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Veröffentlicht am 22.02.2026

spannend und skurril

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Kristof Magnusson erzählt in seinem Roman ‚Die Reise ans Ende der Geschichte‘ eine ganz besondere Spionagegeschichte, die weniger auf Spannung setzt als auf Humor und skurrile Handlungsverläufe.
Der Roman ...

Kristof Magnusson erzählt in seinem Roman ‚Die Reise ans Ende der Geschichte‘ eine ganz besondere Spionagegeschichte, die weniger auf Spannung setzt als auf Humor und skurrile Handlungsverläufe.
Der Roman spielt kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetrepublik, als die Weltordnung neu geschrieben wurde und die Geheimdienste sich neu erfinden müssen. Für Dieter Germeshausen, der jahrelang als Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent in diesem Metier unterwegs war, ist eine Welt zusammengebrochen. Er braucht dringend eine Gelegenheit, um seine finanziellen Mittel aufzustocken und unterzutauchen. Da kommt ihm der junge und erfolgreiche Dichter Jakob Dreiser gerade Recht, der auf einem festlichen Empfang in der russischen Botschaft feiern lässt und seine weitreichenden Kontakte pflegt. Jakob Dreiser ist ebenso eloquent wie naiv, er sieht in Germeshausens Plänen die Chance auf ein Abenteuer, und begleitet ihn begeistert auf der Reise nach Almaty in Kasachstan.
Der Roman lebt von seinem Sprachwitz, turbulenten Wendungen und den überspitzt dargestellten Charakteren. Die scheinbare Leichtigkeit der Ereignisse wird schnell von der Realität eingeholt, vieles entpuppt sich als eine Täuschung, und die Figuren sind nicht immer das, was sie dem flüchtigen Betrachter vorgeben zu sein.
Die Geschichte liest sich kurzweilig, für meinen Geschmack ist sie jedoch an vielen Punkten etwas sehr überzogen und damit zu unglaubwürdig. Auch wenn ich mich gut unterhalten gefühlt habe, wirkte die Handlung auf mich insgesamt zu seicht und oberflächlich, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Für mich ist der Roman eine nette Lektüre für Zwischendurch, man verpasst aber auch nicht viel, wenn man den Band liegen lässt.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

spannende und atmosphärische Fortsetzung

Rostiges Grab
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Auch der dritte Band des schwedischen Krimiautors Anders de la Motte um Ermittlerin Leonore Asker und die ‚Abteilung für verlorene Seelen‘ der Malmöer Polizei spielt wieder im Umfeld Urban Exploration ...

Auch der dritte Band des schwedischen Krimiautors Anders de la Motte um Ermittlerin Leonore Asker und die ‚Abteilung für verlorene Seelen‘ der Malmöer Polizei spielt wieder im Umfeld Urban Exploration Szene.
Ein Ehepaar, das für ihren Youtube-Kanal verlassene Orte untersucht und filmt, bekommt anonym den Schlüssel für eine verlassene Torffabrik zugesteckt, in der 10 Jahre zuvor unter mysteriösen Umständen eine junge Frau ermordet wurde. Die Tat wurde als Graumädchenmord bekannt, weil der Mord Ähnlichkeiten mit dem Fund einer 2000 Jahre alten Moorleiche aufweist. Als vor Ort plötzlich eine verwirrt wirkende Frau auftaucht und den Youtubern den abgetrennten Finger der vor 10 Jahren ermordeten Frau gibt, der bislang verschwunden war, gerät der Fall wieder in den Fokus.
Leo Asker hat gerade das Angebot einer Beförderung erhalten, mit der sie die Abteilung der verlassenen Seelen verlassen könnte, soll sich dafür allerdings in den nächsten Wochen unauffällig verhalten. Als der Graumädchen-Fall auf ihrem Tisch landet, kann sie sich jedoch nicht zurück halten und kontaktiert ihren alten Freund Martin Hill für seine Mithilfe.
Auch dieser Band ist wieder spannend, die düstere Atmosphäre des ‚Rostskogen“ und die mythenumwobene Geschichte rund um das Graumädchen tragen in hohem Maße dazu bei. Die Geschichte ist abwechslungsreich erzählt, Rückblenden in die Vergangenheit bringen nach und nach die Lösung näher. Leo Asker beweist wieder einmal ihre Hartnäckigkeit und schafft es, auch die ihr unterstellte Abteilung zu motivieren und aus der Reserve zu locken.
Es gibt einige brutale Szenen, bei denen Leo beweisen kann, was sie bei ihrem Vater Prepper-Per gelernt hat. Auch wenn einige der Beteiligten ein sehr skrupelloses Verhalten zeigen, habe ich Leos Vorgehen an einigen Stellen als unnötig grausam empfunden und finde es verwunderlich, dass sie damit durchzukommen scheint.
Mir hat auch dieser Band mit außergewöhnlichem Szenario und ebensolchen Charakteren wieder gut gefallen. Schön, dass der Cliffhanger am Ende eine Fortsetzung verspricht.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

abwechslungsreicher Thriller

Der Kuckucksjunge
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In Søren Sveistrups neuem Thriller „Der Kuckucksjunge“ gibt es ein Wiedersehen mit den Ermittlern Naia Thulin und Mark Hess aus dem internationalen Bestseller „Der Kastanienmann“. Eher zufällig führt ein ...

In Søren Sveistrups neuem Thriller „Der Kuckucksjunge“ gibt es ein Wiedersehen mit den Ermittlern Naia Thulin und Mark Hess aus dem internationalen Bestseller „Der Kastanienmann“. Eher zufällig führt ein aktueller Fall zu ihrer erneuten Zusammenarbeit, nachdem seit einigen Monaten ihr Kontakt abgebrochen ist.
Naia arbeitet inzwischen für das dänische NC3, die Abteilung für Cyberkriminalität in Kopenhagen. Sie wird hinzugerufen, als die geschiedene Mutter Silje Thomsen an einem kalten Februartag spurlos verschwindet. Hab Dich, lautete die letzte Nachricht auf ihrem Handy. Naia Thulin wird hellhörig, als sie herausfindet, dass auch in dem seit 2 Jahren nicht aufgeklärten Mord an einer 19-jährigen Schülerin kurz vor ihrem Verschwinden eine identische Nachricht auf ihrem Handy eingegangen ist. Hängen die beiden Fälle zusammen? Als kurz darauf Silje Thomsens Leiche auftaucht und es einen weiteren Vermisstenfall gibt mit einer identischen letzen Nachricht auf dem Handy, wird Naia Thulin in die aktive Ermittlungsgruppe beordert.
Die Spannung in dem Thriller ist überwiegend hoch, trotz der immerhin fast 700 Seiten gibt es kaum Längen. Das Tempo ist hoch, es tauchen einige weitere ähnliche Stalking-Fälle auf, und während die Ermittler versuchen Gemeinsamkeiten zu finden, spielt der Täter sein grausames Spiel weiter. Es gibt mehrere Handlungsstränge, der Leser folgt verschiedenen Charakteren im Wechsel, was ebenso wie einige unerwartete Entwicklungen für Abwechslung sorgt. Etwas schwer getan habe ich mich mit den Hauptfiguren, es ist mir nicht gelungen, Sympathien zu entwickeln und wirklich mitzufiebern. Mark Hess ist sehr verschlossen und von seinen inneren Dämonen belastet, Naia Thulin habe ich als zu arrogant und selbstgefällig empfunden. Es gibt mehrere Momente, in denen sie es vehement ablehnt, sich hilfreiche Hinweise auch nur anzuhören, weil sie meint es besser zu wissen. Die Geschichte und die Ermittlungen werden dadurch unnötig in die Länge gezogen.
Der Showdown ist in seinen Schilderungen für meinen Geschmack etwas zu brutal, insgesamt ist der Thriller durchaus eine Empfehlung wert.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

ein spannender 4.Band

Lügennebel
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Lügennebel, der 4. Band um die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog, spielt erneut vor der winterlich kalten Kulisse des schwedischen Bergdorfes Åre. Eine Gruppe Studenten aus Uppsala nutzt ein ...

Lügennebel, der 4. Band um die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog, spielt erneut vor der winterlich kalten Kulisse des schwedischen Bergdorfes Åre. Eine Gruppe Studenten aus Uppsala nutzt ein paar frei Tage für eine Woche Skiferien in dem Ort. Die Eltern von Wille besitzen am Rand der Skiregion ein großes Ferienhaus, dass sie der Gruppe aus zwei Mädchen und vier Jungen zur Verfügung stellen. Schon auf der Zugfahrt nach Åre erhitzt ein hoher Alkoholkonsum die Gemüter, bei abendlichen Spielchen im Ferienhaus werden die Spannungen innerhalb des Machtgefüges der Gruppe deutlicher. Die ausgelassene Stimmung droht zu kippen, zudem fühlt sich einer der Nachbarn von dem hemmungslosen Verhalten der jungen Männer und Frauen belästigt.
Als am nächsten Morgen die Leiche einer jungen Frau im Garten des Hauses liegt, ist die Gruppe erschüttert. Ist sie im eiskalten Schnee erfroren, oder war es etwa Mord? Die Studenten beginnen sich gegenseitig misstrauen und zu verdächtigen. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog bekommen bei ihren Ermittlungen und Befragungen schnell den Eindruck, dass sie etwas verheimlichen, und der Polizei Lügen auftischen.
Der Spannungsbogen des Krimis ist hoch, nicht zuletzt, weil sich die Ermittlungen nur über wenige Tage erstrecken. Mir hat besonders gut gefallen, wie die Autorin mit viel Gespür die feinen Spannungen innerhalb der Gruppe der Studenten sowie ihre wechselnden Stimmungen und Konflikte einfängt. Die Gruppe an Verdächtigen ist überschaubar, als Leser entwickelt man schnell Vermutungen, wer hinter der Tat stecken könnte, wird von Wendungen in der Geschichte und unerwarteten Zwischenfällen jedoch mehrfach überrascht.
Abgerundet wird der Krimi durch die private Seite der Hauptermittler, die sich im Verlauf der Bände weiter entwickelt hat. Hanna und Daniel haben sich schnell zu einem eingespielten Team entwickelt, die Höhen und Tiefen ihrer Privatleben, die neben den fordernden Ermittlungen immer mal für Stress sorgen, lassen die Charaktere authentischer wirken und stehen nicht allzu sehr im Vordergrund. Ich werde der Reihe gerne weiter treu bleiben.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

wiedermal ein fabelhafter Hörgenuß

Bodenfrost
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Auch der 12.Band aus Andreas Föhrs Krimireihe um Clemens Wallner und Leonard Kreuthner ist in der Hörbuchfassung mit Michael Schwarzmaier als Sprecher ein ganz besonderer Genuss. Es ist immer wieder ein ...

Auch der 12.Band aus Andreas Föhrs Krimireihe um Clemens Wallner und Leonard Kreuthner ist in der Hörbuchfassung mit Michael Schwarzmaier als Sprecher ein ganz besonderer Genuss. Es ist immer wieder ein Vergnügen, wie er nicht nur die beiden Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren mit ihren individuellen Stimmen und Akzenten lebendig werden lässt. Zum Glück ist auch Opa Manfred wieder mit dabei, inzwischen 94 Jahre alt, aber charmant und spitzbübisch wie eh und je.
Während eines Kinderfestes der Polizei auf einem leer stehenden Bauernhof, wird dort eine männliche Leiche aufgefunden. Wieder einmal ist Kreuthner als erster am Fundort und kann den Toten als einen bekannten Unternehmer der Gegend identifizieren. Zudem hatte Kreuthner erst vor kurzem Kontakt zu diesem und seiner Frau, aufgrund von Vorfällen häuslicher Gewalt. Der Gedanke liegt nahe, dass die Ehefrau hinter dem Mord steckt, es braucht jedoch wie in dieser Reihe üblich einige Verwicklungen und Verstrickungen innerhalb der Haupthandlung und Nebenschauplätzen, bis der Fall aufgeklärt ist. Auch wenn die Geschichte eher gemächlich daher kommt, wird sie unter anderem durch Shifts in der Timeline und unerwartete Wendungen in der Geschichte nie langweilig. Dazu kommen kurzweilige Szenen aus dem private Umfeld von Wallner und Kreuthner, wobei insbesondere letzterer durch seine spontanen und nicht immer ganz zu Ende gedachten Aktionen für Abwechslung und einige Schmulzler sorgt. Aber auch Clemens Wallner ist für die eine oder andere Überraschung gut.
Trotz der beschaulichen Szenerie sind auch aktuelle Themen in die Handlung eingeflochten und runden den Krimi ab. Dieser Band ist vielleicht nicht der Beste der Reihe aber für ihre Fans auf jeden fall zu empfehlen.

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