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Veröffentlicht am 05.03.2026

...ich sehe Schatten an der Wand - Jule Neigel

Das Gutshaus im Nebel
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Zuerst erscheint Charlotte ihre Situation ausweglos - keine Anstellung, keine Unterkunft und mittellos sind gerade nicht die besten Aussichten für eine junge Frau, um in eine unabhängige Zukunft zu blicken. ...

Zuerst erscheint Charlotte ihre Situation ausweglos - keine Anstellung, keine Unterkunft und mittellos sind gerade nicht die besten Aussichten für eine junge Frau, um in eine unabhängige Zukunft zu blicken. Doch Rettung naht und es verschlägt Charlotte als Gesellschafterin auf Gut Valarin. Was sich zunächst nach der Lösung all ihrer Probleme angefühlt hat, wir schon bald zu einem goldenen Käfig. Zu viele Verbote und Ungereimtheiten bestimmten ihren Tagesablauf. Nicht nur, dass sie die abgelegten Kleider der Tochter des Hauses auftragen soll, auch eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr ist nicht abzustreiten. Dazu noch die mysteriösen Schatten und unheimlichen Geräusche...ob Charlotte wirklich am richtigen Ort ist ??


"Das Gutshaus im Nebel" von Katja Angenent nimmt die Leser;innen mit auf eine atmosphärisch düstere Reise in die Vergangenheit und lässt von Beginn an mysteriöse Nebel wallen, dämonische Schatten an den Wänden tanzen und vermeintliche Geister sprechen. Die plastische Schreibweise ermöglicht es, dass mit dem Betreten von Gut Valarin nicht nur die Geister der Vergangenheit lebendig werden, sondern auch das Gut mitsamt seinen Bewohner:innen.

Es ist, als würde mit dem Öffnen der großen schweren Eingangstür das Herrenhaus die Leseden regerlecht veerschlucken und sie mit Haut und Haaren in seine Geschichte hineinziehen. Wer schon einmal im Disnealand Paris zu Beuch war, wird "The House of the Phantom Manor" direkt vor sich sehen und auch genau diese grsulige Atmosphäre spüren.

Überall scheinen unsichtbare Augen das Geschehen zu verfolgen und selbst beim Lesen entsteht der Eindruck, dauerhauft unter Beobachtung zu stehen und sich diesen Blicken nicht entziehen zu können. Dabei fließt weder literweise Blut, noch ist Gemetzel auf den Buchseiten zu finden und genau darin liegt die Stärke des Romans. Es wird sehr viel über Emotionen und umheimliche Begebenheiten gesteuert, sodass die eiskalte Hand der Spannung immer nach den Leser:innen greift.

Es entsteht eine Mischung aus Kammerspiel, Mystery-Roman und Familensaga, in der Charlotte als weibliche Hauptfigur überzeugen kann. Bis zum Schluss bleibt die düstere Atmosphäre erhalten, jedoch hätte es ab und an ein kleines bisschen mehr Spannung gebraucht, um die Schatten an der Wand noch mehr tanzen zu lassen.

4 Sternchen für einen wirklich gelungenen Roman - der sich auch als Buchempfehlung für Halloween eignet

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt (Roland Kaiser)

Nur Gundula gärtnerte giftiger
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Auf gute Nachbarschaft ?! Von wegen, denn wer neben Alfred und Gundula Böttinger wohnt, der könnte auch ein Buch mit dem Titel "Meine Horrornachbarn" schreiben. Aber wer geht tatsächlich so weit und vergitet ...

Auf gute Nachbarschaft ?! Von wegen, denn wer neben Alfred und Gundula Böttinger wohnt, der könnte auch ein Buch mit dem Titel "Meine Horrornachbarn" schreiben. Aber wer geht tatsächlich so weit und vergitet Alfred Böttinger ? Und vor allen Dingen,warum ? Denn die treibende Kraft in all den Zwistigkeiten ist und bleibt seine Frau Gundula. Jupp Backes ermittelt, was das Zeug hält und dreht sich doch immer wieder im Kreis....

Der neue Dorfkrimi aus dem Saarland führt erneut skurrile Figuren in bizarren Szenen den Lesenden vor Augen und beweist, dass der Krieg über den Gartenzaun echte Blüten treiben kann. Denn das, was sich auf den ersten Blick als homogene Gemeinschaft entpuppt, wird beim näheren Hinsehen Schauplatz der zertrampelten Beete, gegenseitigen Beschuldigungen und Verwünschungen – ein Frieden ist nicht in Sicht.

Wer Jupp kennt weiß, dass er sich so schnell kein X für ein U vormachen lässt und es bleibt kein Auge trocken, wenn der bekannteste Saarländer ermittelt. Situtationskomik und verbale Schlagabtausche sind wie immer an der Tagesordnunng und sorgen für Lachmuskelkater am laufenden Band.

Auch die Möglichkeiten zur eigenen Ermittlung sind vorhanden, sodass zwischen Bluemenbeeten, Komposthaufen und Wintergarten die Ideen aufblühen, Verdächtige wie Pilze aus dem Boden sprießen und dann doch wieder eifrig niedergetrampelt werden, weil sie ein (vermeintliches) Alibi haben.

Leider ist mit Zieh-Enkel Luan eine doch eher enervierende Figur in den Roman eingezogen. Mit seiner oberlerherhaften Art und Weise s ist der Junge schon für so manches Augenrollen veranwortlich. Seine belehrenden, besserwisserischen und oft herablassenden Kommentare vermitteln nicht gerade das Gefühl, dass er von allen gemocht werden möchte. Vielemehr ist er daran interessiert, seine Einzigartigkeit noch mehr zu betonen und hervorzueheben - das macht ihn immer unsympathischer.

Ansonsten ein gewohnter cooler Regio-Krimi mit Herz, Hirn und Humor

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Der Blick hinter den Vorhang

Die wilden Jahre
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Der Erste Weltkrieg ist zu Ende, das Rheinland liegt in Schutt und Asche und ist zugleich ein Ort für Träume und Hoffungen. Während aus den Trümmern neue Häuser entstehen, versucht THora ihren großen Traum ...

Der Erste Weltkrieg ist zu Ende, das Rheinland liegt in Schutt und Asche und ist zugleich ein Ort für Träume und Hoffungen. Während aus den Trümmern neue Häuser entstehen, versucht THora ihren großen Traum zu leben - ein Schauspielstudium soll für sie den Weg in die Welt ebenen. Während der Lebensweg von Thora klar vorgezeichnet schein, steht für Bruder Hannes einiges auf dem Spiel, denn sein Schweigen nach seiner Verhaftung trägt nicht dazu bei, seine Situation zu verbessern. Als Thora einen Gedichtband findet, wird sie stutzig, denn im Text sind einige Worte markiert. Aber welche Bedeutung haben diese Worte im Zusammenhang mit Hannes' Verhaftung ?

In "Die wilden Jahre öffnet" Susanne Goga ihren Leser:innen gleich zwei Vorhänge: den zur deutschen Geschichte unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und den zur faszinierenden Welt des Theaters. Geschickt verwebt sie historische Fakten mit fiktiven Begebenheiten zu einer lebendigen neuen Realität, die sowohl Hoffnungen und Neuanfänge mit sich trägt, aber auch nach Theaterschminke, Puder und dem Staub der Ruinen, die das Rheinland im Jahr 1919 prägen, riecht.

Die Figuren sind detailreich gezeichnet und wirken nahbar, sodass sie die Leser:innen regelrecht an die Hand nehmen und in ihre Welt führen. Eine Welt, die vom untergegangenen Kaiserreich über die noch fragile neue Ordnung bis hin zu persönlichen Träumen, Zwängen und Beweggründen reicht. Goga besitzt einTalent dafür, Geschichte atmosphärisch und emotional zu erzählen, sodass die Lesenden immer tiefer in die Handlung hineingezogen werden.

Das Rheinland erwacht zwischen den Buchseiten zu neuem Leben: ein Landstrich voller Trümmer, Unsicherheiten und zugleich Aufbruchsstimmung, der sich für die Leser:innen wie eine begehbare Kulisse entfaltet. Mit den rätselhaften Andeutungen rund um die Figur Hannes weckt Goga die Neugier ihrer Leserschaft und hält sie bei der Stange. So entsteht ein gelungener Mix aus leichter Krimihandlung und historischem Erzählen, in dem die Themen Loyalität, Liebe und Mut geschickt miteinander verwoben sind.

Mit ihrer gewohnt sicheren stilistischen Handschrift schafft Susanne Goga einen Roman, der berührt und lesenswert ist.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Warum in die Ferne schweifen...

Deutschland für »Herr der Ringe« Fans
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Yannick Scherthan lädt mit seinem außergewöhnlichen Reisebildband "Deutschland für »Herr der Ringe«-Fans" zu einer magischen Entdeckungsreise ein. Was zunächst unglaublich klingt, entpuppt sich beim Durchblättern ...

Yannick Scherthan lädt mit seinem außergewöhnlichen Reisebildband "Deutschland für »Herr der Ringe«-Fans" zu einer magischen Entdeckungsreise ein. Was zunächst unglaublich klingt, entpuppt sich beim Durchblättern als faszinierende Reise durch deutsche Landschaften, die in Licht, Form und Stimmung an die Kulissen von Mittelerde erinnern.

Der Autor und Fotograf hat mit geschultem Blick und seiner Kamera jene Orte aufgespürt, die die Fantasie beflügeln: Die schroffen Felsen des Elbsandsteingebirges werden zur „Brücke von Moria“, der majestätische Watzmann erhebt sich wie der „Schicksalsberg“ und im mystisch glitzernden Wasser der Almbachklamm scheint Gollum jederzeit auftauchen zu können. Besonders stimmungsvoll sind die Aufnahmen aus dem Karlstal im Pfälzerwald, das als deutsches „Bruchtal“ eine ganz eigene Magie ausstrahlt.

Begleitet werden die eindrucksvollen Fotografien von kurzen Texten, die die Verbindung zwischen realem Ort und Tolkien-Mythos herstellen. In übersichtlichen Infokästen finden sich nützliche Hintergrundinformationen und weiterführende Internetadressen, sodass sich Fans schnell orientieren können. Ein kleiner Wermutstropfen: GPS-Koordinaten oder genauere Wegbeschreibungen fehlen, was die praktische Reiseplanung etwas erschwert.

Das Gefühl von Mittelerde ist nicht an die Leinwand oder Reisen in ferne Länder gebunden – die Magie liegt oft näher, als man denkt.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Retro-Malbuch für Erwachsene

Italien - Das große Ausmalbuch nach Zahlen
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Malen nach Zahlen - da werden Kindheitserinnerungen wach und doch ist diese entschleunigende Art der Freizeitgestaltung nicht von gestern. Im Gegenteil, denn mit dem Auslmalbuch Italien werden anpsrechendes ...

Malen nach Zahlen - da werden Kindheitserinnerungen wach und doch ist diese entschleunigende Art der Freizeitgestaltung nicht von gestern. Im Gegenteil, denn mit dem Auslmalbuch Italien werden anpsrechendes Design, hochwertige Papierqualität und Anforderungen von heute perfekt mit der Sehnsucht nach dem sonnigen Süden kombiert.

Das Ausmalbuch ist aus stabilem Karton gefertigt und schützt somit die empfindlcihen weißen Seiten, die sich hervorragend zum Malen mit Aquarell- oder Wachsmalfarben eignen. Auch Bunt- & Filzstifte dürfen sich gerne auf dem Papier austoben und es können sogar verschiedene Techniken wie Schummern oder Schraffiieren angewendet werden, um den Motiven eine ganz individuelle Note zu geben. Das Papier hat sehr gute Saugeigenschaften, sodass die Farbe nicht verläuft oder auf der Rückseite durchdrückt.

Die Motivwahl holt den Zauber Italiens in die heimischen vier Wande, sodass nach dem Ausmalen dank der Perforatione auch die Kunstwerke herausgetrennt und in einem schlichten Bilderrahmen präsentiert werden können. Einzig die vorgegebene Farbwahl entspricht nicht unbedingt jedem Geschmack.

Das Ausmalen kann durch die vorgegebenen Ziffern und feinen Begrenzungslinien präzise vorgenommen werden, sodass nach und nach aus dem weißen Papier echte Urlaubsmotive (u.a Rialotbrücke in Venedig, Pompeji, Stilleben mit Zitrusfrüchten) entstehen. Ideal für alle, die sich entspannen, konzentrieren oder einfach einen kreativen Moment genießen wollen und dabei die Sehnsucht nach Italien ein wenig stillen möchten. Denn der nächste Urlaub kommt bestimmt.

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