowohl mit der Technik des Hauses als auch mit den aufmüpfigen Kindern zu kämpfen, die sie offensichtlich ablehnen. Schon vier Nannys zuvor hatten Heatherbrae House schnell wieder verlassen. Rowan lockte die lukrative Bezahlung und so hatte sie alle Warnungen ignoriert. Nun fürchtet sie sich nachts von den Geräuschen im Haus und ist verängstigt von den Schauermärchen, die über das Haus erzählt werden, in dem bereits ein Kind gestorben ist.

Das Ende des Romans wird gleich zu Beginn vorweggenommen. Das Kindermädchen ist inhaftiert, da sie für den Tod eines der Töchter der Elincourts verantwortlich gemacht wird. Sie erzählt rückblickend in einem Brief an einen Strafverteidiger, von dem sie sich Hilfe erhofft, ihre Geschichte. Sie beteuert darin ihre Unschuld, auch wenn sie zugibt, Fehler gemacht zu haben.

Die Atmosphäre in dem Haus, das aufgrund seines Alters eine eigene Geschichte mit düsterer Vergangenheit hat und gleichzeitig ein hochmodernes Smarthome ist, in dem nahezu alles technisch gesteuert ist, ist beklemmend. Dazu kommen des Nachts schlürfende Geräusche, die vermuten lassen, dass sich noch jemand im Haus aufhält, Gegenstände, die verschwinden und woanders wieder auftauchen, und die Erzählungen über ein Kind, das in dem Haus vergiftet wurde.

Auch wenn die Geschichte einem bekannten Konzept aus Horrorhaus und locked-room-Szenario folgt und im Wesentlichen nur Alltagsszenen eines überforderten Kindermädchens geschildert werden, ist die Geschichte spannend und abwechslungsreich, durch die Geheimnisse, die allmählich offenbart werden - über das Haus, über die Familie und über Rowan selbst.

"Hinter diesen Türen" ist ein atmosphärischer Psychothriller, der in ruhigem Tempo erzählt wird und durch den subtilen Grusel und interessante Wendungen fesselt. Am Ende geht es allerdings ein wenig schnell und auch wenn alle Fragen geklärt werden ist die Auflösung in Form eines Briefes enttäuschend profan.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Fesselnde Mischung aus True Crime, Drama und Thriller über die Dynamik und Vertrauensbasis von Freundschaften

Before we were innocent
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Vor zehn Jahren haben die drei Freundinnen Bess, Joni und Evangeline nach dem Highschool-Abschluss einen Sommer auf dem Anwesen von Evangelines Familie auf der griechischen Insel Tinos verbracht, der tragisch ...

Vor zehn Jahren haben die drei Freundinnen Bess, Joni und Evangeline nach dem Highschool-Abschluss einen Sommer auf dem Anwesen von Evangelines Familie auf der griechischen Insel Tinos verbracht, der tragisch endete. Nur Bess und Joni kehrten wieder nach Kalifornien zurück. Auch wenn sie von einer Schuld am Tod Evs freigesprochen worden waren, haftete den Teenagern das durch die Medienberichterstattung verursachte negative Image an, die sich auf die privilegierten Mädchen stürzten und sie als gefühlskalt, rücksichtslos und verdorben darstellten.
Während Joni als Motivationsrednerin Berühmtheit erlangt und ein Buch geschrieben hat, hat sich Bess zurückgezogen und ein Leben in der Öffentlichkeit vermieden. Als Joni unerwartet vor ihrer Tür steht und sie um ein Alibi bittet, als ihre Lebensgefährtin spurlos verschwunden ist, kommen Erinnerungen in Bess hoch, die Joni noch etwas schuldet. Auch die Medien sehen Parallelen in dem Fall um die vermisste junge Frau.

Der Roman wird aus der Perspektive von Bess erzählt, wobei zwischen der Vergangenheit im Jahr 2008 und der Gegenwart im Jahr 2018 gewechselt wird. Aufgrund der eingeschränkten Sicht ist ungewiss, ob es sich bei Bess um eine unzuverlässige Erzählerin handeln könnte.
Die Geschichte wird spannend aufgebaut, denn die Umstände des Todes der dritten Freundin Ev werden erst im weiteren Verlauf der Handlung offenbart. Zudem ist unklar, ob Joni etwas mit dem Verschwinden ihrer Lebensgefährtin zu tun hat, denn sie ist die einzige, die sich nicht um sie sorgt. Auf beiden Zeitebenen droht die Situation zu eskalieren, was die Spannung und Dramatik steigert. Unterstützt wird dies durch die andauernden Schuldgefühle und Gewissensbisse von Bess.

Eifersucht, Misstrauen und der Hang zu gegenteiligen Verletzungen prägen den Sommerurlaub auf Tinos, der eigentlich ein unbeschwerter letzter Girlstrip vor dem Collegebeginn werden sollte. Die Allianzen der drei wechseln mehrfach, während zwischen Langeweile und Trinkgelagen häufig gestritten wird.
Der vermeintliche Unfalltod verändert alles, macht alle Zukunftspläne zunichte und belastet Bess auch noch zehn Jahre später. Im Glauben, immer noch in Jonis Schuld zu stehen, lässt sie sich überreden, ihr ein falsches Alibi zum Zeitpunkt des Verschwindens ihrer Freundin zu geben.

Der Roman handelt von fragilen, toxischen Freundschaften, von Manipulation und verhängnisvollen Entscheidungen. Offensichtlich ist, dass die Mädchen sich nach Wochen der Langeweile an einem entlegenen Urlaubsort nicht gut getan haben, weshalb man sich die Frage stellen muss, wie viel Schuld sie am Tod von Ev haben - direkt oder indirekt. Spannend ist die Parallele in der Gegenwart, als sich die Geschichte in Teilen zu wiederholen scheint und sich eine Schuldfrage erneut stellt. Eindrücklich ist dabei die Rolle der Medien dargestellt, die eine Hetzjagd eröffnen und Unsicherheit schüren. Auch wenn der Roman etwas langatmig beginnt, entwickelt er sich zunehmend zu einer fesselnden Mischung aus True Crime, Drama und Thriller über die Dynamik und Vertrauensbasis von Freundschaften sowie die Konsequenzen unserer Handlungen.

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