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Veröffentlicht am 20.06.2017

Elfenmacht

Elfenmacht
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Der Fantasy- Autor Bernhard Hennen hat mit seinem neusten Werk „Elfenmacht“ die Geschichte rund um die Drachenelfen weitergeführt. Dabei schlägt „Elfenmacht“ eine Brücke zwischen den Büchern rund um die ...

Der Fantasy- Autor Bernhard Hennen hat mit seinem neusten Werk „Elfenmacht“ die Geschichte rund um die Drachenelfen weitergeführt. Dabei schlägt „Elfenmacht“ eine Brücke zwischen den Büchern rund um die Drachenelfen und den Elfenbücher von Hennen, es fungiert als Bindeglied. Dennoch lässt sich dieses Fantasy- Buch auch durchaus ohne Vorkenntnisse lesen.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Wer wird künftig über das verwunschene Albenmark herrschen? Sind es die grausamen Drachen oder die raubeinigen Zwerge? Oder die geheimnisvollen Elfen, deren Kräfte bisher im Verborgenen geschlummert haben? Als die beiden Geschwister Emerelle und Meliander sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter machen, der legendären Drachenelfe Nandalee, ahnen sie nicht, dass ihre Reise das Schicksal aller Völker Albenmarks für immer verändern wird. Während Emerelle den Weg des Kampfes wählt, findet ihr stillerer Bruder eine junge, mysteriöse Elfe, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert. Doch es gibt Geheimnisse, an deren Wurzeln man nicht rühren sollte …

In dem Fantasy- Buch „Elfenmacht“ ist eine Karte enthalten, welche ich als hilfreich empfunden habe. Auch ein umfangreiches Personenregister und ein Glossar sind beigefügt wurden, welches besonders für Quereinsteiger von Wert sein dürfte.
Der Autor Bernhard Hennen hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Durch die bildhaften Beschreibungen sind mir sowohl die Charaktere als auch die besuchten Gegenden ans Herz gewachsen. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, es konnte mich in seinen Bann ziehen und die Welt um mich herum vergessen lassen. Auch die gezeichnete Welt ist sehr vielseitig. Man merkt, dass der Autor sich in seiner erschaffenen Welt auskennt und sich dort auch wohlfühlt. Gefallen hat mir auch die Vielseitigkeit der Völker, welche in dieser Welt wandeln. Es war interessant, mehr über die einzelnen Völker und dessen Besonderheiten zu erfahren. Wie sie zueinander stehen und welche Eigenarten diese jeweils haben. Mich konnte diese erschaffene Welt vollkommen überzeugen, zum einen durch seine Komplexität und zum anderen habe ich sie als gut durchdacht und ausgearbeitet wahrgenommen. Hennen schafft es auf verschiedene Weise Spannung aufzubauen. Allein der Plot verspricht schon einiges an Potential. Zwei relativ junge Elfen, die wohlbehütet und fernab der Zivilisation aufgewachsen sind, begeben sich auf die Suche ihrer Mutter, die bekannt und gefürchtet ist. Aber auch durch viele unerwartete Wendungen auf ihrer Reise wird Spannung aufgebaut. Allgemein ist das Buch recht handlungsreich und dicht verwebt. Das hat mir gut gefallen. Aber auch durch die unterschiedlichen Perspektiven wird zusätzliche Spannung aufgebaut. Hennen schafft es gekonnt, die Erzählperspektive an Scheidewegen zu wechseln, sodass man einfach zu gerne wissen möchte, wie es mit dem jeweiligen Protagonisten weitergeht. Auch die Zusammenführung dieser beiden Erzählperspektiven hat mir gut gefallen. Im Buch sind im Wesentlichen zwei Perspektiven enthalten, sodass man jeweils die Geschichte der Geschwister Emerelle und Meliander mitverfolgen kann. Beide erleben recht unterschiedliche Abenteuer auf ihrer Suche. Hierbei empfand ich beide als spannend und konnten mich gut unterhalten, auch haben sie mich durch ihre Vielseitigkeit überzeugen können. Besonders zu Beginn ihrer Reise merkt man, dass die Geschwister fernab jeder Zivilisation groß geworden sind, dass sie wohlbehütet aufgewachsen sind und wenig vom alltäglichen Leben wissen. Ihr Wissen basiert im Wesentlichen aus den Büchern, die sie auf dem Schiff zur Verfügung hatten. Mir hat es gefallen, die beiden Geschwister zu begleiten und ihre jeweiligen Erfahrungen und Erlebnisse mitverfolgen zu können.
Der Autor Hennen konnte mich auch mit seinen Charakteren überzeugen. Nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Nebencharaktere konnten eine gewisse Tiefe und Vielseitigkeit vorweisen. Emerelle ist eine starke junge Elfe, die oftmals unbedacht und impulsiv handelt. Sie wird getrieben durch die Suche nach ihrer Mutter, außerdem ist sie eine gute Kämpferin. Ihr Bruder Meliander hat eher einen bedachteren Charakter und fühlt sich in einer Bibliothek zwischen Büchern wohl. Die beiden haben nicht immer dieselben Ansichten und sind oftmals unterschiedlicher Meinung, dennoch haben sie eine enge Verbindung zueinander. Aber auch ihre Begleiter konnten mich begeistern. Besonders der Zwerg Frar oder der Elf Falrach konnten mich durch ihren Charakter von sich überzeugen.
Das Ende ist an sich recht offen gehalten, sodass man eventuell auf eine Weiterführung der Geschichte rund um die Geschwister hoffen kann. Allgemein konnte mich das Ende des Buches ebenfalls überzeugen, auch durch ein paar unvorhersehbare Wendungen.

Insgesamt hat mir das neue Fantasy- Werk „Elfenmacht“ von Bernhard Hennen gut gefallen. Es konnte mich in seinen Bann ziehen und auch die Geschichte und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Hierfür möchte ich 4,5 Sterne vergeben und eine Leseempfehlung für Leser von Fantasy- oder Elfenbüchern aussprechen.

Veröffentlicht am 20.04.2026

Dornenhecke

Dornenhecke
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Mit diesem fantastischen Buch „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ hat die Autorin T. Kingfisher einen eigenständigen Roman geschrieben. Dieses Werk orientiert sich an dem Märchen ...

Mit diesem fantastischen Buch „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ hat die Autorin T. Kingfisher einen eigenständigen Roman geschrieben. Dieses Werk orientiert sich an dem Märchen Dornröschen, erzählt aber eine bisher eher unbekannte Version des Märchens.

Klappentext:
Es war einmal eine Prinzessin, die in einem Turm festsaß. Diese Geschichte handelt nicht von ihr. Kurz nach ihrer Geburt wird Krötling von den Feen entführt. So wächst sie zwar fern von ihrer Familie, doch geliebt und geborgen in den warmen Wassern des Feenlandes auf. Eines Tages wenden sich die Feen mit einer Bitte an sie: Sie soll in die Menschenwelt zurückkehren, um ein Neugeborenes mit einem schützenden Segensspruch zu bedenken. Klingt einfach, oder? Doch bei den Feen ist nichts jemals einfach. Jahrhunderte später nähert sich ein Ritter einer hohen Dornenhecke, deren Stacheln so scharf wie Schwerter und dick wie Unterarme sind. Wie er gehört hat, gibt es hier einen Fluch zu brechen – einen Fluch, den Krötling mit aller Macht aufrechterhalten will …

Bisher hatte ich schon ein paar Bücher aus der Feder von Kingfisher gelesen. Diese haben von dem Soldat Alex Easton gehandelt und waren im Bereich Horror und Nervenkitzel einzuordnen. Beide konnten mich auf ihre Art überzeugen und daher war ich sehr auf diese Neuinterpretation von Dornröschen und die Umsetzung hierzu gespannt. Voller Vorfreude habe ich mich an dieses Büchlein gemacht und meine Erwartungen sind nicht enttäuscht worden.
Schon die Gestaltung finde ich sehr ansprechend. Dieser Roman ist mit thematisch passenden und ansprechenden Illustrationen versehen, welche den Leser auf den Inhalt einstimmen.
Und auch dieses Mal ist der Erzählstil wieder spannend und märchenhaft zugleich. Gekonnt wird hier eine dichte und unterschwellig düstere Atmosphäre erschaffen, welche wirklich richtig gut zu dieser Neuinterpretation von Dornröschen passt. Kingfisher spielt hier gekonnt mit ein paar Klischees der Märchen und setzt sie gut in Szene und verwandelt sie dabei meisterhaft in etwas ganz Anderes. Besonders gefällt mir hier auch der Mix zwischen dem Humor, welcher auf jeder Seite mitschwingt und der Prise Horror, welche gekonnt in der richtigen Dosis beigemischt wurde. Dies führt dazu, dass sich das Buch angenehm lesen lässt und die Seiten fliegen dank des flüssigen Schreibstil nur so dahin. Gelungen finde ich auch die Umsetzung der beiden Zeitstränge. Die Autorin Kingfisher weiß definitiv, wie man die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft und dabei Bilder beim Leser erzeugt und gleichzeitig eine dichte Handlung erschafft. Beide greifen gelungen ineinander. Dabei bekommt der Leser einen vielseitigen Eindruck in das bisherige Leben der Protagonisten.
In dieser Neuinterpretation des Märchens stehen eher die Nebencharaktere im Mittelpunkt. Die Protagonistin ist in „Dornenhecke“ die Fee Krötling, welche es bisher nicht immer leicht hatte. Immer besser lernen wir Krötling kennen, erfahren mehr über ihre Vergangenheit und auch über ihre Familie. Auch über die wichtige Aufgabe von Krötling bekommen wir Stück für Stück immer neue Informationen, sodass sich langsam ein Gesamtbild zusammensetzt. Von Seite zu Seite ist mir Krötling mehr ans Herz gewachsen. Ich mochte ihr gutes Herz und ihr Blick auf die Welt, aber auch wie verantwortungsvoll sie ihre Aufgabe umsetzt. Sie muss alleine diesen dornengeschützten Turm bewachen. So langsam fragt man sich als Leser, was wohl in diesem lauert und wer geschützt werden soll? Der Inhalt des Turmes vor der Außenwelt oder doch eher anders herum? Der männliche Gegenpart ist der Ritter Halim, welcher viel mehr zu bieten hat als eine rittertypische glänzende Rüstung. Auch er hat das Herz am richtigen Fleck und ich fand es sehr interessant, mehr über seine Geschichte zu erfahren, weil er einfach viel mehr zu bieten hat und so manche interessante Facette aufweisen kann. Ich persönlich mochte das Wechselspiel zwischen Krötling und Halim sehr gerne. Es hat mir Spaß gemacht, die Gespräche der beiden zu verfolgen und wie sie sich gegenseitig kennen gelernt haben, nur zu gerne habe ich diese Entwicklung gebannt gelesen.
Obwohl dieses Buch nur etwa 130 Seiten stark ist, hat es doch so einige wesentliche Themen zu bieten. Krötling muss sich in einer nicht immer freundlichen Welt behaupten, sie musste ihren Platz in der Welt finden und auch eine Familie ist für sie nicht selbstverständlich. Als ihr dann eine wichtige Aufgabe übertragen wird, meistert sie diese gewissenhaft und ist sich der Konsequenzen bewusst, falls sie versagen sollte. Aber auch Freundschaft und unterschiedliche Herkunft spielen eine wichtige Rolle, wie sie ein Wesen prägen können. In dieser Märchenadaption steckt so viel mehr, als man zunächst vermuten könnte.
Das Ende fand ich recht unterhaltsam, wenn auch teilweise etwas überstürzt. Hier hätten mir ein paar Seiten mehr und damit auch ein paar weitere Ausführungen gut gefallen. Mir persönlich war es etwas zu schnell geklärt.

Insgesamt konnte mich T. Kingfisher mit „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ gut unterhalten. Ich fand die Neuinterpretation des Märchens ansprechend. Positiv fand ich sowohl die Charaktere, als auch der humoristische Erzählstil mit der düsteren Atmosphäre. Bloß die Auflösung fand ich etwas zu schnell abgehandelt. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben und ich bin schon auf das nächste Werk aus der Feder von Kingfisher gespannt.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Junge im Taxi

Der Junge im Taxi
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Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse ...

Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Wer ist dieser M., über den die Familie nicht reden will? Auf der Beerdigung seines Großvaters erfährt Simon von dessen verleugnetem Sohn. Am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gezeugt und zurückgelassen, ist M. nicht mehr als eine Leerstelle, eine vage Erinnerung. Simon, selbst mit dem Ende seiner Beziehung konfrontiert, lässt der Gedanke an diesen deutschen Jungen nicht los. Was für ein Leben hat er gelebt, war er einsam, verlassen, frei? Ist er es noch? Die Suche treibt Simon von Südfrankreich an den Bodensee, wo sich vergessene Spuren mit den seinen kreuzen und ein neues Bild ergeben.

Nur durch Zufall bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich persönlich hatte mich gefragt, was hinter dem Titel wohl stecken könnte und habe mir mit dieser Frage im Hinterkopf den Klappentext näher angeschaut. Dieser hat mich neugierig gemacht, wie dieser das Thema der Besatzungskinder aufgreift und umsetzt.
Zu Beginn des Romans gibt es im Prolog eine kurze Rückblende zum damaligen Geschehen. Der Leser ist dabei, als ein französischer Soldat auf einem Hof in Deutschland beherbergt wird. Wir erfahren auch, wie eine junge Frau auf einem Fest von eben jenen Soldaten zum Tanz aufgefordert wird und wie sich daraus eine kurze heftige Affäre mit Folgen entwickelt. Im nächsten Kapitel sind wir auf einer Beerdigung. Bei dieser hat die Geschichte aus dem Prolog Wellen geschlagen. Simon, der Enkel von diesem französischen Soldaten, hat erfahren, dass sein Großvater damals in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, welcher aber in der Familie verleugnet wird. Nach der Besatzungszeit hat er die junge Frau und auch sein ungeborenes Kind zurückgelassen und nie anerkannt. Auch durfte in der Familie nicht darüber geredet werden. Und auch auf der Beerdigung des Großvaters darf über dieses Thema nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen werden. Simon ist von dieser Tatsache schockiert und möchte den verleugneten Sohn ausfindig machen. Lediglich sein Onkel redet über dieses sensible Thema. Aber auch nur im Flüsterton, er erzählt eher im Geheimen von diesem vergangenen Kapitel. Während der Suche kommen neue Informationen ans Licht und es hat Spaß gemacht, der Suche nach dieser Person mitzuverfolgen. Es hat sich wie ein Puzzle angefühlt, auf jeder Seite ergibt sich ein neues Stück und man kommt der Lösung dabei immer näher. Als Leser wird man sofort mitten in die Handlung reingeworfen und Stück für Stück setzt sich die Geschichte zusammen, man erkennt immer neue Fragmente, sowohl zur Vergangenheit als auch zur Gegenwart. „Der Junge im Taxi“ wird aus der Ich- Perspektive von Simon erzählt, dadurch kann man gut seine Gedankengänge nachvollziehen, was ich persönlich sehr gekonnt umgesetzt fand. Simon selbst befindet sich gerade in Trennung und abwechselnd kümmern sie sich um die beiden gemeinsamen Jungs. Ich fand die Gedankengänge und Gefühle von Simon hier sehr eindringlich. Er selbst macht sich viele Gedanken, auch weil er selbst Vater ist und gleichzeitig in der Situation ist, dass er ein Sohn von seinem Vater ist. Er kann beide Seiten verstehen, aber er kann nicht verstehen, warum in seiner Familie nie darüber geredet wird. Für ihn ist es nicht begreiflich, dass ein Familienmitglied komplett ignoriert und verleugnet wird. Er möchte diesen verleugneten Sohn ausfindig machen und bezieht auch seine eigenen Söhne in die Suche mit ein. Interessant ist hier auch, dass die Ex- Partnerin hier nur mit A abgekürzt wird. Dadurch entsteht eine gewisse Distanziertheit und der Charakter bleibt eher blass. Anders bei dem verleugneten Sohn, welcher nur mit M abgekürzt wird. Dies hat auf mich eher geheimnisvoll gewirkt und hat diese ominöse Person noch sagenumwobener gemacht, hat eher meine Neugier gesteigert.
Positiv konnte mich auch der Schreibstil überzeugen. Dieser ist auf der einen Seite sehr eindringlich, findet direkte Worte. Auf der anderen Seite ist dieser poetisch und feinfühlig. Gekonnt werden hier Gefühle beschrieben und eine dichte Atmosphäre erschaffen. Der Stil ist lebendig und schafft es, dass eine Sogwirkung entsteht. Dabei habe ich den poetischen Stil sehr genossen und habe mich von den Emotionen tragen lassen.
Thematisch fand ich „Der Junge im Taxi“ auch gekonnt umgesetzt. Das Thema der Besatzungskinder finde ich hier interessant umgesetzt. Es gibt viele Kinder, welche am Ende des zweiten Weltkrieges zurückgelassen worden und nicht oft wird über diese geredet. Dies ist ein Roman, welcher den Leser melancholisch zurücklässt und nachklingt. Man beschäftigt sich mit diesem Thema und es hat mich so schnell nicht losgelassen. Ich fand die Botschaft von diesem Roman wichtig, mich hat dies berührt.

Insgesamt hat der Autor Sylvain Prudhomme mit seinem Roman „Der Junge im Taxi“ gekonnt ein wichtiges Thema in den Fokus gerückt. Mich hat dieses nachdenklich zurückgelassen. Gefallen hat mir hier der Erzählstil und auch die Geschichte an sich konnte mich überzeugen. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 02.12.2025

With you and the Rain

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Der Manga „With you and the rain“ stammt aus der Feder von Ko Nikaido. Ich habe hier zum Auftakt gegriffen und war gespannt, was mich erwartet.

Klappentext:
An einem regnerischen Tag entdeckt eine junge ...

Der Manga „With you and the rain“ stammt aus der Feder von Ko Nikaido. Ich habe hier zum Auftakt gegriffen und war gespannt, was mich erwartet.

Klappentext:
An einem regnerischen Tag entdeckt eine junge Frau zufällig ein einsames Tier, das ganz vielleicht ein Hund sein könnte, in einer kleinen Box. Völlig durchnässt und der Kälte ausgeliefert, bittet das kleine Wesen um Unterschlupf. Ein Ding der Unmöglichkeit, da zu widerstehen! Und so nimmt die schicksalhafte Begegnung zwischen einer jungen Frau und einem Tanuki, der ganz vielleicht ein Hund ist, ihren Lauf.

Bei diesem Manga habe ich mich mal aus meiner Komfortzone herausgewagt, lese ich doch sonst eher Bücher. Aber hier hat mich einfach dieser total niedliche Tanuki interessiert. Ich wollte einfach wissen, was es mit ihm auf sich hat – hatte ich bisher mit Mangas noch nicht allzu viele Berührungspunkte gehabt. Voller Vorfreude habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt und habe mich auf die Geschichte rund um den kleinen Tanuki gefreut.
Zunächst einmal möchte ich den wunderbaren Zeichenstil hervorheben. Dieser hat mir wirklich gut gefallen. Man merkt diesem Manga an, dass es mit viel Liebe gezeichnet wurde. Liebevolle Details dominieren den Stil und man kann sich richtig in den Zeichnungen fallen lassen, entdeckt immer wieder neue Details. Und dabei sind die Zeichnungen total niedlich und einfach etwas fürs Herz. Mir hat es Spaß gemacht, in diesem Manga zu blättern, habe ich mich sehr an den Zeichnungen erfreut. Der Manga selbst in recht kurze Episoden unterteilt, welche aber aufeinander aufbauen. Wir haben hier Anteil am Alltag von den beiden und erleben mit ihnen zusammen recht gewöhnliche Situationen, welche eine cozy Atmosphäre ausstrahlen.
Die Handlung selbst ist schnell zusammengefasst. An einem regnerischen Tag findet eine junge Frau ein Tier in einem Pappkarton. Sie nimmt dieses Tier auf und ist der Meinung, dass sie einen Hund gefunden hat. Sie möchte für ihn sorgen und zwischen den beiden entsteht eine liebevolle Beziehung. Es ist eine wunderschöne cozy Geschichte, bei der man den Alltag um sich herum vergessen kann.
Die junge Frau ist eher eine Einzelgängerin und meidet große Gesellschaften. Sie ist eher alleine und geht auch nicht sooft aus den Haus. Verwunderlich fand ich es, dass man über die komplette Länge des ersten Bandes nicht ihren Namen erfährt. Durch die Gesellschaft ihres neuen Gefährten traut sie sich mehr, geht öfters raus und begibt sich in neue Situationen. Sie wird offener und geht auch mal aus ihrer Komfortzone heraus. Dies gefällt mir, sie wächst durch diese neuen Situationen. Die Gesellschaft von dem Tanuki tut ihr gut und ich finde, dass die beiden ein gutes Team abgeben.
Der kleine Tanuki ist ein cleveres Kerlchen, welches weiß, was es möchte. Es kann für sich einstehen und auch mitteilen, was es möchte. Dennoch strahlt es viel Charme aus und ist sehr liebevoll. Ich mochte die gerissene Art und wie es sich durchsetzen kann. Dabei lässt es die junge Frau denken, dass es ein Hund ist. Dies hat mir das ein oder andere Mal ein Schmunzeln ins Gesicht gerufen. Mit seinem Blatt auf den Kopf ist es total niedlich und es hat mir Freude bereitet, zu erfahren, wie es sich bei dieser jungen Frau heimisch fühlt. Die Beziehung zwischen den beiden hat mir wahrlich gefallen. Interessant fand ich auch das Miteinander von dem Tanuki und dem Vater der jungen Frau. Dies hat meiner Meinung nach den Manga bereichert und für einige humorvolle Szenen gesorgt.
Allgemein würde ich mir jedoch noch ein paar mehr inhaltliche Informationen und Details wünschen. Einfach mehr über das Leben der jungen Frau erfahren und auch das Zwischenspiel zwischen den beiden ist interessant und ich bin schon auf weitere Episoden mit den beiden gespannt, sie haben gut miteinander harmonisiert.

Insgesamt konnte mich Ko Nikaido mit „With you and the rain“ gut unterhalten und mir hat dieser cozy Manga gut gefallen. Der Zeichenstil ist wirklich schön anzusehen und es war ein richtiger Wohlfühlmanga. Von mir gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 10.11.2025

Blood over bright haven

Blood over bright haven
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Die Autorin M.L. Wang hat mit ihrem Fantasytitel „Blood over bright haven“ einen Einzelband geschrieben, was in diesem Genre eher ungewöhnlich ist. Dennoch hat man hier definitiv nicht das Gefühl, dass ...

Die Autorin M.L. Wang hat mit ihrem Fantasytitel „Blood over bright haven“ einen Einzelband geschrieben, was in diesem Genre eher ungewöhnlich ist. Dennoch hat man hier definitiv nicht das Gefühl, dass etwas fehlt. Das Buch wirkt in sich stimmig und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Seit zwanzig Jahren widmet Sciona jeden wachen Moment dem Studium der Magie, angetrieben von dem wahnsinnigen Wunsch, das Unmögliche zu erreichen: die erste Frau zu sein, die jemals zum Hohen Magisterium der Universität für Magie und Industrie zugelassen wird. Als Sciona endlich ihr Ziel erreicht und eine Hochmagierin wird, stellt sie fest, dass die Herausforderungen gerade erst begonnen haben. Ihre neuen Kollegen sind entschlossen, ihr das Gefühl zu geben, nicht willkommen zu sein – und stellen ihr statt einer qualifizierten Laborassistentin einen Hausmeister zur Seite. Weder Sciona noch ihre Kollegen wissen, dass ihr schweigsamer Assistent nicht immer Hausmeister war. Vor zehn Jahren war er ein nomadischer Jäger, der seine Familie auf der gefährlichen Reise von den wilden Ebenen in die Stadt verlor. Aber jetzt sieht er die Gelegenheit, die Kräfte zu verstehen, die seinen Stamm dezimiert und ihn aus seiner Heimat vertrieben haben, um die Privilegierten an der Macht zu halten. Zunächst herrscht zwischen Magier und Außenseiter ein zerstrittenes Verhältnis. Doch gemeinsam decken sie ein uraltes Geheimnis auf, das den Lauf der Magie für immer verändern könnte – wenn sie nicht vorher getötet werden.

Ich persönlich habe noch kein Werk aus der Feder von M.L. Wang gelesen, dafür habe ich aber schon einige positive Meinungen zu ihren Büchern gehört. Daher hatte ich relativ große Erwartungen an dieses Buch und diese wurden nicht enttäuscht.
Der Schreibstil ist bildhaft und lässt sich angenehm lesen. Gekonnt schafft es die Autorin hier eine dichte Atmosphäre zu erschaffen. Es gibt einige spannende Situationen und auch viele unerwartete Wendungen. Der Spannungsbogen wird permanent hochgehalten und auf vielseitge Art und Weise wird Spannung erzeugt – sei es situationsbedingt oder auch durch die Charaktere hervorgerufen. Überzeugen konnte mich ebenfalls das umfangreiche Worldbuilding, welches mich ebenfalls überzeugen konnte. Sehr gelungen fand ich hier auch das einzigartige Magiesystem. Es gibt einige interessante Einblicke und auch die Ausführungen hinsichtlich der Details finde ich gelungen. Die vielseitigen Aspekte der Magie konnte mich überzeugen und nur zu gerne habe ich die Ausführungen dazu gelesen.
Dennoch ist dies kein Buch für zwischendurch. Es gibt einige brisante Themen, welche nicht immer leicht zu verdauen sind. Ein paar wichtige Themen werden angesprochen, zum Beispiel werden Rassismus oder auch Frauenfeindlichkeit angesprochen. Diese Welt ist eine männerdominierende Welt, welche die Macht haben und das Sagen haben. Nicht immer sind die Themen leicht verdaulich und mir gefällt dieser tiefgründige Aspekt des Buches sehr gut.
Etwas zäh fand ich jedoch den Einstieg. Zu Beginn lernt man das Volk der Kwen kennen. Sie haben kein einfaches Leben und daher haben sie sich entschlossen, die Querung anzutreten. Sie wollen in sichere Gefilde aufbrechen. Wer außerhalb der Stadt lebt, lebt in Gefahr – draußen geht der Feuerbrand umher, viele Menschenopfer hat dies schon eingefordert. Daher wollen sie ein Leben in Tiran wagen, wissen aber, dass der Weg dorthin kein leichter ist. Hat man sich an dieses Volk gewöhnt, wird man im nächsten Kapitel in die Stadt Tiran katapultiert und lernt diese männerdomminierte Stadt kennen. In dieser muss Sciona sich behaupten. Sie ist eine schlaue und starke Frau, welche sich in dieser Welt behaupten möchte, ihre Prüfung im Hohen Magisterium steht an. Sie möchte eine Hochmagierin werden und ihren Weg gehen. Eine Revolution der Sicherung der Stadt soll bewältigt werden und die neuen Hochmagier sollen sich dieser Aufgabe annehmen. Leider akzeptieren die männlichen Kollegen Sciona nicht, sodass diese sich alleine behaupten muss. Doch dies ist sie gewohnt, daher macht sie sich sogleich an die Arbeit. Sie bekommt einen Assistenten an die Seite gestellt – Thomil. Dieser ist ein cleverer Mann, welcher kluge Fragen stellt. Er ist ein Flüchtling aus der Außenwelt und hat ganz andere Erfahrungen in seinem Leben machen müssen im Vergleich zu Sciona. Die beiden müssen sich erst aneinander gewöhnen. Aber ihre Dialoge haben dieses Buch sehr bereichert und es hat mir große Freude gemacht, den Schlagabtausch der beiden mitzuverfolgen. Dabei gerät das Weltbild von Sciona ordentlich ins Wanken und sie muss umdenken. Thomil hat daran einen wesentlichen Anteil, aber auch er lernt viel von Sciona und zusammen geben sie ein tolles Team ab. Das Weltbild wird komplett überworfen und die neuen Erkenntnisse für Sciona nicht leicht zu verdauen. Ein immer tieferer Strudel entsteht und die Handlung nimmt so richtig Fahrt auf. Es wird richtig packend und man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen. Immer neue Erkenntnisse werden offenbart und so langsam erkennen die Protagonisten und auch der Leser selbst die Zusammenhänge. Die Umsetzung fand ich hier sehr gelungen und konnte mich in ihren Bann ziehen.
Am Ende gibt es noch ein Glossar - eine Taschenfibel der magischen Grundbegriffe. Wichtige Aspekte der Magierwelt werden erklärt und helfen besonders zu Beginn den Überblick zu bewahren.

Insgesamt konnte mich die Autorin M. L. Wang mit ihrem Fantasyroman „Blood over bright haven“ mit einer ganz besonderen Geschichte in ihren Bann ziehen. Wahrlich wichtige Themen finde hier Raum und auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Lediglich der Einstieg und damit der Zugang zum Buch ist mir auf den ersten Seiten etwas schwer gefallen. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben und ich möchte auch eine Leseempfehlung aussprechen.