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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2025

2020 - Mailand im Jahr der Pandemie

Café Royal
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Das Buch bietet Kurzgeschichten über 17 Personen an, die sich mehr oder weniger um vergleichsweise unbedeutende oder nichtige zwischenmenschliche Probleme drehen, die Menschen der westlichen Welt im Alltag ...

Das Buch bietet Kurzgeschichten über 17 Personen an, die sich mehr oder weniger um vergleichsweise unbedeutende oder nichtige zwischenmenschliche Probleme drehen, die Menschen der westlichen Welt im Alltag zu bewältigen haben. Mal geht es um vorübergehende Affären, um verschiedenste Lebenssituationen in Familien, zwischen Partnern oder Freundinnen, Senioren oder Drogenabhängigen. Deren Lebenswege kreuzen sich in verschiedenen Episoden, aus verschiedenen Perspektiven die Problematik ihrer Beziehung bzw. Lebenslage darlegend. In das Café Royal in der Via Marghera als verbindendem Element kehrt mit diesen Protagonisten nach der Pandemie mit vielen Lockdowns wieder Leben ein, leider nicht als die wichtige, zentrale Begegnungsstätte – wie die Buchüberschrift suggeriert. Dieses Sammelsurium an unchronologischen Kapiteln beschreibt eine bunte Gesellschaft mit eher blassen Charakteren. Im Gesamtbild endet manche Querverbindung ohne Tiefgang.
Sehr leichte Unterhaltung 2,5*

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Verschiedene Schattierungen der Liebe, überspitzt dargelegt.

Das Buch der Schwestern
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Dieser teils nicht nachvollziehbare Familienroman spielt in der französischen Provinz und thematisiert Einsamkeit und grobe Vernachlässigung durch egoistische Eltern gegenüber den eigenen zwei Töchtern. ...

Dieser teils nicht nachvollziehbare Familienroman spielt in der französischen Provinz und thematisiert Einsamkeit und grobe Vernachlässigung durch egoistische Eltern gegenüber den eigenen zwei Töchtern. In einer lieblosen, unglücklichen Kindheit übernimmt die 5-jährige, introvertierte, sehr intelligente Tristine als Ersatzmutter die Versorgung ihrer Schwester Laetitia von deren Geburt an, und sogar den Haushalt versorgt sie. Auch die Beantragung eines Begabtenstipendiums vor dem Alter von 18 Jahren kann nur mit Unterschrift und Einkommensunterlagen der Eltern erfolgen. Diese Passagen sind unrealistisch, total überzogen, wenig authentisch. Die starke Geschwisterliebe und die verschiedene soziale und emotionale Entwicklung beider Mädchen wiederum gefällt durch die überzeugende Beschreibung ihrer verschiedenen Facetten. Während Laetitia durch Zuwendung und Aufmerksamkeit ihrer Schwester ein gesundes, extrovertiertes Selbstbewusstsein entwickelt, leidet Tristine lebenslang an fehlender Ausstrahlung. Ihre frühen seelischen Narben, verursacht durch frühe grobe elterliche Vernachlässigung, können langfristige Folgen haben. Gesellschaftskritisch ist dieser Roman auch hinsichtlich der asozialen Außenseiterfigur Bobette mit ihren vier vaterlosen Kindern.
Insgesamt wirkt dieser Roman durch viele unrealistische Szenen zu überspitzt, auch wenn die Botschaft hinsichtlich der verantwortungsvollen Elternrolle klar hervortritt.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Sehr leichte Unterhaltung!

Lass uns noch bleiben
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Das farbenfrohe Gemälde als Cover zeigt eine Treppe, beidseits flankiert von Topfpflanzen – wohl den Pflanzenladen der Hauptperson Anna lebensfroh darstellend – sehr ansprechend. Der Untertitel Eine Ode ...

Das farbenfrohe Gemälde als Cover zeigt eine Treppe, beidseits flankiert von Topfpflanzen – wohl den Pflanzenladen der Hauptperson Anna lebensfroh darstellend – sehr ansprechend. Der Untertitel Eine Ode an das Leben soll Mut machen zu einem Neuanfang nach unglücklicher Beziehung. Die Szenerie spielt größenteils im bunten Berliner Kiez mit Annas Pflanzenladen, Hennings nachbarlichem Antiquariat und der Mini-Bar des lebensfrohen Alex und seinen Charity-Projekten als Hauptakteure. Thematisiert werden vor allem problematischer Liebeskummer, Einsamkeit, Sinnsuche und Kindheitserinnerungen. Durch Aktionen wie die Suche nach der verschwundenen Freundin Vinka oder die Reise durch Dalmatien verbessert sich zwar das allgemeine Stimmungsbild der Protagonistin Anna, weist jedoch im Schreibstil der Autorin nicht überzeugende Tiefe auf trotz neuer Begegnungen.

Nicht überzeugend.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Vom Schwinden und Verschwinden

Hinter der Hecke die Welt
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Etwas abstrakt wirkt das Cover mit den grob stilisierten Blättern von einer hier unsichtbaren Hecke, wie der Buchtitel suggerieren könnte. Auf zwei Erzählebenen geht es in sehr unterschiedlichen Szenarien ...

Etwas abstrakt wirkt das Cover mit den grob stilisierten Blättern von einer hier unsichtbaren Hecke, wie der Buchtitel suggerieren könnte. Auf zwei Erzählebenen geht es in sehr unterschiedlichen Szenarien um Vergänglichkeit in unserer Welt: hier ein aussterbendes Dorf mit wenigen Erwachsenen und nur noch zwei Kindern ohne weiteres Wachstum, jedoch mit einer alles beschützenden, dominanten Hecke. Und dort am Nordpol geht es in einer Expedition um Veränderungen in der sich wandelnden Natur, quasi weit hinter der Hecke. Hier im Dorf erlebt Doras Tochter eher Stagnation, Langeweile, ihre Perspektiven gefasst in kindgemäßen Sprachstil mit kurzen Kapiteln und einfachem Satzbau. Aber dort im Eis fällt Doras Arbeit als Forscherin auf dem Expeditionsschiff wissenschaftlich aus, mit interessanten Details zu Veränderungen der Arktis, des Klimas und seinen Auswirkungen. Lose eingestreut sind lehrreiche Kapitel zu historischen Ereignissen, zu seltenen bzw. ausgestorbenen Tierarten und Pflanzen. Grobe, nur stilisierte Zeichnungen unterbrechen die an sich ruhigen Handlungsstränge. Die Szenerie im Dorf rund um die Hecke wirkt unrealistisch, eher wie eine surreale Wirklichkeit. Dagegen birgt die Arbeit in der Arktis neue Erkenntnisse über dortige veränderte Ökosysteme mit weltweiter Resonanz. Leider bilden die Erzählebenen kein Ganzes, werden nicht mit einem roten Faden verknüpft. Die Hauptprotagonisten mit Dora in der Arktis und ihrer Tochter Pina im Dorf sind nicht recht greifbar.

Insgesamt aktuelle, etwas verwirrende Themenbereiche.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Zu unrealistisch, zu viel an Drama.

Schallplattensommer
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Ein Jugendroman mit der 17-jährigen Maserati als starker Hauptperson wimmelt von problematischen Familienverhältnissen in idyllisch dörflichem Sommerambiente. Auch die männlichen Jugendlichen kämpfen wie ...

Ein Jugendroman mit der 17-jährigen Maserati als starker Hauptperson wimmelt von problematischen Familienverhältnissen in idyllisch dörflichem Sommerambiente. Auch die männlichen Jugendlichen kämpfen wie sie mit mehr seelischem Chaos als mit körperlichen Anstrengungen, deren erwartete Aufklärung nur in vagen Andeutungen vorliegt. Die hier beschriebenen schwierigen Lebensumstände von Maserati mit dementer Großmutter und vernachlässigtem Schulbesuch erscheinen unrealistisch und sehr konstruiert. Zu viele dramatische Familiengeheimnisse bevölkern dieses Jugendbuch mit zu wenigen Rückblicken in Vergangenes. Ernste Themen wie Vernachlässigung, Ausgrenzung, Selbstmordgedanken werden angerissen in diesem zu kurzen Schallplattensommer.

Eigentlich ist dies keine leichte Sommerlektüre, behaftet mit nur sehr zarten Anklängen von liebevollen Sehnsüchten Heranwachsender.

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